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Die Kraft ihres Herzens

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Madena ist auf der Suche nach ihrer Vergangenheit und reist zurück in die Stadt ihrer Kindheit und Jugend in den 50er und 60er Jahren. Psychische und physische Gewalt, ein strenger katholischen Gott, Scham und Angst prägen ihre Erinnerungen. Traumatisiert stürzte sie sich in falsche Beziehungen, glücklich war sie in der kurzen Begegnung mit Justus. Sie stellt sich den Herausforderungen ihrer Erinnerungen und baut sich ein neues Leben auf. Was bleibt, ist die Frage nach dem Verzeihen, die Suche nach dem Leben, der Liebe und zu sich selbst.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 190 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 21.07.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783958131033
Verlag Edition oberkassel
Dateigröße 1636 KB
eBook
7,99
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Ein redlicher Mann ...
von mabuerele am 11.09.2017

„...Zu Hause badet die Küche im Spätnachmittagssonnenlicht, die Wände sehen dunkelgolden aus...“ Wir schreiben das Jahr 1952. Marie ist auf das Dach ihrer Schule geklettert. Dort fühlt sie sich frei wie ein Vogel. Sie beleidigt von oben einen Lehrer. Was folgt, sind zehn Schläge mit dem Stock auf die Hand. Die... „...Zu Hause badet die Küche im Spätnachmittagssonnenlicht, die Wände sehen dunkelgolden aus...“ Wir schreiben das Jahr 1952. Marie ist auf das Dach ihrer Schule geklettert. Dort fühlt sie sich frei wie ein Vogel. Sie beleidigt von oben einen Lehrer. Was folgt, sind zehn Schläge mit dem Stock auf die Hand. Die Autorin hat ihre Protagonistin die Lebensgeschichte im Rückblick erzählen lassen. Marie ist ein schwieriges Kund. Doch das Umfeld sieht nur das Verhalten und hinterfragt es nicht. Keinen interessieren die Ursachen. Maries Eltern leben getrennt. Der Vater hat die Familie verlassen und ist eine neue Ehe eingegangen. Den Unterhalt bezahlt er nur sporadisch, obwohl er in sehr guten finanziellen Verhältnissen lebt. Maries Mutter arbeitet als Buchhalterin und Einkäuferin und hat wenig Zeit für ihre beiden Töchter. Trotzdem ist das Geld oft knapp. Die katholisch geprägte Erziehung setzt auf Strafe und Gehorsam. Während Marie durch ihre Aufmüpfigkeit und scheinbar unbegründete Wutausbrüche auffällt, geht ihre ältere Schwester Hanna nachts schon eigene Wege. Regelmäßig erscheint der Vater, um einen Tag mit Marie zu verbringen. Dabei wird er zunehmend übergriffig. Obwohl das Mädchen nie aufgeklärt wurde, empfindet sie das Verhalten des Vaters als unangenehm und abstoßend. Er vermittelt ihr, dass er ein Recht dazu habe und dass ihr die Hölle drohe, wenn sie auch nur ein Wort darüber verliert. Der Schriftstil des Buches ist sehr ausgereift. Geschickt versteht es die Autorin, am Rande des Geschehens zu balancieren. Das bedeutet, dass die Ereignisse nur angedeutet, selten ausgeschmückt werden, dafür aber Maries seelischer Zustand und ihre Empfindungen viel Raum erhalten. Diese Andeutungen wirken stärker und erschütternder als eine detailgetreue Schilderung. Maries Abgleiten in die Phantasie, ihre Alpträume, das zunehmende Ausblenden der Aktionen werden mit aussagekräftigen Metaphern und treffenden Adjektiven und Partizipien wiedergegeben. Viele der Bilder sprechen für sich. Der Gegenpol dazu sind die Überheblichkeit des Vaters, seine Besitzansprüche, das Ausspielen der Töchter gegeneinander und die Drohgebärden.Er glaubt, psychische Verletzungen mit Geld zudecken zu können. Betroffen macht, dass er es nicht einmal für nötig erachtet, zur Kommunion seiner Tochter zu erscheinen. Trotzdem ist der Tag für Marie einer der wenigen Lichtblicke. Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit, nach Verständnis ist in jeder Zeile spürbar. Es soll Jahre dauern, bis Marie in der Lage ist, das Geschehen aufzuarbeiten und ihr Leben neu in die Hand zu nehmen. Auch wenn nach und nach ein gewisser Wohlstand in die Familie einzieht, fest zu machen an den neuen technischen Geräten, bleibt die Lebensweise dem alten verhaftet. Die Mutter bestimmt, was Marie anzieht. Ihre Wünsche nach modischer Kleidung werden ignoriert. Die örtlichen Verhältnisse werden gut beschrieben. Obiges Zitat ist ein Beispiel für die sprachlichen Feinheiten. Das Buch hat mir ausgezeichnet gefallen. Es zeigt, wie subtil Missbrauch funktionieren kann und welch lebenslange Spuren er in der Seele hinterlässt. Ein letztes Zitat dazu, welches fast am Schluss des Buches steht, möge meine Rezension abrunden: „...Erinnerung kam gestern und heute, als das Leben mir gehörte, ich alle Hoffnung und jeden Traum an dieses hatte. Morgen werde ich mich nicht mehr erinnern...“

Die Kraft ihres Herzens lässt sie überleben
von MissSophi am 27.08.2017

Wir dürfen ein Kind begleiten, durch die Wirrungen der Nachkriegszeit. Den strengen Regeln der kath. Kirche unterworfen, ausgeliefert an ihre Eltern. Monika Detering schafft es, auf wunderbare Weise, uns mit hinein zu nehmen in den Werdegang eines Mädchens. Sie schafft es Formulierungen zu finden, mit der Sprache zu spielen... Wir dürfen ein Kind begleiten, durch die Wirrungen der Nachkriegszeit. Den strengen Regeln der kath. Kirche unterworfen, ausgeliefert an ihre Eltern. Monika Detering schafft es, auf wunderbare Weise, uns mit hinein zu nehmen in den Werdegang eines Mädchens. Sie schafft es Formulierungen zu finden, mit der Sprache zu spielen und damit Bilder zu erzeugen, die sich auf der Netzhaut einbrennen. Worte für das Unfassbare... eine Geschichte, voller Willkür und Gewalt. Sie muss die Dinge nicht beim Namen nennen und dennoch weiß man, worum es geht. Darf die Protagonistin auf ihrem Weg begleiten und ein Stück ihrer Befreiung miterleben. Mich hat das Buch von der ersten Seite an gefesselt und in seinen Bann gezogen. Mich haben die Sätze fasziniert und die Bilder, die dadurch in mir entstanden sind. Ich danke Monika Detering sehr, dass sie sich dieses Themas angenommen hat und hoffe, dass die zarten Worte nicht im Raum verhallen, sondern Gehör finden und Verständnis wecken.

eine starke Frau
von einer Kundin/einem Kunden aus Potsdam am 17.08.2017

Monika Deterings Roman spielt in den 50er/60er Jahren, in einer Zeit, die uns heute sehr fern erscheint. Erziehung und Familie sind von einer streng katholischen Moral geprägt, die Bürgerlichkeit lebt von Heuchelei und Bigotterie. In Wirklichkeit nimmt man es mit der sogenannten Moral nicht sehr genau. In diesem Zwiespalt... Monika Deterings Roman spielt in den 50er/60er Jahren, in einer Zeit, die uns heute sehr fern erscheint. Erziehung und Familie sind von einer streng katholischen Moral geprägt, die Bürgerlichkeit lebt von Heuchelei und Bigotterie. In Wirklichkeit nimmt man es mit der sogenannten Moral nicht sehr genau. In diesem Zwiespalt von religiösem Anspruch und einer Wirklichkeit, in der jede Moral gebrochen wird, wächst Marie auf. Als Kind schon erlebt sie, dass sie zwei Leben hat: das brav bigotte der Mutter und das von Sexualität und Gewalt geprägte des Vaters. Wem soll das Kind glauben? Marie scheint zunächst stark genug, der kleinbürgerlichen Umklammerung zu entfliehen, aber die Liebe zu ihrem Freund endet im Fiasko. Die religiösen und bürgerlichen Normen der Mutter zwingen Marie, die noch nicht volljährig ist, als sie schwanger wird, den Vater ihres Kindes zu heiraten. Monika Detering geht sehr sensibel und behutsam mit dem Thema des sexuellen Missbrauchs um, sie lässt ihre Leser in die Seele des leidenden Kindes blicken. Man möchte mit Marie schreien und weinen, möchte ihr Leid teilen, ihr zur Seite stehen. Der Zeitgeist wirkt bedrohlich, zerstörerisch. Es ist wichtig, sich an diese Zeit der doppelten Moral zu erinnern, denn sie ist nicht so fern, wie man annehmen möchte. Auch heute geschehen noch Dinge im familiären, aber leider auch im kirchlichen Bereich, über die man nicht gerne redet. Monika Deterings Roman könnte einen Beitrag zu mehr Ehrlichkeit leisten, damit sich nicht wiederholt, was wir meinen, überwunden zu haben.