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Balzac

Aus dem Nachlaß herausgegeben und mit einem Nachwort versehen von Richard Friedenthal

Stefan Zweig

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Beschreibung

Stefan Zweigs Hauptwerk, das erst nach seinem Tod erscheinen konnte.

Der Herausgeber schreibt im Nachwort:
Der "große Balzac", wie Stefan Zweig im Hausgebrauch das Unternehmen nannte - zum Unterschied von früheren Versuchen geringeren Umfangs - sollte nach dem Willen des Autors sein Hauptwerk werden, sein "magnum opus". Seit zehn Jahren hatte er an dem Manuskript gearbeitet. Er wollte mit ihm die Summe seiner schriftstellerischen Erfahrung und seiner Lebenskenntnis ziehen. Balzac schien ihm das größte Thema, das seiner eigentümlichen Begabung zugänglich und geradezu Vorbehalten wäre. Seit seinen Wiener Anfängen hatte er mit Balzacs Werken und mit der Balzac-Legende gelebt, und man darf vielleicht daran erinnern, daß Wien in der Geschichte des europäischen Ruhmes Balzacs eine ganz besondere Rolle spielt. ... Die Unterlagen waren vielfach verteilt und zerstreut, teils hier in London, teils in Bath; einiges war in Safes bei Banken deponiert. Und wenn Zweig das Manuskript noch in den ersten Monaten des "unwirklichen Krieges" fertigstellen konnte, so hatte ich die Durchsicht zu einer Zeit vorzunehmen, da uns die Wirklichkeit des Weltbrandes erheblich nähergerückt war. Ich mußte dreimal unter der unmittelbaren Einwirkung dieser Realität meine Wohnung wechseln, da die alte völlig zerbombt war. Zu zwei Malen wurde mir das Handexemplar, an dem ich arbeitete, buchstäblich aus der Hand gerissen und durch das Zimmer geworfen. Die Decke kam herunter und begrub die Notizen ... Auch bis in den stillen Flur des Zweigschen Wohnhauses in Bath fielen bei einem der berüchtigten "Baedeker-Angriffe" die Splitter. Auch das Britische Museum, in dem ich von Zeit zu Zeit Rat suchte, blieb nicht verschont; es hielt trotzdem in bewundernswerter Weise die ganzen Jahre hindurch die gastlichen Räume seiner "North Library" offen. Die Arbeit vollzog sich daher, wenn ich mich einer englischen "Untertreibung" bedienen darf, nicht völlig unter normalen Umständen. ... Aber die dunklen Mächte, die Stefan Zweig aus seiner Heimat verjagt und in den Tod getrieben haben, behielten auch diesem Werk gegenüber, wie in allem, unrecht. Das Buch ist fertig geworden. Es ist nicht völlig das, was Stefan Zweig beabsichtigte, aber ich glaube doch mit gutem Gewissen sagen zu dürfen, daß es einen würdigen Abschluß seines Lebenswerkes repräsentiert.

1881-1942

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Richard Friedenthal
Seitenzahl 572
Erscheinungsdatum 26.06.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-946619-49-9
Verlag Boer, K
Maße (L/B/H) 21,1/14,1/4,8 cm
Gewicht 851 g
Auflage Der Text folgt der Erstausgabe, erschienen 1946 im Bermann-Fischer Verlag, Stockholm. Der Neudruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung von Prof. Martha Friedenthal-Haase.

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  • Inhalt
    Erstes Buch: Jugend und erste Anfänge
    1. Kapitel Tragödie einer Kindheit
    2. Kapitel Verfrühte Frage an das Schicksal
    3. Kapitel Die Romanfabrik Horace St-Aubin & Co.
    4. Kapitel Madame de Berny
    5. Kapitel Kommerzielles Zwischenspiel
    6. Kapitel Balzac und Napoleon

    Zweites Buch: Balzac am Werk
    7. Kapitel Der Mann von dreißig Jahren
    8. Kapitel Balzac außen und innen
    9. Kapitel Die Herzogin von Castries
    10. Kapitel Balzac entdeckt sein Geheimnis

    Drittes Buch: Der Lebensroman
    11. Kapitel Die Unbekannte
    12. Kapitel Genf
    13. Kapitel Abschied in Wien

    Viertes Buch: Glanz und Elend des Romanciers Balzac
    14. Kapitel36, das Jahr der Katastrophen
    15. Kapitel Italienreise
    16. Kapitel Das Jahr der Wende
    17. Kapitel Die sardinischen Silberminen
    18. Kapitel Theaterspekulationen

    Fünftes Buch: Der Dichter der Comédie humaine
    19. Kapitel Der Kampf um Frau von Hanska
    20. Kapitel Die Comédie humaine
    21. Kapitel Erster Zusammenbruch
    22. Kapitel Balzac der Sammler

    Sechstes Buch: Vollendung und Ende
    23. Kapitel Die letzten Meisterromane
    24. Kapitel Balzac in der Ukraine
    25. Kapitel Heirat und Heimkehr
    26. Kapitel Das Ende

    Balzacs Leben und Werk, eine Übersicht
    Literatur
    Nachwort des Herausgebers