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»No Sports« hat Churchill nie gesagt

Das Buch der falschen Zitate

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Wer kennt sie nicht, Churchills berühmte Ablehnung der körperlichen Ertüchtigung? Oder Einsteins düstere Prophezeiung: »Wenn die Bienen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben.« Oder Galileis letzten Satz: »Und sie bewegt sich doch!« Was all diese Sätze gemeinsam haben: Sie sind komplett erfunden.

Martin Rasper folgt den Spuren der berühmtesten falschen Zitate. Er deckt auf, was wirklich gesagt wurde – oder eben nicht –, folgt der Entstehungsgeschichte dieser berühmten Aussagen und erklärt, wie sie zustande gekommen sind. Ein Buch voller Aha- und Ach-so-Effekte, zum Nachschlagen, Querlesen, Mitdenken und Wundern.

Mit einem Vorwort von Goethe
Portrait
Martin Rasper kennt sich mit komplexen Fakten aus: Er ist studierter Geologe, aber hauptberuflicher Journalist, hatte einen aus Schlesien stammenden Vater und eine von Kaukasus-Schwaben abstammende Mutter, ist in Brüssel geboren und im Taunus aufgewachsen, hat in München und Berlin studiert, in der Oberpfalz und der Türkei gearbeitet und zeitweise in Costa Rica gelebt. Seine wahre Heimat aber war immer die Sprache.

Ursprünglich für ihn vor allem ein Mittel, die Welt zu begreifen und sie sich schreibend anzueignen, hat sie sich über die Jahre zu einer Vertrauten und schließlich zu einer Art Landschaft gewandelt, in der er immer wieder auf die Erkenntnis stößt, dass auch Fakten nur halb so interessant sind ohne die dazugehörigen Geschichten. Er schreibt Bücher und Artikel für Zeitungen und Magazine; ob Porträt, Reportage, Interview, Essay oder Feature – er hat alle journalistischen Formen praktiziert. Für sein Buch über die falschen Zitate hat er jahrelang Material gesammelt und Spuren verfolgt, hat mit Experten gesprochen und in Bibliotheken gewühlt.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 192
Erscheinungsdatum 21.12.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7110-0140-5
Verlag Ecowin
Maße (L/B/H) 20,5/12,8/2 cm
Gewicht 295 g
Auflage 3
Verkaufsrang 78.931
Buch (gebundene Ausgabe)
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Traue keinem Zitat, das du nicht selbst überprüft hast!
von Dr. M. am 19.06.2018

Vielleicht ist das die Maxime von Martin Rasper. Dankbar sollte man ihm für dieses vergnügliche Buch auf jeden Fall sein. Denn auf der einen Seite kann man von ihm eine Menge lernen, und auf der anderen Seite entlarvt er dabei auch unfassbar dreiste Menschen, die Zitate im Extremfall einfach... Vielleicht ist das die Maxime von Martin Rasper. Dankbar sollte man ihm für dieses vergnügliche Buch auf jeden Fall sein. Denn auf der einen Seite kann man von ihm eine Menge lernen, und auf der anderen Seite entlarvt er dabei auch unfassbar dreiste Menschen, die Zitate im Extremfall einfach erfinden. Eine feinere Variante entsteht, wenn sich Autoren auf eine ihnen angeblich zustehende künstlerische Freiheit berufen und Menschen, die sich nicht mehr wehren können, Ansichten oder Verhaltensweisen unterschieben, die diese mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht besessen hatten. Ein geradezu klassisches Beispiel dafür ist Daniel Kehlmanns Buch "Die Vermessung der Welt" aus dem Jahre 2005. Da dieses Werk lange auf der Bestsellerliste stand, muss man wohl davon ausgehen, dass viele Menschen es gelesen haben und die darin enthaltenen Darstellungen von bekannten Wissenschaftlern für wahr halten. Martin Rasper kommentiert ein solches, Alexander von Humboldt unterstelltes Zitat in diesem Buch und begründet seine erheblichen Zweifel an seinem Wahrheitsgehalt. Einmal in die Welt gesetzt verbreiten sich solche Behauptungen jedoch sehr schnell und verselbstständigen sich zur geglaubten Wahrheit. Vermutlich wird auch Raspers daran nichts mehr ändern. Im Buch findet der Leser 22 solche erfundenen, falschen oder nicht völlig korrekten, weil verfremdeten Zitate, die meistens sehr bekannt sind, weil sie immer wieder zur Untermalung von gewissen Argumentationsketten gerne benutzt werden, sich also umso tiefer als wahr ins Gedächtnis vieler Menschen einprägen. Vor dem Lesen von Raspers Werk hatte ich mir nicht vorstellen können, wie man aus diesem Konzept ein wirklich spannendes Buch machen kann. Aber bei Raspers verbindet sich in origineller und wirklich seltener Weise die Fähigkeit zu präziser geistiger Arbeit mit der Kunst, intellektuell anspruchsvoll zu unterhalten. Wie Raspers vorgeht, lässt sich an einem Beispiel verdeutlichen: Das Albert Einstein zugeschriebene Zitat "Wenn die Beinen verschwinden, hat der Mensch nur noch vier Jahre zu leben" wird auf der das entsprechende Kapitel einleitenden (Standard-) Seite so kommentiert: "Wahrheitsgehalt 0 Prozent; Art der Verfälschung: Umformulierung, Zusammenführung, Zuschreibung; Kreativitätsgrad: 5 von 5 Sternen; Urheber Darwin (1859) teilweise, Maeterlinck (1901) teilweise; Urheber der Verfälschung Fortin (1941) teilweise, Poulton (1966) teilweise." Anschließend erklärt Raspers diese im Text ausführlich und versieht es am Ende mit Quellenangaben. Und schließlich folgt auf der Eingangsseite zu jedem Kapitel stets, was der angebliche Autor (hier also Einstein) des falschen Zitats tatsächlich zum Thema gesagt hat. Am Schluss des Buches erläutert Raspers dann noch einmal kurz seine Methode. Für mich war dies ein überraschend gutes und sehr lehrreiches Buch. Übrigens ist das Vorwort tatsächlich von Goethe. Der Mann heißt jedoch nicht Johann Wolfgang, sondern Henning. Verwandtschaftliche Beziehungen sind nicht überliefert.

Der geringe Wahrheitsgehalt so mancher Zitate
von Wortschätzchen aus Kreis Heidelberg am 06.02.2018

In den 1980er Jahren gab es eine kleine Buchserie über Urban Legends, die ich liebte und immer wieder las. „Die Spinne in der Yucca-Palme“ war der erste Band davon. „No Sports“ hat Churchill nie gesagt – Das Buch der falschen Zitate reiht sich da bestens ein. Erstaunlich, wie es... In den 1980er Jahren gab es eine kleine Buchserie über Urban Legends, die ich liebte und immer wieder las. „Die Spinne in der Yucca-Palme“ war der erste Band davon. „No Sports“ hat Churchill nie gesagt – Das Buch der falschen Zitate reiht sich da bestens ein. Erstaunlich, wie es immer wieder zu falschen Zitaten kommt und wie schnell und einfach sie sich hartnäckig verbreiten und „einnisten“! Bei mir hat dieses Buch bewirkt, dass ich nie wieder ein Zitat zitieren werde, wenn ich die Quelle nicht selbst überprüft habe! Das Übernehmen ist regelrecht gefährlich, wenn man sich nicht bis auf die Knochen blamieren möchte. Die Kapitel bzw. Abschnitte über die jeweiligen Zitate beginnen mit einer Übersicht, die das Zitat nennt, danach folgen meist der angebliche Urheber, der Grad des Wahrheitsgehaltes, die Art der Verfälschung, ein Kreativitätsgrad, der Urheber der Verfälschung, die Zeit des ersten falschen Zitierens. Die Erklärungen sind äußerst interessant und aufschlussreich. So manches der Zitate kennt und nutzt man selbst gern. Bei einigen hätte ich zwar nicht den (angeblichen) Verfasser nennen können, dennoch kam fast schon Scham auf, dass ich sie überhaupt benutzt hatte! Aber ich kann ja über mich selbst lachen! Ich hab viel gelernt und bin sicher, dass ich immer mal wieder nachlesen werde, sobald mir eins der Zitate vorgesetzt wird! Ich finde dieses Büchlein informativ und unterhaltsam, auch wenn man nicht auf jeder Seite laut lachen muss. Der Humor ist hier ein wenig unterschwellig, aber dennoch vorhanden. Mir hat’s gefallen! Macht dann in der Summe auch die vollen fünf Sterne.

Erhellende und unterhaltende Hintergrundinformation über niemals so gesagten Zitate
von Peter Krackowizer aus Neumarkt am Wallersee am 24.10.2017

22 falsche Zitate beschreibt Rasper, das Vorwort stammt aber von einem echten Goethe, dem Henning Goethe, einem langjährigen Freund des Autors. Schon bei der Einleitung des Autors merke ich, dass Rasper da nicht nur einfach so Zitate zusammengetragen hat und seine Meinung dazuschreibt. Er hat sich sehr genau mit... 22 falsche Zitate beschreibt Rasper, das Vorwort stammt aber von einem echten Goethe, dem Henning Goethe, einem langjährigen Freund des Autors. Schon bei der Einleitung des Autors merke ich, dass Rasper da nicht nur einfach so Zitate zusammengetragen hat und seine Meinung dazuschreibt. Er hat sich sehr genau mit diesem Thema auseinander gesetzt. „Die meisten Zitate sind falsch“ zitiert er Theodor Fontane (* 1819, † 1898) und erklärt das dann auch genau. Nehmen wir das Zitat von Martin Luther und seinem Apfelbäumchen. Der Wahrheitsgehalt beträgt null Prozent, gesagt hatte er so einen Satz nie und entstanden war das – falsche - Zitat im 20. Jahrhundert. Wie sich das ergeben hatte erklärt der Autor. Da bin ich auch schon beim Aufbau der Beiträge. Auf einer Seite findet der Leser das falsche Zitat, Angaben zum Wahrheitsgehalt, der Art der Verfälschung, den Kreativitätsgrad (das erklärt der Autor am Ende des Buches), über den (tatsächlichen) Urheber, wann es entstanden war und dann einen Satz, den der Zitierte tatsächlich gesagt hatte oder haben könnte. Gesagt hatte oder haben könnte… Willy Brandt hat beim Mauerfall in Berlin nie gesagt „Jetzt wächst zusammen, was zusammengehört“. Dass er das nie gesagt hatte, ist nachgewiesen. Doch im Laufe der Zeit meinte Brandt, er hätte es doch so gesagt. Wahrheit und Dichtung liegen also in diesem Buch eng beieinander. So waren des Dichters Goethes letzte Worte nicht „mehr Licht“, sondern er verlangte nach einem Nachttopf. Aber wäre der Ruf „bringt mir einen Botschamper“, auf den er sich noch setzte, bevor er starb, ein gutes „Nachruf-Zitat“ auf diesen großen Meister gewesen? Eben! Rasper geht bei jedem Zitat genau den Fakten nach. Im Fall von Goethe waren viele Personen nachweislich anwesend und trotzdem gibt es unterschiedliche Aussagen zu den letzten Worten. Bei anderen wiederum werden Archive durchforstet, doch tauchen die bekannten Zitate mehrheitlich darin nicht auf. Es gibt bei jedem Zitat am Ende der durchschnittlich acht Seiten langen Beschreibung oder Erklärung noch eine Liste der Quellen, in denen Rasper geforscht hat. Rasper schreibt sachlich aber aufgelockert, was seinen Text gut lesbar macht. Die offensichtlichen umfangreichen Recherchen merkt man in den Texten, wenngleich er selbst natürlich manchmal darauf hinweist, dass es nicht immer hundertprozentig so gewesen sein muss, wie er in Erfahrung gebracht hatte. Es ist ein unterhaltsam geschriebenes Buch mit viel Information. Und nach dem Lesen weiß ich jetzt, dass kaum ein in der Welt kursierendes Zitat so oder überhaupt gesagt wurde. „Wer zu spät zum Lesen kommt, den bestraft die Unwissenheit“, soll, glaube ich, Michail Gorbatschow gesagt haben. Oder lautete das Zitat doch anders? Vielleicht macht aber nun mein Zitat Furore.