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Zeitenwende

Roman

Jahrhundert-Trilogie 3

Vier Frauen. Vier Familien. Ein Jahrhundert.

Henny Unger feiert einen runden Geburtstag, siebzig Jahre ist sie geworden. So alt wie das Jahrhundert. Beim Gartenfest an ihrer Seite: die Freundinnen Käthe, Lina und Ida – wie seit Jahrzehnten schon. Doch längst hat sich der Kreis der Gratulanten erweitert. Aus den vier Freundinnen sind Mütter und Großmütter geworden. Hennys Enkelin Katja träumt davon, als Fotoreporterin um die Welt zu reisen, Idas Tochter Florentine kehrt mit einer Überraschung nach Hamburg zurück. Und auch Ruth, die Adoptivtochter von Käthe, ist fester Teil des Freundschaftsbunds. Denn zu Hennys großer Freude führt die nächste Generation die Tradition fort: Sie teilen Glück und Leid miteinander, die kleinen und die großen Momente.

Vom Deutschen Herbst über die Wiedervereinigung bis zur Jahrtausendwende – anhand der vier Familien aus Uhlenhorst erzählt Spiegel-Bestsellerautorin Carmen Korn ein Jahrhundert bewegter und bewegender deutscher Geschichte. Mit „Zeitenwende“ findet die Jahrhundert-Trilogie ihren Abschluss.

Portrait
Korn, Carmen
Carmen Korn wurde 1952 in Düsseldorf als Tochter des Komponisten Heinz Korn geboren. Nach ihrer Ausbildung an der Henri-Nannen-Schule arbeitete sie als Redakteurin u.a. für den 'Stern'. Sie ist verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 560
Erscheinungsdatum 25.09.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-463-40684-8
Verlag Kindler Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,4/4,6 cm
Gewicht 640 g
Auflage 5. Auflage
Verkaufsrang 412
Buch (gebundene Ausgabe)
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19,95
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inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Grande finale“

Verena Flor, Thalia-Buchhandlung Hagen

Ein grandioses grande finale der Reihe.Korn hat uns mit ihrer Reihe ein Stück deutsche Geschichte geschenkt, das mich zutiefst bewegt hat. Ich habe selten einen letzten Teil gelesen, der mich mehr begeistert hat beim Lesen. Jedes Wort an der richtigen Stelle und eine Atmosphäre, die einen ergreifen kann, egal ob man nun 20, 50 oder 70 Jahre alt ist.
Ungekünstelt und einfach ein Muss für jeden Leser!
Ein grandioses grande finale der Reihe.Korn hat uns mit ihrer Reihe ein Stück deutsche Geschichte geschenkt, das mich zutiefst bewegt hat. Ich habe selten einen letzten Teil gelesen, der mich mehr begeistert hat beim Lesen. Jedes Wort an der richtigen Stelle und eine Atmosphäre, die einen ergreifen kann, egal ob man nun 20, 50 oder 70 Jahre alt ist.
Ungekünstelt und einfach ein Muss für jeden Leser!

„Ein fulminanter Abschluss“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Im September 2018 erschien der abschließende Band der „Jahrhundert-Trilogie“ von Carmen Korn über 4 Frauen und ihre Familien. Die ersten zwei Bände „Töchter einer neuen Zeit“ und „Zeiten des Aufbruchs“ gibt es bereits als Taschenbuch-Ausgaben. Beim dritten Band werden wir noch ein wenig warten müssen.

Im ersten Band haben wir die vier Frauen Henny, Käthe, Lina und Ida, die alle um 1900 herum geboren wurden, kennengelernt. Wir sind ihnen von 1919 bis 1948 durch die schweren Zeiten der Weimarer Republik, des 3. Reichs und des 2. Weltkriegs gefolgt. Wir durften verfolgen, wie sie sich verliebt, ihre Familien gegründet und auch schon erste Verluste erlitten haben. Im zweíten Band ging es dann von 1949 bis 1968 weiter. Immer noch waren die vier Frauen die Hauptpersonen, aber auch ihre Kinder und Enkel wurden immer wichtiger. Und im dritten Band sind wir jetzt im Jahr 1970 angekommen. Die Geschichte endet dann im Jahr 2000. Am Anfang des Buches leben immer noch alle vier Frauen und ihre Partner. Aber das wird sich natürlich im Laufe der Geschichte ändern. Die wichtigsten Protagonisten sind jetzt allerdings eher die Kinder und Enkel. So verfolgen wir die Geschichte von Hennys Sohn Klaus und seinem langjährigen Lebensgefährten Alex, von Hennys Enkelin Katja, Marikes Tochter, von Konstantin, Marikes Sohn, von Florentine, Idas Tochter und Ruth, Käthes Adoptivtochter.

Wie immer werden wichtige Themen der Zeit angesprochen. Im zweiten Band kristallisierte sich ja schon heraus, dass Ruth sehr interessiert an den Studentenunruhen war. Da war es schon zu erwarten, dass im dritten Band die RAF eine wichtige Rolle spielen wird. Weitere wichtige Themen, die mehr oder weniger ausführlich angerissen werden, sind AIDS, Tschernobyl, die Beziehung zur DDR und die spätere Wiedervereinigung und Demenz.

Ich persönlich war sehr über den dritten Band überrascht. Ich habe mich lange geziert, ihn zu lesen, da mir einige meiner Kunden erzählt hatten, dass er ihnen überhaupt nicht gefallen habe. Laut diesen Kunden hat die Autoren nur langsam aber sicher ihre ursprünglichen Hauptpersonen sterben lassen. So als ob sie einfach ihr Buch zu Ende bringen wollte. Ich habe es nun allerdings ganz anders empfunden. Ich fand die Geschichten ausgesprochen interessant und spannend. Und ich hatte das Gefühl, dass Carmen Korn dieses Mal wieder mehr auf ihre Protagonisten eingegangen ist. Für mich war der zweite Teil eindeutig der schlechteste. Da hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einfach zu viel geschichtliche Fakten unterbringen wollte und dadurch zu wenig Raum zum eigentlichen Erzählen hatte. Für ich ist tatsächlich der dritte Band der beste gewesen. Allerdings frage ich mich nun, woran es liegt, dass meine zumeist älteren Kunden und ich so verschiedener Meinung waren. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich mich mehr mit der aktuellen Generation identifizieren konnte als wahrscheinlich meine Kunden.

Ein weiterer Kritikpunkt der Kunden war, dass die erste Generation so alt geworden ist. Aber das ist mir auch in der Realität bereits aufgefallen, dass gerade die Generation, die zwei Weltkriege überlebt hat, sehr alt wird.

Ich bin jetzt traurig, dass ich diese Familien verlassen musste. Ich werde sie alle vermissen. Aber vielleicht hat die Autorin ja noch einmal ein Einsehen mit uns und schreibt in ca. 10 Jahren eine Band der jüngeren Generation. Bis dahin gibt es sicherlich wieder viele neue Themen!


Im September 2018 erschien der abschließende Band der „Jahrhundert-Trilogie“ von Carmen Korn über 4 Frauen und ihre Familien. Die ersten zwei Bände „Töchter einer neuen Zeit“ und „Zeiten des Aufbruchs“ gibt es bereits als Taschenbuch-Ausgaben. Beim dritten Band werden wir noch ein wenig warten müssen.

Im ersten Band haben wir die vier Frauen Henny, Käthe, Lina und Ida, die alle um 1900 herum geboren wurden, kennengelernt. Wir sind ihnen von 1919 bis 1948 durch die schweren Zeiten der Weimarer Republik, des 3. Reichs und des 2. Weltkriegs gefolgt. Wir durften verfolgen, wie sie sich verliebt, ihre Familien gegründet und auch schon erste Verluste erlitten haben. Im zweíten Band ging es dann von 1949 bis 1968 weiter. Immer noch waren die vier Frauen die Hauptpersonen, aber auch ihre Kinder und Enkel wurden immer wichtiger. Und im dritten Band sind wir jetzt im Jahr 1970 angekommen. Die Geschichte endet dann im Jahr 2000. Am Anfang des Buches leben immer noch alle vier Frauen und ihre Partner. Aber das wird sich natürlich im Laufe der Geschichte ändern. Die wichtigsten Protagonisten sind jetzt allerdings eher die Kinder und Enkel. So verfolgen wir die Geschichte von Hennys Sohn Klaus und seinem langjährigen Lebensgefährten Alex, von Hennys Enkelin Katja, Marikes Tochter, von Konstantin, Marikes Sohn, von Florentine, Idas Tochter und Ruth, Käthes Adoptivtochter.

Wie immer werden wichtige Themen der Zeit angesprochen. Im zweiten Band kristallisierte sich ja schon heraus, dass Ruth sehr interessiert an den Studentenunruhen war. Da war es schon zu erwarten, dass im dritten Band die RAF eine wichtige Rolle spielen wird. Weitere wichtige Themen, die mehr oder weniger ausführlich angerissen werden, sind AIDS, Tschernobyl, die Beziehung zur DDR und die spätere Wiedervereinigung und Demenz.

Ich persönlich war sehr über den dritten Band überrascht. Ich habe mich lange geziert, ihn zu lesen, da mir einige meiner Kunden erzählt hatten, dass er ihnen überhaupt nicht gefallen habe. Laut diesen Kunden hat die Autoren nur langsam aber sicher ihre ursprünglichen Hauptpersonen sterben lassen. So als ob sie einfach ihr Buch zu Ende bringen wollte. Ich habe es nun allerdings ganz anders empfunden. Ich fand die Geschichten ausgesprochen interessant und spannend. Und ich hatte das Gefühl, dass Carmen Korn dieses Mal wieder mehr auf ihre Protagonisten eingegangen ist. Für mich war der zweite Teil eindeutig der schlechteste. Da hatte ich das Gefühl, dass die Autorin einfach zu viel geschichtliche Fakten unterbringen wollte und dadurch zu wenig Raum zum eigentlichen Erzählen hatte. Für ich ist tatsächlich der dritte Band der beste gewesen. Allerdings frage ich mich nun, woran es liegt, dass meine zumeist älteren Kunden und ich so verschiedener Meinung waren. Vielleicht liegt es einfach daran, dass ich mich mehr mit der aktuellen Generation identifizieren konnte als wahrscheinlich meine Kunden.

Ein weiterer Kritikpunkt der Kunden war, dass die erste Generation so alt geworden ist. Aber das ist mir auch in der Realität bereits aufgefallen, dass gerade die Generation, die zwei Weltkriege überlebt hat, sehr alt wird.

Ich bin jetzt traurig, dass ich diese Familien verlassen musste. Ich werde sie alle vermissen. Aber vielleicht hat die Autorin ja noch einmal ein Einsehen mit uns und schreibt in ca. 10 Jahren eine Band der jüngeren Generation. Bis dahin gibt es sicherlich wieder viele neue Themen!


„Abschied von Uhlenhorst“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Mit 'Zeitenwende' müssen wir nun Abschied nehmen von all den liebgewonnenen UhlenhorsterInnen. Henny, Käthe, Ida und Lina und ihre Familien begegnen uns ein letztes Mal – ein aufregender und beeindruckender Trilogie-Abschluss. Zum einen, weil er Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte aufgreift und zum anderen, weil er eindrücklich zeigt, dass Geschichte sich wiederholen kann und jede(r) seine Fehler selbst machen muss, um daraus Konsequenzen zu ziehen. Fast sehnt man sich nach einer Fortsetzung, denn die nachfolgenden Generationen sind bereit Verantwortung zu übernehmen.
Gekonnt verknüpft Carmen Korn wieder einmal das Schicksal ihrer Figuren mit dem Weltgeschehen. Der Abschluss der Jahrhundert-Trilogie umfasst die Jahre von 1970 bis zur Jahrtausendwende. Wir erleben mit den UhlenhorsterInnen den Terror des Deutschen Herbsts, die erste Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, die Wiederverinigung, um nur einige Ereignisse zu nennen. Detailreiche Recherche und starke Dialoge machen diesen Roman zu einem wunderbaren Schmöker.
Sollten Sie demnächst in Hamburg sein und gar an der Alster flanieren, werden Sie sicher wohlwollend auf die vier Hamburger Frauen zurückblicken, die so manchen Schicksalsschlag hinnehmen mussten!
Mit 'Zeitenwende' müssen wir nun Abschied nehmen von all den liebgewonnenen UhlenhorsterInnen. Henny, Käthe, Ida und Lina und ihre Familien begegnen uns ein letztes Mal – ein aufregender und beeindruckender Trilogie-Abschluss. Zum einen, weil er Ereignisse der jüngsten deutschen Geschichte aufgreift und zum anderen, weil er eindrücklich zeigt, dass Geschichte sich wiederholen kann und jede(r) seine Fehler selbst machen muss, um daraus Konsequenzen zu ziehen. Fast sehnt man sich nach einer Fortsetzung, denn die nachfolgenden Generationen sind bereit Verantwortung zu übernehmen.
Gekonnt verknüpft Carmen Korn wieder einmal das Schicksal ihrer Figuren mit dem Weltgeschehen. Der Abschluss der Jahrhundert-Trilogie umfasst die Jahre von 1970 bis zur Jahrtausendwende. Wir erleben mit den UhlenhorsterInnen den Terror des Deutschen Herbsts, die erste Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, die Wiederverinigung, um nur einige Ereignisse zu nennen. Detailreiche Recherche und starke Dialoge machen diesen Roman zu einem wunderbaren Schmöker.
Sollten Sie demnächst in Hamburg sein und gar an der Alster flanieren, werden Sie sicher wohlwollend auf die vier Hamburger Frauen zurückblicken, die so manchen Schicksalsschlag hinnehmen mussten!

„Back to the roots and off to the future“

Ingbert Edenhofer, Thalia-Buchhandlung Essen

Direkt vorab: Ja, ich habe einige Kritikpunkte an "Zeitenwende" und der gesamten Jahrhundert-Trilogie. Dennoch ziehe ich meinen Hut vor Carmen Korn und ihrer breitaufgestellten Welt. Musste ich auch den ersten Teil relativ schnell neu anfangen, weil ich überwältigt war von der Anzahl an Figuren, war das ab dem zweiten, aufmerksameren Versuch kein Problem mehr. Vermutlich wäre es allerdings sowieso einfacher gewesen, orientiert zu sein, wenn ich das erste Buch auch gelesen und nicht gehört hätte.

Was mir allerdings in den Hörbüchern nicht so auffiel - vielleicht weil Carmen Korn genug Pathos in der Sprache hat, um es zu verkaufen - ist die Gestelztheit der Dialoge. Zwar fand ich auch bei "Zeiten des Aufbruchs" schon, dass die Figuren sehr viel Wert darauf legen, wieder und wieder über die gleichen Problematiken zu sprechen; dass sie dabei allerdings eine sehr konstruierte Sprache nutzen, war mir weniger bewusst. Kein Gespräch scheint ohne Jahrensangaben zu funktionieren - man beteuert einander, wie lang man sich kennt, wer wie alt ist, wer wann wie alt war, wie viele Jahre man verschwendet hat und wie alt man zu verschiedenen Zeiten dieser Verschwendung war. Es kommt teils doch sehr daher wie etwas unbeholfene Exposition und nicht wie beobachtete Gesprächskultur.

Ein Aspekt, der in den ersten zwei Bänden allerdings nicht so zentral war, in "Zeitenwende" aber zumindest in der ersten Hälfte des Buchs große Bedeutung bekommt, ist Schicksal. Immer wieder hinterfragen Figuren ihre Bestimmung mit einer gewissen Bereitschaft, den eigenen Aktionismus aufzugeben.

Das verbindet sich sicherlich mit dem zunehmenden Durchschnittsalter der Figuren, die sich mehr und mehr ihrer eigenen Endlichkeit bewusst werden. Natürlich gibt es auch neue junge Figuren (persönlich finde ich es schade, dass Turid, die zum Ende von "Zeiten des Aufbruchs" geboren wurde, kaum erwähnt wird - da ich selber mit einer Turid befreundet bin und sie gern in den Roman gelesen hätte), aber wenige können sich etablieren wie die Figuren der ersten zwei Bücher.

Demzufolge wird in "Zeitenwende" auch weit mehr gestorben als in den Vorgängern. Es mag makaber klingen, aber gerade darin liegt die größte Wirkung des Buchs. NIcht jeder Tod löst in mir die gleiche Reaktion aus, aber Korn schafft es meisterlich, die Leere spürbar zu machen, die der jeweilige Tod hinterlässt. Die meisten Tode finden zum Ende eines Kapitels statt, also unmittelbar vor einem Sprung von ein paar Monaten oder sogar Jahren, sodass man die Überlebenden nach ein wenig Trauerarbeit wieder trifft. Das hat zwei Vorteile: Die Figuren laufen nicht Gefahr, wie Jammerlappen zu wirken, und der Leser bekommt seine Reaktion auf den Tod nicht vorgeschrieben.

Ohne Namen zu nennen: Der zweite relevante Tod in "Zeitenwende" schnürte mir den Hals sicherlich für die nächsten 20 Seiten zu, und auch manch anderer Verlust macht mich auch nach Abschluss der Lektüre noch sehr beklommen.

Ein weiteres Lob verdient das Buch dafür, die zentrale Beziehung der Trilogie - meiner Meinung nach: Henny und Käthe - wieder vermehrt ins Zentrum zu stellen, nachdem sich das nach dem ersten Drittel von "Zeiten des Aufbruchs" etwas verlor. Henny ist das Zentrum des Quartetts - Ida, Käthe und Lina würden sie sicher als ihre beste Freundin bezeichnen, aber im Umkehrschluss ist das im Endeffekt nur wahr für Käthe. Direkt das erste Kapitel des Buchs zementiert diese Freundschaft als Leitfaden für den Rest dessen, was die Figuren noch durchleben - und das löst Korn ein.

Schrappt es teils an Glaubwürdigkeit, dass dieser Mikrokosmos in jede einzelne historische Entwicklung unmittelbar hineingezogen ist? Natürlich. Aber das ist eine stilistische Entscheidung, die legitim ist - das scheint bei "Forrest Gump" ja auch erlaubt zu sein.

Bei aller historischer Recherche ist es schade, dass einige Liedtitel, die angeführt werden, nicht mit gleicher Detailliebe nachgeschaut wurden. Würde Klaus (der übrigens sehr wirkt wie Korns Lieblingsfigur), ein Musikkenner das Lied "Embrace me" nenne statt "Embraceable you" oder "Make yourself a Merry Little Christmas" statt "Have yourself a Merry Little Christmas"? Aber da spricht natürlich der Pedant in mir, der sich in diesem Bereich weit besser auskennt als in den Daten der historischen Ereignisse.

"Zeitenwende" mag also nicht mein liebstes Buch je sein, aber in seiner epischen Breite ist es ein hoch gelungenes Werk - und es lohnt sich, es gelesen zu haben.
Direkt vorab: Ja, ich habe einige Kritikpunkte an "Zeitenwende" und der gesamten Jahrhundert-Trilogie. Dennoch ziehe ich meinen Hut vor Carmen Korn und ihrer breitaufgestellten Welt. Musste ich auch den ersten Teil relativ schnell neu anfangen, weil ich überwältigt war von der Anzahl an Figuren, war das ab dem zweiten, aufmerksameren Versuch kein Problem mehr. Vermutlich wäre es allerdings sowieso einfacher gewesen, orientiert zu sein, wenn ich das erste Buch auch gelesen und nicht gehört hätte.

Was mir allerdings in den Hörbüchern nicht so auffiel - vielleicht weil Carmen Korn genug Pathos in der Sprache hat, um es zu verkaufen - ist die Gestelztheit der Dialoge. Zwar fand ich auch bei "Zeiten des Aufbruchs" schon, dass die Figuren sehr viel Wert darauf legen, wieder und wieder über die gleichen Problematiken zu sprechen; dass sie dabei allerdings eine sehr konstruierte Sprache nutzen, war mir weniger bewusst. Kein Gespräch scheint ohne Jahrensangaben zu funktionieren - man beteuert einander, wie lang man sich kennt, wer wie alt ist, wer wann wie alt war, wie viele Jahre man verschwendet hat und wie alt man zu verschiedenen Zeiten dieser Verschwendung war. Es kommt teils doch sehr daher wie etwas unbeholfene Exposition und nicht wie beobachtete Gesprächskultur.

Ein Aspekt, der in den ersten zwei Bänden allerdings nicht so zentral war, in "Zeitenwende" aber zumindest in der ersten Hälfte des Buchs große Bedeutung bekommt, ist Schicksal. Immer wieder hinterfragen Figuren ihre Bestimmung mit einer gewissen Bereitschaft, den eigenen Aktionismus aufzugeben.

Das verbindet sich sicherlich mit dem zunehmenden Durchschnittsalter der Figuren, die sich mehr und mehr ihrer eigenen Endlichkeit bewusst werden. Natürlich gibt es auch neue junge Figuren (persönlich finde ich es schade, dass Turid, die zum Ende von "Zeiten des Aufbruchs" geboren wurde, kaum erwähnt wird - da ich selber mit einer Turid befreundet bin und sie gern in den Roman gelesen hätte), aber wenige können sich etablieren wie die Figuren der ersten zwei Bücher.

Demzufolge wird in "Zeitenwende" auch weit mehr gestorben als in den Vorgängern. Es mag makaber klingen, aber gerade darin liegt die größte Wirkung des Buchs. NIcht jeder Tod löst in mir die gleiche Reaktion aus, aber Korn schafft es meisterlich, die Leere spürbar zu machen, die der jeweilige Tod hinterlässt. Die meisten Tode finden zum Ende eines Kapitels statt, also unmittelbar vor einem Sprung von ein paar Monaten oder sogar Jahren, sodass man die Überlebenden nach ein wenig Trauerarbeit wieder trifft. Das hat zwei Vorteile: Die Figuren laufen nicht Gefahr, wie Jammerlappen zu wirken, und der Leser bekommt seine Reaktion auf den Tod nicht vorgeschrieben.

Ohne Namen zu nennen: Der zweite relevante Tod in "Zeitenwende" schnürte mir den Hals sicherlich für die nächsten 20 Seiten zu, und auch manch anderer Verlust macht mich auch nach Abschluss der Lektüre noch sehr beklommen.

Ein weiteres Lob verdient das Buch dafür, die zentrale Beziehung der Trilogie - meiner Meinung nach: Henny und Käthe - wieder vermehrt ins Zentrum zu stellen, nachdem sich das nach dem ersten Drittel von "Zeiten des Aufbruchs" etwas verlor. Henny ist das Zentrum des Quartetts - Ida, Käthe und Lina würden sie sicher als ihre beste Freundin bezeichnen, aber im Umkehrschluss ist das im Endeffekt nur wahr für Käthe. Direkt das erste Kapitel des Buchs zementiert diese Freundschaft als Leitfaden für den Rest dessen, was die Figuren noch durchleben - und das löst Korn ein.

Schrappt es teils an Glaubwürdigkeit, dass dieser Mikrokosmos in jede einzelne historische Entwicklung unmittelbar hineingezogen ist? Natürlich. Aber das ist eine stilistische Entscheidung, die legitim ist - das scheint bei "Forrest Gump" ja auch erlaubt zu sein.

Bei aller historischer Recherche ist es schade, dass einige Liedtitel, die angeführt werden, nicht mit gleicher Detailliebe nachgeschaut wurden. Würde Klaus (der übrigens sehr wirkt wie Korns Lieblingsfigur), ein Musikkenner das Lied "Embrace me" nenne statt "Embraceable you" oder "Make yourself a Merry Little Christmas" statt "Have yourself a Merry Little Christmas"? Aber da spricht natürlich der Pedant in mir, der sich in diesem Bereich weit besser auskennt als in den Daten der historischen Ereignisse.

"Zeitenwende" mag also nicht mein liebstes Buch je sein, aber in seiner epischen Breite ist es ein hoch gelungenes Werk - und es lohnt sich, es gelesen zu haben.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
10
3
1
0
0

zeitenwende
von einer Kundin/einem Kunden aus Lehmrade am 30.03.2019

der letzte teil ,ist ein guter überblick und ende über die familiengeschichte,alle drei bände lesen sich wie Krimis wenn man angefangen hat zu lesen ,möchte man das buch sofort zu ende lesen.

CARMEN KORN ZEITENWENDE
von einer Kundin/einem Kunden aus Hamburg am 09.03.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Dieses Buch bzw.alle drei habe ich genossen . Einfach toll ein Stück aus meinem eigenen Leben, Selbst 1941 geboren die Kriegsjahre erlebt und auch die harte Zeit. Carmen Korn ein großes Lob.

Super Buch
von einer Kundin/einem Kunden aus Berlin am 08.03.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Habe bereits vorher schon die anderen 2 Bücher gelesen und nun wollte ich wissen wie es weiter geht mit Henny. Tolle Chronik über 4 Frauen,ihre Schicksale und deren Familien. Kann man jeden empfehlen, der sich für Chroniken interressiert.