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Ein Mensch brennt

Roman

(4)

Aufrüttelnd und provokant, zugleich warmherzig und witzig


Wenn es um Fußball geht, kann man dem zehnjährigen Hanno Kelsterberg nichts vormachen. In Sachen Protest allerdings auch nicht. Seit zwei Jahre zuvor der asketische Hartmut Gründler ins Souterrain der Familie zog und sich als unbeugsamer Politkämpfer entpuppte, steht Hannos einst heile Welt auf dem Kopf. Statt Fußball zu spielen, muss er nun mit zu Demos und verteilt Handzettel. Während der Vater den Mann im Keller zunächst belächelt, gerät die Mutter in den Bann des kompromisslosen Idealisten, die Ehe zerbricht. Ein provokanter und berührender Roman über eine Familie, die unversehens von der Zeitgeschichte gestreift wird.

Rezension
»Ljubić fesselt den Leser, er erzählt bildhaft und anekdotenreich zugleich.«
Stefan Maelck, MDR Kultur, Buch der Woche 05.09.2017
Portrait

Nicol Ljubić, 1971 in Zagreb geboren, wuchs in Schweden, Griechenland, Russland und Deutschland auf. Er studierte Politikwissenschaften und arbeitet als freier Journalist und Autor. Für seine Reportagen wurde er mehrfach ausgezeichnet, unter anderem mit dem Theodor-Wolff-Preis. Für seinen zweiten Roman, ›Meeresstille‹, erhielt er 2011 den Adelbert-von-Chamisso-Förderpreis sowie den Ver.di-Literaturpreis, zudem stand der Roman auf der Longlist für den Deutschen Buchpreis. Zuletzt erschien der Roman ›Als wäre es Liebe‹. In den Jahren 2014 und 2016 war er Mitinitiator der Europäischen Schriftstellerkonferenz. Nicol Ljubić lebt in Berlin.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.09.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783423432238
Dateigröße 739 KB
Verkaufsrang 56.836
eBook
17,99
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„Verbrannt und vergessen“

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Hanno Kelsterberg hat einen Auftrag: er soll die Biografie des Umweltaktivisten Hartmut Gründler schreiben, der sich in den 70er Jahren aus Protest gegen Helmut Schmidts Atompolitik öffentlich verbrannte. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um einen journalistischen Auftrag, sondern um den letzten Wunsch seiner sterbenden Mutter, einer langjährigen politischen Weggefährtin Gründlers. Und ihr Sohn schreibt tatsächlich, aber wohl kaum in dem von der Mutter erwarteten Sinne. Heraus gekommen ist nämlich kein längst überfälliges Denkmal für einen von der Öffentlichkeit Verkannten, dessen vergeblichen politischen Kampf die Mutter mit verstockter Genugtuung in der Katastrophe von Fukushima endlich gerechtfertigt sieht, sondern die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Einer Familiengeschichte vor dem Hintergrund einer Epoche, deren Risse nicht nur quer durch Politik und Gesellschaft, sondern schließlich auch mitten durch die Familie Kelsterberg gehen.
Hanno, und mit ihm der Autor Nicol Ljubic, hinterfragt den Menschen Hartmut Gründler und seine Motive, seinen seltsam emotionslosen Fanatismus, der ihn den politischen Kampf bis zur ebenso spektakulären wie grausamen Selbstzerstörung führen lässt. Hat er sich, wie die ihm fast hörig erscheinende Mutter glaubt, für ein höheres Ziel, für die Menschheit geopfert oder hat er, wie der Sohn glaubt, angesichts der Aussichtslosigkeit seines Tuns schließlich einfach resigniert? Ljubic analysiert Menschen und Zeit, und da er zwischen der naiven Sicht des Kindes Hanno und der kritischen Sicht, des von den Ereignissen geprägten Erwachsenen Hanno wechselt, entsteht eine Spannung, die den Leser nie aus der Reflexion entlässt.
Dies ist kein sentimental-witziger "So-waren-die-Siebziger" -Roman, sondern, bei allem Humor und aller Empathie mit den Charakteren, die (durchaus unterhaltsame und sehr fesselnde) Analyse einer Gesellschaft im Umbruch, die Fiktion und Fakten so gekonnt miteinander verwebt, dass man sich mitten in einer echten Autobiographie wähnt.
Ausgesprochen lesenswert, nicht nur für Kinder dieser Epoche.
Hanno Kelsterberg hat einen Auftrag: er soll die Biografie des Umweltaktivisten Hartmut Gründler schreiben, der sich in den 70er Jahren aus Protest gegen Helmut Schmidts Atompolitik öffentlich verbrannte. Es handelt sich hierbei allerdings nicht um einen journalistischen Auftrag, sondern um den letzten Wunsch seiner sterbenden Mutter, einer langjährigen politischen Weggefährtin Gründlers. Und ihr Sohn schreibt tatsächlich, aber wohl kaum in dem von der Mutter erwarteten Sinne. Heraus gekommen ist nämlich kein längst überfälliges Denkmal für einen von der Öffentlichkeit Verkannten, dessen vergeblichen politischen Kampf die Mutter mit verstockter Genugtuung in der Katastrophe von Fukushima endlich gerechtfertigt sieht, sondern die Aufarbeitung der eigenen Familiengeschichte. Einer Familiengeschichte vor dem Hintergrund einer Epoche, deren Risse nicht nur quer durch Politik und Gesellschaft, sondern schließlich auch mitten durch die Familie Kelsterberg gehen.
Hanno, und mit ihm der Autor Nicol Ljubic, hinterfragt den Menschen Hartmut Gründler und seine Motive, seinen seltsam emotionslosen Fanatismus, der ihn den politischen Kampf bis zur ebenso spektakulären wie grausamen Selbstzerstörung führen lässt. Hat er sich, wie die ihm fast hörig erscheinende Mutter glaubt, für ein höheres Ziel, für die Menschheit geopfert oder hat er, wie der Sohn glaubt, angesichts der Aussichtslosigkeit seines Tuns schließlich einfach resigniert? Ljubic analysiert Menschen und Zeit, und da er zwischen der naiven Sicht des Kindes Hanno und der kritischen Sicht, des von den Ereignissen geprägten Erwachsenen Hanno wechselt, entsteht eine Spannung, die den Leser nie aus der Reflexion entlässt.
Dies ist kein sentimental-witziger "So-waren-die-Siebziger" -Roman, sondern, bei allem Humor und aller Empathie mit den Charakteren, die (durchaus unterhaltsame und sehr fesselnde) Analyse einer Gesellschaft im Umbruch, die Fiktion und Fakten so gekonnt miteinander verwebt, dass man sich mitten in einer echten Autobiographie wähnt.
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Eine deutsche Familie in den 70ern, zwischen Häkeldeckchen-Muff u. aufkeimendem "Atomkraft-nein-danke"-Protest. Für Fans von Juli Zeh + Arno Frank. Provokant, aufrüttelnd, witzig!
Eine deutsche Familie in den 70ern, zwischen Häkeldeckchen-Muff u. aufkeimendem "Atomkraft-nein-danke"-Protest. Für Fans von Juli Zeh + Arno Frank. Provokant, aufrüttelnd, witzig!

„Familiengeschichte“

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Kindheit im Spiegel der siebziger Jahre. Hannos Elternhaus ist wie die Gesellschaft gespalten. Die Mutter engagiert sich politisch und geht ihren eigenen Weg, der Vater träumt vom Althergebrachten. Mittendrin Hanno, der beide Welten in sich vereinen muss. In Rückblicken taucht man ein in eine bewegende Zeit. Nikol Ljubic schildert hier die beginnende Anti-Atomkraft-Bewegung und einen unbekannten zwiespältigen Helden. Kindheit im Spiegel der siebziger Jahre. Hannos Elternhaus ist wie die Gesellschaft gespalten. Die Mutter engagiert sich politisch und geht ihren eigenen Weg, der Vater träumt vom Althergebrachten. Mittendrin Hanno, der beide Welten in sich vereinen muss. In Rückblicken taucht man ein in eine bewegende Zeit. Nikol Ljubic schildert hier die beginnende Anti-Atomkraft-Bewegung und einen unbekannten zwiespältigen Helden.

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