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Bevor der Morgen dämmert

Sturmzeiten - Band 3

Sturmzeiten Band 3

1942–45: Über drei Kontinente verstreut, führt jede der drei Töchter des Zeitungsmagnaten Hayes ihren eigenen Kampf gegen das innere und äußere Chaos. Der Zweite Weltkrieg hat ihre Welt in Flammen gesetzt und ihre Familie zerrissen. In einem kalifornischen Internierungslager teilt Jackie mit ihrem frisch gebackenen Ehemann das harte Los der Amerikaner japanischer Herkunft. Doch irgendwie gehört sie nirgends mehr richtig dazu: Weder die Japaner noch die Amerikaner sehen sie als eine der ihren. Wird ihr Glaube ihr die Kraft geben durchzuhalten?
Portrait
Judith Pella studierte Sozialwissenschaften und gilt als Meisterin des historischen Romans. Sie liebt es, gründlich zu recherchieren und in verschiedene Zeitepochen einzutauchen. Zusammen mit ihrem Mann lebt sie in Oregon.
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    Los Angeles, Kalifornien
    Juni 1942

    Cecilia Hayes warf einen wehmütigen Blick auf das Heft mit den Lebensmittelkarten in ihrer Hand. Sie wusste, dass die Zuckerrationierung ihr Haus nicht allzu schmerzlich treffen würde. Selbst jetzt, da Jacqueline wieder bei ihnen wohnte, brauchten sie nicht viel Zucker. Keagan aß hin und wieder gern etwas Süßes, aber der Arzt hatte ihm nach seinem Herzinfarkt dringend geraten, auf sein Gewicht zu achten. Die Rationierung war also nur eine weitere Motivation für ihn.
    Die Gerüchte verdichteten sich, dass auch noch andere Lebensmittel rationiert werden sollten. Kaffee würde zum Beispiel bald auf diese Liste gesetzt werden. Cecilia hatte bereits zusammen mit ihrem Gärtner Manuel einen "Siegesgarten" angelegt und dafür einige Blumenbeete geopfert. Sie hatte noch nie zuvor Gemüse angepflanzt. Es machte sogar Spaß. Ehrlich gesagt, konnte sie sich kaum über die sogenannten Opfer für den Krieg beklagen. Sie und ihre Familie hatten von allem reichlich. Sie bezweifelte ernsthaft, dass irgendwelche Amerikaner Not litten, wenigstens fehlte es keinem an materiellen Dingen.
    Sehr schmerzlich war natürlich die Trennung von geliebten Menschen, die Angst, die Sorgen. Selbst die Familie Hayes mit ihrem ganzen Reichtum blieb von diesem Schmerz nicht verschont. Nicht einmal der Umstand, dass sie drei Töchter hatten, hatte sie davor bewahrt.
    Cecilias Blick wanderte durch die Glastüren ihres Arbeitszimmers, wo sie an ihrem kleinen Chippendale-Schreibtisch saß. Die friedliche Schönheit ihres Gartens, aus dem der Rosenduft vom leichten, warmen Juniwind durch ein offenes Fenster hereingetragen wurde, konnte den ständigen Stein in ihrer Magengrube nicht vertreiben. Als Mutter, die nur Töchter hatte, gab es für sie genauso viel Grund zur Sorge wie für Mütter, deren Söhne in den Krieg gezogen waren. Vielleicht hatte sie ja auch einen Sohn, der im Krieg war. Aber daran wollte sie gar nicht denken. Denn dieser Gedanke verwandelte den Stein in ihrem Magen in einen riesigen Felsbrocken.
    Es war schon schlimm genug, eine Tochter in Russland zu haben, wo Hitler einmarschiert war und wütete. Cameron war zwar nicht beim Militär, aber sie war Journalistin, und Cecilia befürchtete, dass ihre waghalsige älteste Tochter keiner Gefahr aus dem Weg ging. Sie war schon immer furchtlos und ehrgeizig gewesen und hatte alle Vorsicht in den Wind geschlagen, besonders wenn es darum ging, verwertbare Informationen auszugraben. Aber aus Camerons letztem Brief hatte sie herauslesen können, dass sie sich änderte, wenn auch nicht in ihrem Charakter und in ihrer Persönlichkeit, aber doch in einem Bereich, der mindestens genauso wichtig war. Sie hatte geschrieben, dass sie ihr Leben Gott übergeben habe. Das freute Cecilia grenzenlos, obwohl sie nicht im Detail wusste, was zu diesem verblüffenden Gesinnungswandel bei ihrer Tochter geführt hatte. Der Brief hatte sie nicht auf dem langsamen und unzuverlässigen Postweg, sondern über den Diplomatenweg, wie diese Form der Nachrichtenübermittlung genannt wurde, erreicht, genauer gesagt, über einen Freund im Außenministerium. Der Brief erweckte den Eindruck, als hätte Cameron ihn hastig geschrieben. Das Wie von Camerons neuem Glauben war im Grunde auch nicht wichtig. Cecilia tröstete es, dass Cameron nicht mehr allein durchs Leben ging. Und es sah so aus, als hätte sie diesen neu gewonnenen Glauben dringender nötig als je zuvor, denn ihr Weg war mit vielen schweren Steinen gepflastert. Sie hatte vom Tod ihres Freundes, John Shanahan, geschrieben, der Reporter beim Journal gewesen war. Auch wenn ihre Worte sehr knapp gewesen waren, hatte Cecilia eine tiefe Trauer darin gelesen. Außerdem hatte sie ihre Hoffnung und Freude in Bezug auf ihre Beziehung zu diesem russischen Arzt angesprochen, dessen Namen sie nicht zu nennen wagte, selbst dann nicht, wenn der Brief auf dem Diplomatenweg aus Russland geschmuggelt wurde. Aber Cecilia wusste besser als jeder and
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 507
Erscheinungsdatum 01.06.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86827-671-8
Verlag Francke-Buchhandlung
Maße (L/B/H) 18,8/12,6/3,8 cm
Gewicht 495 g
Originaltitel Toward the Sunrise
Übersetzer Silvia Lutz
Buch (Taschenbuch)
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BEVOR DER MORGEN DÄMMERT
von LEXI am 15.10.2017
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

BEVOR DER MORGEN DÄMMERT „Man spricht davon, dass die Erfindung der Atomenergie die Welt verändern wird, aber das ist nichts im Vergleich dazu, wie ein Krieg drei Schwestern verändern kann.“ Mit „Bevor der Morgen graut“ präsentiert Judith Pella den dritten Teil der Sturmzeiten-Tetralogie, der inhaltlich den Zeitraum zwisch... BEVOR DER MORGEN DÄMMERT „Man spricht davon, dass die Erfindung der Atomenergie die Welt verändern wird, aber das ist nichts im Vergleich dazu, wie ein Krieg drei Schwestern verändern kann.“ Mit „Bevor der Morgen graut“ präsentiert Judith Pella den dritten Teil der Sturmzeiten-Tetralogie, der inhaltlich den Zeitraum zwischen 1942 und 1945 umfasst. Die Geschicke der amerikanischen Familie Hayes, insbesondere der drei Schwestern Cameron, Blair und Jacqueline, ziehen sich wie ein roter Faden durch das gesamte Buch. Auf über fünfhundert Seiten und in sechsundvierzig Kapiteln erzählt die Autorin ihre Geschichte, wobei sie sich in den verschiedenen Handlungssträngen einer jeden einzelnen Protagonistin abwechselnd widmet und die dramatischen Ereignisse des Krieges immer wieder mit deren Schicksale verknüpft. Cameron kehrt als Max Arnetts beste und erfahrenste Korrespondentin wieder zurück in die Sowjetunion, wo Hitler in Moskau wütete. Der Kampf um die Stadt ist zwar gewonnen, aber die Deutschen haben gerade eine Offensive gegen Sewastopol gestartet. Ihre Liebe zu dem russischen Arzt Alexej Rostowschikow bringt die beiden in große Gefahr, eine Heirat scheint jenseits aller Möglichkeiten zu liegen. Als unerschrockene und waghalsige Journalistin scheut Cameron nicht davor zurück, sich direkt ins Kriegsgebiet zu wagen und sich auch mit der russischen Bürokratie anzulegen. Als sie die unfassbare Möglichkeit erhält, Nikita Chruschtschow zu interviewen, kommt sie jenem Mann nahe, den sie seit langer Zeit sucht. Von Blair, der mittleren Schwester, gibt es seit längerer Zeit kein Lebenszeichen mehr. Seit die Japaner die Philippinen überfallen haben und Bataan und Corregidor gefallen sind, ist die Insel vollständig in japanischen Händen. Blair befindet sie sich direkt im Zentrum des Krieges und kämpft im Dschungel um ihr Überleben. Auch ihr Ehemann Gary ist auf den Philippinen stationiert, doch nach zufälligen Begegnungen werden die beiden Eheleute wieder auseinander gerissen. Jacqueline, die jüngste der drei Schwestern, hat ihr Studium abgeschlossen und trägt ihr erstes Kind unter ihrem Herzen. Der Krieg trennte auch sie von ihrem Ehemann. Jackie setzt alle Hebel in Bewegung, um ihm in das Internierungslager in Manzanar zu folgen, um das Kind im Beisein des Vaters zur Welt zu bringen. Doch schon bald zieht Sam als amerikanischer Staatsbürger japanischer Herkunft ebenfalls in den Krieg, und die beiden werden erneut auseinander gerissen. Die Ereignisse in diesem dritten Band scheinen sich zu überschlagen. Während ringsum Zerstörung und Krieg herrscht und alles in Chaos zu versinken droht, erzählt Judith Pella mit dem Fokus auf ihre drei Protagonistinnen von der inneren Stärke, die es ermöglicht, immer wieder aufzustehen, weiter zu machen und an das Morgen zu vertrauen. Für Cameron, Blair, Jackie sowie ihre Partner ist der Glaube jenes Fundament, das dies ermöglicht. Die Autorin hat ihre handelnden Personen wundervoll ausgearbeitet und konzentriert sich ganz speziell auf die persönliche Entwicklung einer jeden einzelnen. Weder die leichtlebige und verwöhnte Blair, noch die unerschrockene Cameron sind nach diesem Buch wieder zu erkennen, ihre Wandlung beruht auf furchtbaren Ereignissen und körperlichen Strapazen, die sie durchstehen mussten. Die warmherzige Friedensstifterin und Vermittlerin Jackie wird aufgrund ihrer Ehe mit einem Amerikaner japanischer Herkunft nach dem Einfall der japanischen Truppen auf den Philippinen ganz besonders von ihrer Umwelt angefeindet. Doch auch sie wächst an dieser Situation und schafft es sogar, das harte Herz ihres kalten Vaters durch sein einziges Enkelkind Eni Colleen zu erweichen. Durch ihren Briefwechsel mit Sam, der in kursiver Schrift dargestellt wurde, erhält man als Leser einen Einblick in das Leben im Ausbildungslager und die Situation an der Front. Judith Pella erzählt von den furchtbaren Begleitumständen der Kämpfe, von den Sorgen und Ängsten, aber auch der Hoffnung der Soldaten auf ein baldiges Ende des Krieges. „Bevor der Morgen dämmert“ war für mich eine wirklich hervorragende Fortsetzung dieser Buchreihe und ich freue mich bereits auf den vierten und letzten Band dieser Reihe.

Bevor der Morgen dämmert
von dorli am 01.10.2017

„Bevor der Morgen dämmert“ ist der dritte Band der Sturmzeiten-Reihe und schließt nahtlos an den zweiten Teil an. In dieser Etappe der Geschichte rund um Cameron, Blair und Jackie Hayes erlebt man mit den drei Schwestern die letzen Jahre des Zweiten Weltkrieges. Da auch Sam als amerikanischer Staatsbürger mit japanischer Abst... „Bevor der Morgen dämmert“ ist der dritte Band der Sturmzeiten-Reihe und schließt nahtlos an den zweiten Teil an. In dieser Etappe der Geschichte rund um Cameron, Blair und Jackie Hayes erlebt man mit den drei Schwestern die letzen Jahre des Zweiten Weltkrieges. Da auch Sam als amerikanischer Staatsbürger mit japanischer Abstammung nach dem Angriff auf Pearl Harbor von den US-Behörden als Sicherheitsrisiko eingestuft wurde und gemeinsam mit seiner Familie in das kalifornische Internierungslager Manzanar eingewiesen wird, hat die schwangere Jackie beschlossen, ihren Ehemann zu begleiten. Das Leben im Lager ist mit zahlreichen Einschränkungen und Entbehrungen verbunden, Proteste und Unruhen bleiben nicht aus und machen auch Jackie und Sam arg zu schaffen… Blair und Gary schlagen sich gemeinsam mit einer Gruppe Partisanen durch den philippinischen Dschungel und kämpfen dabei nicht nur gegen japanische Soldaten, sondern müssen vor allen Dingen Hunger und Krankheiten überstehen. Besonders Blair bekommt im Verlauf der Handlung die volle Härte des Krieges zu spüren… Cameron hat es gegenüber ihren Schwestern vergleichsweise einfach. Die fehlende Pressefreiheit bereitet ihr immer noch Schwierigkeiten und auch, dass sie ihre Liebe zu dem Arzt Alex Rostow nicht öffentlich zeigen darf, weil die Regierung in Moskau eine Beziehung zwischen einer Amerikanerin und einem Russen nicht duldet, macht ihr das Leben schwer… Judith Pella hat das Schicksal ihrer Protagonistinnen eng mit den tatsächlichen Geschehnissen des Zweiten Weltkriegs verknüpft. Es beeindruckt mich in jedem Kapitel aufs Neue, wie bildhaft die Autorin die Schauplätze beschreibt und wie echt die Szenerie wirkt. Unzählige Details sorgen für Authentizität und machen das damalige Geschehen für den Leser lebendig und nachvollziehbar. In diesem Band werden die Erlebnisse der Hayes-Schwestern immer dramatischer. Judith Pella konfrontiert die Akteure mit den grausamsten Facetten des Krieges und setzt sie Gewalt und Rassismus aus. Es ist immer wieder erschütternd zu lesen, mit wie viel Hass und Brutalität Menschen einander dabei begegnen. Judith Pella versteht es ausgezeichnet, den Leser in Atem zu halten – da denkt, man es kann nicht mehr schlimmer für die Akteure kommen, schon ereilt sie der nächste Schlag. Die Figuren wachsen jedoch an den Herausforderungen, zeigen ganz neue Seiten von sich und halten das Geschehen dadurch lebhaft und abwechslungsreich. Man wird dabei von den Ereignissen richtig mitgerissen, es gibt keinen Handlungsstrang, in dem es langweilig ist. „Bevor der Morgen dämmert“ hat mir genauso wie die beiden vorhergehenden Bände nicht nur äußerst spannende Lesestunden beschert, sondern mir auch interessante Einblicke in die Geschehnisse des Zweiten Weltkriegs ermöglicht. Absolute Leseempfehlung.

Drei junge Frauen und der zweite Weltkrieg
von mabuerele am 10.09.2017

„...Sie haben uns unsere ganzen Rechte genommen, und jetzt wollen sie uns als Erstes unser Recht, uns für sie abschießen zu lassen, zurückgeben?...“ Das Buch schließt zeitnah an den zweiten Band an. Als Leser darf ich die drei Hayes-Schwestern durch die letzte Jahre des zweiten Weltkriegs begleiten. Blair ist auf den Philipp... „...Sie haben uns unsere ganzen Rechte genommen, und jetzt wollen sie uns als Erstes unser Recht, uns für sie abschießen zu lassen, zurückgeben?...“ Das Buch schließt zeitnah an den zweiten Band an. Als Leser darf ich die drei Hayes-Schwestern durch die letzte Jahre des zweiten Weltkriegs begleiten. Blair ist auf den Philippinen gestrandet. Das Leben im Dschungel hat sie verändert. Sie greift zu, wenn sie gebraucht wird und möchte ihren Beitrag leisten, damit der Krieg beendet und das Land befreit werden. Sie wächst über sich hinaus. Auch Gary agiert im Untergrund. Sehr gut wird herausgearbeitet, wird hart das Leben ist. Jeder Schritt kann der letzte sein. Die Versorgung mit Lebensmittel ist immer nur kurzzeitig gesichert. Cameron ist in der Sowjetunion. Ein Interview mit Nikita Chruschtschow zeigt, wie schwierig es ist, Fragen zu stellen, ohne Grenzen zu überschreiten. Erfolge dürfen gern dokumentiert werden, Niederlagen sind kein Thema. Auch Cameron hat sich verändert. Sie ist nicht mehr so risikofreudig. Ihre Liebe zu Alex trägt sie durch die Tage. Doch diese Liebe müssen sie heimlich leben. Eine Verbindung eines russischen Arztes mit einer amerikanischen Journalistin ist nicht gestattet. Das Leben in Amerika ist ebenfalls vom Krieg geprägt. Die Rationierung der Lebensmittel ist nur eine Seite. Einen breiten Raum nimmt die Internierung der Japaner ein. Nach Abschluss ihre Prüfungen folgt Jackie ihrem Mann Sam ins Lager. Dort prallen die Meinungen der unterschiedlichen Strömungen aufeinander. Die Enge, der Verlust der Freiheit und die Perspektivlosigkeit führt vor allem bei jungen Leuten zur Radikalisierung. Die älteren Japaner dagegen leiden darunter, das man ihnen ihre Würde genommen hat. Als abzusehen ist, dass mehr Soldaten gebraucht werden, verlangt man im Lager Loyalitätserklärungen und will die Japaner zum Eintritt in die Armee bewegen. Obiges Zitat äußert Toshia, Sams jüngere Bruder. Der Schriftstil des Buches ist wie gewohnt vielseitig und angenehm lesbar. Gut ausgearbeitet Dialoge geben einen Einblick in die jeweilige Situation, zeigen aber auch, wie das Kriegsgeschehen auf die Psyche der Menschen wirkt. Im Gegensatz zu den vorhergehenden Teilen nimmt hier der Anteil der glaubensbezogenen Themen zu. Das liegt zum einen an den Zeitverhältnissen, die für die einen eine Stärkung des Glaubens bedeuten und für andere die Frage nach Gottes Gegenwart aufwerfen. Zum anderen haben Cameron und Blair ihren Weg gefunden und stehen dazu. Die Gespräche zwischen Gary und Blair gehen in die Tiefe des Glaubens. Das Auf und Ab ihres Leben kommt besonders in den folgenden Zitat von Gary zum Ausdruck: „...Aber eines weiß ich: Jedes Mal, wenn es nach unten ging, habe ich ganz unten im Tal Gott gesehen, und wenn ich nach oben fliege, ist er auch noch da...“ Doch es gibt auch Lichtblicke in der Zeit der Dunkelheit. Emi, Jackies kleine Tochter, sorgt für ungeahnte Veränderungen bei Keegan. Viel Zeit nimmt sich die Autorin für die Emotionen ihrer Protagonisten. Angst, Freude, Bitterkeit, Ungewissheit und immer wieder die Kraft der Liebe durchziehen die Handlung. Die wichtigsten Stationen des Krieges werden während der Handlung gestreift. Immer wieder werden dunkle Kapitel angesprochen. So denke ich an das Interview von Cameron mit den geflohenen Polen über das Warschauer Ghetto. An anderen Stellen wird beschrieben, wie viel verbrannte Erde die deutsche Armee hinterlassen hat. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Die persönlichen Schicksale zeichnen ein besonderes Bild des Krieges und beweisen, dass es auch in schwieriger Zeit möglich ist, sich durch den Glauben tragen zu lassen und darin Halt zu finden.