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Die Großmächtigen

Roman

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„Die Großmächtigen birgt in sich den Zündstoff einer ganzen Epoche. Ein großer Weltroman.“ Le Monde des Livres

1922 ist die Welt in der maghrebinischen Stadt Nahbès zu aller Zufriedenheit aufgeteilt. Bis ein amerikanisches Filmteam wie ein Meteor in dem Wüstenort einschlägt. Für einen Moment begegnen sich die Amerikanerin Kathryn und Raouf, der Sohn des Caïd, die junge Witwe Ranja, der altersmilde Kolonialist Ganthier und die kesse Pariser Journalistin Gabrielle in einer ebenso unbeschwerten wie abenteuerlichen Utopie – ehe das Rad der Geschichte einen jeden wieder an seinen Platz verweist.
In seinem vielfach ausgezeichneten Roman erzählt Kaddour mit Witz und Weisheit, Poesie und Tempo von einer vergangenen, verblüffend vertrauten Epoche voller Aufbrüche und dramatischer Kollisionen.

„Kaddour versteht es, den Leser von der ersten Seite an zu fesseln: mit psychologischem Feingefühl genauso wie mit stilistischen Finessen und verdecktem ironischen Augenzwinkern.“
Christoph Vormweg, Deutschlandfunk
Portrait
Hédi Kaddour, 1945 als Sohn eines Tunesiers und einer Französin in Tunis geboren, ist Professor für Französische Literatur, Dramaturgie und Journalistisches Schreiben, außerdem selbst Journalist, Autor von Romanen, Essays und Gedichten. Für seine Romane Waltenberg (2005), Savoir-vivre (2010) und Die Großmächtigen wurde er vielfach ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 477 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 14.07.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783841213891
Verlag Aufbau digital
Dateigröße 4117 KB
Übersetzer Grete Osterwald
eBook
16,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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überraschend und anspruchsvoll
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 30.10.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Wer sind sie „Die Großmächtigen“? Das fragte ich mich sofort, als ich diesen ungewöhnlichen Titel gelesen habe. Dazu ein vielversprechendes, wunderschönes Cover, welches mich zugreifen ließ. Groß und mächtig fühlen sich in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in der maghrebinischen Stadt Nahbès die Franzosen, als Kolonialherren in ihrem... Wer sind sie „Die Großmächtigen“? Das fragte ich mich sofort, als ich diesen ungewöhnlichen Titel gelesen habe. Dazu ein vielversprechendes, wunderschönes Cover, welches mich zugreifen ließ. Groß und mächtig fühlen sich in den 20er Jahren des letzten Jahrhunderts in der maghrebinischen Stadt Nahbès die Franzosen, als Kolonialherren in ihrem scheinbar abgeschlossenen, elitären Zirkel. Aber die Gesellschaft ist bereits in Umbruch. Und deutlich wird das durch ein amerikanisches Filmteam, dass überraschend in die Stadt einfällt und die Menschen durcheinanderwirbelt und eine Lawine an kleinen und großen Ereignissen in Kraft setzt, die wie eine stetig wachsende Welle aus der kleinen Stadt bis hin in das ferne Europa, ja bis ins Ruhrgebiet schwappt. Eine Handvoll kulturell sehr unterschiedlicher Menschen steht im Zentrum der Geschehnisse. Frauen und Männer, jungen und reifere, die jeder auf seine Weise auf der Suche sind. Dabei treffen sie aufeinander, umkreisen sich, kommen sich näher. Der Stil, in dem Hedi Kaddour erzählt, ist anspruchsvoll, farbenfroh und mit einer Prise schalkhaften Humors für die Schwächen und Sehnsüchte der Menschen. Er macht dabei keinen großen Unterschied zwischen den Nationalitäten, hält allen einen Spiegel vor. Ich hatte das Gefühl, er möchte einen Bogen spannen zu heutigen Tagen. Einen Bogen zu den Beziehungen der Afrikaner und Europäer, die schon vor langem auf eine schiefe Bahn gerieten. Ein schönes Buch für ein paar überraschende Lesestunden.

überraschend gut
von einer Kundin/einem Kunden aus München am 22.09.2017
Bewertet: gebundene Ausgabe

Nordafrika in den 20.er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die großmächtigen Franzosen herrschen noch als Kolonialmacht. Selbstherrlich, überheblich. Ein amerikanische Filmteam kommt in eine kleine Stadt und wirbelt alles durcheinander. Vor allem die Menschen sind es, junge Menschen, die zwischen den verschiedenen Kulturen den Aufbruch in die eigene Zukunft suchen. Eine... Nordafrika in den 20.er Jahren des letzten Jahrhunderts. Die großmächtigen Franzosen herrschen noch als Kolonialmacht. Selbstherrlich, überheblich. Ein amerikanische Filmteam kommt in eine kleine Stadt und wirbelt alles durcheinander. Vor allem die Menschen sind es, junge Menschen, die zwischen den verschiedenen Kulturen den Aufbruch in die eigene Zukunft suchen. Eine 19jähirge arabische Witwe sehnt sich nach einem Leben, dass sie bis jetzt nur in Büchern gefunden hat und vor allem durch die Amerikaner in greifbare Nähe zu rücken scheint. Ein arabischer Intelektueller findet überraschend die Liebe. Aber das Buch verweilt nicht in Afrika, spielt in Episoden in Frankreich und Deutschland. Eigentlich ist es kein durchgängiger Roman, sondern eher ein Panoptikum der menschlichen Unterschiede und Gemeinsamkeiten. Ein Kaleidoskop in dem klar wird, dass über alle religiösen und kulturellen Unterschiede hinweg der Mensch sich doch immer nach dem Gleichen sehnt, nach dem Gleichen strebt. Begeistert hat mich vor allem die Sprache, die intelligenten Dialoge. Und wohltuend fand ich auch, dass es sehr viele starke Frauen in diesen Geschichten gibt. Ein überraschendes Buch, welches mich schon durch sein ungewöhnliches Cover gefangen genommen hatte.

LES PRÉPONDÉRANTS - Ein elegisches Panorama der Welt des Maghreb vor nahezu 100 Jahren
von j.h. aus Berlin am 29.08.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

1922 ist die Welt der im französischen Kolonialbereich befindlichen maghrebinischen Stadt Nahbès nach traditionell überkommenen Maßstäben zur Zufriedenheit aller geregelt. Die Einheimischen fügen sich in Untertänigkeit den französischen Potentanten, die als DIE GROSSMÄCHTIGEN auftreten und an eine ewige Zukunft von Groß-Frankreich glauben. Doch ein quirliges Filmteam aus Hollywood scheint... 1922 ist die Welt der im französischen Kolonialbereich befindlichen maghrebinischen Stadt Nahbès nach traditionell überkommenen Maßstäben zur Zufriedenheit aller geregelt. Die Einheimischen fügen sich in Untertänigkeit den französischen Potentanten, die als DIE GROSSMÄCHTIGEN auftreten und an eine ewige Zukunft von Groß-Frankreich glauben. Doch ein quirliges Filmteam aus Hollywood scheint das fragile Gleichgewicht durcheinander zu bringen. Dabei waren die Filmleute vor allem vor der im Gefolge des Mordprozesses um den Komiker Fatty Arbuckle auf Skandalsuche befindlichen Hearst-Presse geflohen ... In seinem dritten Roman entwirft der französische Autor Hédi Kaddour (*1945) ein eindrucksvolles Panorama des französischen Kolonialreiches kurz vor seinem Untergang. Kaddour, Sohn eines Tunesiers und einer Französin, bettet die Geschichte in ein um 1922 angesiedeltes elegisches Weltpanorama ein, das bis ins 1923 im Sinne des Versailler Vertrages von Franzosen besetzte Ruhrgebiet führt. Der Roman über die Begegnung extrem gegensätzlicher Welten (Araber, Franzosen, Hollywood-Stars) weist auch indirekt auf die französische Kolonialgeschichte als bis heute wirksamer Konfliktauslöser im Maghreb hin. Stilistisch setzt der ehemals als Professor für französische Literatur tätige Autor auf kunstvoll formulierte Sätze extremer Länge, deren Inhalt gelegentlich allerdings Luftblasen gleicht und dem Leser eine sehr hohe Aufmerksamkeit abverlangt. Während die Geschichte um den wegen Mordes angeklagten Komiker Fatty Arbuckle (1887-1933) authentisch ist, wurde Filmstar Cavarro sichtbar an Rudolph Valentino (1895-1926) angelehnt, der 1921 mit dem Film THE SHEIK zum Star geworden war. Das im AUFBAU-Verlag unter dem Titel DIE GROSSMÄCHTIGEN in deutscher Übersetzung von Grete Osterwald erschienene Buch aus dem Jahr 2015 ist vor allem anspruchsvollen Lesern zu empfehlen.