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Schwere Knochen

Lesung. MP3 Format. Ungekürzte Ausgabe

(9)
David Schalko ist mit seinem Verbrecher-Epos Schwere Knochen ein fulminanter, einzigartiger Roman über die österreichische Nachkriegsgesellschaft gelungen - und ein faszinierender Einblick in das Innere von Menschen, deren Seelen durch den Nationalsozialismus zerstört wurden. Inspiriert durch wahre Begebenheiten, erzählt mit viel schwarzem Humor und dennoch großer Empathie.
Wien, März 1938. Am Tag, als halb Wien am Heldenplatz seinem neuen Führer zujubelt, raubt eine Bande jugendlicher Kleinganoven einen stadtbekannten Nazi aus. Sieben Jahre lang müssen sie daraufhin als sogenannte Kapos für die »Aufrechterhaltung des Betriebs« in den KZs Dachau und Mauthausen sorgen - und wachsen so zu Schwerverbrechern heran. Zurück in der zerbombten österreichischen Hauptstadt, beherrscht die Bande um Ferdinand Krutzler, auch »Notwehr-Krutzler« genannt, über Jahre die Wiener Unterwelt mit ungekannter Brutalität und nutzt ihre Macht nicht zuletzt, um Nazis, die ehemaligen Anführer des organisierten Verbrechens, zu töten. Doch langsam zerstreitet sich die Truppe, Misstrauen herrscht, Konkurrenz aus dem Balkan taucht auf …
Portrait
Wolf Bachofner, österreichischer Schauspieler, stand bereits auf verschiedenen Theaterbühnen in Deutschland und Österreich, seit 2001 ist er regelmäßig Gast am Schauspielhaus Hannover. Seine Rolle als Kriminalinspektor Peter Höllerer in der Erfolgsserie Kommissar Rex machte ihn bei einem breiten Fernsehpublikum auch international bekannt. In der ORF-Krimiserie Schnell ermittelt spielt Bachofner seit 2009 den Chefinspektor Franitschek. Zudem wirkte er in Kinofilmen wie Hannas schlafende Hunde von Andreas Gruber mit.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Wolf Bachofner
Anzahl 3
Erscheinungsdatum 30.04.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783869523934
Verlag Osterwoldaudio
Auflage 1
Spieldauer 925 Minuten
Verkaufsrang 8.453
Hörbuch (CD)
19,99
bisher 22,99

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Buchhändler-Empfehlungen

„Sarkasmus trifft Geschichte...“

J. Grellmann

David Schalkos Roman Schwere Knochen erzählt die Geschichte eines Wiener Unterwelt Ganoven, der schon im Milieu der 30er geboren, in der Gosse aufgewachsen, im KZ gelebt und schließlich zum Boss der Wiener Unterwelt wird.

Der eigenwillige sarkastische Schreibstil sorgte nicht selten dafür, das mir das Lachen im Halse stecken blieb.
Ich habe dieses Buch jedoch gerade deswegen sehr genossen und kann es jedem empfehlen, der sich solch schwerem Stoff mal in anderer Weise nähern möchte.

Trotz allem Sarkasmus vermag Schalko die Geschichte mit dem nötigen Ernst und gebührenden Respekt, den diese Zeit erfordert, zu erzählen.

Dieses Buch muss gelesen werden, vor allem von der 'jüngeren Generation'!
David Schalkos Roman Schwere Knochen erzählt die Geschichte eines Wiener Unterwelt Ganoven, der schon im Milieu der 30er geboren, in der Gosse aufgewachsen, im KZ gelebt und schließlich zum Boss der Wiener Unterwelt wird.

Der eigenwillige sarkastische Schreibstil sorgte nicht selten dafür, das mir das Lachen im Halse stecken blieb.
Ich habe dieses Buch jedoch gerade deswegen sehr genossen und kann es jedem empfehlen, der sich solch schwerem Stoff mal in anderer Weise nähern möchte.

Trotz allem Sarkasmus vermag Schalko die Geschichte mit dem nötigen Ernst und gebührenden Respekt, den diese Zeit erfordert, zu erzählen.

Dieses Buch muss gelesen werden, vor allem von der 'jüngeren Generation'!

Daniel Thiele, Thalia-Buchhandlung Hamm

Das beste Buch seit langem! Schräge Typen zwischen KZ und Wiener Unterwelt, das ist natürlich nur mit Ironie zu ertragen und wirkt wie eine gelungene Mischung aus Haas und Strunk! Das beste Buch seit langem! Schräge Typen zwischen KZ und Wiener Unterwelt, das ist natürlich nur mit Ironie zu ertragen und wirkt wie eine gelungene Mischung aus Haas und Strunk!

„Es gibt die Geschichten des Tages und der Nacht. Diese ist eine der Nacht...“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Ein Gangsterepos? Ein Nachkriegsroman? Ein Buch mit typischem wienerischen "Schmäh"? Ein Krimi? Eine Geschichte um das organisierte Verbrechen, um Prostitution, Schutzgeld-Erpressung, Schmuggel? Kraftvoll geschrieben, angereichert mit schwärzestem Humor? Eine Liebesgeschichte? Ein Buch über Alkohol, und Spione, und seltsame Tierliebe?

Ja!

Die fiktive Lebensgeschichte des Ferdinand Krutzler, groß, geboren mit "schweren Knochen", scheinbar völlig gefühlslos, aber doch voller Empathie und Melancholie, ist ein ganz großer Wurf. In Wien, kurz vor dem "Anschluss" Österreichs an Deutschland, beginnt die kriminelle Karriere des Krutzlers und seiner besten Freunde. Am Anfang stehen Betrügereien und Diebstähle, aber nach dem Überleben von KZ-Aufenthalten, übernehmen sie die Unterwelt von Wien. Und es wird eine Herrschaft der absoluten Härte, allein der Krutzler steht 11mal wegen Mordes vor der Polizei, aber die Untersuchungen ergeben jedesmal einen Fall von Notwehr. Erst als die Freunde nicht mehr bedingungslos zueinander stehen, bröckelt die Macht...

Auf der einen Seite ist das Buch ein klassischer Gangster-Roman, auf der anderen eine mehr als gelungene literarische Aufarbeitung der Nachkriegszeit in Österreich - David Schalko erweist sich ebenso sehr als Bewunderer Thomas Bernhards, als auch des legendären Kommissar Kottan, und eine Reminiszenz an den unvergessenen "Dritten Mann" ist obendrein vorhanden - und um die Ecke lugt Wolf Haas....

Einfach lesen, und sich begeistern lassen, und immer wieder wechseln zwischen Schlucken und lautem Lachen!

"Der alte Praschak, der es wissen mußte - schließlich war er der Fleischer des Ortes -, hatte einmal gesagt, dass er einen Krutzler aus weiter Ferne erkennen würde, denn alle Krutzlers hätten die gleichen schweren Knochen. In Gramatneusiedel hatten viele schwere Knochen. Auch die Frauen. Was noch nichts hieß. In so einem Ort hatten schnell alle die gleiche Physiognomie..."
Ein Gangsterepos? Ein Nachkriegsroman? Ein Buch mit typischem wienerischen "Schmäh"? Ein Krimi? Eine Geschichte um das organisierte Verbrechen, um Prostitution, Schutzgeld-Erpressung, Schmuggel? Kraftvoll geschrieben, angereichert mit schwärzestem Humor? Eine Liebesgeschichte? Ein Buch über Alkohol, und Spione, und seltsame Tierliebe?

Ja!

Die fiktive Lebensgeschichte des Ferdinand Krutzler, groß, geboren mit "schweren Knochen", scheinbar völlig gefühlslos, aber doch voller Empathie und Melancholie, ist ein ganz großer Wurf. In Wien, kurz vor dem "Anschluss" Österreichs an Deutschland, beginnt die kriminelle Karriere des Krutzlers und seiner besten Freunde. Am Anfang stehen Betrügereien und Diebstähle, aber nach dem Überleben von KZ-Aufenthalten, übernehmen sie die Unterwelt von Wien. Und es wird eine Herrschaft der absoluten Härte, allein der Krutzler steht 11mal wegen Mordes vor der Polizei, aber die Untersuchungen ergeben jedesmal einen Fall von Notwehr. Erst als die Freunde nicht mehr bedingungslos zueinander stehen, bröckelt die Macht...

Auf der einen Seite ist das Buch ein klassischer Gangster-Roman, auf der anderen eine mehr als gelungene literarische Aufarbeitung der Nachkriegszeit in Österreich - David Schalko erweist sich ebenso sehr als Bewunderer Thomas Bernhards, als auch des legendären Kommissar Kottan, und eine Reminiszenz an den unvergessenen "Dritten Mann" ist obendrein vorhanden - und um die Ecke lugt Wolf Haas....

Einfach lesen, und sich begeistern lassen, und immer wieder wechseln zwischen Schlucken und lautem Lachen!

"Der alte Praschak, der es wissen mußte - schließlich war er der Fleischer des Ortes -, hatte einmal gesagt, dass er einen Krutzler aus weiter Ferne erkennen würde, denn alle Krutzlers hätten die gleichen schweren Knochen. In Gramatneusiedel hatten viele schwere Knochen. Auch die Frauen. Was noch nichts hieß. In so einem Ort hatten schnell alle die gleiche Physiognomie..."

„Schwere Knochen ist auch schwere Kost, aber es lohnt sich!“

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Bremen

Die Erdberger Spedition ist eine Gruppe bestehend aus vier jugendlichen Kleinganoven, die sich im Wien der 30er Jahre darauf spezialisiert hat, Wohnungen zu "evakuieren", was eigentlich nur heißt, dass sie die komplette Wohnung ausrauben. Die Wohnung könnte danach nahezu Besenrein an einen neuen Mieter übergeben werden. Im Zentrum dieser Gruppe steht ein Mann, der später als "Notwehr-Krutzler" noch Geschichte machen wird.
Im März 1938, als Wien dem deutschen Reich angeschlossen wird und die meisten Wiener auf dem Heldenplatz ihrem neuen Führer zujubeln, räumt die Erdberger Spedition die Wohnung von einem stadtbekannten Nazi aus. Der lässt das Ganze allerdings nicht einfach so auf sich sitzen und drei der vier Beteiligten landen im KZ. Dort entwickeln sich aus den Kleinganoven allerdings Schwerverbrecher, die nach ihrer Freilassung die Wiener Unterwelt mit ungeahnter Brutalität an sich reißen und auch in der Riege der übrig gebliebenen Nazis ordentlich aufräumen...

David Schalko hat mit "Schwere Knochen" ein extrem gutes Werk auf die Welt der Lesebegeisterten losgelassen, allerdings ist das gute Stück auch keine leichte Kost. Nicht nur die Themathik ist hart, auch der Ton des Erzählers ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig und auch der Humor dürfte bei dem ein oder anderen sauer aufstoßen, denn wie witzig darf man über's KZ eigentlich schreiben? Ich finde jedoch, dass Schalko einen absolut grandiosen Ton getroffen hat, um seine Geschichte zum Leben zu erwecken. Wo andere geschrieben hätten, dass jemand an einem Herzinfarkt stirbt, darf man bei Schalko folgendes lesen:
"Nach einem Gulasch, dessen Schärfe selbst zwanzig Schracks zerrissen hätte, lief der Kopf desselben so rot an, dass Stiere auf ihn losgegangen wären. Doch zum Wutanfall reichte es nicht mehr. Das Herz war der Aufregung zuvorgekommen und hatte sich schmerzhaft zu Wort gemeldet, was dem Schrack röchelnd das Leben kostete." (S. 21 - 22)
Das mag auf den ein oder anderen erst sperrig wirken, allerdings kommt man nach kurzer Zeit in die Sprache rein und kann sich für die folgenden Seiten auch nicht mehr vorstellen, dass man es auch anders hätte schreiben können. Wundervoll!
Der sehr besondere Stil von Schalko ist nun also das erste kleine Hindernis, aber ich bitte sie sehr darum, dieses zu überwinden, denn es lohnt sich wirklich! Und wie bereits erwähnt, dauert es nicht lange, diese Hürde zu nehmen. Kurz Anlauf und drüber!
Das zweite Hindernis dürfte die Thematik sein, denn wenn über die Unterwelt von Wien geschrieben wird, geht es nicht grad zimperlich zu. Gepaart mit dem schwarzen und oft auch bitterbösen Humor ist das wirklich mal was Besonderes! Man hat hier kein Buch für mal eben nebenbei, sondern wirklich anspruchsvolle und großartige Kost. Es geht um die Gier als großes Oberthema und dieser Gier zweckdienlich sind unter anderem der Frauenhandel, Glücksspiel, Schutzgeld und auch hier und da mal Mord und Totschlag, alles sprachlich sehr versiert vorgetragen. Die drei Kleinganoven, die ins KZ eingefahren sind, haben dort gelernt, dass der Mensch weniger Wert ist als das Tier und das setzen sie nun auch um. In einem kurzen Dialog mit Krutzler bringt es ein weiterer der Kleinganoven, Praschak, auf den Punkt: "Als der Krutzler dem Praschak davon erzählte, sagte dieser, dass es interessant sei, dass man die Menschen zu Tieren mache, um sie zu jagen, und umgekehrt die Tiere zu Menschen, um sie zu lieben. Die Natur sei ausschließlich dazu da, um Ersatzteile, nein, Ersatzhandlungen zur Verfügung zu stellen. Vermutlich sei etwas ein Mensch, wenn man es behandle wie einen Menschen." (S. 460)
Oft erscheint dem Leser die Geschichte zu krass, als dass es Realität sein könnte, aber vieles aus dem Roman ist der Geschichte entnommen, wie zum Beispiel der Notwehr-Krutzler (angelehnt an Josef Krista oder auch Notwehr-Krista), Schimpansendame Honzo (bei der man wirklich hofft, sie wäre nur eine Erfindung), die Operation "Eiserner Besen" und auch die Wandlung vom Kleinganoven zum brutalen Schwerverbrecher durch den KZ-Aufenthalt war kein seltenes Ergebnis desselbigen. Angelehnt an historische Personen und Ereignisse wird natürlich noch mit ordentlich fiktionalen Elementen angereichert und ergänzt, aber die geschichtliche Basis des Ganzen ist unheimlich gut recherchiert und ist in den Roman auch sehr gut integriert worden.
Was man am Ende also als Leser vor sich hat ist ein verdammt guter Schreibstil und eine herrliche Sprache, eine gut recherchierte historische Basis und eine wirklich mitreißende Geschichte. Großartige Literatur, bei der es sich lohnt etwas Zeit zu investieren und eine ganz klare Leseempfehlung an alle, die Lust haben, sich auf diesen Stil einzulassen! Sie werden es nicht bereuen!
Die Erdberger Spedition ist eine Gruppe bestehend aus vier jugendlichen Kleinganoven, die sich im Wien der 30er Jahre darauf spezialisiert hat, Wohnungen zu "evakuieren", was eigentlich nur heißt, dass sie die komplette Wohnung ausrauben. Die Wohnung könnte danach nahezu Besenrein an einen neuen Mieter übergeben werden. Im Zentrum dieser Gruppe steht ein Mann, der später als "Notwehr-Krutzler" noch Geschichte machen wird.
Im März 1938, als Wien dem deutschen Reich angeschlossen wird und die meisten Wiener auf dem Heldenplatz ihrem neuen Führer zujubeln, räumt die Erdberger Spedition die Wohnung von einem stadtbekannten Nazi aus. Der lässt das Ganze allerdings nicht einfach so auf sich sitzen und drei der vier Beteiligten landen im KZ. Dort entwickeln sich aus den Kleinganoven allerdings Schwerverbrecher, die nach ihrer Freilassung die Wiener Unterwelt mit ungeahnter Brutalität an sich reißen und auch in der Riege der übrig gebliebenen Nazis ordentlich aufräumen...

David Schalko hat mit "Schwere Knochen" ein extrem gutes Werk auf die Welt der Lesebegeisterten losgelassen, allerdings ist das gute Stück auch keine leichte Kost. Nicht nur die Themathik ist hart, auch der Ton des Erzählers ist zu Beginn etwas gewöhnungsbedürftig und auch der Humor dürfte bei dem ein oder anderen sauer aufstoßen, denn wie witzig darf man über's KZ eigentlich schreiben? Ich finde jedoch, dass Schalko einen absolut grandiosen Ton getroffen hat, um seine Geschichte zum Leben zu erwecken. Wo andere geschrieben hätten, dass jemand an einem Herzinfarkt stirbt, darf man bei Schalko folgendes lesen:
"Nach einem Gulasch, dessen Schärfe selbst zwanzig Schracks zerrissen hätte, lief der Kopf desselben so rot an, dass Stiere auf ihn losgegangen wären. Doch zum Wutanfall reichte es nicht mehr. Das Herz war der Aufregung zuvorgekommen und hatte sich schmerzhaft zu Wort gemeldet, was dem Schrack röchelnd das Leben kostete." (S. 21 - 22)
Das mag auf den ein oder anderen erst sperrig wirken, allerdings kommt man nach kurzer Zeit in die Sprache rein und kann sich für die folgenden Seiten auch nicht mehr vorstellen, dass man es auch anders hätte schreiben können. Wundervoll!
Der sehr besondere Stil von Schalko ist nun also das erste kleine Hindernis, aber ich bitte sie sehr darum, dieses zu überwinden, denn es lohnt sich wirklich! Und wie bereits erwähnt, dauert es nicht lange, diese Hürde zu nehmen. Kurz Anlauf und drüber!
Das zweite Hindernis dürfte die Thematik sein, denn wenn über die Unterwelt von Wien geschrieben wird, geht es nicht grad zimperlich zu. Gepaart mit dem schwarzen und oft auch bitterbösen Humor ist das wirklich mal was Besonderes! Man hat hier kein Buch für mal eben nebenbei, sondern wirklich anspruchsvolle und großartige Kost. Es geht um die Gier als großes Oberthema und dieser Gier zweckdienlich sind unter anderem der Frauenhandel, Glücksspiel, Schutzgeld und auch hier und da mal Mord und Totschlag, alles sprachlich sehr versiert vorgetragen. Die drei Kleinganoven, die ins KZ eingefahren sind, haben dort gelernt, dass der Mensch weniger Wert ist als das Tier und das setzen sie nun auch um. In einem kurzen Dialog mit Krutzler bringt es ein weiterer der Kleinganoven, Praschak, auf den Punkt: "Als der Krutzler dem Praschak davon erzählte, sagte dieser, dass es interessant sei, dass man die Menschen zu Tieren mache, um sie zu jagen, und umgekehrt die Tiere zu Menschen, um sie zu lieben. Die Natur sei ausschließlich dazu da, um Ersatzteile, nein, Ersatzhandlungen zur Verfügung zu stellen. Vermutlich sei etwas ein Mensch, wenn man es behandle wie einen Menschen." (S. 460)
Oft erscheint dem Leser die Geschichte zu krass, als dass es Realität sein könnte, aber vieles aus dem Roman ist der Geschichte entnommen, wie zum Beispiel der Notwehr-Krutzler (angelehnt an Josef Krista oder auch Notwehr-Krista), Schimpansendame Honzo (bei der man wirklich hofft, sie wäre nur eine Erfindung), die Operation "Eiserner Besen" und auch die Wandlung vom Kleinganoven zum brutalen Schwerverbrecher durch den KZ-Aufenthalt war kein seltenes Ergebnis desselbigen. Angelehnt an historische Personen und Ereignisse wird natürlich noch mit ordentlich fiktionalen Elementen angereichert und ergänzt, aber die geschichtliche Basis des Ganzen ist unheimlich gut recherchiert und ist in den Roman auch sehr gut integriert worden.
Was man am Ende also als Leser vor sich hat ist ein verdammt guter Schreibstil und eine herrliche Sprache, eine gut recherchierte historische Basis und eine wirklich mitreißende Geschichte. Großartige Literatur, bei der es sich lohnt etwas Zeit zu investieren und eine ganz klare Leseempfehlung an alle, die Lust haben, sich auf diesen Stil einzulassen! Sie werden es nicht bereuen!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
9
0
0
0
0

von einer Kundin/einem Kunden am 19.07.2018
Bewertet: anderes Format

Ein gewagtes Thema- vom KZ zum Boss der Unterwelt- wurde grandios umgesetzt. Schalko erzählt schwere Kost mit viel Sarkasmus und schwarzen Humor! Unterhaltsam und zum Nachdenken!

Schwer
von einer Kundin/einem Kunden am 27.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

David Schalkos Buch "Schwere Knochen" ist ein leichter unterhaltsamer Roman über Wiener Kleinganoven mit Sitz in Erdberg. Die Geschichte ist konstant lustig und gut, aber erwarten Sie keine Höhepunkte und auch keinen Tiefgang - denn tiefer als der Krutzler kann man nicht sinken.

Organisiertes Verbrechen made in Erdberg
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 13.04.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das Konzentrationslager Dachau als Kaderschmiede für das organisierte Verbrechen der Nachkriegszeit in Wien. Geht das? Ein - meiner Meinung nach - gewagtes Thema, dass aber hier auf gut recherchierte und kurzweilige Art und Weise auf fruchtbaren Boden gestossen ist. Und Hauptprotagonist Ferdinand ?Notwehr? Krutzler (basierend auf den Wiener Unterweltkönig... Das Konzentrationslager Dachau als Kaderschmiede für das organisierte Verbrechen der Nachkriegszeit in Wien. Geht das? Ein - meiner Meinung nach - gewagtes Thema, dass aber hier auf gut recherchierte und kurzweilige Art und Weise auf fruchtbaren Boden gestossen ist. Und Hauptprotagonist Ferdinand ?Notwehr? Krutzler (basierend auf den Wiener Unterweltkönig Josef ?Notwehr? Krista) hat das Zeug dazu in den Olymp der Popkultur-Gangster aufgenommen zu werden. Spannend und unterhaltsam zugleich, trotz schwerer geschichtsträchtiger Thematik. Das erste richtige Epos in Buchform von David Schalko. Gelungen!