Warenkorb
 

Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

Lieb und teuer

Was ich im Puff über das Leben gelernt habe

(9)
Zwei Jahre lang arbeitet Ilan Stephani in einem Berliner Bordell als Prostituierte. Sie erschafft sich ein Alter Ego, mit dem sie diesen tabuisierten Randbereich der Gesellschaft erforscht. Neugierig begegnet die junge Frau dieser für sie bis dahin völlig unbekannten Welt und macht erstaunliche Entdeckungen: Statt Huren und Freiern im Zwielicht erlebt sie den Puff als Spiegel der Gesellschaft. Die Menschen hier haben mit denselben Ängsten, Mechanismen und Zuschreibungen zu kämpfen wie überall sonst, nur, dass sie offener damit umgehen.

Sehr ehrlich und nachdenklich beschreibt die Autorin einen Mikrokosmos, in dem sie viel über die menschlichen Besonderheiten lernen konnte. Solidarität und Offenheit sind Werte, die überall gelebt werden können – dann ginge es allen besser, nicht nur im Bett.
… weiterlesen
eBook kaufen
eBook verschenken

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 264 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 12.10.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783711051936
Verlag Ecowin
Verkaufsrang 8.442
eBook
15,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i
eBook kaufen
eBook verschenken
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Buchhändler-Empfehlungen

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler

Interessanter Blick in das Milleu, das einige Fragen und Vorurteile aufklärt.
Lesenswert!
Interessanter Blick in das Milleu, das einige Fragen und Vorurteile aufklärt.
Lesenswert!

„Von der Prostitution zur Körpertherapie“

Inge Wieder, Thalia-Buchhandlung Freiburg im Breisgau

Es handelt sich um eine sehr subjektive, aber nicht minder aufschlussreiche und authentische Darstellung einer jungen Frau aus geordneten Verhältnissen, die während ihres Studiums freiwillig zwei Jahre in einem Bordell arbeitet.
Stellenweise merkt man dem Buch an, dass eine Co-Autorin daran mitgearbeitet hat, das Buch „begleitet“ hat, wie der Verlag es auf dem Klappentext ausdrückt. Dadurch entstehen einige Längen in der Beschreibung, welche zuweilen etwas vom Thema des konkret Erlebten abrückt hin zu allgemeinen Betrachtungen und Schlussfolgerungen. Jedoch ist das nicht wirklich störend.
Während Alice Schwarzer zitiert wird, die die Meinung vertritt, dass Männer bei Prostituierten Macht und nicht Sex kaufen, definiert Ilan Stephani Sex gegen Geld als Tauschgeschäft, als Dienstleistung wie viele andere. Dabei grenzt sie klar gegen Sex unter Zwang ab, nach ihrem Verständnis ein vollkommen anderes Thema. In den Köpfen der Gesellschaft jedoch ist die Idee, daß manche Prostituierte aus freien Stücken ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen könnten, und das möglicherweise auch noch gern, offenbar noch nicht oder nur vereinzelt angekommen.
Dieses Tauschprinzip erinnerte mich sehr stark an bestimmte Thesen von Esther Vilar, deren Buch „Der dressierte Mann“ inzwischen längst zum Klassiker geworden ist.
Heute ist Ilan Stephani Körpertherapeutin und Seminarleiterin.
Es handelt sich um eine sehr subjektive, aber nicht minder aufschlussreiche und authentische Darstellung einer jungen Frau aus geordneten Verhältnissen, die während ihres Studiums freiwillig zwei Jahre in einem Bordell arbeitet.
Stellenweise merkt man dem Buch an, dass eine Co-Autorin daran mitgearbeitet hat, das Buch „begleitet“ hat, wie der Verlag es auf dem Klappentext ausdrückt. Dadurch entstehen einige Längen in der Beschreibung, welche zuweilen etwas vom Thema des konkret Erlebten abrückt hin zu allgemeinen Betrachtungen und Schlussfolgerungen. Jedoch ist das nicht wirklich störend.
Während Alice Schwarzer zitiert wird, die die Meinung vertritt, dass Männer bei Prostituierten Macht und nicht Sex kaufen, definiert Ilan Stephani Sex gegen Geld als Tauschgeschäft, als Dienstleistung wie viele andere. Dabei grenzt sie klar gegen Sex unter Zwang ab, nach ihrem Verständnis ein vollkommen anderes Thema. In den Köpfen der Gesellschaft jedoch ist die Idee, daß manche Prostituierte aus freien Stücken ihrer Erwerbstätigkeit nachgehen könnten, und das möglicherweise auch noch gern, offenbar noch nicht oder nur vereinzelt angekommen.
Dieses Tauschprinzip erinnerte mich sehr stark an bestimmte Thesen von Esther Vilar, deren Buch „Der dressierte Mann“ inzwischen längst zum Klassiker geworden ist.
Heute ist Ilan Stephani Körpertherapeutin und Seminarleiterin.

„Wird dieses Buch unsere Gesellschaft verändern?“

Nico Barbato, Thalia-Buchhandlung Freiburg

Alleine schon der Titel erweckte wahre Neugierde in mir, mich an dieses Buch heranzutrauen.
Ilan Stephani schildert in diesem zum einen ihre Erlebnisse in einem Berliner Bordell, in welchem sie als Prostituierte gearbeitet hat, sowie ihre persönlichen Erfahrungen zu dem Thema "Sex gegen Geld".
Besonders interessant ist dabei zu erkennen, aus welcher Motivation (Neugierde/neue Erfahrungen erleben) sie diesen Beruf während ihres Studiums ausgeübt hat.
Mir persönlich reichen diese Gründe als Erklärung vollkommen aus.
Des Weiteren wird im Verlauf des Buchs deutlich, dass die Vorurteile, welche man gegenüber diesem Gewerbe hat, so nicht immer stimmen.
Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin so offen und ehrlich über ihr Leben erzählt und dabei nichts beschönigt.
Das Buch kann meiner Meinung nach sowohl von Frauen, wie auch von Männern gelesen werden, da sich jeder seine eigene Meinung zu diesem Thema bilden wird.
Ich bin wirklich gespannt, wie sich dieses Buch auf unsere Gesellschaft auswirken wird.
Alleine schon der Titel erweckte wahre Neugierde in mir, mich an dieses Buch heranzutrauen.
Ilan Stephani schildert in diesem zum einen ihre Erlebnisse in einem Berliner Bordell, in welchem sie als Prostituierte gearbeitet hat, sowie ihre persönlichen Erfahrungen zu dem Thema "Sex gegen Geld".
Besonders interessant ist dabei zu erkennen, aus welcher Motivation (Neugierde/neue Erfahrungen erleben) sie diesen Beruf während ihres Studiums ausgeübt hat.
Mir persönlich reichen diese Gründe als Erklärung vollkommen aus.
Des Weiteren wird im Verlauf des Buchs deutlich, dass die Vorurteile, welche man gegenüber diesem Gewerbe hat, so nicht immer stimmen.
Besonders gefallen hat mir, dass die Autorin so offen und ehrlich über ihr Leben erzählt und dabei nichts beschönigt.
Das Buch kann meiner Meinung nach sowohl von Frauen, wie auch von Männern gelesen werden, da sich jeder seine eigene Meinung zu diesem Thema bilden wird.
Ich bin wirklich gespannt, wie sich dieses Buch auf unsere Gesellschaft auswirken wird.

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Gehört gekaufter Sex zu unserer Gesellschaft? Schreibt die Autorin doch, dass sie neugierig auf Sexarbeit war.Erfolg dieses Buches ist die natürlichen Schreibweise der Autorin. Gehört gekaufter Sex zu unserer Gesellschaft? Schreibt die Autorin doch, dass sie neugierig auf Sexarbeit war.Erfolg dieses Buches ist die natürlichen Schreibweise der Autorin.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
2
4
2
0
1

"Huren müssen sich uns nicht erklären"
von Dr. M. am 19.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dieser Satz steht erst auf Seite 145 dieses Buches. Dann folgt: "Ihre Motive dafür, Sex zu verkaufen, müssen für uns nicht >>persönlich nachvollziehbar<< sein. Sie brauchen nicht einmal zu wissen oder sich selbst darum zu kümmern, weshalb sie Sex verkaufen. ? Sie müssen keine Antworten liefern, nur weil man... Dieser Satz steht erst auf Seite 145 dieses Buches. Dann folgt: "Ihre Motive dafür, Sex zu verkaufen, müssen für uns nicht >>persönlich nachvollziehbar<< sein. Sie brauchen nicht einmal zu wissen oder sich selbst darum zu kümmern, weshalb sie Sex verkaufen. ? Sie müssen keine Antworten liefern, nur weil man sich für ihre Antworten interessiert." Warum, so fragt man sich angesichts dieser Sätze zwangsläufig, tut Ilan Stephani es dann doch? Schon lange hat mich kein Buch so verwirrt wie dieses. Was man hier vorfindet, ist eine merkwürdige Mischung aus seltsamer Naivität, einem gelungenem Erfahrungsbericht, sachlichen Milieuschilderungen, streitbaren Kommentaren zur männlichen und weiblichen Sexualität und einem Ende, das verblüfft, weil man mit ihm eigentlich von Anfang an ein ganz anderes Buch hätte erwarten können. Das alles erst einmal zu sortieren, ist nicht einfach. Aus Ilan Stephani, einer Studentin mit einem offenbar recht guten Abitur, wird plötzlich eine Hure, die in einem Edelpuff zu arbeiten beginnt. Bis zum Ende des Buches ist es mir nicht gelungen, die tatsächlichen Motive für dieses Abenteuer zu verstehen. Natürlich muss sich Paula, so heißt Ilan im Puff, nicht erklären. Aber da sie es doch tut, provoziert sie schließlich selbst solche Fragen. Ohne den Hang zu irgendeiner Verurteilung (so ist es jedenfalls bei mir) möchte man aus reiner Neugier schlicht begreifen, was sie wirklich angetrieben hat. Es gibt in diesem Buch sogar einen Abschnitt zu dieser Frage. Dort stehen wenigstens einige Antworten ihrer Kolleginnen, die mehr oder weniger darauf hinauslaufen, dass sie schlechten oder zu wenig Sex hatten. In Paulas Puff arbeiten alle Frauen auf eigenen Wunsch und ohne jeden Zwang. Das klingt so, als ob sich an diesem Ort Frauen und Männer treffen, die gleichermaßen nach sexueller Befriedigung streben und sich der Illusion hingeben, sie dort erhalten zu können. Was man an dieser Konstellation ablesen kann, ist, dass Paula nicht auf Männer schlechthin traf, sondern auf solche, die erstens überhaupt in ein Puff gehen und zweitens in eins, was wohl nicht ganz so billig ist. Insofern handelt es sich um eine Stichprobe, bei der man nicht genau weiß, wie typisch sie tatsächlich ist. Ebenso scheint Paula alles andere als eine typische Hure zu sein. Insofern muss man wohl alles, was man in diesem Buch lesen kann, immer unter dem Vorbehalt der speziellen persönlichen Wahrnehmung der Autorin sehen, in der sich natürlich auch ihre Motive, ihre Interessen und ihre aktuelle Weltsicht spiegeln. Wer noch Illusionen haben sollte, der trifft auf Seite 56 auf die Feststellung, dass "bezahlter Sex weder besonders toll noch besonders aufregend, wertvoll oder originell ist". Wie soll das auch anders sein, wenn Paula sich jedes Mal auf einen anderen Mann einstellen muss (was schlaucht, wie man an anderer Stelle erfährt), ihn gewöhnlich bis zu seinem Höhepunkt führt, was offensichtlich beliebt ist, und dabei ständig die Uhr im Blick haben sollte. Hinterher, so einer ihrer Freier, geht man frustrierter weg als man gekommen ist. Sicher nicht immer, aber wohl oft, wenn man den Schilderungen von Paula glaubt. Und an dieser Stelle wird es sozial-philosophisch, denn die Autorin beginnt nun vor allem über die männliche und weibliche Sexualität nachzudenken. Darauf werde ich nicht weiter eingehen, da all diese gelegentlich seltsamen Gedanken keinerlei Nutzen bringen, weil sie (etwas abstrakter gesehen) auf der Ebene von Alice Schwarzers Behauptung liegen, es gäbe keinen vaginalen Orgasmus. Vielleicht sollte man einfach die eigene Erkenntnisfähigkeit nicht ganz so maßlos überschätzen. Die meisten sexuellen Probleme zwischen Männern und Frauen beruhen auf Ahnungslosigkeit, Missverständnissen und der Tatsache, dass man nicht passend machen kann, was nicht zusammen passt. Wenn man etwas aus diesem Buch neben den Milieuschilderungen lernen kann, dann dies. Schließlich macht die Autorin genau das vor. Sie bricht nämlich ihre "Sexarbeit" (welch ein dämlicher, aber gleichzeitig zutreffender Begriff) sofort nach einem Erlebnis außerhalb ihrer Wirkungsstätte ab, das endlich das Missverständnis ihrer Hurentätigkeit aufdeckt: Bei einem Tantra-Kurs bereitet ihr ihre weibliche Partnerin eine vaginale Ekstase, die sie so noch nie erlebt hatte. Etwas, was man nicht vorspielen kann, weil es zu körperlichen Reaktionen führt, die man nicht bewusst erzeugen kann. Und sie probiert mit einem Freund Slow Sex, bei dem man über Stunden aktiv ist und Dinge entdeckt, die man nur findet, wenn man sich wirklich aufeinander einlässt. Wenn es die Botschaft dieses Buches sein sollte, nach besserem Sex zu streben, dann findet man wenigstens einige Hinweise in ihm, übrigens auch mit Literaturangaben für Interessierte. Der Rest liest sich interessant, wenngleich an vielen Stellen recht wirre Gedanken Platz greifen. Nur um ein Beispiel von vielen zu nennen, sollte folgendes Zitat vielleicht reichen: "Die Erziehung zu einer Tochter aus gutem Hause ist die (im Original kursiv gesetzt, R.M.) Erziehung zur Hure ? und das alles andere als zufällig. Prostitution entsteht nicht am Rande, sondern im Herzen unserer Gesellschaft." Die Autorin hat mit ihrer Arbeit als Edelhure sicher einen Erfahrungshorizont, über den nicht viele Menschen verfügen. Insbesondere sieht sie das Elend sexueller Unbefriedigtheit in all seinen vielen Ausprägungen viel deutlicher als andere das können. Und natürlich ist es ihr gutes Recht, daraus allgemeine Schlussfolgerungen zu ziehen, was sie in diesem Buch zur Genüge tut. Ob diese tatsächlich stimmen oder einen praktischen Nutzen besitzen, kann man mit dem gleichen Recht allerdings auch bezweifeln. Nimmt man das Buch lediglich als Erfahrungsbericht, so kann man es nur loben. Der Rest ist an vielen Stellen unausgereift, lückenhaft (was man verstehen kann) und gelegentlich zweifelhaft.

"Lieb und teuer"
von einer Kundin/einem Kunden aus Inzigkofen am 04.01.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Allen negativen Bewertungen zum Trotz: Hatte vor Kurzem das Buch "Der Lilith-Komplex - Die dunklen Seiten der Mütterlichkeit" gelesen. Dann nach einer Talkshow - u.a. mit Frau Stephanie - ihr Buch "Lieb und teuer". Beide Bücher sind m.E. (m), bei "vorurteils-freiem Lesen", tiefgründig und aufschlussreich. Im Falle, dass frau - man(n) für... Allen negativen Bewertungen zum Trotz: Hatte vor Kurzem das Buch "Der Lilith-Komplex - Die dunklen Seiten der Mütterlichkeit" gelesen. Dann nach einer Talkshow - u.a. mit Frau Stephanie - ihr Buch "Lieb und teuer". Beide Bücher sind m.E. (m), bei "vorurteils-freiem Lesen", tiefgründig und aufschlussreich. Im Falle, dass frau - man(n) für "Selbsterkenntnis" offen zeichnen, wirklich sehr empfehlenswert.

Sex und Gesellschaft
von S.A.W aus Salzburg am 29.12.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dieses Buch ist eine Provokation. Schreibt die Autorin doch allen Ernstes, dass sie neugierig auf Sexarbeit war, freiwillig damit begann und es 2 Jahre lang als ihren normalen Beruf ansah, den sie gar nicht wieder aufhören wollte. Damit widerspricht sie allen Klischees, die es über Prostitution gibt. Sie ist... Dieses Buch ist eine Provokation. Schreibt die Autorin doch allen Ernstes, dass sie neugierig auf Sexarbeit war, freiwillig damit begann und es 2 Jahre lang als ihren normalen Beruf ansah, den sie gar nicht wieder aufhören wollte. Damit widerspricht sie allen Klischees, die es über Prostitution gibt. Sie ist keine versklavte Leibeigene der Menschenhändler, hat kein Kindheitstrauma, sondern war eine gute Schülerin aus einer normalen Familie, sie findet Sex nicht grauslich sondern mag die Männer, die zu ihr kommen. Für Ilan, alias Paula, ist Sexarbeit eine Entdeckungsreise, um den eigenen Körper, den intimen Kontakt zu verschiedenen Männern und viele zwischenmenschliche Begegnungen samt einer Fülle von Motiven und Gefühlen kennenzulernen. Dass die Männer sie begehren, macht sie selbstbewusst und zufrieden mit ihrem Körper. Gehört gekaufter Sex zu unserer Gesellschaft? Zweifellos, wenn man die Fakten betrachtet: In deutschen Bordellen werden 14 bis 15 Milliarden Euro pro Jahr umgesetzt, das ist doppelt so viel wie in der Bierindustrie. In Deutschland arbeiten 400.000 Prostituierte, auf der ganzen Welt 42 Millionen. Anfangs stellt Ilan Fragen an ihre Kolleginnen, hat aber bald keine mehr. Die Fragen stellt sie vielmehr unserer Gesellschaft, die Prostitution als Ventil braucht, um nicht von ihren inneren Widersprüchen zerrissen zu werden. Warum gilt Sexualität immer noch als schmutzig und eine sexuell aktive Frau als Hure? Tauschen nicht alle Dienstleister Nähe, Wärme oder Berührung gegen Geld? Ilan geht es nicht um moralische Fragen, die 2000 Jahre lang Heilige von Huren trennte. Sie denkt vielmehr, dass diese Tradition unser natürliches Verhältnis zum Körper stört. Sehnen wir uns nicht alle danach, unseren Körper und unsere Libido genießen zu dürfen? Warum ist das immer noch so schwierig, dass die Pornoindustrie als weltweites Sex-Surrogat Milliarden macht? Was Ilan sucht, ist sexuelle Freiheit und die scheint ihr in einem kurzen klar abgegrenzten Kontakt für beide Seiten gegeben. Besser ist nur ein Tantra-Seminar, das sie nach 2 Jahren Sex-Arbeit besucht und das zu völlig neuen Lustgefühlen führt. Erst da wird die Sex-Arbeit für sie überflüssig und sie steigt aus. Der Erfolg dieses Buches liegt in der natürlichen Schreibweise der Autorin. Vielleicht auch darin, dass viele Käufer sich pornographische Inhalte erwarten, die aber de facto nicht vorkommen, weil vor allem Gefühle, Erlebnisse und die Kommunikation zwischen Frau und Freier beschrieben werden.