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Der Abfall der Herzen

Roman

(12)
'Wann hast du eigentlich aufgehört, mich zu hassen?'

'Als du mir den Brief geschrieben hast.'

'Was für einen Brief?'

Und er beginnt sich zu fragen, was er sonst noch vergessen hat von diesem Sommer 1999. Nagel lebte damals in seiner ersten WG, hielt sich mit Nebenjobs über Wasser und verschwendete kaum einen Gedanken an die Zukunft. Damals, als ein Jahrhundert zu Ende ging, man im Regional-Express noch rauchen durfte und nur Angeber ein Handy hatten. Dann änderte sich alles, plötzlich und unvorhergesehen verwandelte sich seine Welt in einen Scherbenhaufen. Thorsten Nagelschmidt hat einen Roman über Liebe, Freundschaft und Verrat geschrieben. Über einen letzten großen Sommer und die Spurensuche 16 Jahre später.
Rezension
Ein Trip in eine andere Zeit, in ein anderes Deutschland. Ehrlich, anrührend, großartig. Focus 20180217
Portrait
Nagelschmidt, Thorsten
Thorsten Nagelschmidt, geboren 1976 im Münsterland, ist Autor, Musiker und Künstler. Bis 2009 war er Sänger, Texter und Gitarrist der Band Muff Potter. Unter dem Namen Nagel veröffentlichte er die Bücher 'Wo die wilden Maden graben' (2007), 'Was kostet die Welt' (2010) und 'Drive-By Shots' (2015) und zuletzt unter dem Namen Nagelschmidt den Roman 'Der Abfall der Herzen' (2018). Thorsten Nagelschmidt lebt in Berlin.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 448
Erscheinungsdatum 22.02.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-10-397347-1
Verlag S. Fischer
Maße (L/B/H) 21,1/13,2/3,8 cm
Gewicht 565 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 43.436
Buch (gebundene Ausgabe)
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Buchhändler-Empfehlungen

„Erinnerung und Spurensuche!“

Rebecca Hanneken, Thalia-Buchhandlung Giessen

Ein authentischer Coming-of-Age Roman! Brandenburg 2015! In einer Datsche erinnert sich Nagel, inzwischen Ende 30, an den Sommer 1999. Sein WG-Leben, seine Band, Partys, Frauen, Alkohol und Drogen! Ein mysteriöser Brief bringt den Stein ins Rollen! Eine Geschichte aus dem wahren Leben! Man lacht und man weint mit ihm! Ein authentischer Coming-of-Age Roman! Brandenburg 2015! In einer Datsche erinnert sich Nagel, inzwischen Ende 30, an den Sommer 1999. Sein WG-Leben, seine Band, Partys, Frauen, Alkohol und Drogen! Ein mysteriöser Brief bringt den Stein ins Rollen! Eine Geschichte aus dem wahren Leben! Man lacht und man weint mit ihm!

„Freundschaft, Liebe, Musik und die Tücken der Erinnerung“

Michael Kaas, Thalia-Buchhandlung Köln

Was ist damals wirklich geschehen, in jenem Sommer, in dem Nagel seine Jugendliebe verlor und seinem besten Freund die Frau ausspannte? Aus den alten Tagebuchaufzeichnungen des Erzählers und aus den Gesprächen mit den damals beteiligten Freunden setzt sich nach und nach das Bild jenes Sommers zusammen und der Leser erkennt mit dem Erzähler, dass den eigenen Erinnerungen nicht immer zu trauen ist.
Kein reiner Nostalgietrip in die späten Neunziger, trotzdem eher für Leser zu empfehlen, die ihr 35. Lebensjahr bereits hinter sich haben.
Was ist damals wirklich geschehen, in jenem Sommer, in dem Nagel seine Jugendliebe verlor und seinem besten Freund die Frau ausspannte? Aus den alten Tagebuchaufzeichnungen des Erzählers und aus den Gesprächen mit den damals beteiligten Freunden setzt sich nach und nach das Bild jenes Sommers zusammen und der Leser erkennt mit dem Erzähler, dass den eigenen Erinnerungen nicht immer zu trauen ist.
Kein reiner Nostalgietrip in die späten Neunziger, trotzdem eher für Leser zu empfehlen, die ihr 35. Lebensjahr bereits hinter sich haben.

„"Dieses Erinnerungsding scheint dich wirklich zu interessieren! Mach doch was draus..."“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Und Thorsten Nagelschmidt macht wirklich etwas draus: Nämlich einen "Coming-of-Age"- Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt!
Als "Nagel" 2015 seinen besten Freund Sascha von früher wieder trifft, und die beiden überlegen, wann der 1999 zwischen Ihnen entstandene Hass aufgehört hat, und warum, stellt "Nagel" fest, wieviel von diesem Jahr aus seinem Gedächtnis verschwunden ist. Mit Hilfe seiner exzessiv geführten Tagebücher, und nach vielen Telefonaten und Treffen mit alten Freundinnen und Freunden schreibt er also den Roman seiner Jugend in Rheine (wo ja, laut Harald Martenstein, nun wirklich nichts los ist...), und vor allem von diesem einen Jahr, als er von seiner Freundin Nina verlassen wird, kurz darauf mit Laura zusammenkommt, von den ganzen Verwicklungen, die sich daraus ergeben, von Punkkonzerten in Osnabrück ( ! ) und Münster, vom spielen in einer Band, vom kiffen, saufen und Urlaub in Frankreich, von einem endlosen Sommer, von Umzügen, Eifersucht, Liebe, Sex und von Hilfsarbeiter-Jobs, um sich finanziell über Wasser zu halten....

Eines der gelungensten Bücher zum Thema, humor- und kraftvoll geschrieben!

"Wahrscheinlich bin ich mit einem Hang zur Nostalgie geboren. Möglicher Buchtitel: Ich war schon nostalgisch, da hatte ich noch gar keine Vergangenheit."
Eine Träne, zwei. Tonight I`m gonna party like it`s 1999..."
Und Thorsten Nagelschmidt macht wirklich etwas draus: Nämlich einen "Coming-of-Age"- Roman, der von der ersten bis zur letzten Seite fesselt!
Als "Nagel" 2015 seinen besten Freund Sascha von früher wieder trifft, und die beiden überlegen, wann der 1999 zwischen Ihnen entstandene Hass aufgehört hat, und warum, stellt "Nagel" fest, wieviel von diesem Jahr aus seinem Gedächtnis verschwunden ist. Mit Hilfe seiner exzessiv geführten Tagebücher, und nach vielen Telefonaten und Treffen mit alten Freundinnen und Freunden schreibt er also den Roman seiner Jugend in Rheine (wo ja, laut Harald Martenstein, nun wirklich nichts los ist...), und vor allem von diesem einen Jahr, als er von seiner Freundin Nina verlassen wird, kurz darauf mit Laura zusammenkommt, von den ganzen Verwicklungen, die sich daraus ergeben, von Punkkonzerten in Osnabrück ( ! ) und Münster, vom spielen in einer Band, vom kiffen, saufen und Urlaub in Frankreich, von einem endlosen Sommer, von Umzügen, Eifersucht, Liebe, Sex und von Hilfsarbeiter-Jobs, um sich finanziell über Wasser zu halten....

Eines der gelungensten Bücher zum Thema, humor- und kraftvoll geschrieben!

"Wahrscheinlich bin ich mit einem Hang zur Nostalgie geboren. Möglicher Buchtitel: Ich war schon nostalgisch, da hatte ich noch gar keine Vergangenheit."
Eine Träne, zwei. Tonight I`m gonna party like it`s 1999..."

N. Gatzke , Thalia-Buchhandlung Berlin

Dieses Buch macht mich einfach glücklich!
Es erinnert mich an eine tolle Zeit in meinem Leben und daran, dass Freunde, Familie und gute Musik das Wichtigste für mich sind!
Dieses Buch macht mich einfach glücklich!
Es erinnert mich an eine tolle Zeit in meinem Leben und daran, dass Freunde, Familie und gute Musik das Wichtigste für mich sind!

Katrin Schlüter, Thalia-Buchhandlung Essen

Wir gehen auf eine Reise in Nagels Vergangenheit und erleben einen turbulenten Sommer Wir gehen auf eine Reise in Nagels Vergangenheit und erleben einen turbulenten Sommer

Claudius Kaboth, Thalia-Buchhandlung Mannheim

Nagel (muff potter) weiß Bescheid über: Liebe (und Verlassen-werden), Provinz Punk Rock, WG-Trouble, Absacker, Absteigen und das Ende des letzten Jahrtausends! Großartig & lässig ! Nagel (muff potter) weiß Bescheid über: Liebe (und Verlassen-werden), Provinz Punk Rock, WG-Trouble, Absacker, Absteigen und das Ende des letzten Jahrtausends! Großartig & lässig !

„Erinnerungen erinnern“

Kristina Urban, Thalia-Buchhandlung Berlin

Für Nagel war 1999 das Jahr der gravierenden Einschnitte und Änderungen in seinem Leben.
Für jeden anderen ist es ein anderes Jahr, aber der Effekt bleibt der gleiche.
Indem wir Nagel durch seine - oft verschwommenen - Erinnerungen an 1999 folgen, die er 2015 gründlich recherchiert hat anhand eigener Tagebuchaufzeichnungen und Gesprächen mit Freunden aus dieser Zeit, gelangen auch wir als Leser in eine Erinnerungsschleife, die unsere eigenen Erlebnisse wieder weckt und uns in einer Art Zeitreise zurückversetzt in unsere Jugend mit all ihren Höhen und Tiefen.
Lachen, leiden, lieben und lesen Sie mit Nagel.
Sie werden es nicht bereuen!
Für Nagel war 1999 das Jahr der gravierenden Einschnitte und Änderungen in seinem Leben.
Für jeden anderen ist es ein anderes Jahr, aber der Effekt bleibt der gleiche.
Indem wir Nagel durch seine - oft verschwommenen - Erinnerungen an 1999 folgen, die er 2015 gründlich recherchiert hat anhand eigener Tagebuchaufzeichnungen und Gesprächen mit Freunden aus dieser Zeit, gelangen auch wir als Leser in eine Erinnerungsschleife, die unsere eigenen Erlebnisse wieder weckt und uns in einer Art Zeitreise zurückversetzt in unsere Jugend mit all ihren Höhen und Tiefen.
Lachen, leiden, lieben und lesen Sie mit Nagel.
Sie werden es nicht bereuen!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Noch keine 20Jahre her, ist der Sommer 99 doch schon eine retrospektive Reise wert. Autobiografisch und authentisch rekonstruiert Nagel hier den Junk of the Hearts seiner Jugend. Noch keine 20Jahre her, ist der Sommer 99 doch schon eine retrospektive Reise wert. Autobiografisch und authentisch rekonstruiert Nagel hier den Junk of the Hearts seiner Jugend.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
4
6
1
1
0

Erinnerungen an die Jugend
von friederickes Bücherblog aus Berlin am 07.06.2018

Das Cover Ein schlichtes Cover mit zurückhaltenden Farben und vier jungen Menschen, die in einen See springen. Gemeinsam mit dem Klappentext ist das eine gelungen und fein abgestimmte Präsentation. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Eine etwas andere Geschichte, die nicht am Anfang beginnt. Der Autor erzählt zunächst autobiografisch, wie es dazu kam, dass... Das Cover Ein schlichtes Cover mit zurückhaltenden Farben und vier jungen Menschen, die in einen See springen. Gemeinsam mit dem Klappentext ist das eine gelungen und fein abgestimmte Präsentation. Die Geschichte (Achtung Spoiler!) Eine etwas andere Geschichte, die nicht am Anfang beginnt. Der Autor erzählt zunächst autobiografisch, wie es dazu kam, dass er sich auf die Spurensuche in den Sommer 1999 begibt und wie es letztendlich zu diesem Buch kam. Er wohnt in Berlin und trifft sich eines Tages mit einem Freund, mit dem er sich vor langer Zeit zerstritten hatte. Und dann redeten sie plötzlich über einen Brief, den er ihm vor vielen Jahren geschrieben und den Streit beendet haben soll. Aber er kann sich nicht erinnern, obwohl er damals bereits als Autor ein Tagebuch geführt hat. Nun beginnt er damit die Kladden zu lesen und hat zunehmend mehr Fragen als Antworten. Er fährt nach Rheine, wo er 1999 gewohnt hat, redet mit Freunden und Bekannten. An dem Ort ist er aufgewachsen und wurde zum Sänger und Songschreiber. Vieles, was er sich nun erzählen lässt, kann er mittlerweile so nicht einordnen und vieles nicht mehr erinnern. Und sie erzählen es auch ganz anders, wie er das wahrgenommen hatte. Und alles, was er nicht mehr zusammenbekommt, muss er in seinem Roman mit neuen Figuren und Handlungen ergänzen. Meine Meinung Die Geschichte wird über zwei Zeitebenen, nämlich aus der Gegenwart und dem Rückblick auf das Jahr 1999 erzählt. Der Autor wählte die Erzählperspektive des Icherzählers, was grundsätzlich dafür sorgt, dass man den Figuren sehr nah ist. Anfänglich habe ich mich allerdings etwas schwer damit getan, mich mit den Protagonisten, ihren Aktivitäten und ihrer Sprache anzufreunden, weil ich 1999 schon etwas älter, als diese Jungs war. Es war ein sehr schwieriges Jahr für ihn. Vieles auch Unsägliches ist passiert. Insgesamt geht es um Freundschaft, Partys, Alkohol, Eifersucht, Musik und mehr. Es geht um die Erinnerungen. Einiges was die so veranstaltet haben war mir natürlich auch nicht fremd, auch wenn meine Jugend schon etwas länger zurückliegt, als 1999. Und auch ich verstricke mich immer öfter in Zeiten, die mich fragen lassen: ?Weißt Du noch?? Ich habe mich deshalb an keiner Stelle gelangweilt und das Buch hat mich wunderbar unterhalten, mich selbst auf Suche nach meiner Vergangenheit und Jugend geschickt, wenn auch die Erinnerungen etwas anders daherkommen. Es hat mich an vielen Stellen schmunzeln lassen und dadurch, dass es einfach mal ganz anders war, sehr überzeugt. Ich wünsche dem Buch, dass es viele Leser finden möge. Ich für meinen Teil kann also eine Leseempfehlung aussprechen. friedericke von "friederickes bücherblog"

Eine bewegte Jugend
von einer Kundin/einem Kunden aus Leiblfing am 30.04.2018

Wir alle haben Erinnerungen ein ganz persönlich wichtiges Jahr. Das Jahr nach dem Abi beispielsweise, als das Gefühl der Freiheit groß und die Zukunftssorgen gering waren. Trotzdem eine Zeit, die einen geprägt hat und in der Weichen gestellt wurden. Eine Zeit, an die man meist gerne, oder mit gemischten... Wir alle haben Erinnerungen ein ganz persönlich wichtiges Jahr. Das Jahr nach dem Abi beispielsweise, als das Gefühl der Freiheit groß und die Zukunftssorgen gering waren. Trotzdem eine Zeit, die einen geprägt hat und in der Weichen gestellt wurden. Eine Zeit, an die man meist gerne, oder mit gemischten Gefühlen zurückdenkt. Für den Autor, genannt Nagel, ist dies der Sommer 1999. Mit einer einfachen Frage an seinen langjährigen Freund beginnt für Nagel eine Spurensuche in seine Vergangenheit: "Wann hast du eigentlich aufgehört, mich zu hassen?" - "Als du mir den Brief geschrieben hast." - "Was für einen Brief?" Er kramt seine alten Tagebücher (Kladden) aus dem Sommer 1999 hervor, denen er damals alles anvertraut hatte. "Es ist, als hätte eine unsichtbare Hand mich am Kragen gepackt und in diese Bücher hineingezogen, in den Sommer vor 16 Jahren. Der Sommer, in dem unsere Welt in 1000 Teile zerbrach, die sich nie wieder zu einem Ganzen fügten." Seite 12 Obwohl ich wenige Jahre jünger bin als der Autor, der vor diesem eindeutig autobiografischem Roman bereits Bücher unter dem Namen Nagel veröffentlicht hat, habe auch ich Erinnerungen an das Jahr 1999 - die Sonnenfinsternis, und vieles mehr. Nagel hatte schon eine besonders bewegte und richtungslose Jugend, von Alkohol, Partys, Sex, auch Drogen, WG-Leben, Geldsorgen hat er kaum etwas ausgelassen. Trotzdem hat er immer seine Tagebücher, Kladden geführt, gerade in Zeiten von Liebeskummer exzessiv. Gerade am Anfang des Romans habe ich etwas damit gehadert. Was gehen mich die Jugenderinnerungen eines Fremden an? Wo bleibt der Anspruch? An die recht umgangssprachliche Ausdrucksweise musste ich mich erst einmal gewöhnen. Insbesondere bei den anfänglichen Vorstellungen der WG-Mitbewohner wirkte der Ton extrem unbeholfen und gezwungen. Hat mich etwas an einen Schulaufsatz erinnert. Doch das wurde mit der Zeit immer besser. Denn dann hat mich das Buch doch noch erwischt. Es entwickelte einen regelrechten Sog und ich wollte wissen, wie es mit Nagel und seinen Kumpels und seinen beiden Lieben weitergeht. Was ist damals passiert? Wie einzelne Puzzleteilchen füllt Nagel seine Erinnerungslücken, die durch die Kladden nicht vollständig gefüllt werden konnten. 16 Jahre nach dem bedeutsamen Sommer ruft er Weggenossen von damals an, schreibt ihnen E-Mails und trifft sich mit ihnen. Die zusammengetragenen Informationen passen nicht immer genau zusammen. Es ist eine Geschichte, wie sie das Leben schreibt, und gerade durch die lockere, einfache Sprache, teils im Umgangston, teils im Jugendslang hat sie etwas unnachahmlich authentisches. Und vielleicht habe ich genau hier den Anspruch gefunden, den ich gesucht hatte: sich auf die Sprache und die Gedankenwelt von Anfang 20-jährigen einzulassen, die selbst noch nicht wissen, was sie vom Leben eigentlich erwarten. Nagel spielt in einer zugegebenermaßen versifften Band und so tauchen immer wieder Musikstücke und Songtexte aus der Zeit auf. Das hat mir sehr gut gefallen, es gibt dem Buch einen gewissen "Sound". Am Ende handelt es sich bei diesem Buch um eine gut gemachte Mischung aus Coming-of-Age-Roman und Spurensuche in der eigenen Vergangenheit. Nach leichten Gewöhnungsschwierigkeiten hat es mir sehr gut gefallen, ich kann mir aber vorstellen, dass nicht jeder etwas damit anfangen kann.

Autobiographische Anekdoten aus einem banalen Leben eines 23-jährigen Musikers und Studenten Ende der 90er-Jahre
von einer Kundin/einem Kunden aus Köln am 01.03.2018

Thorsten "Nagel" blickt im Jahr 2015 auf den Sommer 1999 zurück und zieht sich in eine Datsche in Brandenburg zurück, um seine Memoiren zu Papier zu bringen. 1999 hatte er seinem Freund Sascha dessen Freundin Laura ausgespannt, nach dem seine eigene Freundin sich mit Timo eingelassen hatte. Allem Anschein... Thorsten "Nagel" blickt im Jahr 2015 auf den Sommer 1999 zurück und zieht sich in eine Datsche in Brandenburg zurück, um seine Memoiren zu Papier zu bringen. 1999 hatte er seinem Freund Sascha dessen Freundin Laura ausgespannt, nach dem seine eigene Freundin sich mit Timo eingelassen hatte. Allem Anschein nach hatte Thorsten aber auch nicht allzu viel Enthusiasmus in die Beziehung gesteckt, sondern mehr in den Tag hineingelebt und sich orientierungslos neben seinem Studium mit Gelegenheitsjobs über Wasser gehalten zu haben und die restliche Zeit mit seinen WG-Kumpels Richter und Thommy und ihrer gemeinsamen Band vor ihrem Umzug nach Berlin in Rheine verbracht zu haben. Thorsten vertieft sich 2015 in seine Tagebucheinträge aus den späten 90er-Jahren, anhand derer der Roman episodenartig erzählt wird und mehr oder weniger witzige Szenen aus dem Leben eines Musikers/ Studenten/ Freund/ Suchenden enthält. In Momentaufnahmen wird das Leben eines jungen Mannes und seiner Beziehungen in den 90ern geschildert. Durch die für mich zum Teil zusammenhanglose Aneinanderreihung der offenbar autobiographischen Anekdoten war mir der Roman zu langatmig und langweilig, so dass ich mich zwingen musste, den Roman nicht nur quer zu lesen, um bis zum Ende durchzuhalten. Den im Klappentext angekündigten Scherbenhaufen des 23-jährigen Ich-Erzählers konnte ich nicht als derart erzählenswert ausmachen. Die Nacherzählung seines jugendlichen Lebens wirkte auch mich wie das Geschwafel von jemandem, der sich am liebsten selbst reden hört. Auch die Spurensuche durch die Interviews mit seinen alten Weggefährten, die aus ihrer Sicht, damit zum Teil sehr unterschiedlich, aber auch nur sehr stichpunktartig Thorstens Fragen beantworten, wirkte mir zu halbherzig und unausgereift. Möglicherweise zähle ich aber einfach zur falschen Zielgruppe des Romans und vielleicht ist Nagelschmidts "Abfall" eher ein Buch für Männer, die selbst ihre Jugend in den 90er-Jahren verlebt haben und sich mit dem unreif wirkenden Protagonisten und seinen Erfahrungen mit Frauen, Kiffen und seinen Banalitäten des Alltags identifizieren können.