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Sonnenfinsternis

Roman. Nach dem Originalmanuskript. Vorwort von Michael Scammell. Nachwort von Matthias Weßel

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Koestlers weltberühmter Roman über den einstigen Volkskommissar Rubaschow, der den politischen Säuberungen innerhalb seiner eigenen revolutionären Partei zum Opfer fällt und in gnadenlosen Verhören zur Strecke gebracht wird, spielt auf die stalinistischen Schauprozesse der 1930er-Jahre an und deckt die Mechanismen totalitärer und diktatorischer Systeme auf.

Der Roman entstand 1939 in Frankreich. Die von Koestlers damaliger Lebensgefährtin angefertigte (und teilweise unzulängliche) Übersetzung erreichte den Londoner Verleger gerade noch rechtzeitig vor dem Einmarsch der Deutschen in Paris; das deutsche Originalmanuskript aber ging verloren. Koestler selbst übersetzte den eigenen Roman später anhand der englischen Ausgabe zurück ins Deutsche.
2015 sorgte der Kasseler Germanist Matthias Weßel für internationales Aufsehen, als er das verschollene Original in einer Zürcher Bibliothek aufspürte. Die Originalfassung liegt hier erstmals öffentlich vor; ein Vorwort des renommierten Koestler-Biografen Scammell, ein Nachwort von Matthias Weßel und weitere textkritische Materialien ermöglichen einen Vergleich mit der bisher bekannten Fassung. – Gefördert wird das Projekt von der Kunststiftung NRW.
Portrait
Arthur Koestler, geb. am 5. September 1905 in Budapest, gest. am 3. März 1983 in London, war ein deutsch- und englischsprachiger Schriftsteller. 1937 wurde er von den faschistischen Putschisten in Malaga festgenommen und als Spion zum Tode verurteilt. Die Briten erreichten jedoch durch einen Gefangenenaustausch seine Freilassung. Nach dem Zweiten Weltkrieg avancierte Koestler zu einem der erfolgreichsten Schriftsteller englischer Sprache und pflegte Freundschaften zu George Orwell, Simone de Beauvoir und anderen Intellektuellen seiner Zeit.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 256
Erscheinungsdatum 27.04.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-942788-40-3
Verlag Elsinor Verlag
Maße (L/B/H) 22,6/14,9/3 cm
Gewicht 513 g
Originaltitel Darkness at Noon
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 14.708
Buch (gebundene Ausgabe)
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Die Ausgabe ist eine sprachliche Sensation - der Klassiker liegt hier erstmals im deutschen Originalmanuskript vor (davor stets als Rückübersetzung aus dem Französischen). Lesen! Die Ausgabe ist eine sprachliche Sensation - der Klassiker liegt hier erstmals im deutschen Originalmanuskript vor (davor stets als Rückübersetzung aus dem Französischen). Lesen!

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Ein Roman über eine finstere Zeit. Hier sieht man, wie Menschen, die vorher noch felsenfest in ihrer Ideologie verhaftet waren, an sich zweifeln und schließlich gebrochen werden. Ein Roman über eine finstere Zeit. Hier sieht man, wie Menschen, die vorher noch felsenfest in ihrer Ideologie verhaftet waren, an sich zweifeln und schließlich gebrochen werden.

Kundenbewertungen

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Abrechnung mit Stalin
von einer Kundin/einem Kunden am 21.02.2012
Bewertet: Kunststoff-Einband

Mit diesem Roman rechnet Koestler in einer sehr deutlichen Sprache mit dem Stalinismus und damit verbunden mit jeglicher Form vonTotalitarismus ab Seine Hauptperson, Rubaschow, hohes Mitglied in einem bestimmten revolutionären Staat, wird verhaftet. Und das im Namen der eigenen Partei, sogar von seinen ehemaligen Genossen wegen angeblicher oppositioneller Verschwörung. In... Mit diesem Roman rechnet Koestler in einer sehr deutlichen Sprache mit dem Stalinismus und damit verbunden mit jeglicher Form vonTotalitarismus ab Seine Hauptperson, Rubaschow, hohes Mitglied in einem bestimmten revolutionären Staat, wird verhaftet. Und das im Namen der eigenen Partei, sogar von seinen ehemaligen Genossen wegen angeblicher oppositioneller Verschwörung. In den inzwischen bei uns bekannten Verhörmethoden versucht sich Rubaschow zuerst noch zu wehren, doch nach mehrmaliger Vorführung zu diesen bricht sein Widerstand. Koestlers Roman über diese Zeiten und Methoden Menschen unter ärgsten Bedingungen zu Geständnissen zu zwingen, die von vornherein haltlos waren, ist ein grosses Zeitzeugnis. Mit einem kommentarlosen Auszug aus Rubaschows Tagebuch möchte ich das untermauern; Es muss ein grosses Gelächter unter den Affen gegeben haben, als der Neandertaler das erste Mal auf der Erde erschien. Die hochzivilisierten Affen schwangen sich graziös von Ast zu Ast; der Neandertaler war plump und klebte am Boden. Die Affen, satt und zufrieden, lebten in raffinierter Verspieltheit;sie fingen Flöhe und gaben sich philosophischen Betrachtungen hin; der Neandertaler trampelte düster durch die Welt und schlug mit Keulen um sich: Die Affen blickten interessiert von ihren Wipfeln herab und warfen Nüsse nach ihm.Manchmal wurden sie von Panik erfasst; sie aßen Früchte und zarte Pflanzen mit feinen Manieren; der Neandertaler verschlang rohes Fleisch, er schlachtete Tiere und seinesgleichen. Er fällte Bäume, die immer dagestanden hatten, rückte Felsen von ihren geheiligten Plätzen, versündigte sich gegen jedes Gesetz und gegen jede Tradition des Dschungels. Er war plump, grausam, ohne jede tierische Würde - vom Standpunkt der hochkultivierten Affen ein barbarischer Rückfall der Geschichte. Die letzten überlebenden Schimpansen rümpfen immer noch die Nase, wenn sie enen Menschen sehen....