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Neustart im Kopf

Wie sich unser Gehirn selbst repariert

Die erstaunlichen Fähigkeiten unseres Gehirns
Unser Gehirn ist nicht - wie lange angenommen - eine unveränderliche Hardware. Es kann sich vielmehr auf verblüffende Weise umgestalten und sogar selbst reparieren - und das bis ins hohe Alter. Diese Erkenntnis ist die wohl sensationellste Entdeckung der Neurowissenschaften.

"Dr. Doidge, ein hervorragender Psychiater und Forscher, erkundet die Neuroplastizität in Begegnungen mit Pionieren der Forschung und mit Patienten, die von den neuen Möglichkeiten der Rehabilitation profitiert haben. ... Das Buch ist ein absolut außergewöhnliches und hoffnungsvolles Zeugnis der Möglichkeiten des menschlichen Gehirns."
Oliver Sacks
"...ein faszinierender Abriss der jüngsten Revolution in den Neurowissenschaften!"
The New York Times
"Das Gehirn ist kein fertig verdrahteter Denkapparat, der im Laufe des Lebens immer weiter verschleißt. Es kann sich umorganisieren, umformen und manchmal kann es sogar wachsen. Der Psychologe Norman Doidge erklärt neueste Ergebnisse der Hirnforschung: Durch einfühlsam geschilderte Beispiele macht er sie für jedermann verständlich und nachvollziehbar."
Deutschlandfunk
Portrait
Norman Doidge, M.D., forscht als Psychiater und Psychoanalytiker am Columbia University Center for Psychoanalytic Training and Research in New York und an der University of Toronto. Seine Veröffentlichungen als Autor und Essayist sind mehrfach ausgezeichnet worden."Neustart im Kopf" wurde von der Dana Brain Foundation als "bestes Sachbuch aller Zeiten über das Gehirn" prämiert. 2015 erschien bei Campus sein Buch "Wie das Gehirn heilt".
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  • Vorwort zur Neuauflage

    Das Vorwort zur Neuauflage eines Buches gibt dem Autor die Gelegenheit auf Entwicklungen seit der Erstveröffentlichung einzugehen: Wurde das Buch entsprechend den Absichten des Autors von der Leserschaft gut angenommen, stehen Selbstkorrekturen an, und wie sind die darin ausgedrückten Gedanken weiterzuentwickeln?

    Nun, da seit Erscheinen der Originalausgabe von Neustart im Kopf sieben Jahre vergangen sind, ist der zentrale Begriff des Buches "Neuroplastizität" vielerorts geläufig geworden. Neuroplastizität bezeichnet die Fähigkeit des Gehirns, seine Struktur und Funktion in Reaktion auf geistige Erfahrungen zu verändern.
    Mir ging es zunächst darum, neue Wege zu finden, um Menschen mit neurologischen und psychiatrischen Leiden zu helfen. Zu diesem Zweck sammelte ich Beispiele klinischer Neuroplastizität: Heilungen oder ungewöhnliche Besserungen in Situationen, die hoffnungslos erschienen. Vom Standpunkt der Wissenschaftsgeschichte aus betrachtet, handelte es sich bei diesen Beispielen um Anomalien, denn sie schienen dem konventionellen Paradigma zu widersprechen, wonach die "Schaltkreise" des Gehirns in der Kindheit gebildet und festgelegt würden. Nicht lange aber, nachdem ich mit dem Sammeln solcher Anomalien begann, erkannte ich, dass das allgemeine Verständnis des Gehirns im Kern unrichtig war. Das Gehirn ist nicht nur in der Lage, sich neu zu "verdrahten", dies ist sogar seine normale Funktionsweise. So erlebte ich, was Wissenschaftshistoriker als "Krise" eines Paradigmas bezeichnen. Schließlich kam ich an einen Punkt, an dem ich genügend Beispiele grundlegender neuroplastischer Verwandlungen angehäuft hatte, um daraus zu schließen, dass im Lichte dieser Entdeckungen mit dem alten Paradigma ganz zu brechen sei. Ich kam zum Schluss, dass dieses neue Paradigma die wichtigste Veränderung unseres Verständnisses des Gehirns seit gut vierhundert Jahren bedeutete, führte es doch zur Preisgabe des seit Descartes vorherrschenden Bildes vom Gehirn als Maschine.
    Freilich verspürte auch die Mehrzahl derjenigen Wissenschaftler und Ärzte, die ich als "Neuroplastiker" bezeichne, diese Krise. Ihre hochkomplexe, ins Detail gehende Arbeit war derart umstritten, und fand sozusagen außerhalb der regulären Arbeitszeit statt, dass sie sich anfangs oft scheuten, zur Erklärung ihrer Ergebnisse das Wort "Neuroplastizität" zu verwenden, weil es weithin als Hirngespinst galt. Infolgedessen fand ihre Arbeit am Thema oft in relativer Abgeschiedenheit statt, im jeweils eigenen geistigen Silo, ohne die Möglichkeit, miteinander ins Gespräch zu kommen.
    Zu meinem Glück hatte ich die Möglichkeit, gleichsam über diesen voneinander getrennten neuroplastischen Silos zu schweben, zwischen ihnen hin- und herzuspringen, Verbindungen zwischen den dort entwickelten Projekten herzustellen und somit auch weitere Folgerungen daraus zu ziehen. Darunter waren auch Erkenntnisse, zu welchen den Neuroplastikern selbst, die alle Hände voll mit ihren neuen Techniken zu tun hatten, schlicht die Zeit fehlte. Das vorliegende Buch zeigt diese Erkenntnisse, die für die medizinische Praxis ebenso wie für unser Verständnis von Liebe, Beziehungen, Sexualität, Bildung und, wie ich im Anhang zeige, der Kultur von großer Bedeutung ist. Die Neurowissenschaft hat viele Einzelstudien hervorgebracht sowie eine Flut ernst zu nehmender wissenschaftlicher Erkenntnisse. Was allerdings oftmals fehlt, sind Denker, die in der Lage sind, sich diese Erkenntnis anzueignen, sie zu ordnen und zu einem Gesamtbild zusammenzufügen. Zu diesem Unterfangen wollte ich mit dem vorliegenden Buch zumindest einen Anfang machen, mit Blick auf die Veränderbarkeit des Gehirns.

    Manche Leser erwarten geradezu, dass ein wissenschaftliches Buch nahezu undurchdringbar sein müsse, und auf jeden Fall mit mathematischen Formeln durchsetzt. Woraus es auf jeden Fall nicht bestehen sollte, sind Geschichten. Tatsächlich kamen einige Leser (fast immer hand
  • INHALT

    Vorwort zur Neuauflage 7

    Vorwort 13

    1. Eine Frau fällt ins Bodenlose 17
    2. Die Frau, die sich ein besseres Gehirn baute 42
    3. Die Neuerfindung des Gehirns 59
    4. Lieben und Vorlieben 104
    5. Rettung aus der Finsternis 140
    6. Das entfesselte Gehirn 169
    7. Die Welt des Schmerzes 181
    8. Die Kraft der Vorstellung 199
    9. Wie wir Gespenster in Vorfahren verwandeln 216
    10. Die ewige Jugend des Gehirns 244
    11. Mehr als die Summe ihrer Teile 256

    Anhang 1: Gehirn und Kultur 281
    Anhang 2: Neuroplastizität und Fortschritt 305

    Dank 310
    Anmerkungen 313
    Personenregister 369
    Sachregister 373
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 382
Erscheinungsdatum 07.09.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-593-50839-9
Verlag Campus
Maße (L/B/H) 22,1/14,1/3 cm
Gewicht 623 g
Originaltitel The Brain That Changes Itself
Auflage 3. Auflage
Übersetzer Jürgen Neubauer
Verkaufsrang 27437
Buch (gebundene Ausgabe)
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29,95
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Kundenbewertungen

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Mein Eindruck
von HSL am 17.01.2018

Es ist wohl richtig, dass man behaupten kann, dass ein Mensch seinen Geist so trainieren kann wie ein Sportler seine Muskeln. „Neustart im Kopf“ erschien im September 2017 als 3. Auflage im Campus Verlag. Der Titel wirkt sehr stark auf mich und betritt mit seinem Inhalt ein faszinierendes Feld der Neurowissenschaften. Der Autor ... Es ist wohl richtig, dass man behaupten kann, dass ein Mensch seinen Geist so trainieren kann wie ein Sportler seine Muskeln. „Neustart im Kopf“ erschien im September 2017 als 3. Auflage im Campus Verlag. Der Titel wirkt sehr stark auf mich und betritt mit seinem Inhalt ein faszinierendes Feld der Neurowissenschaften. Der Autor forscht als Psychiater und Psychoanalytiker an verschiedenen Universitäten in Amerika. Seine Veröffentlichungen wurden bereits mehrfach ausgezeichnet, und dieses Sachbuch wurde als Bestes in der Gehirnforschung prämiert. Wenn man bedenkt, dass die Kultur nicht nur ein Produkt unseres Gehirns ist, sondern auch den menschlichen Geist formt, kann man erahnen wozu es im Denken und Handeln fähig ist. So sind dauerhafte Tätigkeiten wie Sport, Wahrnehmung, Lernen und Imagination Praktiken die nicht nur den Geist verändern, sondern auch das Gehirn. In dem mir vorliegenden Werk erklärt er an einigen Fallbeispielen (Perlentaucher der Sulustämme oder Musiker die verschiedene Instrumente spielen) wie vorgegebene Schaltkreise des Gehirns und Nervensystems sich durch Übung in unerwarteter Weise verändern lassen. Es dient dem Zweck Menschen mit neurologischen und psychiatrischen Leiden zu helfen, aber auch gesunden Menschen eröffnen sich ungeahnte Möglichkeiten. Wie sich unser Gehirn neu repariert, ist die erforschte und beobachtete Veränderungsfähigkeit des Nervensystems, dass seine Struktur und Funktionen im Laufe seiner gesamten Lebensdauer an sich ändernde Umweltbedingungen anpasst. Zudem wurde dieses Grundlagenbuch in Form von Geschichten geschrieben und speziell auf Fachlatein verzichtet, da so ein besseres Verständnis auch für den Laien möglich ist. Dieses Buch schafft es, den Blick auf Krankheiten und Verletzungen zu verändern. Es gibt vor allem Hoffnung, dass die chronischen Schmerzen verschwinden und dass man bei einem Schlaganfall nicht ewig an einem Rollstuhl gefesselt sein muss. Technologien in Bezug auf die Neurowissenschaft werden fortschreiten und sich wiederum in den nächsten Jahren neu definieren. In zwei Anhängen geht der Autor nochmals spezifisch auf Gehirn und Kultur und Neuroplastizität und Fortschritte ein. Die Zusammenfassung zu Themen wie Formbarkeit des Gehirns und Veränderbarkeit von Steuerungsfunktionen menschlichen Seins bringen den Leser dazu menschliche Verhaltensmuster und auch einschränkende, physische Defekte nicht einfach als gegeben hinzunehmen.