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Eine bessere Zeit

Roman

Jaume Cabre

(5)
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Beschreibung

Er wollte sie nie, die Textilfabrik, die seit sieben Generationen den Reichtum der Gensanas bedeutete. Miquel wollte ein Leben in Barcelona, eins, das Überzeugungen folgt, nicht dem Geld. Doch mit den Jahren kamen die Niederlagen, dann die Zweifel und nun zwingt ihn der Tod eines Freundes zurückzukehren … Eine bessere Zeit erzählt vom Aufbegehren gegen die eigene Familie. Es ist ein Roman über die Kraft der Traditionen, über den Glauben an das Schöne angesichts der verlorenen Zeit – sprachgewaltig orchestriert vom Weltbestsellerautor Jaume Cabré.Als Miquel den Bruch mit seiner Familie herbeiführt, ist er keine zwanzig Jahre alt. Zusammen mit seinem Jugendfreund beginnt er ein Studium der Literatur an der Universität in Barcelona. Doch schon bald zieht es die beiden aus Faszination für eine Frau in den antifranquistischen Untergrund und sie laden eine Schuld auf sich, die nie mehr vergeht. Als Franco stirbt und Spanien sich verwandelt, muss Miquel nach und nach zurückfinden. Zu einem Leben ohne Idealismus, zu seiner Familie und dem erdrückenden Gewicht ihrer zweihundertjährigen Geschichte …

"Einer der ganz Großen der Weltliteratur."
El Mundo

Jaume Cabré, geboren 1947 in Barcelona, ist einer der angesehensten katalanischen Autoren. Neben Romanen, Erzählungen und Essays hat er auch fürs Theater geschrieben und Drehbücher verfasst. Seine Romane wurden vielfach ausgezeichnet, u. a. mit dem spanischen Kritikerpreis und dem französischen Prix Méditerranée, und in zahlreiche Sprachen übersetzt..
Kirsten Brandt, geboren 1963 in Friedberg, studierte Anglistik, Germanistik und Lusitanistik in Frankfurt am Main und Hamburg. Heute lebt sie als als Übersetzerin in Offenbach.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 555
Erscheinungsdatum 25.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-458-17739-5
Verlag Insel Verlag
Maße (L/B/H) 21,3/13,1/4,5 cm
Gewicht 657 g
Originaltitel L'ombra de l'eunuc
Auflage 1
Übersetzer Kirsten Brandt, Petra Zickmann
Verkaufsrang 148243

Buchhändler-Empfehlungen

Anne-Marie Herold, Thalia-Buchhandlung Rostock

Sprachgewaltiges über Spanien und seine Geschichte und über Miquel, der versucht seinen Platz zu finden; in seiner Familie wie auch im Leben. Cabres Bücher sind absolut lesenswert

Karsten Rauchfuss, Thalia-Buchhandlung Oldenburg

Eine tief bewegende Familiengeschichte, die den Leser in das Gedankenlabyrint der Figuren schickt und das Buch am Ende begeistert zuschlagen lässt.

Kundenbewertungen

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Ein ungewöhnlicher und ungewöhnlich guter Roman.
von Wedma am 02.05.2018

„Eine bessere Zeit“ ist schon ein recht ungewöhnlicher Roman, den ich gern gelesen habe. Definitiv kein 08/15 Familienschinken, aus vielerlei Gründen, sollte er auch nicht nach gewöhnlichen Maßstäben des Unterhaltungsgenres beurteilt werden. Dieses nicht-Standarte fängt schon mit einer seinen Hauptfiguren an. Miquel, Anfan... „Eine bessere Zeit“ ist schon ein recht ungewöhnlicher Roman, den ich gern gelesen habe. Definitiv kein 08/15 Familienschinken, aus vielerlei Gründen, sollte er auch nicht nach gewöhnlichen Maßstäben des Unterhaltungsgenres beurteilt werden. Dieses nicht-Standarte fängt schon mit einer seinen Hauptfiguren an. Miquel, Anfang vierzig, der seine und die Geschichte(n) seiner Familie zwischen Vorspeise und Dessert erzählt, in dem Restaurant, dessen Wände über Jahrhunderte hinweg Wohnsitz seines Familienclans war, der jungen schönen Frau, die er vllt zu gern mag, um in ihr nur eine Kollegin zu sehen, ist schon ein seltener Typ. Den kann man in keine Schublade stecken. Er ist weder Held noch Antiheld. Er ist irgendetwas dazwischen, auch weil er nicht so recht weiß, was er vom Leben eigentlich will. Er hat eine Künstlerseele: Literatur, Musik spielen in seinem Leben, und im Roman insg., eine große Rolle. Er arbeitet, seinen Neigungen und seiner Expertise entsprechend, bei einem Magazin, in dem er Künstlerinterviews und Kritiken auf Konzerte, etc. veröffentlicht. Selbst künstlerisch tätig ist er nie geworden, er hatte kein Kunsthandwerk gelernt, er ist aber in diesem Milieu wie Fisch im Wasser. Das hat er, wie man im Laufe des Romans erfährt, seinen Genen zu verdanken. Miquel ist letztendlich so, wie er ist, eine Art Archetyp für die Leute dieser Art. In seiner Familie der Textilfabrikanten gab es schon viel illustrere Typen, schon allein der Onkel ist eine unvergessliche Figur. Den habe ich gern kennengelernt. Noch weitere Familienmitglieder und ihre Geschichten sind gut dabei: Der Stammbaum samt seinen Varianten und all denen, die darin vorkommen, wurde dem Leser keineswegs vorenthalten. Die Vielfalt an Erzählformen und ihre Handhabe ist auch alles andere als gewöhnlich: mal ist man in einer anrührenden Liebesgeschichte, und das so ziemlich oft, mal findet man sich in einem Frauenroman mit seinen obligatorischen geheimen und wiederentdeckten Tagebucheinträgen, mal liest sich der Roman wie ein sog. Coming of Age Stück, mal, und das doch recht oft, wie ein Werk der höheren Literatur. Auch mit Kontrasten und Parallelismen wurde aktiv gespielt. Aber alles passte ganz gut zusammen. Der Roman ließ sehr gut lesen. Schon von der Sprache her, von der sichtbaren Fertigkeit des Autors, seine Geschichten packend, mit dem Leser spielend zu erzählen, war klar, dass man in keinem minderwertigen Schubladenroman steckte. Auch dadurch, dass Cabré es schaffte, viel Stoff spielerisch zu vermitteln, damit die Leser eigenen Gedanken nachhängen und eigene Interpretationen der geschilderten Ereignisse anstellen könnten, man muss und sollte sich die Zeit und Freiheit nehmen, dies auch zu tun, ist dieses Werk etwas ganz Besonderes. Carbé hat auch oft genug geschafft, mich im Laufe des Romans zu überraschen. Auch die Überraschungen zum Schluss waren ihm gut gelungen. Die klassische Musik, die Stücke wurden beim Namen genannt und in den Erzählteppich eingewoben, spielte besonders im letzten Drittel eine große Rolle. Wenn man sich die Zeit nimmt und sie sich anhört, erweist es sich als eine Bereicherung. So kann man sich Miquel besser vorstellen und sich von seiner Welt verzaubern lassen. Da kommt die Freude auf, dass er nie ein Fabrikant werden wollte. Ich finde toll, dass es solche Romane gibt und plädiere dafür, dass es sie weiterhin geben muss bzw. sie sollten aktiv den dt Lesern zuganglich gemacht werden, sonst wäre die Leserwelt ärmer, eintöniger und langweiliger. Das wollen wir doch nicht. Den Roman ließ ich auf mich paar Tage wirken, nachdem die letzte Seite umgeblättert war. Und je mehr Zeit verging, desto stärker fiel die Wirkung aus. Ich musste feststellen, dass ich gedanklich immer wieder zu Miquel und seiner Familie zurückkehrte und zu immer neuen Interpretationen des Geschilderten gelang. Nach einer Pause lese ich den Roman bestimmt nochmals. Der Titel passt auch gut, ist mehrdeutig, man kann den so und so auslegen, wie so vieles in diesem bemerkenswerten und auf jeden Fall lesenswerten Roman. Vier gute Sterbe gibt es von mir und eine Leseempfehlung für literarisch Interessierte. Das Buch ist hochwertig gestaltet: Festeinband, Umschlagblatt aus festem, glattem Papier, Lesebändchen. Perfekt als Geschenk. Fazit: Ein ungewöhnlicher und ein sehr ungewöhnlich guter Roman, der in keine Schublade passt. Wer mal was ganz anderes, Gutes und literarisch Starkes lesen möchte, der kann hier gerne zugreifen, sich dabei Zeit und Raum nehmen, und gespannt auf die Wirkung sein.

Sprachgewaltiges Epos
von einer Kundin/einem Kunden am 26.04.2018

Jaume Cabré ist ein Autor, den ich sehr schätze. Seine "Stimmen des Flusses" haben mich nachhaltig beeindruckt. Auch seine Familiengeschichte "Eine bessere Zeit" ist ausgesprochen lesenswert, wenn auch am Anfang etwas schwer zugänglich. Aber sobald man sich eingelesen hat, folgt man fast atemlos der Geschichte von Miquel und sei... Jaume Cabré ist ein Autor, den ich sehr schätze. Seine "Stimmen des Flusses" haben mich nachhaltig beeindruckt. Auch seine Familiengeschichte "Eine bessere Zeit" ist ausgesprochen lesenswert, wenn auch am Anfang etwas schwer zugänglich. Aber sobald man sich eingelesen hat, folgt man fast atemlos der Geschichte von Miquel und seiner Familie. Lassen Sie sich verführen von der gewaltigen Sprache, die seinesgleichen sucht.

Der Schatten des Eunuchen
von einer Kundin/einem Kunden aus Leiblfing am 23.04.2018

"Denn von den wenigen ausschlaggebenden Momenten unseres Lebens bekommen wir nichts mit, und hinterher verbringen wir den Rest unserer verzweifelten Existenz im sinnlosen Bemühen, sie wiederzuerlangen." Seite 13/14 Entgegen meiner Erwartungen ist dieser Roman von Jaume Cabré recht wenig politisch. Vielmehr geht es in erster L... "Denn von den wenigen ausschlaggebenden Momenten unseres Lebens bekommen wir nichts mit, und hinterher verbringen wir den Rest unserer verzweifelten Existenz im sinnlosen Bemühen, sie wiederzuerlangen." Seite 13/14 Entgegen meiner Erwartungen ist dieser Roman von Jaume Cabré recht wenig politisch. Vielmehr geht es in erster Linie um die Familiengeheimnisse der Familie Gensana. Nach dem Tod seines besten Freundes und Kampfgenossen Bolós rekapituliert Miquel seine Erlebnisse, sowohl in politischer als auch familiärer Hinsicht und erzählt sie einer Kollegin bei einem langen Abendessen in einem Restaurant, welches kurioserweise früher einmal das Haus seiner Familie gewesen ist. Mit Miquel hat der Autor einen Protagonisten geschaffen, der so gar nicht für die politische Sache, für die er kämpft, brennt. Mehr oder weniger aus Versehen, bzw. weil er sich in ein Mädchen verguckt hat und nicht kneifen will, schlittert er in den Widerstand gegen Francos Regime hinein, bis es kein Zurück mehr gibt. Weil er sich mit der elterlichen Fabrik nicht identifizieren kann/will und auch das Studium nicht so sehr eilt, opfert er mehrere Jahre seines Lebens für den Kampf im Untergrund. Dort lädt er schwere Schuld auf sich, mit der er lernen muss zu leben. Der Leser erfährt nur wenig über politische Hintergründe und diese wichtigen Jahre in Miquels Leben sind ruckzuck abgehandelt. Dazu muss man erwähnen, dass dieser Roman bereits 1996 in Katalonien unter dem Titel „Der Schatten des Eunuchen“ (möglicherweise die passendere Bezeichnung) erschienen ist, also nur zwanzig Jahre nach dem Ende des Franco-Regimes in Spanien. Zu diesem Zeitpunkt waren die Geschehnisse wohl kaum aufgearbeitet. "... das Leben ist voller Irrtümer, und nie ist es uns erlaubt, den Spielzug noch einmal zu wiederholen." Seite 81/82 Insbesondere der Mittelteil des Romans wird von diversen Irrungen und Wirrungen in Bezug auf den Familienstammbaum dominiert. Nett zu lesen, nur bisweilen will hier der Inhalt (Liebeleien und Intrigen der einzelnen Familienmitglieder) nicht so recht zur sprachlich hochwertigen Ausführung passen. Aus verschiedenen Perspektiven erfährt der Leser in vielen kleinen Puzzleteilen nach und nach, was es mit dem Familiengeheimnis auf sich hat. Der Autor geht dabei allerdings keineswegs chronologisch vor, er spielt mit der Sprache und auch mit den Zeitebenen. Er springt sehr häufig in verschiedene Zeiten. Gerade am Anfang wurde mir das zum Teil etwas zu viel, da es so weit ging, dass ich meine Konzentration so sehr auf den Erzählstil richten musste, dass ich das Gefühl bekam, den Inhalt nicht mehr richtig erfassen zu können. Tatsächlich ist dieses Buch nicht leicht und vor allem nicht nebenher zu lesen. Der Autor wollte scheinbar sein umfassendes Wissen im literarischen, musischen, kulturellen, etc. Bereich an den Leser bringen. Meist jedoch ohne Erklärung. Einiges habe ich recherchiert, irgendwann bin ich jedoch dazu übergegangen, entsprechende Stellen einfach zu überlesen. Dem Verständnis tut dies in den allermeisten Fällen keinen Abbruch. Im weiteren Verlauf des Romans konnte ich mich aber daran gewöhnen und die Sprache genießen, welche ich wirklich grandios, wenn auch anstrengend, fand. Fazit: Sprachlich sehr stark, inhaltlich dafür teilweise etwas blass. Eines der Bücher, an dessen Inhalt man sich recht schnell nur noch mit Mühe erinnern kann. Trotzdem habe ich es sehr gerne gelesen und vergebe vier Sterne, da mich die Sprache wirklich nachhaltig beeindruckt hat.


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