Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

Die blinden Flecken der RAF

(4)
Der Deutsche Herbst im Jahre 1977 bildet die düsterste Epoche der bundesdeutschen Nachkriegsgeschichte. Wolfgang Kraushaar, der beste Kenner dieser Zeit, wirft neue Fragen auf und gibt neue Antworten.

Terrorismus tritt uns heute als Phänomen der unmittelbaren Gegenwart entgegen. Doch schon einmal hat Terror die Bundesrepublik in Atem gehalten. Die Greueltaten der RAF haben im Herbst 1977 mit der Entführung und Ermordung von Hanns Martin Schleyer und der Entführung des Flugzeugs »Landshut« ihren Höhepunkt erreicht.

Doch die Gewalt der RAF hat ihre Vorgeschichte in der Frühphase der scheinbar eher harmlosen 68er-Bewegung. Ihre Protagonisten, die sich als anti-bürgerliche Heroen stilisierten, sind zugleich tief verwurzelt im deutschen Nachkriegsbürgertum. Weit über die rätselhafte Todesnacht von Stammheim, in der sich das Führungstrio Baader, Ensslin und Raspe selbst tötete, agierte die RAF bis tief in die 1990er-Jahre und führt sogar bis heute ein Nachleben. Von der Vorgeschichte, den entscheidenden Ereignissen, den ideologischen Grundlagen bis zu den Folgen des Terrors der RAF.

Wolfgang Kraushaar bringt neues Licht in das dunkle Gewirr aus Missverständnissen und Verklärungen und gelangt dabei zu überraschenden Erkenntnissen.
Rezension
»Kraushaar immenses Wissen ist jedem der Beiträge anzumerken.«Christopher Dowe, faz, 5.12.2017
»Kraushaars Darstellung wirft auf die alte Geschichte neue erhellende Schlaglichter.«
Winfried Dolderer, deutschlandfunk, 10.2017

»Kraushaar ist argumentativ wohltuend unaufgeregt unterwegs. Mythen, Legenden und Verschwörungstheorien demontiert er sachlich, aber nachdrücklich.[...] Die Lektüre seiner in eleganter Wissenschaftsprosa verfassten Untersuchung ist spannend wie ein Thriller.«
Hendrik Werner, weser-kurier.de, 28.08.2017
Portrait
Wolfgang Kraushaar arbeitet seit 1987 als Politikwissenschaftler am Hamburger Institut für Sozialforschung. Im Zentrum seiner Forschungen stehen Protestbewegungen und der moderne Terrorismus.
Zu seinen wichtigsten Publikationen zählen »Die Protest-Chronik 1949 – 1959«, »Frankfurter Schule und Studentenbewegung«, »Die Bombe im jüdischen Gemeindehaus« sowie »Die RAF und der linke Terrorismus«.
… weiterlesen

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 400 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 05.08.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783608109764
Verlag Klett Cotta
Dateigröße 2756 KB
eBook
19,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Wird oft zusammen gekauft

Die blinden Flecken der RAF

Die blinden Flecken der RAF

von Wolfgang Kraushaar
eBook
19,99
+
=
Der Baader-Meinhof-Komplex

Der Baader-Meinhof-Komplex

von Stefan Aust
(10)
eBook
9,99
+
=

für

29,98

inkl. gesetzl. MwSt.

Alle kaufen

Buchhändler-Empfehlungen

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

1977, die Rote Armee Fraktion terrorisiert den deutschen Staat. Kraushaar analysiert Themen der RAF, die noch nicht so bekannt sind, wie z.B. die Rolle der Frauen und der Anwälte. 1977, die Rote Armee Fraktion terrorisiert den deutschen Staat. Kraushaar analysiert Themen der RAF, die noch nicht so bekannt sind, wie z.B. die Rolle der Frauen und der Anwälte.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
4
0
0
0
0

Fundiertes Werk zu einem spannenden Thema
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 06.07.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Wolfgang Kraushaar, Jahrgang 1948, war selbst Teil der Studentenbewegung der 70er Jahre. Später forschte er über Protestkultur in der BRD, baute unter anderem ein Archiv zu Widerstand und Utopien auf und wird zunehmend als Chronist der 68er und der Folgen ihrer Zeit verstanden. ?Die blinden Flecken der RAF? ist... Wolfgang Kraushaar, Jahrgang 1948, war selbst Teil der Studentenbewegung der 70er Jahre. Später forschte er über Protestkultur in der BRD, baute unter anderem ein Archiv zu Widerstand und Utopien auf und wird zunehmend als Chronist der 68er und der Folgen ihrer Zeit verstanden. ?Die blinden Flecken der RAF? ist dabei nicht das erste Werk, in dem sich Kraushaar mit dem linken Terrorismus? Deutschlands beschäftigt hat. Der Autor widmet sich 40 Jahre nach dem sogenannten Deutschen Herbst den noch offenen Fragen im Zusammenhang mit der RAF und ihren Taten. Bei der Lektüre wurde mir relativ schnell klar, dass es hilfreich ist, wenn man gewisse Grundkenntnisse zu dieser Zeit hat, denn Kraushaar setzt die Fakten, die den groben Rahmen bilden, voraus, da er sich im vorliegenden Buch mit den noch immer unklaren Details beschäftigt. Dies schließt beispielsweise die Rolle der Frauen in der RAF ebenso ein wie den sehr verbreiteten Antisemitismus oder die Haftbedingungen in Stammheim - aber auch eine Abgrenzung zu heutigem Terrorismus findet sich. Beeindruckend ist dabei vor allem Kraushaars Wissen, aber auch seine wissenschaftliche Einordnung der Ereignisse, die ungeschönte Analyse und Interpretation der Akteure. ?Die blinden Flecken der RAF? ist höchst informativ und für ein Sachbuch sehr gut lesbar. Es ist hilfreich, wenn gewisse Kenntnisse der damaligen Zeit vorhanden sind, denn dann kann man sich über eine differenzierte Betrachtung des Themas inklusive spannender Einblicke zu bisherigen Lücken in der Geschichtsschreibung freuen.

Eine profunde Analyse gut verständlich geschrieben! Hervorragend!
von einer Kundin/einem Kunden aus Nienburg am 20.09.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Kraushaar liefert keine kriminalistische Analyse, die noch immer bestehende Lücken in den Ermittlungen zu schließen versucht. Aber das will er auch gar nicht. Ihm geht es vielmehr darum, Hintergründe aufzuzeigen und somit einen Einblick in Denkstrukturen, Handlungs- und Denkweisen der RAF-Mitglieder zu gewähren. Warum war der Anteil an weiblichen Terroristinnen... Kraushaar liefert keine kriminalistische Analyse, die noch immer bestehende Lücken in den Ermittlungen zu schließen versucht. Aber das will er auch gar nicht. Ihm geht es vielmehr darum, Hintergründe aufzuzeigen und somit einen Einblick in Denkstrukturen, Handlungs- und Denkweisen der RAF-Mitglieder zu gewähren. Warum war der Anteil an weiblichen Terroristinnen so hoch? Welche Rolle haben die RAF-Anwälte gespielt? Wo liegen die Wurzeln der Radikalisierung? Das sind einige Fragen, denen der Autor auf den Grund geht. Mein persönliches Highlight unter den Sachbüchern 2017!!!