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Was vom Tage übrig blieb

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

(21)
Portrait
Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er später Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 50 Sprachen übersetzt. Er erhielt 2017 den Nobelpreis für Literatur. Der Autor lebt in London.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Gert Heidenreich
Anzahl 8
Erscheinungsdatum 18.12.2017
Sprache Deutsch
EAN 9783837142419
Verlag Random House Audio
Originaltitel The Remains of the Day (Faber and Faber Ltd.)
Spieldauer 600 Minuten
Übersetzer Hermann Stiehl
Hörbuch (CD)
19,19
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ein Butler, der nichts preisgeben will, erzählt.“

Ingbert Edenhofer, Thalia-Buchhandlung Essen

Die Upstairs/Downstairs-Lebenswelt der englischen Aristokratie fasziniert auch heute immer wieder. Lang bevor Julian Fellowes das mit "Gosford Park" und "Downton Abbey" auskostete, gab uns Kazuo Ishiguro "Was vom Tage übrig blieb". Im Wesentlichen besteht das Buch aus Rückblenden im Kopf des Butlers Stevens, während er auf dem Weg ist herauszufinden, ob die ehemalige Haushälterin Miss Kenton bereit ist, ins Haus zurückzukehren.

Es ist faszinierend, wie gut das Buch funktioniert, obwohl es komplett aus Stevens' Perspektive erzählt wird, der ein frustrierender Erzähler ist. Seine Maxime ist, dass ein Butler als Mensch komplett hinter seiner Rolle zurücktreten müsse, und er bleibt auch dem Leser gegenüber dieser Rolle verhaftet. Das heißt, Stevens lässt uns Anteil haben an dem, was geschieht, seine zusätzlichen Bewertungen geben aber nur seine Meinungen zu Manieren wieder, keinerlei emotionale Offenbarungen.

Ishiguro schafft es dennoch, den Leser hinter die Fassade blicken zu lassen, indem er gegen Stevens' Widerstand plastisch macht, was hinter seinem stoischen Äußeren brodelt. Man möchte ihn als Leser teilweise schütteln und schreien "sag was" - und sicherlich geht es Miss Kenton ähnlich.

Trotz dieser frustrierenden Komponente ist "Was vom Tage übrig blieb" aber ein Buch, das durchaus auch in den Humortopf greift und genau in den Bereich fällt, was das Synonym für Belletristik ist: Schöne Literatur!
Die Upstairs/Downstairs-Lebenswelt der englischen Aristokratie fasziniert auch heute immer wieder. Lang bevor Julian Fellowes das mit "Gosford Park" und "Downton Abbey" auskostete, gab uns Kazuo Ishiguro "Was vom Tage übrig blieb". Im Wesentlichen besteht das Buch aus Rückblenden im Kopf des Butlers Stevens, während er auf dem Weg ist herauszufinden, ob die ehemalige Haushälterin Miss Kenton bereit ist, ins Haus zurückzukehren.

Es ist faszinierend, wie gut das Buch funktioniert, obwohl es komplett aus Stevens' Perspektive erzählt wird, der ein frustrierender Erzähler ist. Seine Maxime ist, dass ein Butler als Mensch komplett hinter seiner Rolle zurücktreten müsse, und er bleibt auch dem Leser gegenüber dieser Rolle verhaftet. Das heißt, Stevens lässt uns Anteil haben an dem, was geschieht, seine zusätzlichen Bewertungen geben aber nur seine Meinungen zu Manieren wieder, keinerlei emotionale Offenbarungen.

Ishiguro schafft es dennoch, den Leser hinter die Fassade blicken zu lassen, indem er gegen Stevens' Widerstand plastisch macht, was hinter seinem stoischen Äußeren brodelt. Man möchte ihn als Leser teilweise schütteln und schreien "sag was" - und sicherlich geht es Miss Kenton ähnlich.

Trotz dieser frustrierenden Komponente ist "Was vom Tage übrig blieb" aber ein Buch, das durchaus auch in den Humortopf greift und genau in den Bereich fällt, was das Synonym für Belletristik ist: Schöne Literatur!

Dorothea Weiss, Thalia-Buchhandlung Jena

Auf seiner ersten Urlaubsreise lässt der alternde Butler Stevens seine Vergangenheit Revue passieren. Ein nachdenklich stimmendes Portrait einer nicht so fernen Zeit. Wunderbar! Auf seiner ersten Urlaubsreise lässt der alternde Butler Stevens seine Vergangenheit Revue passieren. Ein nachdenklich stimmendes Portrait einer nicht so fernen Zeit. Wunderbar!

Sebastian Schuy, Thalia-Buchhandlung Mülheim

Bedingungsloses Dienen, ohne Fragen zu stellen: Butler Stevens geht völlig in seiner Aufgabe auf und verliert dabei jedoch sich selbst. Sprachlich und inhaltlich ein Genuss! Bedingungsloses Dienen, ohne Fragen zu stellen: Butler Stevens geht völlig in seiner Aufgabe auf und verliert dabei jedoch sich selbst. Sprachlich und inhaltlich ein Genuss!

„Die Frage, was nach all dem übrig bleibt.“

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Der Rückblick auf das eigene Leben birgt oft mehr Gefahren, als es auf den ersten Blick scheint.
Da werden Entscheidungen bereut, die womöglich übereilt, unüberlegt getroffen wurden.
Da werden enttäuschte Erwartungen erneut durchlebt, Verluste reflektiert und Schmerz noch einmal erlebt.
Da gibt es die Liebschaften, die niemals erwidert wurden und die Affären, die im Nachhinein verflucht werden.
Und es gibt all die Chancen, die Gelegenheiten, die man nicht ergriffen hat, bei denen der Mut fehlte, die Entschlossenheit und die Kühnheit.

Auch Mr. Stevens blickt zurück.
Blickt zurück auf sein Leben als Butler in Darlington Hall. Ein Leben, das er vollends in die Dienste seiner Arbeit stellte, bei dem er verzichtete, auf seine eigenen Wünsche, die Liebe, die Familie.
Mr. Stevens blickt zurück.
Blickt zurück und erinnert sich. Erinnert sich an all die geschichtsträchtigen Ereignisse, die sich in den großen Hallen von Darlington Hall abgespielt haben. An jene Vorwürfe gegen seinen Vorgesetzen, die Skandale, Antisemitismus.
Mr. Stevens blickt zurück.
Und wir blicken mit ihm.
Blicken mit ihm und erfahren Dinge, die ihm selbst verborgen blieben.
Wir sehen, was er nicht wahrgenommen hat, nicht wahrnehmen konnte, vielleicht auch nicht wahrnehmen wollte.

Nach der Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Kazuo Ishiguro kann man sich vor
Rezensionen zu seinen Büchern kaum retten.
Es ist von Feinfühligkeit die Rede, von Einfühlungsvermögen und stimmungsvollen Landschaftsbildern.
Doch Ishiguro lediglich darauf zu reduzieren, wird ihm schlichtweg nicht gerecht. Er ist so viel mehr, als ein reiner Erzähler atmosphärischer Szenerien. Er dringt tief vor, in die menschliche Psyche, ist der Meister der verborgenen Wünsche und Sehnsüchte und seziert wie mit einem scharfen Messer das Leben der Protagonisten.
Ishiguro kreiert ein Gesamtkunstwerk, ein Gemälde, farbig und bunt, mit unterschiedlichen Schattierungen und Tiefe.
Es ist der Rückblick auf ein Leben der Aufopferung, der Folgsamkeit und dem Fleiß.
Ein Leben des Verzichts, dessen Folgen erst mit den Jahren wirklich offensichtlich werden.

Und so steht er da, unser Mr. Stevens, kurz vor Ende seines Arbeitslebens.
Er steht da und stellt sich der Frage, endlich, nachdem er sie so lange verdrängt hat.
Die Frage, was nach all dem übrig bleibt.
Der Rückblick auf das eigene Leben birgt oft mehr Gefahren, als es auf den ersten Blick scheint.
Da werden Entscheidungen bereut, die womöglich übereilt, unüberlegt getroffen wurden.
Da werden enttäuschte Erwartungen erneut durchlebt, Verluste reflektiert und Schmerz noch einmal erlebt.
Da gibt es die Liebschaften, die niemals erwidert wurden und die Affären, die im Nachhinein verflucht werden.
Und es gibt all die Chancen, die Gelegenheiten, die man nicht ergriffen hat, bei denen der Mut fehlte, die Entschlossenheit und die Kühnheit.

Auch Mr. Stevens blickt zurück.
Blickt zurück auf sein Leben als Butler in Darlington Hall. Ein Leben, das er vollends in die Dienste seiner Arbeit stellte, bei dem er verzichtete, auf seine eigenen Wünsche, die Liebe, die Familie.
Mr. Stevens blickt zurück.
Blickt zurück und erinnert sich. Erinnert sich an all die geschichtsträchtigen Ereignisse, die sich in den großen Hallen von Darlington Hall abgespielt haben. An jene Vorwürfe gegen seinen Vorgesetzen, die Skandale, Antisemitismus.
Mr. Stevens blickt zurück.
Und wir blicken mit ihm.
Blicken mit ihm und erfahren Dinge, die ihm selbst verborgen blieben.
Wir sehen, was er nicht wahrgenommen hat, nicht wahrnehmen konnte, vielleicht auch nicht wahrnehmen wollte.

Nach der Vergabe des Literatur-Nobelpreises an Kazuo Ishiguro kann man sich vor
Rezensionen zu seinen Büchern kaum retten.
Es ist von Feinfühligkeit die Rede, von Einfühlungsvermögen und stimmungsvollen Landschaftsbildern.
Doch Ishiguro lediglich darauf zu reduzieren, wird ihm schlichtweg nicht gerecht. Er ist so viel mehr, als ein reiner Erzähler atmosphärischer Szenerien. Er dringt tief vor, in die menschliche Psyche, ist der Meister der verborgenen Wünsche und Sehnsüchte und seziert wie mit einem scharfen Messer das Leben der Protagonisten.
Ishiguro kreiert ein Gesamtkunstwerk, ein Gemälde, farbig und bunt, mit unterschiedlichen Schattierungen und Tiefe.
Es ist der Rückblick auf ein Leben der Aufopferung, der Folgsamkeit und dem Fleiß.
Ein Leben des Verzichts, dessen Folgen erst mit den Jahren wirklich offensichtlich werden.

Und so steht er da, unser Mr. Stevens, kurz vor Ende seines Arbeitslebens.
Er steht da und stellt sich der Frage, endlich, nachdem er sie so lange verdrängt hat.
Die Frage, was nach all dem übrig bleibt.

R. Braun, Thalia-Buchhandlung Ludwigshafen am Rhein

Dieses Buch kommt ohne große Ereignisse und ohne einen bedeutenden Spannungsbogen aus. Es ist eins dieser leisen Bücher, die sich Seite für Seite in das Herz des Lesers schleichen. Dieses Buch kommt ohne große Ereignisse und ohne einen bedeutenden Spannungsbogen aus. Es ist eins dieser leisen Bücher, die sich Seite für Seite in das Herz des Lesers schleichen.

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Ein außergewöhnliches Leseerlebnis. Und ein guter Einstieg für alle, die die Literatur des aktuellen Literaturnobelpreisträgers kennen lernen möchten. Wunderbar. Großartig. Ein außergewöhnliches Leseerlebnis. Und ein guter Einstieg für alle, die die Literatur des aktuellen Literaturnobelpreisträgers kennen lernen möchten. Wunderbar. Großartig.

„Unvergesslich schön!“

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Wiederentdeckt: das berühmteste Werk des aktuellen Literaturnobelpreisträgers. Die mit unaufdringlicher Intensität erzählte Geschichte über ein Leben in Diensten und eine unerfüllte Liebe berührt den Leser tief. Unvergesslich schön! Wiederentdeckt: das berühmteste Werk des aktuellen Literaturnobelpreisträgers. Die mit unaufdringlicher Intensität erzählte Geschichte über ein Leben in Diensten und eine unerfüllte Liebe berührt den Leser tief. Unvergesslich schön!

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Ein Butler, ganz Würde und Loyalität.Keine Gefühle lässt er zu.Und erst im
Herbst seines Lebens überkommen ihn leise Zweifel.
Stilvolle, wunderbare Lektüre.
Nobelpreis 2017 !!
Ein Butler, ganz Würde und Loyalität.Keine Gefühle lässt er zu.Und erst im
Herbst seines Lebens überkommen ihn leise Zweifel.
Stilvolle, wunderbare Lektüre.
Nobelpreis 2017 !!

Kristiane Müller, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Aus gegebenem Anlass
Nach fast 30 Jahren wieder gelesen.
Es ist noch immer traurig und schön und unvergleichlich.
Ein Literatur-Nobelpreis.Träger, den man wirklich lesen kann!
Aus gegebenem Anlass
Nach fast 30 Jahren wieder gelesen.
Es ist noch immer traurig und schön und unvergleichlich.
Ein Literatur-Nobelpreis.Träger, den man wirklich lesen kann!

Dermot Willis, Thalia-Buchhandlung Kassel

Endlich wieder aktuell nach der Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Höchst verdient und längst überfällig. Endlich wieder aktuell nach der Verleihung des Nobelpreises für Literatur. Höchst verdient und längst überfällig.

Christine Pajak, Thalia-Buchhandlung Lutherstadt Wittenberg

Melancholisches, dichtes Werk über verpasste Chancen und falschen Idealismus. Gleichermaßen historischer Rücklick als auch Portrait einer untergegangenen Generation. Beeindruckend. Melancholisches, dichtes Werk über verpasste Chancen und falschen Idealismus. Gleichermaßen historischer Rücklick als auch Portrait einer untergegangenen Generation. Beeindruckend.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
21 Bewertungen
Übersicht
17
3
1
0
0

Butler sein oder nicht sein
von Hortensia13 am 21.06.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Mr. Stevens lebt seine Berufung Butler zu sein. In Darlington Hall sorgt er für einen reibungslosen Ablauf im Haushalt. Als sein Dienstherr Lord Darlington verstirbt, übernimmt ein Amerikaner das Anwesen und das Personal. Mr. Stevens versucht nun seinen Weg in den neuen Begebenheiten zu finden. Dabei kommt ein Brief... Mr. Stevens lebt seine Berufung Butler zu sein. In Darlington Hall sorgt er für einen reibungslosen Ablauf im Haushalt. Als sein Dienstherr Lord Darlington verstirbt, übernimmt ein Amerikaner das Anwesen und das Personal. Mr. Stevens versucht nun seinen Weg in den neuen Begebenheiten zu finden. Dabei kommt ein Brief der ehemaligen Haushälterin Ms. Kenton gerade recht. Verbunden mit einer Autoreise möchte er sie besuchen und sie wieder überzeugen zurückzukehren. Während der Fahrt sinniert Mr. Stevens über die Vergangenheit und sein Butlerdasein nach. Und fragt sich: Was blieb vom Tage übrig? Dieser Roman des britischen Schriftstellers und Literatur-Nobelpreisträgers Kazuo Ishiguro wurde im Jahre 1989 veröffentlicht. 2015 wurde das Buch zu einem der bedeutendsten britischen Romane gewählt. Und britisch ist es wirklich. Es strahlt eine ruhige und fast kühle Atmosphäre aus. Die Sprache ist mir erhaben und beinahe vornehm erschienen. Dabei ist es nicht einfach den vielen Nebensätzen zu folgen. Am besten beschreibt man die Geschichte sinnbildlich wie folgt: Geplauder eines alten Opas im Alterheim, der über sein Leben philosophiert. So schweift der Erzähler immer wieder ab. Erzählt mal dies, mal jenes, um wieder den Faden aufzunehmen. Grundsätzlich ein interessanter Einblick ins Butlerdasein in der Zwanziger- und Dreissigerjahren. Ich würde es aber eher als Hörbuch empfehlen.

Schöne Sprache jedoch sehr zähe Geschichte
von monerl aus Langen am 12.06.2018
Bewertet: Medium: H?rbuch-Download

Kurzmeinung Genre: Roman Handlung: Die Handlung ist vielfältig. Zum einen geht es um den Butler Stevens, der sich voll und ganz seinem Beruf verschrieben hat. Diesen führt es voller Hingabe und absoluter Würde aus. Die Hierarchie wird nicht hinterfragt, genauso wenig die Vorgänge, die sich im Haus über viele Jahre abspielen.... Kurzmeinung Genre: Roman Handlung: Die Handlung ist vielfältig. Zum einen geht es um den Butler Stevens, der sich voll und ganz seinem Beruf verschrieben hat. Diesen führt es voller Hingabe und absoluter Würde aus. Die Hierarchie wird nicht hinterfragt, genauso wenig die Vorgänge, die sich im Haus über viele Jahre abspielen. Große Politik wird gemacht und Geschichte geschrieben, doch Mr. Stevens erlaubt sich kein Urteil. Der Zweite Weltkrieg steht vor der Tür und Politiker und Diplomaten aus aller Welt finden in England in diesem Herrenhaus zusammen, tauschen sich aus und debattieren. So ein Herrenhaus benötigt neben einem herausragenden Butler ebenso eine herausragende Hauswirtschafterin. Miss Kenton ist für diese Rolle ebenso geschaffen wie Mr. Stevens für seine. Zwischen den beiden gibt es eine Art Zuneigung, die jedoch nie über das förmliche Verhalten hinausgeht. Zu persönlich und zu privat mag Mr. Stevens nämlich überhaupt nicht. Charaktere: Zwei Protagonisten, die sich in nichts nachstehen. Mr. Stevens, der Butler, ist sehr gut porträtiert und sein charakterlicher roter Faden ist absolut durchgängig, ganz ohne Unterbrechungen. Er ist das Nonplusultra eines Butlers. Er dient mit ganzem Herzen, mit offenen Augen und verschlossenen Ohren. Denn es steht ihm nicht zu, sich eine Meinung über all die Gäste zu bilden, die im Herrenhaus ein- und ausgehen. Er besitzt eine kühle Distanz, die sogar so weit geht, dass er nicht in der Lage ist, seinem sterbendem Vater ein paar Minuten beizustehen. Er fühlt sich unwohl und nimmt seine Arbeit als Vorwand gehen zu müssen, da dies sein Vater, ebenso ein Butler vom alten Schlag, absolut verstehen kann und nicht dulden würde, wenn sein Sohn ein schlechtes Bild auf sich und den Berufsstand wirft. Miss Kenton erfüllt nur vordergründig die Anforderungen an ihren Berufsstand als Hauswirtschafterin. Sie erfüllt ihre Aufgabe mit Bravour, leistet sich aber immer wieder ein liebevolles Geplänkel mit Mr. Stevens. Vergeblich versucht sie ihm Emotionen zu entlocken und erkennt immer, wann er Zuspruch und ein gutes Wort braucht. Sie stärkte ihm den Rücken, nachdem sein Vater gestorben war. Diese beiden Figuren sind dem Autor hervorragend gelungen! Spannung: Auf Spannung wartet man in diesem Roman vergeblich. Es kommt ein Interesse auf, wie das Aufeinandertreffen der beiden, nach so vielen Jahren, vonstatten gehen wird. Wird Mr. Stevens endlich etwas aus sich heraus gehen können und Miss Kenton gestehen, dass er sie all die Jahre vermisst hat? Wird sie mit ihm zurück ins Herrenhaus kommen und ihre alte Stelle wieder aufnehmen? Auf das Ende ist man somit wohl gespannt, doch diese Frage schwirrt dem Leser nicht permanent im Kopf herum. Schreibstil: Keine Frage, Kazuo Ishiguro hat sprachlich gesehen mit diesem Roman etwas Besonderes geschaffen. Sehr ruhig schreitet das Geschehen voran. Und unter der hochgehobenen und -geborenen Gesellschaft entspannen sich Gespräche, die man nicht alltäglich nennen kann. Erfrischend waren für mich auch die Dialoge von Mr. Stevens und den Bürgern der Ortschaften, in denen er auf seiner Reise gewollt als auch ungewollt Halt macht. Hervorragend auch die innere Reise von Mr. Stevens. Wie man anhand von seinen Aussagen merkt, dass er angefangen hat sich mit sich und seiner Vergangenheit zu beschäftigen und analysiert, ob er manchmal nicht hätte anders handeln müssen. Ende: Ein Ende, das sich für mich so abgezeichnet hat. Deswegen aber nicht minder gut. Dem Autor ist es gelungen der Geschichte treu zu bleiben. Das gefällt mir sehr. Hörbuch: Wunderbar gelesen und interpretiert von Gert Heidenreich, meinem liebsten Sprecher für Hörbücher. Keiner schafft es auf so ganz besondere Weise Figuren und ihre Charaktere so wiederzugeben, dass es vom Anfang bis zum Ende ein reiner Hörgenuss ist. Fazit: Ein wirklich gutes Hörbuch! Doch trotz all dem Positiven, das ich hier erwähne und hervorhebe, kann selbst die schöne Sprache und der herausragende Sprecher die Eintönigkeit und auch in großen Teile die Langeweile der Geschichte nicht verschwinden lassen. Hätte ich das Buch gelesen, hätte ich sicherlich immer mal wieder Seiten überblättert oder quergelesen. Mir persönlich reichte das leider nicht, um das gesamte Buch als herausragend bezeichnen zu können. Ich fühlte mich nicht mitgerissen. Mich konnte auch diese bittersüße und unerfüllte Liebe nicht so richtig rühren.

Sehr lesenswert
von einer Kundin/einem Kunden aus Dottikon am 12.04.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Ich konnte mir den englischen höflichen Butler mit seinen Dialogen richtig vorstellen. Teilweise sehr lustige Szenen und doch machte es mich auch melancholisch.