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Einatmen, Ausatmen

Roman

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Ein Krankenhaus in Hudson, New York. Giorgia liegt nach einem Autounfall im Koma. Unerwartet begegnen sich am Krankenbett der bekannten Jazz-Sängerin drei Männer: Ben, der Drummer ihrer Band und ihr Lebensgefährte, weicht nicht von Giorgias Seite. Überrascht wird er in der Klinik von Konrad, ihrem Ehemann, der sie nach acht Jahren zum ersten Mal wiedersieht. Nach dem Tod ihrer gemeinsamen Tochter hatte sich Giorgia von ihm getrennt. Als wäre das nicht genug, erscheint kurz darauf Césco, Brückenbauer, Saxofonspieler und Giorgias virtueller Liebhaber. Nach langem Ringen hat er seine Frau verlassen und ist zu Giorgia geeilt. Sie wussten nicht voneinander, die drei Männer, doch notgedrungen nähern sie sich an. Zerrissen zwischen Eifersucht und Verstehen streiten und stützen sie sich, offenbaren nach und nach ihre Lebens und Liebesgeschichte mit Giorgia. So gerät das Bangen um ihr Leben zugleich zur Auseinandersetzung mit sich selbst und der eigenen Vergangenheit.
Portrait
Nataša Dragnic wurde 1965 in Split, Kroatien, geboren. Nach dem Germanistik und Romanistikstudium in Zagreb schloss sie eine Diplomatenausbildung ab. Seit 1994 lebt sie als freie Autorin in Erlangen und war viele Jahre als freiberufliche Fremdsprachen und Literaturdozentin tätig. Ihr Debu?troman »Jeden Tag, jede Stunde« (2011) war national wie international ein Bestseller; das Buch wurde in rund 30 Sprachen u?bersetzt. Zuletzt erschienen »Immer wieder das Meer« (2013), ebenfalls in mehreren Übersetzungen, und bei ars vivendi »Der Wind war es« (2016).
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 247
Erscheinungsdatum 08.08.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86913-719-3
Verlag Ars vivendi
Maße (L/B/H) 21,6/13,9/2,7 cm
Gewicht 449 g
Buch (gebundene Ausgabe)
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Giorgia und ihre Männer
von leseratte1310 am 13.02.2018

Giorgia hatte einen Autounfall und liegt nun in einem Krankenhaus in Hudson (New York) im Koma. An ihrem Bett erscheinen die Männer, welche in Giorgias Leben eine Bedeutung hatten. Da ist zunächst ihr Noch-Ehemann Konrad, zu dem seit vielen Jahren kein Kontakt bestand. Auch ihr Musikerkollege Ben, mit dem... Giorgia hatte einen Autounfall und liegt nun in einem Krankenhaus in Hudson (New York) im Koma. An ihrem Bett erscheinen die Männer, welche in Giorgias Leben eine Bedeutung hatten. Da ist zunächst ihr Noch-Ehemann Konrad, zu dem seit vielen Jahren kein Kontakt bestand. Auch ihr Musikerkollege Ben, mit dem sie eine Beziehung hat, erscheint und am Ende auch noch Cesco, Giorgias virtueller Liebhaber. Von der Autorin Nataša Dragni? hatte ich bereits "Immer wieder das Meer" gelesen, was mir gut gefallen hatte. Dieses Buch konnte mich allerdings nicht begeistern. Die Männer sind aus Sorge an Giorgias Bett geeilt, doch von der Sorge ist wenig zu spüren, da sie sich plötzlich in einem Wettbewerb befinden. Nach dem Tod der gemeinsamen Tochter hat Giorgia Konrad verlassen. Mich verwunderte es, dass er nach vielen Jahren Funkstille sogleich ins Krankenhaus eilte. Er ist Philosophieprofessor und ein gefühlsarmer Mensch, ganz im Gegensatz zu dem Drummer Ben, der nicht einmal wusste, dass Giorgia verheiratet ist. Bens Ausdrucksweise ist furchtbar. Nur Cesco, den sie nie gesehen hat, weiß mehr von ihr. Mit ihm plante sie eine Heirat, obwohl beide noch verheiratet sind. Die Männer erinnern sich und tauschen ihre Geschichten aus. Aber sie stehen in einem Wettstreit miteinander, wer wohl das Recht auf Giorgia hat, dabei geht es eigentlich nur um ihre Befindlichkeiten. Ich konnte mit keiner der beteiligten Personen mitfühlen, auch nicht mit Giorgia, die immer wieder Schicksalsschläge hinnehmen musste. Doch wieso gibt sie sich die Schuld daran? Ihre Gedankengänge werden in Abschnitten ohne Punkt und Komma dargestellt, was schwer zu lesen ist und in mir daher keine Gefühle auslöst. Aber auch bei den Männern spüre ich Schuldgefühle. Gut gefallen hat mir, dass die Kapitel mit Songtiteln überschrieben waren, das offene Ende gefiel mir dagegen weniger. Ein anspruchsvolles Buch über Beziehungen und Schuldgefühle mit dem ich mich etwas schwer getan habe.

Fly me to the Moon
von einer Kundin/einem Kunden aus Wels am 02.02.2018

"In diesem Raum ist so viel Schuld, wer wird das alles verzeihen können, den Menschen gibt es nicht." (S. 222) Giorgia liegt im Koma und ihre Männer treten an: Ihr Noch-Ehemann Konrad, der sie seit acht Jahren nicht mehr gesehen hat und sich schlecht fühlt, weil... "In diesem Raum ist so viel Schuld, wer wird das alles verzeihen können, den Menschen gibt es nicht." (S. 222) Giorgia liegt im Koma und ihre Männer treten an: Ihr Noch-Ehemann Konrad, der sie seit acht Jahren nicht mehr gesehen hat und sich schlecht fühlt, weil er seinen Ehering nicht finden konnte. Ihr Freund Ben, der Drummer, der beim Unfall dabei war, aber mit leichten Verletzungen davongekommen ist. Und Cesco, ihr Online Freund, den sie sehr geliebt hat, der aber nicht den Mut hatte, seine Frau zu verlassen. Alle drei erheben Anspruch auf Giorgia und alle drei kämpfen mit Schuldgefühlen. Schuld ist da zentrale Thema in diesem Roman. Die Männer weisen sich gegenseitig Schuld zu, sehen sich ihrer eigenen Schuld gegenüber, machen Eingeständnisse und verfallen wieder in der Muster der Schuldzuweisung. Sie drehen sich im Kreis, beginnen sich zu öffnen, sich ihrer eigenen Geschichte zu stellen, nur um schließlich doch wieder dort zu landen, wo alle los ging. "Alle dachten über die Schuld nach, die eigene und die der anderen, und der Körper wurde dunkler und schwerer." (S. 222) Aber auch Giorgia fühlt sich schuldig. Ihre Gedanken kreisen ebenfalls, hetzen um die Dramen ihres Lebens, möchten sich verabschieden und hoffen auf Vergebung. Giorgias Geschichte ist sehr berührend, aber nicht ganz einfach zu lesen. Die drei Männer sind grundverschieden und so ist auch ihre Sprache. Das ist etwas gewöhnungsbedürftig. Und Giorgias Gedanken hetzen wirklich dahin. Ohne Punkt und Komma. Man muss sich darauf einlassen! Das Buch ist wie Jazz, der ist auch nicht immer einfach zu hören und manchmal hat man das Gefühl, etwas passt gar nicht, nur um daraufhin zu merken, dass doch alles stimmig ist. Außerdem liefert die Autorin einen großartigen Soundtrack mit. Alle Kapitel sind mit einem Songtitel übertitelt und den Männern sind Instrumente zugeordnet. Also Musik andrehen und loslesen!

Liebe im Schatten der Schuld
von einer Kundin/einem Kunden aus Kissing am 29.01.2018

Der Plot hat viel Potenzial: Giorgia, venezianische Jazzsängerin, liegt nach einem Autounfall in einem Krankenhaus in Houston im Koma. An ihr Krankenbett eilen nacheinander: Ehemann Konrad, Philosophieprofessor aus München, von dem sie sich bereits vor Jahren getrennt hatte, Schlagzeuger und Liebespartner Ben, in dessen Band Giorga bis zum Unfall... Der Plot hat viel Potenzial: Giorgia, venezianische Jazzsängerin, liegt nach einem Autounfall in einem Krankenhaus in Houston im Koma. An ihr Krankenbett eilen nacheinander: Ehemann Konrad, Philosophieprofessor aus München, von dem sie sich bereits vor Jahren getrennt hatte, Schlagzeuger und Liebespartner Ben, in dessen Band Giorga bis zum Unfall sang und schließlich Césco, Brückenbauer aus Venedig, mit dem die Sängerin bis dato eine ausschließliche online-Beziehung pflegte. Die drei Männer wussten nicht bzw. nur wenig voneinander, und es entwickeln sich höchst emotionsgeladene verbale wie auch physische Schlagabtausche der Konkurrenten um Giorgias Gunst. Es kommt zu Allianzen, Eifersuchtsszenen, aber auch rührenden Annäherungen der so grundverschiedenen Typen, deren einzige Gemeinsamkeit das Bangen um Giorgia ist. Stimmige Ideen sind, dass die Autorin jedem Protagonisten ein Instrument zuordnet und die Kapitel nach bekannten Jazz-Songs benennt. Allerdings erfordern die "Vocals"-Passagen von Giorgia vom Leser viel Geduld und Aufmerksamkeit. Denn ihre Gedanken(fetzen) werden, wohl um den zwischen Wachen und Traum angesiedelten komatösen Bewusstseinszustand zu charakterisieren, ohne Zeichensetzung wiedergegeben, in teil wirrer, scheinbar endloser Wiederholung. Anfangs erschien mir das noch als interessantes Stilmittel, ab der Hälfte des Buches hat es mich nur noch angestrengt. Auch haben mich Leseprobe und Klappentext andere Schwerpunkte erwarten lassen: "Ein Roman über Freundschaft, Liebe und Schuld" heißt es dort. Ich finde es geht fast ausschließlich um Schuld, darum wie jemand mit Schuld leben kann, wie Schuld Beziehungen zerstört, ja unmöglich macht. Der Roman wurde im Rahmen eines "Writer-in-Residence"-Programms in nur 21 Tagen geschrieben - vielleicht hätten ihm ein paar Tage mehr gut getan ...