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Eine Geschichte der Wölfe

Roman

Emily Fridlund

(17)
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Beschreibung

In den dunklen Wäldern von Minnesota wächst Linda in den kläglichen Überresten einer Kommune auf. Ihre Eltern sind über das Scheitern ihrer Hippie-Ideale zu Eigenbrötlern geworden, in der High-School kommt sie sich vor wie eine Außerirdische. In ihrer Isolation fühlt sich Linda wie magisch hingezogen zu ihrer Klassenkameradin Lily und zu ihrem Geschichtslehrer, Mr Grierson. Es ist ein Schock, als der wegen des Besitzes von Kinderpornographie verhaftet wird und dann auch noch Lily von der Schule verschwindet. Linda hat niemand, mit dem sie über all das reden könnte. Da zieht eine Familie neu an den See. Alles bei ihnen scheint Linda gut und schön. Sie wird die Babysitterin des kleinen Paul und sehnt sich danach zu dieser heilen Familie zu gehören. Doch als Paul schwer krank wird, bleiben seine Eltern seltsam inaktiv. Soll Linda trotzdem einen Arzt rufen und damit das gute Verhältnis zu ihren "neuen Freunden" riskieren? Eine vielleicht unmögliche Entscheidung für eine Vierzehnjährige, die ihr ganzes weiteres Leben beeinflussen wird....

"Es gibt - glücklicherweise - immer wieder diese Romane, nach denen erst einmal durchgeatmet werden muss.", Wilhelmshavener Zeitung, 05.10.2018

Emily Fridlund wuchs in Minnesota auf und lebt derzeit in der Finger Lakes Region des Staates New York. Ihre Prosa erschien in zahlreichen Zeitschriften; eine Sammlung ihrer Kurzgeschichten wird im Jahr 2017 in den USA erscheinen. Ihr erster Roman "Eine Geschichte der Wölfe" war in den USA nicht nur bei den Independent Booksellers ein Liebling und großer Erfolge, sondern auch bei Barnes & Noble. Seit Erscheinen wurden allein dort über 60.000 Hardcover verkauft.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 19.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-8270-1367-5
Verlag Berlin Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,1/3,8 cm
Gewicht 503 g
Originaltitel History of Wolves
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Stephan Kleiner

Buchhändler-Empfehlungen

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Ein düsteres Buch in das man von der ersten Seite an wie in einen Sog hineingezogen wird. Faszinierend und mit großer Tiefe.

Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf

Michaela Höher, Thalia-Buchhandlung Berlin

Drei Bücher in Folge gelesen: Hier folgt nun “Schicksal eines kleinen Jungen”, die Dritte. Sarah Kuttners Kurt, Marion Braschs Mark, und jetzt der kleine Paul. Ein Zufall. “Zufall? Schicksal? Oder einfach Mathematik, eine praktische Illustration der Wahrscheinlichkeitstheorie.” So wird Paul Auster am Beginn von Braschs Roman zitiert. Das Schicksal dieses dritten kleinen Jungen mit Namen Paul ist jedenfalls noch einmal eine Schock-Steigerung zu den vorweg gelesenen. Das Buch fällt insofern aus der Reihe, dass es das Debut einer jungen amerikanischen, von T.C. Boyle geförderten Autorin ist. Es war 2017 für den Man Booker Preis nominiert. Es ist keine leichte Kost. Sobald die Natur eine Hauptrolle in der Literatur einnehmen darf, meinetwegen bei “nature writing” im weitesten Sinne, setzt bei mir das Kribbeln ein und stellt sich alles auf Empfang. Aber wer einen “Wolfsroman” erwartet, eine Art Wolfssaga, oder etwas wie “Wolfsexpertin im Einsatz”, wird enttäuscht werden. Der einzige tatsächliche Wolf, der flüchtig in diesem Roman auftaucht, ist ein ausgestopfter. Die Natur ist keine Idylle, sie ist Lebensraum, sie ist so selbstverständlich, dass sie mit dem Selbst verschmilzt, beziehungsweise das Selbst mit ihr. Das wird auch in der bildstarken Sprache deutlich, wenn “Eiszapfen blauschwarzes Wasser ausschwitzen”, wenn sich die Erzählerin fragt, warum es ihr “so eine Freude machte, die Nacht sich derart anpirschen zu lassen”, oder “ich konnte gerade so eben die Schatten von Hunden erkennen, die durch die Schatten der Kiefern schwammen.” Wald, und Wasser: “Ich fühlte den Schauder der von mir erzeugten Luftblasen, die wie Käfer meine Arme und Beine heraufkrochen. Ich fühlte, wie sie von meinen Haarwurzeln aufstiegen. Nach einer dunklen Pause folgte mein Körper.” Bald befällt den Leser eine Ahnung, wer hier die Wölfe sind. Die Erzählerin wird als “Freak” bezeichnet, und sie ist damit weiß Gott nicht alleine. Die ganze Geschichte ist düster, befremdlich, nasskalt und schwül zugleich. Aber sie ist unheimlich faszinierend.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
11
3
1
2
0

Langweilig und Belanglos
von einer Kundin/einem Kunden aus Bergisch Gladbach am 11.08.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Das Beste an dem Roman ist die wirklich gelungene Sprache aber das macht das Werk noch nicht zu einem guten Buch. Leider kann die Autorin nicht perspektivisch erzählen, die Hauptfigur Linda bleibt seltsam hölzern, die Handlung über weite Strecken belanglos. Das Ganze ist eine verquaste Mischung aus Zivilisations und Religionskri... Das Beste an dem Roman ist die wirklich gelungene Sprache aber das macht das Werk noch nicht zu einem guten Buch. Leider kann die Autorin nicht perspektivisch erzählen, die Hauptfigur Linda bleibt seltsam hölzern, die Handlung über weite Strecken belanglos. Das Ganze ist eine verquaste Mischung aus Zivilisations und Religionskritik ohne zu überzeugen. Ich habe das Buch nach der Hälfte genervt weggelegt. Wieder mal so ein schwaches Debüt das eben auf den Markt gebracht wird weil Romane aus den USA reichlich zu bekommen sind.

Fesselnd und finster
von Sursulapitschi am 16.04.2018

Dieses Buch ist fesselnd und finster. Man ist fasziniert, hat aber das Gefühl man blickt in Abgründe. Lange weiß man nicht genau, womit man es zu tun hat. Wird das ein Psychothriller, ist es die Lebensgeschichte einer Außenseiterin oder geht es generell um Randexistenzen? An einem See bei Loose River in Minnesota scheinen s... Dieses Buch ist fesselnd und finster. Man ist fasziniert, hat aber das Gefühl man blickt in Abgründe. Lange weiß man nicht genau, womit man es zu tun hat. Wird das ein Psychothriller, ist es die Lebensgeschichte einer Außenseiterin oder geht es generell um Randexistenzen? An einem See bei Loose River in Minnesota scheinen sich Aussteiger, Exoten und Sonderlinge jeder Art zu versammeln. Früher war dort eine Kommune ansässig, die ein alternatives Familienmodell ausprobieren wollte. Davon blieben allerdings nur Madelaine und ihre Eltern übrig, die jetzt höchst alternativ in einer Hütte im Wald leben. Natürlich ist Madelaine eine Außenseiterin in der Schule. Dort nennt sie sich lieber Linda, mehr Möglichkeiten, sich anzupassen hat sie nicht. Zwischen ihr und den „Karens“, den Cheerleadern, liegen Welten. Als am gegenüberliegenden Seeufer eine Familie ein Sommerhaus bezieht, hat Linda zum ersten Mal die Möglichkeit, normales Familienleben auszuprobieren. Sie wird gerne als Babysitterin für den kleinen Paul engagiert. So ganz normal scheint das Familienleben dort dann doch nicht zu sein. Linda wundert sich über einiges, will aber nicht ihr neues Paradies gefährden, indem sie Fragen stellt. Sollte sie Fragen stellen? Kann man sich als 14jährige einmischen, wenn Dinge aus dem Ruder zu geraten scheinen? Kann man einfach wegsehen? Das hätte mir als Thema eigentlich gereicht. Es geht um alternative Lebensmodelle bis hin zu christlichen Sekten mit ungewöhnlichen Ansichten. Was macht eine Jugend in der Kommune aus einem Menschen? Und was bewirkt ein Fehler, den man in der Jugend begangen hat und den man nicht vergessen kann. In Vor- und Rückblenden erfährt man nach und nach, wie Lindas Leben verlaufen ist. Sie gibt ihr Bestes, aber Fuß fasst sie nirgendwo. Als Sidequest liest man allerdings noch über Lindas Klassenkameradin Lilly, die aus ärmlichen Verhältnissen stammt, aber wunderhübsch ist. Auch sie wird nicht von den Karens beachtet, dafür aber von ihrem Geschichtslehrer, der auch Linda fasziniert, der dann aber mit Kinderpornographie in Verbindung gebracht wird. Diesen zusätzlichen Aspekt hätte das Buch gar nicht gebraucht. Das Geschehen ist auch so schon tragisch genug. Es wirkt ein wenig wie der Versuch, maximales Drama in ein Buch zu packen. „Die Geschichte der Wölfe“ ist bedrückend, mitreißend und kunstvoll erzählt. Die Sprache ist originell und poetisch. Vielleicht sind hier und da die Formulierungen etwas bemüht. Vielleicht hat das Buch auch das Pech, dass ich gerade parallel „Der Distelfink“ höre, der vor wunderbaren Formulierungen nur so sprudelt. Dagegen kann alles andere nur abfallen. „Die Geschichte der Wölfe“ ist ein eindrucksvolles und fesselndes Buch, das eine ungewöhnliche und beklemmende Geschichte erzählt. Es ist lesenswert und interessant, nur für meinen Geschmack in mancher Hinsicht die Spur zu elaboriert.

Beklemmend
von einer Kundin/einem Kunden am 02.04.2018

Die Geschichte der Wölfe ist ein Roman, der sehr stark von Stimmungen und einer dunkel gefärbten Atmosphäre lebt. Die 14jährige Linda führt abgelegen im verschneiten Minnesota ein einsames Leben, da sich ihre Eltern kaum um sie kümmern. Als neue Nachbarn herziehen, die einen kleinen Jungen haben, wird sie dessen Babysitter. ... Die Geschichte der Wölfe ist ein Roman, der sehr stark von Stimmungen und einer dunkel gefärbten Atmosphäre lebt. Die 14jährige Linda führt abgelegen im verschneiten Minnesota ein einsames Leben, da sich ihre Eltern kaum um sie kümmern. Als neue Nachbarn herziehen, die einen kleinen Jungen haben, wird sie dessen Babysitter. Der kleine Paul ist ein lieber, aber nicht immer einfacher Junge. Er hat zum Teil seltsame Anwandlungen, die offenbar aus einer ungewöhnlichen Erziehung resultieren. Trotzdem verstehen sich Linda und Paul gut und Linda hat auch Vertrauen in seine Eltern Patra und Leo. Das sind bemerkenswerte Szenen mit Paul und Linda, aber auch die Gespräche die Linda mit Patra oder seltener auch mit Leo führt. Wie es weitergeht weiß man ja leider schon aus dem Klappentext, der sehr weit geht. Viele Passagen entbehren nicht eine gewisse Beklemmung beim Lesen. Emily Fridlund war mit dem Roman für den bedeutenden Man Booker Award auf der Short List nominiert. Sie verlor zwar gegen den bewundernswerten George Saunders, der ein wirklich schwieriges Buch vorlegte, aber als Debütantin ist die Short List auch schon eine respektable Leistung.


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