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Idaho

Roman

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gebundene Ausgabe
Ein flirrender Sommertag in Idaho, USA: eine Familie im Wald, die beiden Mädchen spielen, die Eltern holen Brennholz für den Winter. Die Luft steht, die Mutter hat ein Beil in der Hand – und innerhalb eines Augenblicks ist die Idylle zerstört. Ist es Gnade, dass der Vater, Wade, langsam sein Gedächtnis verliert? Bald wird er nicht mehr wissen, welche Tragödie sich an jenem Tag abgespielt hat, wie seine Töchter hießen und seine Frau, Jenny, die zu lebenslanger Haft verurteilt wurde. Auch Ann, die Frau, deren Liebe groß genug ist, um zu Wade in das leere Haus zu ziehen, wird nie den Hergang der Tat erfahren. Aber mit jedem Tag an Wades Seite erkundet sie genauer, was damals geschehen ist, und nimmt schließlich Kontakt zu Jenny auf. Ein atemberaubender Roman über das Unbegreifliche in uns.
Portrait
Ruskovich, Emily
Emily Ruskovich wuchs im Idaho Panhandle auf dem Hoodoo Mountain auf. Sie gewann den O. Henry Award 2015 und ist Absolventin des Iowa Writers' Workshop. Ab Herbst 2017 lehrt sie an der Boise State University. "Idaho" ist ihr erster Roman.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 379
Erscheinungsdatum 19.02.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-446-25853-2
Verlag Hanser
Maße (L/B/H) 20,8/13,4/3,2 cm
Gewicht 463 g
Übersetzer Stefanie Jacobs
Verkaufsrang 80644
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Ein leises Buch das mich mit Wucht getroffen hat und lange nachhallt.

Familiendrama, Dreiecksgeschichte, Psychogramm, "Orange is the New Black"

Michaela Höher, Thalia-Buchhandlung Berlin

Gestern wurde verkündet, dass Emily Ruskovich für ihren Erstlingsroman den International Dublin Literary Award (dotiert mit “schlappen” 100.000 Euro) erhalten hat. Der bereits 2017 in den USA, 2018 in deutscher Übersetzung erschienene Roman scheint hierzulande weitgehend durchs Raster gefallen zu sein. Andernorts offensichtlich auch, denn lediglich eine kleine Bücherei in Belgien hatte den Vorschlag für die Nominierung eingereicht. Diese Preisverleihung ist der beste Beweis, dass der Roman es nicht verdient hat, ignoriert zu werden. Und es nährt die Hoffnung, dass es um die Halbwertszeit und den rasanten Verfall der Neuerscheinungen heutzutage vielleicht doch nicht so schlecht bestellt ist. Das Taschenbuch erscheint diesen Herbst. Liegt der verhaltene Erfolg auch am Cover? Es ist zwar sehr schön, will aber so gar nicht zum Inhalt passen. Idaho liegt im Nordwesten der USA gleich links neben Montana, was heißt: Rocky Mountains, eiskalte Winter, eher Ruppigkeit und Nadelbäume als exotische Orchideen. Dann heißt es auf der Rückseite auch noch “Dieses Buch hat die kühle Schärfe frischer Limonade” (Rachel Joyce): So ein Quatsch! All das leitet fehl: einmal quer diagonal durch bis in den Südosten, nach Louisiana oder Alabama, auch wenn Idaho drauf steht? Aber Idaho ist drin. Gras, Schnee, Lärchen. Eine Kleinstadt namens Ponderosa, deren Schule in einem Container untergebracht ist. Ein einsames Haus mit Schuppen ganz oben auf dem Berg, die weit entfernten Nachbarn klassische Hillbillys. Dort lebt Wade mit seiner Frau Jenny und zwei Töchtern, bis Jenny im Affekt eines der Kinder mit einer Axt erschlägt. In Panik flieht die zweite Tochter in den Wald und bleibt verschollen. All is not well, das kann man sich denken. Wade heiratet dennoch die zwölf Jahre jüngere Lehrerin, die seine Kinder unterrichtet hat. Eigentlich ist dieses Buch eine Dreiecksgeschichte zwischen Wade, Jenny und seiner zweiten Frau Ann, die besessen über Jenny zu recherchieren beginnt. Sie wurde lebenslänglich verurteilt. Die Gefängnispassagen lesen sich wie eine Art “Orange is the New Black.” Bald beginnt man sich zu fragen, wie lange diese Dreiecksgeschichte tatsächlich schon lief. Man merkt schon, dass Ruskovich aus der Creative Writing-Ecke kommt. Zwischen den Jahren 1995 und 2025 finden zahlreiche Zeitsprünge statt. Außerdem sind kleine überraschende Perspektivwechsel eingestreut. Die Autorin hat den Stoff meisterhaft umgesetzt, und ich mochte die dichte Atmosphäre sehr. Am meisten hat mich der Roman an Jayne Anne Phillips’ “Sommercamp” von 1994 erinnert, kurioserweise erst 2016 übersetzt. Ich habe nur einen persönlichen Kritikpunkt. 2025 hätte offen bleiben können, ich hätte das eigentlich offen- bzw. weggelassen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
8
4
3
1
0

Ein einziger Moment
von einer Kundin/einem Kunden aus Leiblfing am 03.09.2018

Emily Ruskovich – Idaho Die Autorin Emily Ruskovich hat mit diesem Buch ein vielversprechendes Debut vorgelegt, für mich ist es eine Mischung aus Roman und Thriller, über ein bedrückendes Thema. Eine ganz normale Familie arbeitet an einem heißen Sommertag im Wald – eine perfekte Idylle. Bis ein einziger Moment alles zerstört.... Emily Ruskovich – Idaho Die Autorin Emily Ruskovich hat mit diesem Buch ein vielversprechendes Debut vorgelegt, für mich ist es eine Mischung aus Roman und Thriller, über ein bedrückendes Thema. Eine ganz normale Familie arbeitet an einem heißen Sommertag im Wald – eine perfekte Idylle. Bis ein einziger Moment alles zerstört. Wades jüngere Tochter ist tot, die ältere spurlos verschwunden. Seine Frau Jenny wird zu lebenslanger Haft verurteilt. Jahre später beginnt Wades zweite Frau Ann nachzuforschen, doch seine beginnende Demenz, erschwert dies. Ihr Zusammenleben mit ihm ist überhaupt nur aus der Tragödie heraus möglich, diese bildet quasi die Grundlage. So fühlt auch sie sich indirekt schuldig und versucht etwas wiedergutzumachen, das längst zerstört ist. „Sie hat Wades Vergangenheit genommen und vor sich ausgebreitet. Ihre Zukunft ist ein Weg in die Vergangenheit, auch wenn er langsam verschwindet. Jenes langsame Ausradieren, jene weiße Linie, die sich durch das Dunkel in seinem Gedächtnis zieht, dieser Linie wird sie durch ihr eigenes Leben folgen. Und sie wird sie mit Gewissheit in ihr eigenes geheimes Gefängnis führen, direkt bis vors Tor.“ Seite 202 Emily Ruskovich hat eine ganz eigene, eindringliche Art zu erzählen. Ihr Werk ist sehr angenehm lesbar, wenn auch nicht immer leicht auszuhalten. Eine bedrohliche Stimmung schwingt zwischen den Zeilen stets mit. Sie erzählt aus verschiedenen Perspektiven und aus den unterschiedlichen Zeitebenen, stellt immer wieder die Frage, was ist damals wirklich passiert, wie konnte so etwas geschehen. Ganz wichtig: sie schafft es, Verständnis und Mitleid für alle Figuren entstehen zu lassen, selbst und besonders für die Mutter, die des Mordes an ihrer Tochter verurteilt wurde. Einen beträchtlichen Teil des Romans nimmt so die Beschreibung des Alltags und der Probleme Jennys im Frauengefängnis ein. Ein weiteres großes Thema dieses Buches ist Wades Demenz, deren Vergessen für ihn Fluch und Gnade zugleich sind. So kämpft jeder gegen seine eigene Verzweiflung, sucht seinen eigenen Weg, mit der Tragödie zu leben. Keine einfache Lektüre, aber hervorragend umgesetzt, ohne ständig auf die Tränendrüse zu drücken – für mich ganz große Literatur! Dringende Leseempfehlung.

Konnte mich nicht überzeugen.
von Mel aus Hiddenhausen am 12.06.2018

Der Klappentext verrät glücklicherweise schon etwas über das Buch, nämlich, dass auch Ann, die neue Frau an Wades Seite, genauso wie die Leser des Buches nie den Tathergang erfahren werden. Nach dem Lesen von Idaho bin ich genauso schlau wie vorher, denn das Buch konnte mich nicht begeistern. Sprachlich ist das Buch wirklich ... Der Klappentext verrät glücklicherweise schon etwas über das Buch, nämlich, dass auch Ann, die neue Frau an Wades Seite, genauso wie die Leser des Buches nie den Tathergang erfahren werden. Nach dem Lesen von Idaho bin ich genauso schlau wie vorher, denn das Buch konnte mich nicht begeistern. Sprachlich ist das Buch wirklich gut. Ein ausschweifender Schreibstil, mit dem die Autorin mir das flirrende Idaho näher brachte, ist vorhanden. Leider musste aber auch aufgrund des Stils alles bis ins kleinste Detail analysiert werden und so fehlte es Idaho einfach an Inhalt. Was da so genau passiert an dem gewissen Tag, das erfährt der Leser nicht. Es erfährt selbst Ann nicht, die sich aus unerklärlichen Gründen aufgibt und nur noch für die geheimnisvolle Familie lebt und alles dafür tut, damit das Andenken, der in ihren Augen anbetungswürdigen Menschen in Ehren gehalten wird. Mein Fazit Wer Protagonisten gerne beim Denken und Analysieren zur Seite stehen möchte, dafür aber auch ohne Story auskommt, dem empfehle ich Idaho. Allen anderen eher nicht.

Was geschah auf dem Mount Loeil
von Kaffeeelse am 11.04.2018

Dieser Roman ist eine etwas verworrene Geschichte, in der es um Realität und Irrealität geht. Der Leser muss sich mit einer Geschichte befassen, die aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird, wobei letztendlich das klärende Gespräch der betroffenen Personen nicht so richtig erfolgt. Es werden eher viele verschiedene Vermutu... Dieser Roman ist eine etwas verworrene Geschichte, in der es um Realität und Irrealität geht. Der Leser muss sich mit einer Geschichte befassen, die aus verschiedenen Blickwinkeln beleuchtet wird, wobei letztendlich das klärende Gespräch der betroffenen Personen nicht so richtig erfolgt. Es werden eher viele verschiedene Vermutungen präsentiert, der geneigte Leser darf sich aus diesen unterschiedlichen Gedanken, teils mit realem, teils mit irrealem Hintergrund seine eigenen Gedanken machen. Es geht um reale Erinnerungen und die pure Einbildungskraft. Und wir Leser fragen uns zum Teil, was ist wahr/real. Der Roman ist nicht chronologisch geordnet und auch immer wieder aus verschiedenen Blickwinkeln geschrieben, was die sowieso schon verwirrende Geschichte noch etwas verworrener gestaltet. Aber mir persönlich sehr gefällt. Ich liebe dieses Hin- und Herspringen. Und ich liebe auch den Sprachklang der Ruskovich. Und ich liebe die Art, in der Ruskovich ihre Charaktere zeichnet, denn genau das macht sie grandios. Diese Autorin hat Potenzial und ich denke wir werden noch von ihr hören. Dieser Roman entwickelt außerdem eine starke Sogwirkung. Zur Handlung: Wade, Jenny und ihre zwei Töchter June und May fahren an einem Augusttag im Jahre 1995 zum Holzholen auf den Mount Loeil, dabei kommt es zu einem folgeschweren Unglück. Die kleine Tochter May wird erschlagen, die größere Tochter verschwindet spurlos, die Ehefrau Jenny bezichtigt sich der Tat und geht ins Gefängnis, der Familienvater Wade bleibt allein zurück. Wobei nicht wirklich klar wird ob dies auch so war. Für mich ergeben sich zwei Deutungsmöglichkeiten, wobei es im Buch zu keiner eindeutigen Lösung kommt. Erschwerend kommt hinzu, das in der Familie von Wade die frühe Form der Demenz vorkommt, was Wade in einer nachvollziehbaren Weise Angst bereitet und zu dem familiären Drama noch dazukommt. Wade hatte vor dem Unfall in der Schule die Lehrerin Ann kennengelernt, hatte dort Klavierstunden genommen, weil er gehört hatte, dass Klavierspielen den Degenerationsprozess des Gehirns eventuell verlangsamen könnte. In der Zeit entsteht eine Nähe zwischen den Beiden, dies mündet schließlich in die Heirat und das Zusammenziehen von Ann und Wade. Ann weiß um die Geschehnisse beim Holzholen und versucht ihrerseits in einer etwas skurrilen Art für sich Licht ins Dunkel der Geschehnisse von damals zu bringen. Wade's Erkrankung wird nun nach acht Jahren Ehe schlimmer und mündet schon in gewissen Gewaltausbrüchen seiner Ehefrau gegenüber, die sie versucht zu ertragen, bei mir aber eine Angst auslöste und die Frage wie weit das noch gehen sollte. In dem Buch werden die Geschehnisse zwischen den Jahren 1973 und 2025 dargestellt, es werden die Sichten der verschiedenen Hauptakteure des Romans gezeigt, und auch ihr Beziehungsgeflecht untereinander, dadurch bekommt der interessierte Leser Einblicke und kann sich seine eigenen Gedanken machen und für sich selbst nach Deutungen suchen. Denn es wird am Ende nichts aufgelöst, es werden keine Fakten präsentiert, das dürfen wir Leser für uns selbst entscheiden. Was ich aber als nicht störend empfand, denn die Charakterzeichnungen der Ruskovich geben genug Raum für Lösungen ab.