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Die Kieferninseln

MP3 Format, Lesung

(16)
Gilbert Silvester, Privatdozent und Bartforscher im Rahmen eines universitären Drittmittelprojekts, steht unter Schock. Letzte Nacht hat er geträumt, dass seine Frau ihn betrügt. In einer absurden Kurzschlusshandlung verlässt er sie, steigt ins erstbeste Flugzeug und reist nach Japan, um Abstand zu gewinnen. Dort fallen ihm die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Basho in die Hände, und plötzlich hat er ein Ziel: Wie die alten Wandermönche möchte auch er den Mond über den Kieferninseln sehen. Auf der traditionsreichen Pilgerroute könnte er sich in der Betrachtung der Natur verlieren und seinen inneren Aufruhr hinter sich lassen. Aber noch vor dem Start trifft er auf den Studenten Yosa, der mit einer ganz anderen Reiselektüre unterwegs ist, dem Complete Manual of Suicide.
Die Kieferninseln ist ein Roman von meisterhafter Leichtigkeit: tiefgründig, humorvoll, spannend, zu Herzen gehend. Im Teeland Japan mischen sich Licht und Schatten, das Freudianische Über-Ich und die dunklen Götter des Shintoismus. Und die alte Frage wird neu gestellt: Ist das Leben am Ende ein Traum?
Portrait
Frank Stieren, 1966 geboren, arbeitete nach seiner Schauspielausbildung in Berlin an verschiedenen deutschen Theatern und war Hauptdarsteller in vielen Filmen. Er ist Sprecher für Hörbücher, Dokumentationen und Hörspiele und lebt in Hamburg.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium MP3-CD
Sprecher Frank Stieren
Anzahl 1
Erscheinungsdatum 17.11.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783869743066
Genre Belletristik
Verlag Steinbach Sprechende Bücher
Spieldauer 280 Minuten
Hörbuch (MP3-CD)
16,19
bisher 17,99

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Buchhändler-Empfehlungen

Ines Schwabe, Thalia-Buchhandlung Jena

Gilbert sucht einen Platz zum Leben, Yosa einen zum Sterben. Gemeinsam gehen sie auf eine Pilgerreise, die alles verändern soll. Tiefgründig und manchmal herrlich absurd. Gilbert sucht einen Platz zum Leben, Yosa einen zum Sterben. Gemeinsam gehen sie auf eine Pilgerreise, die alles verändern soll. Tiefgründig und manchmal herrlich absurd.

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein ungemein vielschichtiges Buch, das ich mit Genuss und Aufmerksamkeit gelesen habe und aus dem man viel über Japan erfahren kann. Unbedingt lesen! Ein ungemein vielschichtiges Buch, das ich mit Genuss und Aufmerksamkeit gelesen habe und aus dem man viel über Japan erfahren kann. Unbedingt lesen!

Tatjana Hefter, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Die gemeinsame Pilgerreise eines deutschen Bartforschers und eines japanischen angehenden Selbstmörders quer durch Japan gewährt tiefe Einblicke in Kultur und Gedankenwelt. Die gemeinsame Pilgerreise eines deutschen Bartforschers und eines japanischen angehenden Selbstmörders quer durch Japan gewährt tiefe Einblicke in Kultur und Gedankenwelt.

„Japanisch durch und durch“

Rafael Ulbrich, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Dieser kurze Roman nimmt einen mit auf eine Pilgerreise nach Japan. Die Hauptfigur fliegt kurzentschlossen nach Japan, um den Spuren Bashos zu folgen. Eher zufällig hält er in Tokio einen Selbstmordkandidaten von seiner Absicht ab und beschließt, nun in der Verantwortung, ihn mit auf seine Reise zu nehmen. Bewaffnet mit einem Handbuch für Selbstmörder suchen die beiden vorher noch passende Orte für Selbstmordkandidaten auf. Klingt skurril, ist aber eine wunderbare Geschichte, in einer sehr bildhaften Sprache und vermittelt ganz nebenbei auch so einiges an japanischen Sitten und Kultur.
Ein Buch über das Leben in all seinen Facetten!
Dieser kurze Roman nimmt einen mit auf eine Pilgerreise nach Japan. Die Hauptfigur fliegt kurzentschlossen nach Japan, um den Spuren Bashos zu folgen. Eher zufällig hält er in Tokio einen Selbstmordkandidaten von seiner Absicht ab und beschließt, nun in der Verantwortung, ihn mit auf seine Reise zu nehmen. Bewaffnet mit einem Handbuch für Selbstmörder suchen die beiden vorher noch passende Orte für Selbstmordkandidaten auf. Klingt skurril, ist aber eine wunderbare Geschichte, in einer sehr bildhaften Sprache und vermittelt ganz nebenbei auch so einiges an japanischen Sitten und Kultur.
Ein Buch über das Leben in all seinen Facetten!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein interessanter, aber sehr theoretischer Text. Die Ausgangssituation ist wirklich spannend, wird allerdings recht schnell nebensächlich. Für Japan-Fans interessant. Ein interessanter, aber sehr theoretischer Text. Die Ausgangssituation ist wirklich spannend, wird allerdings recht schnell nebensächlich. Für Japan-Fans interessant.

Gudrun Heeg, Thalia-Buchhandlung Remscheid

Ein kurzer Roman, der den Leser permanent hin und her wirft zwischen Traum und Realität, Ironie und Poesie. Viel zu schade zum schnellen Lesen! Ein stilistisches Meisterstück! Ein kurzer Roman, der den Leser permanent hin und her wirft zwischen Traum und Realität, Ironie und Poesie. Viel zu schade zum schnellen Lesen! Ein stilistisches Meisterstück!

„Die Kieferninseln“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Nach einem schlechten Traum denkt Gilbert Silvester, Privatdozent und "Bartforscher", dass seine Frau ihn betrügt. In einer Kurzschlusshandlung reist er mit dem erstbesten Flugzeug nach Japan. Es wird ein hochkomischer Trip. Am Ende seiner Pilgerfahrt verschwinden die Dinge, es tauchen Geister auf...eine meisterhafte literarische Leistung. Großartige bildgewaltige Gegenwartsliteratur! Nach einem schlechten Traum denkt Gilbert Silvester, Privatdozent und "Bartforscher", dass seine Frau ihn betrügt. In einer Kurzschlusshandlung reist er mit dem erstbesten Flugzeug nach Japan. Es wird ein hochkomischer Trip. Am Ende seiner Pilgerfahrt verschwinden die Dinge, es tauchen Geister auf...eine meisterhafte literarische Leistung. Großartige bildgewaltige Gegenwartsliteratur!

„Kurzweiliger Dialog zwischen den Kulturen“

Christina Koberling, Thalia-Buchhandlung Chemnitz

Der Roman beginnt skuril und so schnell, dass der Protagonist, ein erfolgloser Privatdozent und...Bartforscher!!, sich nach nicht einmal 2 Seiten am anderen Ende der Welt wiederfindet, er als eingefleischter Kaffeetrinker im Teetrinkerland Japan!
Und das bleibt nicht die einzige Herausforderung auf seiner Reise. Diese beschreibt die Autorin mit poetischer Lakonie, aus der wunderbare Sätze entstehen.
Überaus intelligent verwebt sie die Erscheinungen von Natur und Kultur, streift auch das Werk der Zerstörung durch den Menschen, lässt vieles offen oder deutet nur an.
Hindurch zieht sich ein so feinsinniger ironischer Humor, dass dieser auch der tragischen Seite der Geschichte (er trifft auf einen jungen Mann ,der sich zu Tode stürzen will)
gerecht wird. Diese Buch ist eine Wohltat an sprachlicher Eleganz und Meisterhaftigkeit. Hier stimmt alles : Aufmachung, Umfang, Inhalt.
Ein ganz großartiger Roman, so schön geschrieben, dass ich mitunter die Handlung vergaß...
Der Roman beginnt skuril und so schnell, dass der Protagonist, ein erfolgloser Privatdozent und...Bartforscher!!, sich nach nicht einmal 2 Seiten am anderen Ende der Welt wiederfindet, er als eingefleischter Kaffeetrinker im Teetrinkerland Japan!
Und das bleibt nicht die einzige Herausforderung auf seiner Reise. Diese beschreibt die Autorin mit poetischer Lakonie, aus der wunderbare Sätze entstehen.
Überaus intelligent verwebt sie die Erscheinungen von Natur und Kultur, streift auch das Werk der Zerstörung durch den Menschen, lässt vieles offen oder deutet nur an.
Hindurch zieht sich ein so feinsinniger ironischer Humor, dass dieser auch der tragischen Seite der Geschichte (er trifft auf einen jungen Mann ,der sich zu Tode stürzen will)
gerecht wird. Diese Buch ist eine Wohltat an sprachlicher Eleganz und Meisterhaftigkeit. Hier stimmt alles : Aufmachung, Umfang, Inhalt.
Ein ganz großartiger Roman, so schön geschrieben, dass ich mitunter die Handlung vergaß...

Kristina Urban, Thalia-Buchhandlung Berlin

Gilbert bricht aus seinem ruhigen und überschaubaren Leben aus und philosophiert über die Unzulänglichkeiten seines eigenen Lebens. Anspruchsvoll und dicht geschrieben. Gilbert bricht aus seinem ruhigen und überschaubaren Leben aus und philosophiert über die Unzulänglichkeiten seines eigenen Lebens. Anspruchsvoll und dicht geschrieben.

Kristin Pein, Thalia-Buchhandlung Weimar

Mit beeindruckender Leichtigkeit angesichts tiefgründiger Themen erzählt Marion Poschmann von Leben, Traum, Tod - untermalt von wunderbaren Beschreibungen japanischer Landschaften. Mit beeindruckender Leichtigkeit angesichts tiefgründiger Themen erzählt Marion Poschmann von Leben, Traum, Tod - untermalt von wunderbaren Beschreibungen japanischer Landschaften.

„Auf der Suche“

Dorothea Weiss, Thalia-Buchhandlung Jena

Gilbert hat das Ziel in seinem Leben aus den Augen verloren. Aus einer Laune heraus nimmt er daher den nächsten Flieger nach Tokyo. Dort fallen ihm zuerst die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Basho und danach ein junger Japaner namens Yosa Tamagotchi, der seinem Leben ein Ende setzen will, in die Hände. Gilbert beschließt gemeinsam mit Yosa auf die Pilgerreise zu den Kieferninseln zu gehen, ganz nach Art der japanischen Wandermönche. Gilbert sucht seinen Platz zum Leben, Yosa einen zum Sterben....
Sehr tiefgründig, manchmal herrlich absurd aber immer mit humorvollem Respekt werden wir auf eine Reise durch Japan und seine wunderschöne Natur mitgenommen, die nicht nur das Leben der Figuren verändert. Verdienter Kandidat für den Deutschen Buchpreis 2017!
Gilbert hat das Ziel in seinem Leben aus den Augen verloren. Aus einer Laune heraus nimmt er daher den nächsten Flieger nach Tokyo. Dort fallen ihm zuerst die Reisebeschreibungen des klassischen Dichters Basho und danach ein junger Japaner namens Yosa Tamagotchi, der seinem Leben ein Ende setzen will, in die Hände. Gilbert beschließt gemeinsam mit Yosa auf die Pilgerreise zu den Kieferninseln zu gehen, ganz nach Art der japanischen Wandermönche. Gilbert sucht seinen Platz zum Leben, Yosa einen zum Sterben....
Sehr tiefgründig, manchmal herrlich absurd aber immer mit humorvollem Respekt werden wir auf eine Reise durch Japan und seine wunderschöne Natur mitgenommen, die nicht nur das Leben der Figuren verändert. Verdienter Kandidat für den Deutschen Buchpreis 2017!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
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Highlight im LeseHerbst
von einer Kundin/einem Kunden aus Leer (Ostfriesland) am 12.11.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Vor einiger Zeit fragte mich ein Kunde, ob ich ihm ein Buch empfehlen könne, das von einer Reise handelt. Es müsse sich dabei nicht unbedingt um eine tatsächliche Reise handeln, sondern es könne auch gerne eine innerliche Reise sein, oder eine Kombination von beiden. Zu der Zeit hatte ich... Vor einiger Zeit fragte mich ein Kunde, ob ich ihm ein Buch empfehlen könne, das von einer Reise handelt. Es müsse sich dabei nicht unbedingt um eine tatsächliche Reise handeln, sondern es könne auch gerne eine innerliche Reise sein, oder eine Kombination von beiden. Zu der Zeit hatte ich dieses Buch noch nicht gelesen. Sonst hätte ich ihm das sofort empfohlen, denn in diesem Buch geht es genau darum. Gilbert ist durcheinander. Er hat seine Frau Mathilde der Untreue beschuldigt und flüchtet so weit weg wie nur möglich: Er fliegt nach Tokyo. Was jetzt folgt, ist eine in Abschnitten surreal anmutende Geschichte. An seinem ersten Tag in Tokyo trifft Gilbert Yosa, ein junger Japaner, der sich das Leben nehmen will. Gilbert nimmt ihn unter seine Fittiche und zusammen machen sie sich auf der Suche nach dem perfekten Ort für diese Tat. Sie folgen dazu quer durch Japan den Spuren vom berühmten klassichen Haiku-Dichter Basho. In Briefen an Mathilde erzählt Gilbert von dieser Reise, von Yosa, und er überdenkt die Vergangenheit. Mir war lange nicht klar, wohin die Reise eigentlich geht. Um wen oder was geht es hier? Durch die ständig wechselnden Bilder und Perspektiven sieht man diese Geschichte und die Protagonisten wie durch ein Kaleidoskop. Marion Poschmann hat mich mit diesem Roman völlig überzeugt. Ich finde die Geschichte faszinierend und zauberhaft, wunderbar erzählt ist sie sowieso. Ein Highlight in diesem LeseHerbst!

ein japanischer Geist
von Daniela aus Berlin am 11.11.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

... oder Vorkenntnisse könnten helfen, den guten Mann zu verstehen?! Schöner Einband und zum Glück eine angenehme Seitenzahl. Ob seine geliebte Ehefrau wohl zu ihm kommt?

Geh zu den Kiefern
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 16.09.2017
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Gilbert Silvester geht jegliche Fähigkeit zur Selbstreflexion vollständig ab. Seine Wahrnehmung ist seine Wirklichkeit ist die absolute, unumstößliche Wahrheit: er träumt, seine Frau habe ihn betrogen, also hat sie ihn betrogen, also lügt sie, wenn sie es abstreitet. Traum und Wirklichkeit sind fließende Konstrukte, deren Grenzen von Gilbert in... Gilbert Silvester geht jegliche Fähigkeit zur Selbstreflexion vollständig ab. Seine Wahrnehmung ist seine Wirklichkeit ist die absolute, unumstößliche Wahrheit: er träumt, seine Frau habe ihn betrogen, also hat sie ihn betrogen, also lügt sie, wenn sie es abstreitet. Traum und Wirklichkeit sind fließende Konstrukte, deren Grenzen von Gilbert in keinster Weise hinterfragt werden. Und so fliegt er nach Japan – obwohl er Ländern, in denen mehr Tee als Kaffee getrunken wird, grundlegend misstraut! –, beschließt, auf den Spuren des verehrten Dichters Matsuo Bash? zu wandeln, rettet den Studenten Yosa Tamagotchi vor dem Suizid und nimmt ihn kurzerhand mit auf seine merkwürdige Pilgerreise. Kulturschock? Ja und nein. Unbeirrt belehrt Gilbert seinen jungen Begleiter über die Kultur seines eigenen Landes, was der sich fast schon unterwürfig gefallen lässt, erweist sich jedoch selber als nahezu unbelehrbar. Fest entschlossen, auf seiner Pilgerreise Erleuchtung zu erleben, lässt er diese über weite Strecken des Buches dennoch nicht zu. Er will beeindruckt werden, ist aber unempfänglich: sowohl für die Schönheit imaginärer Kirschblüten (da die Jahreszeit die falsche ist für echte Blüten) als auch für das albtraumhafte Szenario des Selbstmordwaldes von Aokigahara, wo Yosa den idealen Ort für seinen Freitod sucht. Erst im Kabuki-Theater ist Gilbert gegen seinen Willen dann doch fasziniert, obwohl oder gerade weil ihm das Konzept vollkommen fremd ist. Die Autorin spielt mit dem klassischen Doppelgängermotiv: Gilbert spiegelt sich wider in Yosa, projiziert seine eigenen Schwächen, Ängste und Sehnsüchte auf den jungen Mann und würdigt ihn für genau diese herab. So sagt er, ohne sich der Ironie bewusst zu sein, er setze "keinerlei Vertrauen mehr in Yosas Vorschläge, die bisher samt und sonders davon zeugen, wie ein undisziplinierter Geist sich von verworrenen Gefühlen übermannen und sich zu irrationalen und sinnlosen Handlungen treiben lässt". So deutlich ist Yosa ein Spiegelbild von Gilbert, dass man sich als Leser fragen muss: gibt es diesen Studenten mit dem unwahrscheinlichen Nachnamen 'Tamagotchi' überhaupt? Befindet sich Gilbert wirklich auf einer Reise nach Matsushima oder ist das alles nur ein Traum? Die Autorin verzichtet auf einfache Erklärungen, so dass jeder Leser seine eigene Wahrheit finden muss. "Die Kieferninseln" ist eine sprachlich wunderschöne, inhaltlich außergewöhnliche Gratwanderung zwischen Schein und Sein. Dabei ist das Buch nicht nur durch seine lyrische Wortmalerei ansprechend, sondern auch durch sein feines Psychogramm eines unverbesserlichen Pedanten, mit dem man dennoch mitfühlen muss, da er, ob ihm das nun bewusst ist oder nicht, auf der Suche ist nach mehr als seiner beengten Existenz. Es ist kein Buch zum Verstand abschalten und berieseln lassen, dafür aber eines, das zeigt, dass anspruchsvolle Literatur nicht trocken und langweilig sein muss: die Geschichte ist unterhaltsam, sie ist spannend, sie ist manchmal von einer Art tragisch angehauchter Komik. Gilbert und Yosa sind eine sonderbare Reisegemeinschaft, innerhalb derer vieles ungesagt bleibt – aber es ist ein beredtes Schweigen, in das der Leser viel hinein interpretieren kann, so wie das japanische Haiku erst vollendet wird durch die Interpretation des Lesers. Matsuo Bash?s Leben spielt nur im Hintergrund eine Rolle, aber seine Lyrik schwingt mit in den Beschreibungen der Landschaften, den von Marion Poschmann gewählten Bildern und nicht zuletzt den von Gilbert und Yosa verfassten Haiku, so laienhaft diese auch sein mögen. Fazit: Ein Traum veranlasst den Bartforscher Gilbert Silvester dazu, seine Frau zu verlassen und ins erstbeste Flugzeug zu steigen. Dieses fliegt nach Japan, wo Gilbert den Dichter Matsuo Bash? für sich entdeckt, den Studenten Yosa Tamagotchi (!!) vor dem Selbstmord bewahrt und eine Pilgerreise zu den Kieferninseln antritt. Die Geschichte hat etwas Schwebendes, Schwereloses: Man weiß nie genau, wo die Grenzen zwischen Schein und Sein verlaufen – was erlebt Gilbert wirklich, was ist vielleicht nur ein Traum? Man kann vieles zwischen den Zeilen entdecken, hinterfragen, interpretieren, oder auch einfach die Schönheit der Sprache auf sich wirken lassen. Für mich ist dieses Buch ganz klar ein verdienter Anwärter auf den Deutschen Buchpreis!