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Der Bote

Thriller

(12)
In einer Villa in einem reichen Vorort Oslos wird die Leiche eines kürzlich verstorbenen Mannes gefunden. Von der Bewohnerin des Hauses, einer alten Witwe, fehlt jede Spur. Der Tote wird als ihr Sohn identifiziert – der vor zwanzig Jahren bei einem Militäreinsatz ums Leben kam. Kurz darauf entdeckt man in einem Abwasserschacht am anderen Ende der Stadt eine zweite Leiche. Der Körper des unbekannten Mannes weist schwere Folterspuren auf. Hauptkommissar Fredrik Beier glaubt an eine Verbindung zwischen den beiden Fällen, doch irgendjemand scheint verhindern zu wollen, dass diese ans Licht kommt – Akten werden gesperrt, Beweismittel verschwinden …

Rezension
"Ein komplexer, glänzend geschriebener Blick in Abgründe. Und Johnsrud hat sein Team toll weiterentwickelt." emotion
Portrait
Johnsrud, Ingar
Ingar Johnsrud, Jahrgang 1974, wuchs in Holmestrand auf. Er studierte Film- und Medienwissenschaften und arbeitete fünfzehn Jahre als Journalist bei einem der größten norwegischen Medienunternehmen. Sein erster Thriller, 'Der Hirte', wurde als bestes Krimidebüt für den Maurits Hansen Prisen nominiert und eroberte international die Bestsellerlisten.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband Paperback
Seitenzahl 544
Erscheinungsdatum 14.05.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7645-0588-2
Verlag Blanvalet
Maße (L/B/H) 21,3/13,7/4,5 cm
Gewicht 652 g
Originaltitel Kalypso (Fredrik Beier 2)
Übersetzer Daniela Stilzebach
Verkaufsrang 96.136
Buch (Paperback)
15,00
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Der lange Atem der Vergangenheit“

Elvira Sperling, Thalia-Buchhandlung Bautzen

In einer Villa wird ein Mann tot aufgefunden, der schon vor 20 Jahren als tot erklärt wurde, verschollen bei einem geheimen Militäreinsatz in Russland. Damals sollte ein Kamerad, der auf russischem Boden operierte, gerettet werden. Aber die Mission lief völlig aus dem Ruder.
Als eine weitere Leiche gefunden wird, die mit den damaligen Ereignissen in Verbindung steht, vermutet Ermittler Frederik Beier einen Racheakt.
Ein starker Thriller mit vielen politischen Hintergründen und der Einbeziehung der aktuellen politischen Lage.
In einer Villa wird ein Mann tot aufgefunden, der schon vor 20 Jahren als tot erklärt wurde, verschollen bei einem geheimen Militäreinsatz in Russland. Damals sollte ein Kamerad, der auf russischem Boden operierte, gerettet werden. Aber die Mission lief völlig aus dem Ruder.
Als eine weitere Leiche gefunden wird, die mit den damaligen Ereignissen in Verbindung steht, vermutet Ermittler Frederik Beier einen Racheakt.
Ein starker Thriller mit vielen politischen Hintergründen und der Einbeziehung der aktuellen politischen Lage.

„Spannend, aber doch sehr komplex“

Nour Piel, Thalia-Buchhandlung Neunkirchen

Nach dem tollen ersten Teil "Der Hirte" bin ich mit einer vielleicht zu hohen Erwartung an diesen Band herangegangen. Man hat auf jeden Fall einen schönen brutalen und düsteren nordischen Thriller mit einem teilweise doch sehr komplexem aber äußert spannendem Plot. Leider wird es durch die Komplexität des ganzen Buches ein wenig schwer zu lesen. Nach dem tollen ersten Teil "Der Hirte" bin ich mit einer vielleicht zu hohen Erwartung an diesen Band herangegangen. Man hat auf jeden Fall einen schönen brutalen und düsteren nordischen Thriller mit einem teilweise doch sehr komplexem aber äußert spannendem Plot. Leider wird es durch die Komplexität des ganzen Buches ein wenig schwer zu lesen.

Ingeborg Hense, Thalia-Buchhandlung Soest

Morde mit politischem Hintergrund, Intrigen innerhalb des Ermittlungsteams, ein typischer nordischer Krimi. Nicht immer leicht zu lesen. Empfehlenswert, mit dem ersten Teil anzufangen Morde mit politischem Hintergrund, Intrigen innerhalb des Ermittlungsteams, ein typischer nordischer Krimi. Nicht immer leicht zu lesen. Empfehlenswert, mit dem ersten Teil anzufangen

„"Hauptkommissar Fredrik Beier brach nicht zusammen, viel schlimmer, er weinte..."“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Der Liebhaber von skandinavischen Krimis ist ja so einiges gewöhnt, was ausgebrannte, depressive, alkoholsüchtige oder sonstwie beschädigte Hauptfiguren betrifft - aber was Ingar Johnsrud hier auffährt, ist schon heftig!

Aber von Anfang an: "Der Hirte" war ein äußerst gelungener Erstling, der Plot stimmte, die Hauptfiguren auch, eine gelungene Mischung aus starker Story und Politik und Gesellschaftskritik.
Und jetzt also der Nachfolger, "Der Bote". Kommissar Beiers Privatleben hat sich nicht gebessert, er leidet nach wie vor, verständlicherweise, unter dem Tod seines Sohnes, trinkt zuviel, nimmt zuviel Tabletten, wird irgendwann auf offener Straße ohnmächtig, ein Suizidversuch in Anwesenheit seines Freundes und Kollegen Andreas?

Dazu diese merkwürdigen Todesfälle, das ein oder andere Opfer ist angeblich seit Jahren tot... Im Laufe der Ermittlungen deutet alles auf eine geheime norwegische Militäroperation Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in Russland hin, Beier wechselt zwischen Ermittlung, Zusammenbruch und diversen Tötungen im Dienst, dazu eine ordentliche Portion korrupter Politiker, und erneut die Möglichkeit eines Anschlags mit Pockenviren, wie schon im "Hirten"...

Das Alles ist ein ganz klein wenig zuviel: Die einzelnen Erzählstränge sind gut, auch spannend, aber es ist bei diesem Buch wie bei dem uralten Witz:
"Erdbeeren sind so lecker! Saurer Hering ist so lecker! Wie gut müssen erst Erdbeeren mit Hering schmecken?"
Der Liebhaber von skandinavischen Krimis ist ja so einiges gewöhnt, was ausgebrannte, depressive, alkoholsüchtige oder sonstwie beschädigte Hauptfiguren betrifft - aber was Ingar Johnsrud hier auffährt, ist schon heftig!

Aber von Anfang an: "Der Hirte" war ein äußerst gelungener Erstling, der Plot stimmte, die Hauptfiguren auch, eine gelungene Mischung aus starker Story und Politik und Gesellschaftskritik.
Und jetzt also der Nachfolger, "Der Bote". Kommissar Beiers Privatleben hat sich nicht gebessert, er leidet nach wie vor, verständlicherweise, unter dem Tod seines Sohnes, trinkt zuviel, nimmt zuviel Tabletten, wird irgendwann auf offener Straße ohnmächtig, ein Suizidversuch in Anwesenheit seines Freundes und Kollegen Andreas?

Dazu diese merkwürdigen Todesfälle, das ein oder andere Opfer ist angeblich seit Jahren tot... Im Laufe der Ermittlungen deutet alles auf eine geheime norwegische Militäroperation Anfang der 90er Jahre des letzten Jahrhunderts in Russland hin, Beier wechselt zwischen Ermittlung, Zusammenbruch und diversen Tötungen im Dienst, dazu eine ordentliche Portion korrupter Politiker, und erneut die Möglichkeit eines Anschlags mit Pockenviren, wie schon im "Hirten"...

Das Alles ist ein ganz klein wenig zuviel: Die einzelnen Erzählstränge sind gut, auch spannend, aber es ist bei diesem Buch wie bei dem uralten Witz:
"Erdbeeren sind so lecker! Saurer Hering ist so lecker! Wie gut müssen erst Erdbeeren mit Hering schmecken?"

Kundenbewertungen

Durchschnitt
12 Bewertungen
Übersicht
3
5
3
1
0

Ein Roman, der dem Leser alles abverlangt
von Ulrike Frey aus Haltern am See am 02.12.2018

Das Cover macht neugierig, ein Holzhaus im eisigen Winter - dieses ist im Roman beschrieben. Mit "Der Bote" schreibt Ingar Johnsrud den zweiten Thriller um den Ermittler Fredrik Beier. Der Roman ist gut lesbar, ohne das erste Buch "Der Hirte" zu kennen. Kafa Iqbal, die seit einem halben Jahr bei... Das Cover macht neugierig, ein Holzhaus im eisigen Winter - dieses ist im Roman beschrieben. Mit "Der Bote" schreibt Ingar Johnsrud den zweiten Thriller um den Ermittler Fredrik Beier. Der Roman ist gut lesbar, ohne das erste Buch "Der Hirte" zu kennen. Kafa Iqbal, die seit einem halben Jahr bei der Osloer Kriminalpolizei tätig ist, übernimmt ihren ersten eigenen Fall als leitende Ermittlerin. In der Villa einer alten Witwe wird die Leiche eines Mannes gefunden. Der Mann ist noch nicht lange tot. Man stellt fest, dass er Axel Thrane und damit der Sohn der Besitzerin ist. Aber dieser ist offiziell bereits vor 20 Jahren verstorben. Von der Witwe, der die Villa gehört, fehlt jede Spur. In einem Abwasserkanal wird am anderen Ende der Stadt eine weitere Leiche gefunden. Der Mann wurde vor seinem Tod schwerstens gefoltert. Hauptkommissar Fredrik Beier und sein Kollege Andreas stellen bald fest, dass die beiden Leichen eine gemeinsame Vergangenheit haben. Diese reicht bis zum Fall der Sowjetunion zurück. Allerdings wird die Lösung des Falls erschwert. Wer hat heute noch diese Verbindungen, dass Unterlagen verschwinden? Ingar Johnsrud lässt uns Leser immer wieder zwischendurch an einer Militäraktion 1992 teilhaben. Fünf Soldaten an der russischen Grenze - und eine tödliche Waffe, die existiert, aber nicht existieren darf. Fredrik Beier ist ein guter Kriminalbeamter, der frisch aus dem Krankenhaus entlassen ist und dem einige Zeit fehlt. Er kann sich einfach nicht erinnern. Er muss starke Medikamente nehmen. Süchtig? Das darf der Leser entscheiden. Der Hauptkommissar ist hin- und hergerissen zwischen Exfrau, Lebensgefährtin, Sohn - letzterer lebt bei ihm und seiner Lebensgefährtin. Hinzu kommen Gefühle zu Kafa, seiner Kollegin, mit der er jetzt wieder einmal zusammenarbeitet. Sie gibt ihm persönliche Hilfestellung, als er sich von den anderen beiden Frauen gegängelt fühlt. Das Buch ist ein starker Thriller, der Spionageroman und Krimi in sich vereint. Die zwei Handlungsstränge haben erst mal nichts miteinander zu tun. Deshalb habe ich so manches Mal zurückblättern müssen. Man muss sich sehr konzentrieren. Doch wenn der Zusammenhang klar ist, kann man nicht schnell genug lesen. Die Spannung steigt - man wird atemlos. Bis zur allerletzten Überraschung auf der letzten Seite. Das Buch wurde übersetzt von Daniela Stilzebach und veröffentlicht im Verlag blanvalet. Der dritte Roman von Ingar Johnsrud um den Ermittler Fredrik Beier ist noch nicht auf dem deutschen Markt erschienen.

Was verbirgt sich hinter dem verschleierten Militäreinsatz?
von einer Kundin/einem Kunden aus Feuchtwangen am 19.09.2018

Mit "Der Bote" habe ich den neuen Thriller von Ingar Johnsrud gelesen. Kommissarin Kafa Iqbal wird in eine Villa gerufen, in der ein Mann tot vor einer Treppe liegt. Dieser Mann, Axel Thrane, sollte da eigentlich gar nicht sein, denn eigentlich ist er schon seit zwanzig Jahren tot. Seine Mutter,... Mit "Der Bote" habe ich den neuen Thriller von Ingar Johnsrud gelesen. Kommissarin Kafa Iqbal wird in eine Villa gerufen, in der ein Mann tot vor einer Treppe liegt. Dieser Mann, Axel Thrane, sollte da eigentlich gar nicht sein, denn eigentlich ist er schon seit zwanzig Jahren tot. Seine Mutter, die eigentlich in dem Haus leben soll, ist spurlos verschwunden. Kommissar Frederik Beier hat es mit einer Leiche in einem Abwasserschacht zu tun. Diese Leiche wurde gefoltert. Durch ein Beweismittel, das in der Villa gefunden wird, kann Frederik eine Verbindung zwischen den beiden Toten herstellen und arbeitet nun mit Kafa zusammen. Frederik Beier ist kein Kommissar wie andere. Er hat sehr große Probleme, nachdem er vor einigen Jahren seinen Sohn Frik verloren hat. Außerdem wurde er im Dienst verletzt und ist seither abhängig von Schmerztabletten. Dies geht soweit, dass er nach einem Filmriss im Krankenhaus aufwacht und vermutet wird, er wollte sich das Leben nehmen. Doch es ist nicht nur das Problem mit den Tabletten, das ihm zu schaffen macht, er ist auch in seiner Beziehung nicht mehr glücklich. Außerdem misstraut er seinem Kollegen Andreas. Ob das für die Zusammenarbeit gut ist? Durch den ehemaligen Freund von Axel Thrane stoßen die Ermittler auf eine Militäraktion, die schon über zwanzig Jahre her ist. Wir Leser erfahren durch einen zweiten Handlungsstrang was damals passiert ist. Allerdings sind wir nicht im Vorteil, denn der Autor handelt dies parallel zu den Ermittlungen ab - Wenn Frederik Beier etwas neues herausfindet, bekommt der Leser quasi die Originalversion. Etwas suspekt finde ich Kain, der immer wieder auftaucht. Wir lesen auch des öfteren aus seiner Sicht. Doch erst relativ spät erfährt man, wie genau er in diese Geschichte passt. Mich hat etwas gestört, dass es auf 542 Seiten sage und schreibe 123 Kapitel gab. Ich hätte es besser gefunden nicht immer so schnell wieder in eine andere Szenerie zu wechsez, sondern auch mal länger bei einer zu bleiben. Das hat es mir anfangs etwas schwer gemacht in das Buch zu finden. Andererseits gab es mitten in einem Gespräch auch auf einmal ein neues jae, als wäre vorgeschrieben, es muss alle vier bis fünf Seiten ein neues Kapitel beginnen. Was die Spannung betrifft, muss ich sagen, dass sie zwar da war, allerdings nicht so, dass ich sagen kann, ich konnte das Buch nicht aus der Hand legen. Das änderte sich allerdings auf den letzten ca 150 Seiten. Da hat der Autor dann nochmal so richtig "Gas gegeben". Im Großen und Ganzen hat mir "Der Bote" wirklich gut gefallen.

Ein Ende mit Schrecken
von Krimisofa[dot]com am 10.07.2018

Manche Bücher bleiben einem nachhaltig im Gedächtnis, manchmal sogar, wenn man sie gar nicht so gut fand. Und das ist ein besonderes Qualitätsmerkmal. Mir erging es so mit ?Der Hirte?, dem ersten von drei Teilen der Fredrik-Beier-Reihe. Ich fand ihn nicht sonderlich gut und habe ihn dementsprechend bewertet. Aber... Manche Bücher bleiben einem nachhaltig im Gedächtnis, manchmal sogar, wenn man sie gar nicht so gut fand. Und das ist ein besonderes Qualitätsmerkmal. Mir erging es so mit ?Der Hirte?, dem ersten von drei Teilen der Fredrik-Beier-Reihe. Ich fand ihn nicht sonderlich gut und habe ihn dementsprechend bewertet. Aber doch blieb etwas Positives im Gedächtnis ? die Charaktere, die Stimmung und dieser außergewöhnliche Schreibstil mit dem ich zeitweise ziemlich überfordert war. Das waren die Gründe, warum ich mir den zweiten Teil - ?Der Bote? - jetzt dann doch vornahm. Fredrik Beier kommt gerade aus dem Krankenhaus. Er wollte sich umbringen, warum, weiß er nicht, er hat die Erinnerung daran verloren. Er nahm eine Überdosis Schmerzmittel und spülte sie mit Alkohol hinunter, danach legte er sich vors Haus seiner Ex-Frau Alice. Er hat überlebt ? sein Privatleben nicht. So ziemlich alle sind sauer auf ihn, vor allem seine Lebensgefährtin Bettina, die überhaupt nicht verstehen kann, warum er das getan hat, aber noch weniger, warum er sich ausgerechnet vor das Haus seiner Ex gelegt hat. Sein Sohn Jacob verkriecht sich indes in seinem Zimmer und spielt Brahms auf seiner Bratsche. Aber Life goes on, die Kriminellen nehmen keine Rücksicht auf ihn und so verkriecht sich Beier in seinen Beruf als Mordermittler. Kafa Iqbal, seiner Kollegin, geht er seit der Explosion auf Solro allerdings aus dem Weg. Doch nun müssen sie wieder an einem Strang ziehen, denn die Leiche aus der Kanalisation, die er und sein Kollege Andreas Figueras gefunden haben, hängt unmittelbar mit jener Leiche, die Kafa gefunden hat, zusammen. Ich habe mich tatsächlich auf ?Der Bote? gefreut, das hätte ich nach ?Der Hirte? nicht gedacht. Aber man ist direkt wieder drin, der Schreibstil ist ? zumindest zunächst ? flott und packend ? es war für mich wie heimkommen. Alles ist am richtigen Platz, oder auf einem vier besseren, und diese angenehme Schwere fand ich auch wieder vor. Mit einem schwerst depressiven Fredrik Beier, bei dem man sich fragen kann, warum er in seinem Job überhaupt eine Waffe tragen darf. Und Kafa, die orientalische Schönheit, die mit ihrer toughen Art den ein oder anderen männlichen Kollegen alt aussehen lässt. Sowie Andreas, der diesmal als besonderer Kotzbrocken auftritt ? aber diese Meinung teile ich mit einigen anderen. ?Der Bote? spielt anderthalb Jahre nach ?Der Hirte? und ist wesentlich politischer als sein Vorgänger, vor allem militärpolitischer. Was den Aufbau betrifft sieht die Geschichte genau so aus wie der erste Teil der Trilogie. Wir haben kurze, knackige Kapitel und zwischendurch immer wieder Rückblenden ? die Rückblenden führen uns diesmal aber nicht so weit in die Vergangenheit. Auch diesmal haben mich die Rückblenden eher überfordert, weil man anfangs so gar nicht einschätzen kann, wie diese zum Rest der Geschichte passen ? aber natürlich wird am Ende alles immer klarer. Johnsrud macht auch diesmal wieder einige Fässer auf, behandelt einige Themen ? Religion, Militär, Politik, Geschichte und etliche andere ?, aber diesmal werden sie wesentlich stimmiger behandelt als im ?Hirten? ? zumindest wirkt es so. Und die Atmosphäre gefällt mir noch besser als bei Teil eins, die hat mich sehr an die US-Serie ?The Americans? erinnert, die in der Zeit des Kalten Krieges spielt ? und genau dieses Thema spielt in ?Der Bote? eine Hauptrolle. Sonst habe ich diesmal aber keinerlei Anleihen an diversen Serien entdeckt. Vor allem das Ende ließ mich mit offenem Mund zurück ? das wird definitiv noch eine Rolle spielen und ist für mich ein Grund, den dritten Teil auch zu lesen. Ich freue mich. Was mir dennoch abermals Kopfzerbrechen bereitet hat, war diese verworrene Konstruktion der Geschichte, die es mir nicht immer einfach gemacht hat, alles nachzuvollziehen. Aber das gehört offenbar zu Johnsruds Schreibstil und macht ihn vermutlich so erfolgreich ? zumindest in seiner Heimat Norwegen. Bei den Figuren hätte er allerdings etwas präziser sein können was deren Profil betrifft ? vor allem bei den Rückblenden habe ich ein paar Charaktere verwechselt bzw. bin ich erst gegen Ende  darauf gekommen, dass das zwei unterschiedliche sind. Tl;dr: ?Der Bote? von Ingar Johnsrud ist ein facetten- und themenreicher Thriller, der diesmal für meine Begriffe wesentlich stimmiger ist als dessen Vorgänger. Die Charaktere entwickeln sich weiter und Johnsrud sorgt mit der schweren Stimmung und einer Kalter-Krieg-Atmospäre dafür, dass man sich in dem Buch wohlfühlt ? wenn man es gerne so hat.