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Aller Tage Abend

Roman

Jenny Erpenbeck

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Beschreibung


Das Leben ist die Zeit, die dir bleibt

Wie lang wird das Leben des Kindes sein, das gerade geboren wird? Wer sind wir, wenn uns die Stunde schlägt? Wer wird um uns trauern? Jenny Erpenbeck nimmt uns mit auf ihrer Reise durch die vielen Leben, die in einem Leben enthalten sein können. Sie wirft einen scharfen Blick auf die Verzweigungen, an denen sich Grundlegendes entscheidet. Die Hauptfigur ihres Romans stirbt als Kind. Oder doch nicht? Stirbt als Liebende. Oder doch nicht? Stirbt als Verratene. Als Hochgeehrte. Als von allen Vergessene. Oder doch nicht? Meisterhaft und lebendig erzählt Erpenbeck, wie sich, was wir »Schicksal« nennen, als ein unfassbares Zusammenspiel von Kultur- und Zeitgeschichte, von familiären und persönlichen Verstrickungen erweist. Der Zufall aber sitzt bei alldem »in seiner eisernen Stube und rechnet«.



Jenny Erpenbeck, geboren 1967 in Ost-Berlin, debütierte 1999 mit der Novelle »Geschichte vom alten Kind«. Es folgten zahlreiche Veröffentlichungen, darunter Romane, Erzählungen und Theaterstücke. Ihr Roman »Aller Tage Abend« wurde von Lesern und Kritik gleichermaßen gefeiert und vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem Joseph-Breitbach-Preis und dem Independent Foreign Fiction Prize. Für »Gehen, ging, gegangen« erhielt sie u. a. den Thomas-Mann-Preis. 2017 gewann Jenny Erpenbeck den Premio Strega Europeo und wurde mit dem Verdienstkreuz am Bande der Bundesrepublik Deutschland ausgezeichnet.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 288
Erscheinungsdatum 10.07.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-328-10250-2
Verlag Penguin
Maße (L/B/H) 18,5/11,6/2,5 cm
Gewicht 265 g

Buchhändler-Empfehlungen

K. Plesovskich, Thalia-Buchhandlung Cuxhaven

Mir hat besonders das "Was-wäre-wenn"-Szenario gefallen, denn zum Ende eines jeden Kapitels stirbt die Protagonistin, um im nächsten Kapitel wieder zum Leben erweckt zu werden.

Was wäre wenn...

Maren Oberwelland, Thalia-Buchhandlung

Es sind häufig die kleinen Dinge, die über Leben oder Tod eines Menschen entscheiden: Ein Säugling stirbt, aber was wäre gewesen, wenn die Eltern den plötzlichen Kindstod zu verhindern gewusst hätten? Ein junges Mädchen nimmt sich das Leben, aber was wäre gewesen, wenn sie den Mann mit der Pistole nie kennen gelernt hätte? Eine Mutter fällt die Treppe hinunter und bricht sich das Genick, aber was wäre gewesen, wenn sie nicht ausgerutscht wäre? „Eine ganze Welt aus Gründen gab es, warum ihr Leben nun an ein Ende gekommen sein könnte, wie es gleichzeitig eine ganze Welt aus Gründen gab, warum sie jetzt noch am Leben sein könnte und sollte.“ Mit diesen kurzen aber entscheidenden Schicksalsmomenten beschäftigt sich Jenny Erpenbeck in ihrem neuen Roman „Aller Tage Abend“ und lässt ihre Protagonistin, die erst im letzten Kapitel einen Namen bekommt, so ein ganzes Jahrhundert durchleben – Judentum, Nationalsozialismus, Exil und Kommunismus. Nach jedem Sterben der Figur verändert die Autorin nur ein winziges Detail und lässt sie so weiterleben und einen neuen Lebensabschnitt entdecken. Wie schon in ihrem Roman „Heimsuchung“ verbindet Jenny Erpenbeck die individuelle Geschichte ihrer Protagonistin mit Zeitgeschichte und ihrer eigenen Familiengeschichte, vor allem der ihrer Großmutter Hedda Zinner, ebenfalls Schriftstellerin. „Aller Tage Abend“ ist ein wunderschön komponierter Roman, in dem die Autorin es schafft, die getrennten Lebensabschnitte beispielsweise durch Familienbesitztümer, die sich in allen Kapiteln wiederfinden, nicht auseinander fallen zu lassen und zu einem runden Ganzen zu machen. Absolut lesenswert!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Kann ein Leben beginnen obwohl es bereits geendet hat?
von einer Kundin/einem Kunden am 28.09.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Ein interessantes Konzept -mittels kleiner Änderungen in der Handlung- ein Leben komplett zu verändern und überhaupt erst möglich werden zu lassen. Die Autorin versteht es diese "Lebensentwürfe" gekonnt in die Zeitgeschichte zu setzen, wenn auch mit einer gehörigen Portion an Schwermut. Stilistisch und Sprachlich jedenfalls sehr... Ein interessantes Konzept -mittels kleiner Änderungen in der Handlung- ein Leben komplett zu verändern und überhaupt erst möglich werden zu lassen. Die Autorin versteht es diese "Lebensentwürfe" gekonnt in die Zeitgeschichte zu setzen, wenn auch mit einer gehörigen Portion an Schwermut. Stilistisch und Sprachlich jedenfalls sehr empfehlenswert.

Ausnahmeerscheinung
von Büchereule aus Wien am 05.05.2014
Bewertet: Taschenbuch

Schon lange nicht habe ich ein derart hervorragendes Buch gelesen. Hohes Niveau, sprachlich vielschichtig und ein ungewöhnlicher Aufbau der Handlung. Noch Tage später musste ich an die Geschichte(n) denken und mir selbst in Erinnerung rufen, dass es "nur" ein Buch ist...

Alle Tage Abend
von einer Kundin/einem Kunden aus Baden-Baden am 29.04.2013
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

In ihrem neuen großen Roman greift die Autorin die großen Themen unserer Existenz auf und umspannt ein ganzes Jahrhundert. Zu Beginn des Buches stirbt ein Kind. Sie reflektiert immer wieder im Roman "was wäre wenn..." verschiedene Entwicklungswege dieses Menschen und deren Eltern. Aus dieser Keimzelle ist ein Stück überwältigend... In ihrem neuen großen Roman greift die Autorin die großen Themen unserer Existenz auf und umspannt ein ganzes Jahrhundert. Zu Beginn des Buches stirbt ein Kind. Sie reflektiert immer wieder im Roman "was wäre wenn..." verschiedene Entwicklungswege dieses Menschen und deren Eltern. Aus dieser Keimzelle ist ein Stück überwältigende Literatur erwachsen, daß


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