Raumpatrouille

Geschichten

Matthias Brandt

(26)
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Beschreibung

Das Buchereignis der Jahre 2016/17 – jetzt als Taschenbuch.

Die Geschichten in Matthias Brandts erstem Buch sind literarische Reisen in einen Kosmos, den jeder kennt, der aber hier mit einem ganz besonderen Blick untersucht wird: der Kosmos der Kindheit. In diesem Fall einer Kindheit in den Siebzigerjahren des letzten Jahrhunderts in einer kleinen Stadt am Rhein, die damals Bundeshauptstadt war. Einer Kindheit, die bevölkert ist von einem manchmal bissigen Hund namens Gabor, von mysteriösen Postboten und kriegsbeschädigten Religionslehrern. Es gibt einen kauzigen Arbeitskollegen des Vaters, Herrn Wehner, einen Hausmeister und sogar einen Chauffeur, da der Vater gerade Bundeskanzler ist. Erzählt wird von kuriosen Fahrradausflügen, monströsen Fußballniederlagen und von gleichermaßen geheimnisumwobenen wie geliebten Eltern, von einer Kindheit, zu der neben dem Abenteuer und der Hochstapelei auch Phantasie, Gefahr und Einsamkeit gehören.

Matthias Brandt zeigt mit seinem literarischen Debüt, dass er nicht nur ein herausragender Schauspieler, sondern auch ein großartiger Schriftsteller ist.

»Der Schauspieler mit dem legendären Vater will sich schreibend zeigen, ohne zu enthüllen. Er will persönlich werden, aber nicht privat. Was sich da zeigt, ist der ureigene Mix eines rheinisch-anarchistischen Humors, [...] gepaart mit einer fast schon pietistischen Strenge und Disziplin [...].«

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 176
Erscheinungsdatum 08.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-462-05157-5
Verlag Kiepenheuer & Witsch
Maße (L/B/H) 19/12,6/2 cm
Gewicht 228 g
Auflage 9. Auflage
Verkaufsrang 7333

Buchhändler-Empfehlungen

Dirk Lengersdorf , Thalia-Buchhandlung Heinsberg

Guter bisweilen lustiger, oft aber auch rührender autobiographisch gefärbter Kurzgeschichtenband. Brandt nimmt uns mit in die Kindheit in der Bonner Republik der 70er Jahre, als die Uhren noch langsamer ticken und der Vater oft abwesend war. Erstaunlich literarisch!

Eine Zeitreise allererster Güte

Meike Westermann, Thalia-Buchhandlung Kamen

Matthias Brandt nimmt uns mit in die BRD der späten 60er und frühen 70er Jahre und zwar mit allem Drum und Dran: James Last, der mit dem Finger schnippst, Ilja Richter, der Sepp Maier in seiner Sendung "Disco" zu Gast hat, Wim Thoelke, Fanta, Teewurstbrote... ach, da werden Erinnerungen wach. Ich kann mich gar nicht entscheiden, welche der vielen kurzen und kurzweiligen Geschichten ich am liebsten gelesen habe. Ein Highlight ist auf jeden Fall die Fahrradtour mit Herbert Wehner. Willy, etwas aus der Übung, kann das Gleichgewicht nicht halten und kippt, wie in Zeitlupe, langsam zur Seite und landet im Gemüsebeet. Wehner, dies alles nicht bemerkend, fuhr, wichtig vor sich hin monologisierend, noch einige Meter weiter, während Brandt einen auf die Konsonanten verknappten "exkrementellen" Fluch von sich zischte und mit lehmverkrusteten Hosen nach Hause stapfte. Oder die Besuche bei Herrn Lübke. Matthias und seine Eltern wohnen Garten an Garten mit dem ehemaligen Bundespräsidenten Lübke, mit dem er gern, von der Mama hübsch herausgeputzt, eine Tasse Kakao trinkt- schweigend, da dem alten Herrn allmählich die Worte ausgehen. Und natürlich die Geschichte mit dem Raumanzug. Mit dem Bus unterwegs in die Stadt, um von dem Geld, das die Mama ihm mitgab, Schulbücher zu kaufen. So war es von der Mutter jedenfalls geplant. Aber im Kaufhaus hing ein Raumanzug. Na ja, mehr ein Gummipyjama ohne Helm, um ehrlich zu sein, aber für den siebenjährigen Matthias, im Innern schon längst Raumpilot, ist die Anziehungskraft des Anzugs trotzdem einfach zu groß, um zu widerstehen... Ein Buch, das man nicht vergessen wird, auch und vor allem wegen seiner sprachlichen Brillanz. Die Geschichten sind mit so viel Liebe zum Detail, so voller Witz und pointiert geschrieben, dass man einfach nicht mehr aufhören möchte zu lesen. Da die Geschichten nicht aufeinander aufbauen, bräuchte man es theoretisch nicht am Stück zu lesen, aber ich konnte einfach nicht anders, als weiterzulesen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
26 Bewertungen
Übersicht
23
2
1
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 29.07.2020
Bewertet: anderes Format

Ein Buch, das meisterhaft und feinfühlig die Gefühlswelt eines Kindes zu transportieren vermag. Alles, was die Begeisterung eines kleinen Jungen auslöst, wird mit heiligem Ernst betrachtet. Ist die Leidenschaft am nächsten Tag verflogen, was soll's? Schnee von gestern! Herrlich!

Geschichten
von Mareike Kollenbrandt aus Titz am 26.03.2019

Literarische Ausflüge in die Kindheit. Matthias Brandt ist Schauspieler und kann aber wie man hier sieht, auch sehr gut mit der Schriftform umgehen. Humorvoll, interessant und manchmal auch ein bisschen traurig sind seine Geschichten. Sie spielen in den Siebzigerjahren am Rhein. Und nicht ganz uninteressant ist es, dass sein Vat... Literarische Ausflüge in die Kindheit. Matthias Brandt ist Schauspieler und kann aber wie man hier sieht, auch sehr gut mit der Schriftform umgehen. Humorvoll, interessant und manchmal auch ein bisschen traurig sind seine Geschichten. Sie spielen in den Siebzigerjahren am Rhein. Und nicht ganz uninteressant ist es, dass sein Vater damals Bundeskanzler war. Sehr empfehlenswert!

Poetisch und einfach schön
von einer Kundin/einem Kunden aus Berne am 30.12.2016
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Matthias Brandt schildert in exemplarischen Episoden Erinnerungen aus seiner Kindheit. Das gelingt ihm in einem wunderschönen Schreibstil, der meistens humorvoll, oft aber auch nachdenklich ist. Übrigens: das Buch ist eine sinnvolle Ergänzung zu der ganz hervorragenden Biografie: "Die Familie Willy Brandt" von Torsten Körner. De... Matthias Brandt schildert in exemplarischen Episoden Erinnerungen aus seiner Kindheit. Das gelingt ihm in einem wunderschönen Schreibstil, der meistens humorvoll, oft aber auch nachdenklich ist. Übrigens: das Buch ist eine sinnvolle Ergänzung zu der ganz hervorragenden Biografie: "Die Familie Willy Brandt" von Torsten Körner. Der Blickwinkel eines Kindes auf Familie und auf Weggefährten seines Vaters ( Herbert Wehner ) oder auf den leider verhöhnten Heinrich Lübke, der unter der damals noch nicht thematisierten Alzheimer Erkrankung litt, sind hochinteressant.


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