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Nur wenn du allein kommst

Eine Reporterin hinter den Fronten des Dschihad. Ausgezeichnet mit dem Ludwig Börne-Preis 2018 und dem Henri-Nannen-Preis 2018

Was passiert hinter den Fronten des Jihad? Wie ticken Warlords und jugendliche Attentäter? Spannend wie in einem Krimi berichtet Souad Mekhennet von ihren teils lebensgefährlichen Recherchen in den No-go-Areas des Terrors, allein, ohne Handy, bekleidet mit einer schwarzen Abaya. Die Journalistin Souad Mekhennet verfügt über ungewöhnliche Verbindungen zu den Most Wanted des Jihad – und über ein einzigartiges investigatives Talent.

Sie deckte die Entführung und Folterung des Deutsch-Libanesen Khaled al-Masri durch die CIA auf, interviewte den Führer von al-Qaida im Maghreb, obwohl ihr die Geheimdienste auf den Fersen waren, lernte ein ägyptisches Foltergefängnis unfreiwillig von innen kennen, enttarnte den berüchtigten IS-Henker "Jihadi John" und wusste nach den Pariser Anschlägen schon vor der Polizei, wer der in Saint Denis erschossene Attentäter war. Ihre meisterhaften Nahaufnahmen lassen uns die Kämpfe und Wünsche der islamischen Welt besser verstehen und führen uns heilsam vor Augen, dass sich der Clash zwischen Islam und Westen in Wirklichkeit nur in den Köpfen abspielt.
Portrait
Souad Mekhennet hat ihr Leben lang zwischen den Welten gelebt. Die Tochter einer türkischen Mutter und eines marokkanischen Vaters ist in Deutschland aufgewachsen, recherchiert seit dem 11. September 2001 über den islamistischen Terror und ist Mitglied des Investigativteams der Washington Post. Souad Mekhennet erhielt den Daniel Pearl Award 2017, den Sonderpreis des Nannen Preises 2018 sowie den Ludwig-Börne-Preis 2018.

Sky Nonhoff, 1962 geboren, ist Kulturjournalist, Autor (Die dunklen Säle, Don’t Believe the Hype) und Kolumnist beim MDR.
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  • Prolog: Verabredung mit ISIS

    Türkei, 2014

    1. Fremde in einem fremden Land

    Deutschland und Marokko, 1978–1993

    2. Die Hamburger Zelle

    Deutschland, 1994–2003

    3. Ein Land mit gespaltener Seele

    Irak, 2003–2004

    4. Ein Anruf von Khaled el-Masri

    Deutschland und Algerien, 2004–2006

    5. Selbst wenn ich heute sterben sollte

    Libanon, 2007

    6. Die Verlorenen von Zarqa

    Jordanien, 2007

    7. Der Wert eines Lebens

    Algerien, 2008

    8. Guns & Roses

    Pakistan, 2009

    9. Mukhabarat

    Ägypten, 2011

    10. Das ist kein Arabischer Frühling

    Deutschland und Tunesien, 2011

    11. Bedrohungen

    Bahrain, Iran und Deutschland, 2011–2013

    12. Nachwuchs für das Kalifat

    Deutschland, 2013

    13. Bräute für das Kalifat

    Deutschland und Frankreich, 2014–2015

    14. Auf der Suche nach einem islamistischen Beatle oder Wie ich Jihadi John enttarnteEngland, 2014–2015

    15. Die Radikalisierten

    Österreich, Frankreich und Belgien, 2015–2016

    Epilog: Mitten ins Herz

    Deutschland und Marokko, 2016

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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 25.10.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-71167-1
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 22,4/15,1/3,3 cm
Gewicht 628 g
Originaltitel I Was Told To Come Alone: My Journey Behind the Lines of Jihad
Auflage 4. Auflage
Übersetzer Sky Nonhoff
Buch (gebundene Ausgabe)
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24,95
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Rezension zu "Nur wenn du allein kommst"
von Zsadista am 11.02.2018
Bewertet: Medium: H?rbuch (MP3-CD)

„Nur wenn du allein kommst“ ist eine Art Biografie der Journalistin Souad Mekhennet. Souad Mekhennet ist eine Journalistin die in Deutschland aufgewachsen ist und türkisch-marokkanische Wurzeln hat. Ich habe das Buch als Hörbuch genossen. Die Sprecherin Hilke Rusch war einfach perfekt um die Geschichte von Souad vorzules... „Nur wenn du allein kommst“ ist eine Art Biografie der Journalistin Souad Mekhennet. Souad Mekhennet ist eine Journalistin die in Deutschland aufgewachsen ist und türkisch-marokkanische Wurzeln hat. Ich habe das Buch als Hörbuch genossen. Die Sprecherin Hilke Rusch war einfach perfekt um die Geschichte von Souad vorzulesen. Ich bin froh, dass ich das Buch als Hörbuch hatte. Denn ehrlich gesagt, ich hätte mir beim Lesen der fremden Namen und Orte wirklich schwer getan. Dazu ist die Lesung vollständig und man verpasst wirklich nichts. In ihrem Buch beschreibt sie ihren Werdegang über die Jahre hinweg. Der Anfang beginnt schon mit ihrer Großmutter in Marokko. Geht über ihre Kindheit in Marokko und das Problem, als die als kleines Mädchen dann von ihren Eltern nach Deutschland geholt wird. Ihr Werdegang ist schwer und sie muss sehr um ihren Platz in der Gesellschaft kämpfen. Trotzdem schafft sie es, eine Journalistin zu werden, die Dinge hinterfragt und nicht einfach so hinnimmt. Ihre Geschichte ist spannend und mitreißend. Oft musste ich mir wieder vorsagen, dass das Ganze kein erfundenes Buch, sondern die Realität ist. Was mir wirklich gut gefallen hat, dass hier keine bestimmte Partei ergriffen wird. Souad stellt klar da, dass sie alles selbst hinterfragt. Es gibt kein Weiß und Schwarz, sondern viele Graustufen dazwischen. Nicht jeder Muslim ist radikal und nicht jeder Christ ist gut. Sie zeigt, dass man nicht stur alles glauben soll, was einem die Medien vorkauen. Man soll sich immer eine eigene Meinung bilden und selbst überlegen, anstatt alles hin zu nehmen, was einem vorgelegt wird. Dabei reicht es auch schon, selbst ein paar Sachen nachzulesen. Man muss nicht selbst in die Gebiete fahren und nachfragen, das wäre nun wirklich die falsche Art und Weise. Aber nachlesen, nachfragen und selbst darüber nachdenken, das ist wichtig! So versucht sie auch zu erklären, wie manche Menschen radikal werden. Wobei ich das für mich einfach nicht verstehe, wie man sich gegenseitig ermorden kann, weil man sich nicht einig ist, wer der Nachfahre vom Propheten im 7. Jahrhundert ist. Gut, ich kann auch nicht verstehen, wie man Menschen wegen irgendeinem anderen Glauben ermorden kann. Ich kann es im Allgemeinen nicht verstehen, dass man andere Menschen tötet, weil es einem seine Religion sagt. Was auch ein Punkt ist, warum ich weder gläubig bin, noch einer Religion angehöre. Trotzdem respektiere ich jeden in seinem Glauben, außer radikale Gläubige, versteht sich. Und da ist es egal, welcher Religion sie angehören. Auf jeden Fall bin ich von dem Hörbuch absolut begeistert und kann es jedem nur nahe legen, es selbst zu hören.

Eine Frau, die nicht locker lässt und nachfragt
von Janine V. am 29.12.2017

Die Journalistin Souad Mekhennet ist in Deutschland geboren, aber ihre Wurzeln sind marrokanisch-türkisch.  Dank ihrer Eltern weiß sie von klein auf, dass ein Zusammenleben von Schhiten und Sunniten möglich ist. Doch in der islamischen Welt prallen die verschiedenen Glaubsrichtungen imemr wieder aufeinander.  Viele Islamisten si... Die Journalistin Souad Mekhennet ist in Deutschland geboren, aber ihre Wurzeln sind marrokanisch-türkisch.  Dank ihrer Eltern weiß sie von klein auf, dass ein Zusammenleben von Schhiten und Sunniten möglich ist. Doch in der islamischen Welt prallen die verschiedenen Glaubsrichtungen imemr wieder aufeinander.  Viele Islamisten sind außerdem nicht gut auf den Westen zu sprechen. Die Journalistin wagt sich vor in diese gefährliche Welt und interviewt Warlords und Führer von al-Qaida. Dabei enthüllt sie Identitäten und geheime Machenschaften. Die Journalistin erzählt ihre Lebensgeschichte und somit auch über ihre Reportagen, Interviews und Arbeitsweise. Man erfährt, dass sie in Deutschland geboren wurde, aber einen gewissen Teil ihrer Kindheit bei ihrer Großmutter in Marroko verbracht hat. Sie kann daher sehr gut Deutsch und Arabisch sprechen, was ihr später sehr viele Türen öffnen wird. Außderm ist sie sehr mit dem Islam vertraut. Früh ist Mekhennet klar, das sie Journalistin werden will und schaffst es shcließlich in Hamburg auf die Henri-Nannen-Schule. Ihre islamischen Wurzeln erlauben es ihr in Gebiete vorzudringen und Menschen zu interviewen, zu denen deutsche Journalisten niemals Zutritt bekämen. Sie weiß wie man sich zu verhalten hat und taucht entsprechend verschleiert zu ihren Inteviews auf. Außerdem lässt sie nicht lockert und lässt sich niemals einschüchtern. Das imponiert so einigen Anführern, so dass sie exklusive Interviews erhält. Ihr journalistische Reise beginnt mit dem 11. September 2001 und führt sie über den islanischen Frühling bis in die Gegenwart. Man bekommt die andere Seite zu sehen, lernt deren Beweggründe kennen. Warum schließen sich so viele, junge Männer dem Dschiad an? Was versprechen sie sich vom Kalifat? Warum hat sie der Westen enttäuscht? Mekhennet hat einen ganz eigenen Charakter, der sie prädestiniert für den Job als Jourlanistin. Sie hinterfragt die Dinge, sie traut sich in Krisengebiete und hört tatsächlich zu ohne zu verurteilen oder jemals nur die eine Seite zu beleuchten. Sie lässt sich auch nicht von Entführungen, Verhaftungen oder Drohungen einschüchtern. Es ist spannend sie auf ihren Reisen und Interviews zu begleiten. Mitzufiebern, wenn sie versucht geheime Identitäten und Machenschaften aufzudecken. Sie berichtet von Einzelschicksalen, bringt sie in den großen Zusammenhang und ist stets vor Ort, mittendrin in den größten Tumulten und Auseinandersetzungen. Gerade als Westler weiß man oft nicht allzu viel über den Islam und warum sich junge Menschen zu radikalisierten Islamisten werden. Die Journalistin vermag auf eindringliche Art und Weise eine uns fast geheime Welt zu beleuchtet, in dem sie hinter die Kulissen schaut und sich nicht abschrecken lässt. Der Mut dieser Frau lässt einen neue Einblicke gewähren, die unbedingt jedem zuteil werden sollten. Daher gebe ich eine ganz klare Leseempfehlung, denn jede Medaille hat zwei Seiten.

Erhellende Einblicke
von StefanieFreigericht am 10.11.2017

„Nur wenn du allein kommst“, diese Forderung hört die Journalistin Souad Mekhennet regelmäßig, bevor sie sich mit ihren Interviewpartnern treffen kennen. Diese sind häufig Islamisten und sie vertrauen ihr aufgrund ihrer Abstammung: Sie wurde geboren in Frankfurt am Main, als Tochter einer schiitischen Mutter mit syrischer Abstam... „Nur wenn du allein kommst“, diese Forderung hört die Journalistin Souad Mekhennet regelmäßig, bevor sie sich mit ihren Interviewpartnern treffen kennen. Diese sind häufig Islamisten und sie vertrauen ihr aufgrund ihrer Abstammung: Sie wurde geboren in Frankfurt am Main, als Tochter einer schiitischen Mutter mit syrischer Abstammung, aber aus der Türkei, und eines sunnitischen Vaters aus Marokko. Die kleine Souad wuchs als Muslima auf in einer toleranten Familie, bei der sich die Eltern abarbeiteten, um den Kindern ein besseres Leben zu ermöglichen. „Die Einwanderer ihrer Generation, die Putzfrauen und Köche, muckten nicht auf, wären nie auf die Idee gekommen, die Autorität der 'richtigen Deutschen‘ infrage zu stellen.“ S. 53 Einige frühe Kindheitsjahre bei der Großmutter in Marokko, dann das weitere Aufwachsen in Deutschland, Jugoslawienkrieg und Hoyerswerda, fremdenfeindliche Angriffe prägen die Heranwachsende, die sich entschließt, nach dem Vorbild aus dem Film „Die Unbestechlichen“ zum Watergate-Skandal selbst Reporterin zu werden. „Statt meine Ängste die Oberhand gewinnen zu lassen, begann ich sie als Herausforderung zu begreifen, und daran hat sich bis heute nichts geändert.“ S. 44 Durch einen immer weiteren Ausbau ihrer Kontakte und dadurch, dass sie stets bemüht ist, jede Seite zu Wort kommen zu lassen, dabei aber in alle Richtungen kritisch bleibt, schafft sie sich bald ein Renommee. Das Sachbuch ist spannend geschrieben, ich hatte schon langweiligere Krimis und sprachlich schwieriger zugängliche „Unterhaltungsliteratur“, ich bin von dem Schreibstil sehr positiv überrascht. Acht Jahre älter als die Autorin, konnte ich mich an den genannten politischen Ereignissen sehr gut entlanghangeln – wer wenig Nachrichten liest oder sieht, wird vielleicht einiges nachschlagen müssen. Ich bin sehr beeindruckt über die Tiefe der Informationen zu den verschiedenen Ländern und Regionen, Irak, Libanon, Algerien,… - anhand derer sich das Buch in verschiedene Kapitel zu den jeweiligen Jahren gliedert. Ich gestehe eine gewisse Skepsis vor Aufnahme der Lektüre: Warum tut sich das jemand an, sich derart doch immer wieder in Gefahr zu begeben? Die Autorin macht ihre Motivation glaubwürdig, berichtet auch über Ängste und Nachteile ihres Lebens – nachvollziehbar, auch wenn sie und ich definitiv unterschiedliche Anteile des „Risiko-Gens“ mitbekommen haben. Was ich befürchtet hatte: Unsachlichkeit, zu starke Vereinnahmung durch die diversen Islamisten. Was ich stattdessen erhielt: die auch für mich beschämende Erkenntnis, das genau das die Vorbehalte waren, denen die Autorin sich ausgesetzt sah, von der Grundschule bis zum Einstieg in den Beruf, selbst später noch gegenüber diversen Diensten. Übrigens auch das häufig Ursache der Islamisierungen, die Ausgrenzung des Einwanderungslandes. Sie will verstehen, sucht die Diskussion. Stark, wie der kleine Sohn eines der Männer aus dem Gefolge ihres Interviewpartners stolz berichtet, wie er heute das Töten der Ungläubigen gespielt habe und sein Vater ihn zufrieden küsst – als sich die Journalistin später im Hotel daran erinnert, kommen ihr die Tränen. Ähnlich enden hier oft die Kapitel für mich mit einem Denkanstoß, ich mag nicht direkt weiterlesen. Wenn Kinder so aufwachsen, was kann aus ihnen nur werden? Und wie gehen wir selbst mit unseren Werten um, wenn man an den Fall el-Masri denkt, der wegen Terrorverdachts verschleppt und gefoltert wurde (von Mekhennet aufgedeckt)? Erhellend eine Diskussion mit einem schiitischen Fahrer in Bahrein, dessen mehrheitlich schiitische Bevölkerung von der sunnitischen Herrscherfamilie regiert wird. Er bemängelt, dass man für bestimmte Arbeiten Ausländer ins Land hole, statt „Bahreinis first“ zu praktizieren, gibt aber auf Nachfrage zu, eine Putzfrau aus Bangladesh zu beschäftigen, da diese Arbeiten unter der Würde seiner Frau und Kinder seien. Als die Reporterin die Tätigkeiten von ihren Eltern und ihr selbst zur Finanzierung des Studiums beschreibt, obwohl beide Eltern ihre Abstammung zum Propheten zurückverfolgen können, kratzt das reichlich am Weltbild des Fahrers. Das Weltbild der islamischen Welt wird so in Streifzügen für die jeweilige Region nachvollziehbarer. Über alle Kapitel hinweg ziehen sich Mekhennets Grundfragen nach dem „Warum“, warum kommt es zu dieser Radikalisierung. Aber auch der oft naive Umgang des Westens findet ausreichend Thematisierung. Ein starkes Buch und eine eindeutige Leseempfehlung!