Übersetzungsverhältnisse

Perspektiven einer pragmatischen Gesellschaftstheorie

Wie ist die Integration moderner Gesellschaft möglich; und was bedeuten in der modernen Gesellschaft diese beiden Begriffe: »Integration« und »Gesellschaft«? Die soziale Differenzierung der Vorstellungen von einer »integrierten Gesellschaft«, die in Teilen der Gesellschaft bestehen, ist selbst zum Integrationsproblem geworden. Denn keine dieser Vorstellungen repräsentiert und integriert länger konkurrenzlos das Ganze der Gesellschaft. Auch deshalb ist in der soziologischen Theorie die Einheit der Gesellschaft als Grundbegriff sowie als Zielgröße zunehmend problematisch geworden.

Inhalt

Einleitung

TEIL 1
DIE INTEGRATION DER GESELLSCHAFT
UNTER MODERNEN BEDINGUNGEN

Kapitel I:
Differenzierung und das Problem der »Einheit« der Gesellschaft

1: Soziale Differenzierung: zugleich Problemlösung und -konstitution

2: Die Bezugsgröße: »Gesellschaft«

3: Integrationsprobleme als Krisenerfahrung der Soziologie der Moderne

4: Die klassische Figur: »Selbstbestimmung« der Gesellschaft

5: »Gesellschaft« als Teil oder Ganzes einer Unterscheidung

6: Nationalstaaten als »Gesellschaften«?

7: Weltgesellschaften?

8: Revidierte Modernisierungstheorie

9: Multiple Differenzierung

Kapitel II:
Formen der Integration und die Integration zweiter Ordnung

10: Ausdifferenzierte Formen der Integration

11: Die Nichtreduzierbarkeit der Integration zweiter Ordnung

12: Integration von »Sozial-» und »Systemintegration« durch Norm-Abstraktion?

13: Das Recht als ambivalente abstrakte Integration

14: »Soziale« Integration von »System« und »Lebenswelt«?

15: Die systemtheoretische Reduktion

16: Die funktionalistische Ausblendung kultureller Differenzierung und Integration

17: Abstraktionsgrade als Differenz zwischen Integrationsformen

18: Integrations-Formen-Differenz als doppelte Transzendenz des Wissens

19: Zum Begriff und zur besonderen Rolle des »impliziten« Wissens

Kapitel III:
Repräsentation, Konstruktion oder Übersetzung.

20: Integration zweiter Ordnung als Repräsentationsproblem

21: Die Relevanz der Übersetzung: differente Bedeutungen »identischer« Handlungen

22: Die optimistische Variante: Grenzbeziehung als Repräsentation

23: Interpenetration als Bedeutungserhaltung

24: Repräsentation in spe: der Attraktor einer »gemeinsamen« Sprache

25: Die konstruktivistische Deutung von Grenzbeziehungen

26: Von der »strukturellen Kopplung« zur Übersetzung

27: Die systematische Bedeutung der Übersetzungstheorie

28: Von der Einheit der Sprachen zur literarischen Übersetzung

29: Zur Sprachphilosophie der Übersetzung

30: Die pragmatische Basis der Übersetzung

31: Übersetzung zwischen Integrationseinheiten

TEIL 2
HANDLUNGSTHEORIE: INTERAKTION, PRAXIS, LEBENSFORM

Kapitel IV:
Primat der Handlung und die subjektiven Perspektiven

32: Die Integration von Handlungen und der Status der Person

33: Personen als eigene Integrationseinheiten

34: Sprachliche Horizonte der Identifikation und Integration einer Handlung

35: Sprachliche und nichtsprachliche Handlungen: Register der Identifikation

36: Handlungen interpretieren Handlungen

37: Subjektive Konstitution des Handlungssinnes (Schütz)

38: Vom Problem der Gleichzeitigkeit zur Registerdifferenz

39: Übersetzung zwischen den Registern der Handlungsidentifikation

40: Transsubjektiver Sinn und Kommunikation als System (Luhmann)

41: Intentionslose und immaterielle Autopoiesis

Kapitel V:
Kommunikation und Situation

42: Intersubjektive Bedeutung und das kommunikative Handeln (Habermas)

43: Ein performativer Lebensweltbegriff

44: Die formalpragmatische Verzeichnung impliziten und praktischen Wissens

45: Rationalitätstheoretischer Diskursimmanentismus

46: Von der formalen Pragmatik zur Ebene der praktischen Handlungsintegration

47: Die Unhintergehbarkeit des praktischen Wissens (Indexikalität und Situationsbezug)

48: Komplexe Zeithorizonte der Identifikation »einer« Handlung

49: Kreativität des Handelns (Joas) und Zuhandenheit der Situation

50: Implizites Wissen und »Umgang« (Heidegger)

51: Vom »Umgang« zur »Regelfolge«: Der weitere Weg der Handlungstheorie

Kapitel VI:
Praktische Übersetzung, Habitus und kulturelle Lebensform

52: Implizite Normativität: Übersetzung zwischen den Registern (Übersetzung I)

53: Handlungsidentifizierung über Registergrenzen hinweg – »Synchronisation«

54: Praxis: Registerübersetzung als Triangulation

55: Das Problem der Einheit »einer« Praxis: basale Kreativität als Strukturerhaltung

56: Einheit der Praxis und kollektiver »Habitus« (Bourdieu)

57: Ein problematischer Dispositonsbegriff

58: »Kulturelle Lebensformen« als praktische Einheiten der Handlungsintegration

59: Offenheit oder Abgeschlossenheit zwischen Lebensformen?

60: Interkulturalität: Übersetzung zwischen Lebensformen (Übersetzung II)

61: Gleichzeitigkeit von Differenz und Gemeinsamkeit der Situation im »Kulturkontakt«

62: Zum Verhältnis zwischen den Übersetzungstypen: Übergang zum »Teil 3«

TEIL 3
EXPLIKATION, DIFFERENZIERUNG UND DIE
ÜBERSETZUNG DER GESELLSCHAFT

Überblick: Von der Handlungs- zurück in die Differenzierungstheorie

Kapitel VII:
Explikation und Medien abstrakter Integration

63: Die Grenzen kultureller Integration: Differenzierungsgefälle

64: »Explikation« statt »Rationalisierung«

65: Systembildung und das Ungenügen der Praxistheorie

66: Explikation und abstrakte Sprachspiele

67: Explikation als Problemlösung, Regel- und Bedeutungsabstraktion (Übersetzung III)

68: Explikation und Medienwechsel

69: Am Beispiel der Schrift: Medienevolution

70 Mediengestützter Wechsel der Integrationsform

71: Symbolisch generalisierte Kommunikationsmedien

72: Die Entkopplung von Integrations- und Austauschfunktion

Kapitel VIII

Übersetzung zwischen Integrationseinheiten

73: Von Medien und Formen zu Einheiten der Integration

74: Mediendifferenzierung als Integrationsformen-Verzweigung

75: Systeme

76: Intersystemische Beziehungen durch Übersetzungskaskaden

77: Milieus

78: Organisationen

79: Netzwerke

80: Sequenzen

81: Sonderfall Person: Intentionale Integrationseinheiten

82: Die Übersetzung der Person

83: Austauschfunktionen und -folgen: Respezifikation (Übersetzung IV)

84: Interferenzen und Translate

85: Grenzerhaltung und die Notwendigkeit externer Spezifikation

Kapitel IX:
Die Einheit(en) und die Übersetzung der Gesellschaft

86: Asymmetrien der Übersetzung

87: Herrschaft: Restriktion und Submission

88: Respezifikation und Translate der Herrschaft

89: Enttraditionalisierung: »Triangulationswechsel« statt »Kolonialisierung«

90: Grenzen der »Verdinglichung«

91: Gewalt und die Kriterien gelungener Übersetzung

92: Reflexivität als Kriterium: Austausch und Grenzerhalt

93: Die »Gesellschaften« der Gesellschaft und ihre intentionalen Translate

94: Die Konstellation der Integrationseinheiten als implizite Umgebung

95: Referenz zweiter Ordnung

96: Die implizite Einheit der Gesellschaft

97: Die Integration zweiter Ordnung und der weltgesellschaftliche Zustand

98: Die Wissenschaft der Übersetzung (Soziologie als Übersetzung V?)

99: Das Paradox der Übersetzung der Moderne

Literaturverzeichnis
Portrait

Joachim Renn, geb. 1963. Studium der Fächer Philosophie, Soziologie und Geschichte in Bochum, Frankfurt und Chicago. Derzeit wissenschaftlicher Assistent und Privatdozent am Institut für Soziologie der Universität Erlangen.
Wichtige Veröffentlichungen: Kommunikative und existentielle Zeit. Zur »Eigentlichkeit« der individuellen Person und ihrer dialogischen Anerkennung (1997); »Übersetzungskul-tur. Grenzüberschreitung durch Übersetzung als ein Charakteristikum der Moderne«, in: Sociologia Internationalis, 2 (1998); »Paradoxien des Wissenstransfers. Die :Neue Liai-son9 zwischen sozialwissenschaftlichem Wissen und sozialer Praxis durch pragmatische Öffnung und Grenzerhaltung« (Mit: Aida Bosch und Clemens Kraetsch), in: Soziale Welt 2 (2001); »Selbstbehauptung. Varianten der Identität von Personen im Zeichen funktionaler Differenzierung«, in: Joachim Renn, Jürgen Straub (Hg.) Transitorische Identität. Der Prozesscharakter des modernen Selbst (2002); »Perspektiven einer sprachpragmatischen Kulturtheorie«, in: Handbuch der Kulturwissenschaft, Band 2 (2004)

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Kunststoff-Einband
Seitenzahl 567
Erscheinungsdatum 31.03.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-938808-03-0
Verlag Velbrück
Maße (L/B/H) 23/15,2/4,6 cm
Gewicht 895 g
Auflage 1. Auflage
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