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Keyserlings Geheimnis

Roman

(21)
Eduard von Keyserling – Außenseiter, adeliger Dandy, Dichter von europäischem Rang. Klaus Modick erzählt in seinem neuen Roman von Liebe und Verrat und von einem Schriftsteller, den die Vergangenheit einholt.
Im Jahr 1901 lädt der Dramatiker Max Halbe einige seiner Schwabinger Freunde ein, die Sommerfrische am Starnberger See zu verbringen. Keyserling, arriviert beim Publikum und unter den Kollegen beliebt, sitzt dort in jenen Tagen dem Maler Lovis Corinth Modell. Das legendäre Porträt wird den von der Syphilis gezeichneten Autor in geradezu faszinierender Hässlichkeit zeigen. Während ihrer Sitzungen erkundigt sich Corinth wiederholt nach der Vergangenheit des baltischen Grafen, nach seiner Jugend und Studentenzeit, um die sich Gerüchte ranken, bekommt jedoch nur ausweichende Antworten. Bei einem Konzertbesuch mit Frank Wedekind begegnet Keyserling einer Sängerin, die ihm trotz des unbekannten Namens merkwürdig vertraut erscheint. Handelt es sich womöglich um jene Frau, die ihn vor mehr als zwanzig Jahren in den Skandal verwickelte, der ihn zur Flucht nach Wien zwang und in Adelskreisen zur Persona non grata werden ließ?
Nach seinem Bestseller »Konzert ohne Dichter« gelingt Klaus Modick erneut ein unvergesslicher Künstlerroman. Ironisch, atmosphärisch, klug und spannend.
Rezension
»Klaus Modick legt mit Keyserlings Geheimnis einen Künstlerroman vor.
Portrait
Klaus Modick, geboren 1951, studierte in Hamburg Germanistik, Geschichte und Pädagogik, promovierte mit einer Arbeit über Lion Feuchtwanger und arbeitete danach u.a. als Lehrbeauftragter und Werbetexter. Seit 1984 ist er freier Schriftsteller und Übersetzer und lebt nach diversen Auslandsaufenthalten und Dozenturen wieder in seiner Geburtsstadt Oldenburg. Für sein umfangreiches Werk wurde er mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. mit dem Nicolas-Born-Preis, dem Bettina-von-Arnim-Preis und dem Rheingau Literatur Preis. Zudem war er Stipendiat der Villa Massimo sowie der Villa Aurora. Sein Roman »Konzert ohne Dichter« erschien im Frühjahr 2015 und wurde schnell zum Bestseller. 2018 folgte sein Roman »Keyserlings Geheimnis«.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 240 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 08.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783462318296
Verlag Kiepenheuer & Witsch eBook
Dateigröße 1751 KB
eBook
16,99
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Buchhändler-Empfehlungen

„Ironisch und atmosphärisch - toll!“

Ute Gantner, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Der alternde und von Krankheit gezeichnete Schriftsteller Graf Eduard von Keyserling fährt mit seinen Freunden dem Maler Lovis Corinth und dem Dramtiker Max Halbe zur Sommerfrische an den Starnberger See. Dort sitzt er seinem Freund Corinth Modell. Während dieser unbeschwerten Zeit versuchen die Freunde immer wieder vergeblich interessante Details aus dem berüchtigten früheren Leben des Grafen in Erfahrung zu bringen.Als Keyserling bei einem Konzertbesuch eine Sängerin kennenlernt, die ihm sehr vertraut erscheint, kommt so langsam Licht ins Dunkel seiner geheimnisvollen und wohlgehüteten Vergangenheit. Nach seinem Bestseller "Konzert ohne Dichter" gelingt Klaus Modick erneut ein ironischer, atmosphärisch erzählter Roman, der den Leser in eine vergangene Zeit entführt. Der alternde und von Krankheit gezeichnete Schriftsteller Graf Eduard von Keyserling fährt mit seinen Freunden dem Maler Lovis Corinth und dem Dramtiker Max Halbe zur Sommerfrische an den Starnberger See. Dort sitzt er seinem Freund Corinth Modell. Während dieser unbeschwerten Zeit versuchen die Freunde immer wieder vergeblich interessante Details aus dem berüchtigten früheren Leben des Grafen in Erfahrung zu bringen.Als Keyserling bei einem Konzertbesuch eine Sängerin kennenlernt, die ihm sehr vertraut erscheint, kommt so langsam Licht ins Dunkel seiner geheimnisvollen und wohlgehüteten Vergangenheit. Nach seinem Bestseller "Konzert ohne Dichter" gelingt Klaus Modick erneut ein ironischer, atmosphärisch erzählter Roman, der den Leser in eine vergangene Zeit entführt.

„Ein wahrhaft schönes Buch...“

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Der neue Künstlerroman von Klaus Modick über Eduard von Keyserling hat mich von Beginn an begeistert. Die literarische Zeitreise ist voller Atmosphäre, von Feinsinn und leisem Humor geprägt und man bekommt sofort Lust in den Büchern des adeligen Autoren zu Schmökern. Eduard von Keyserling ließ nach seinem Tod einen Großteil seiner Aufzeichnungen vernichten. Sein Geheimnis konnte nie zur Gänze aufgelöst werden. Der Roman ist eine schöne Annäherung daran. Der neue Künstlerroman von Klaus Modick über Eduard von Keyserling hat mich von Beginn an begeistert. Die literarische Zeitreise ist voller Atmosphäre, von Feinsinn und leisem Humor geprägt und man bekommt sofort Lust in den Büchern des adeligen Autoren zu Schmökern. Eduard von Keyserling ließ nach seinem Tod einen Großteil seiner Aufzeichnungen vernichten. Sein Geheimnis konnte nie zur Gänze aufgelöst werden. Der Roman ist eine schöne Annäherung daran.

Sebastian Schuy, Thalia-Buchhandlung Mülheim

Der Autor beschwört das Bild einer dekadenten Epoche herauf, die es so nicht mehr gibt. Ein sehr ironischer und vielschichtiger Roman über die Kunst, das Leben und die Liebe. Der Autor beschwört das Bild einer dekadenten Epoche herauf, die es so nicht mehr gibt. Ein sehr ironischer und vielschichtiger Roman über die Kunst, das Leben und die Liebe.

„Faszinierender Künstlerroman“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Faszinierender Blick auf die Zeit der Schwabinger Bohème und auf einen Schriftsteller, der außerhalb des universitären Literaturkanons kaum noch gelesen wird. Modick, selbst studierter Germanist, schreibt wunderbar ungermanistisch, aber deshalb nicht weniger klug, immer leicht ironisch süffisant und bringt uns damit Keyserling und dessen unkonventionelles Leben umso näher. Faszinierender Blick auf die Zeit der Schwabinger Bohème und auf einen Schriftsteller, der außerhalb des universitären Literaturkanons kaum noch gelesen wird. Modick, selbst studierter Germanist, schreibt wunderbar ungermanistisch, aber deshalb nicht weniger klug, immer leicht ironisch süffisant und bringt uns damit Keyserling und dessen unkonventionelles Leben umso näher.

„Grandios !“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Klaus Modick ist ein wunderbarer Erzähler! Tauchen Sie ein in den baltischen Landadel der Gutsbesitzer und Pächter! Und in die Freundschaften von Malern und Poeten! Klaus Modick ist ein wunderbarer Erzähler! Tauchen Sie ein in den baltischen Landadel der Gutsbesitzer und Pächter! Und in die Freundschaften von Malern und Poeten!

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Mit Nonchalance und Leichtfüßigkeit erzählt der Roman vom Lebemann
Eduard von Keyserling. Zauberhafter, bildlicher, literarischer Stil
und ein großes Lesevergnügen.
Mit Nonchalance und Leichtfüßigkeit erzählt der Roman vom Lebemann
Eduard von Keyserling. Zauberhafter, bildlicher, literarischer Stil
und ein großes Lesevergnügen.

„Keyserlings Geheimnis“

Tina Dammer, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

Klaus Modicks Künstlerbiografie entführt in die Münchner Boheme des Jahres 1901. Diese Jahre bilden die Rahmenbedingungen des Romans. Im Mittelpunkt steht Graf Eduard von Keyserling, der das Leben liebt und besonders die Frauen...Mit Charme, Humor und einer feinen Sprache brilliert der sehr empfehlenswerte Roman. Klaus Modicks Künstlerbiografie entführt in die Münchner Boheme des Jahres 1901. Diese Jahre bilden die Rahmenbedingungen des Romans. Im Mittelpunkt steht Graf Eduard von Keyserling, der das Leben liebt und besonders die Frauen...Mit Charme, Humor und einer feinen Sprache brilliert der sehr empfehlenswerte Roman.

„Korrekturbogen des Lebens“

Beatrice Plümer, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Klaus Modicks Roman über das geheimnisumwitterte Leben des Schriftstellers Eduard Graf von Keyserling ist eine Freude für alle, die kultivierte Sprache, Bon Mots und eine von Ironie und leicht bösem Humor durchwehte Formulierkunst lieben.
Poetisch, ein wenig melancholisch und doch voll von Lebensgenuss und Heiterkeit entfaltet sich die Lebensgeschichte eines hochgebildeten, der bürgerlichen Moral entfliehenden Feingeists, von dem das Leben den Preis für seine Genüsse gefordert hat
Die detaillierte Schilderung der Natur, der Örtlichkeiten, der verschiedenen Milieus und eigenwilligen Charaktere entwirft das nostalgische Bild einer untergehenden Kultur.
Deren Untergang ist Keyserling bewusst und um so intensiver genießt er jeden Moment, verwandelt ihn in Literatur, die das Leben in seiner Essenz spiegeln soll und die Form perfektionieren.
Am Ende steht die Erkenntnis, dass es oft das Leben selbst ist, das die Geschichten korrigiert, die wir uns als Wahheit erzählen.
Klaus Modicks Roman über das geheimnisumwitterte Leben des Schriftstellers Eduard Graf von Keyserling ist eine Freude für alle, die kultivierte Sprache, Bon Mots und eine von Ironie und leicht bösem Humor durchwehte Formulierkunst lieben.
Poetisch, ein wenig melancholisch und doch voll von Lebensgenuss und Heiterkeit entfaltet sich die Lebensgeschichte eines hochgebildeten, der bürgerlichen Moral entfliehenden Feingeists, von dem das Leben den Preis für seine Genüsse gefordert hat
Die detaillierte Schilderung der Natur, der Örtlichkeiten, der verschiedenen Milieus und eigenwilligen Charaktere entwirft das nostalgische Bild einer untergehenden Kultur.
Deren Untergang ist Keyserling bewusst und um so intensiver genießt er jeden Moment, verwandelt ihn in Literatur, die das Leben in seiner Essenz spiegeln soll und die Form perfektionieren.
Am Ende steht die Erkenntnis, dass es oft das Leben selbst ist, das die Geschichten korrigiert, die wir uns als Wahheit erzählen.

„Melancholie des Zerfalls“

Ulrich Kienast, Thalia-Buchhandlung Wolfsburg

Nicht nur ein biographischer Künstlerroman, sondern auch Keyserlings Schreibstil und seine Themen finden geistreich und stilistisch brilliant ihren Widerhall im Text. Meiner Meinung nach eine große Leistung des Autors Modick, der schon mehrfach bewiesen hat, wie hervorragend er Leben und Kunst großer Persönlichkeiten miteinander verbinden und in höchst unterhaltsame und kluge Bücher verwandeln kann. Nicht nur ein biographischer Künstlerroman, sondern auch Keyserlings Schreibstil und seine Themen finden geistreich und stilistisch brilliant ihren Widerhall im Text. Meiner Meinung nach eine große Leistung des Autors Modick, der schon mehrfach bewiesen hat, wie hervorragend er Leben und Kunst großer Persönlichkeiten miteinander verbinden und in höchst unterhaltsame und kluge Bücher verwandeln kann.

Sabrina Küpper, Thalia-Buchhandlung Neu-Ulm

Eduard Graf von Keyserling war ein Dichter und Dandy. Mit viel Humor erzählt Klaus Modick die Geschichte dieses Lebemanns, der ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. GROSSARTIG!!! Eduard Graf von Keyserling war ein Dichter und Dandy. Mit viel Humor erzählt Klaus Modick die Geschichte dieses Lebemanns, der ein dunkles Geheimnis mit sich trägt. GROSSARTIG!!!

„Schwabinger Boheme“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

In den letzten Jahren wurde Keyserlings "Wellen" neu entdeckt und viel beachtet. Jetzt setzt Klaus Modick dem baltischen Grafen und Autoren ein düsteres und ungeschminktes Denkmal...dicht und atmosphärisch geht es um ein Geheimnis , dass Keyserlings Leben grundlegend in andere Richtung lenkte...klein, fein und bestens zu lesen ! In den letzten Jahren wurde Keyserlings "Wellen" neu entdeckt und viel beachtet. Jetzt setzt Klaus Modick dem baltischen Grafen und Autoren ein düsteres und ungeschminktes Denkmal...dicht und atmosphärisch geht es um ein Geheimnis , dass Keyserlings Leben grundlegend in andere Richtung lenkte...klein, fein und bestens zu lesen !

"Das Leben festhalten als Lebendigkeit des Daseins?" Ein kluger und leichtfüßiger Künstlerroman - tauchen Sie ab in ein Zeitalter, dass seine Spuren bis heute zieht! "Das Leben festhalten als Lebendigkeit des Daseins?" Ein kluger und leichtfüßiger Künstlerroman - tauchen Sie ab in ein Zeitalter, dass seine Spuren bis heute zieht!

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Dresden

Für Liebhaber biographischer Romane ist auch dieser Roman Modicks ein Hochgenuss und zugleich Anregung, sich mit den prominenten Figuren ausführlicher zu beschäftigen. Für Liebhaber biographischer Romane ist auch dieser Roman Modicks ein Hochgenuss und zugleich Anregung, sich mit den prominenten Figuren ausführlicher zu beschäftigen.

Ein köstlicher Künstlerroman über den fast in Vergessenheit geratenen Schriftsteller Keyserling. Modick ist ein warmherzig amüsantes Porträt des Künstlers in seiner Epoche gelungen Ein köstlicher Künstlerroman über den fast in Vergessenheit geratenen Schriftsteller Keyserling. Modick ist ein warmherzig amüsantes Porträt des Künstlers in seiner Epoche gelungen

„...aus baltischem Adel.“

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Hier machen Sie eine interessante literarische Bekanntschaft. Am sommerlichen Starnberger See erlebt der Schriftsteller Keyserling ein unerwartetes Wiedersehen. Biographischer Roman und Portrait einer längst vergangene Epoche. Sehr gut zu lesen und weckt hoffentlich das Interesse die Romane von Eduard von Keyserling noch mal aus dem Regal zu holen und ein wenig darin zu schmökern. Hier machen Sie eine interessante literarische Bekanntschaft. Am sommerlichen Starnberger See erlebt der Schriftsteller Keyserling ein unerwartetes Wiedersehen. Biographischer Roman und Portrait einer längst vergangene Epoche. Sehr gut zu lesen und weckt hoffentlich das Interesse die Romane von Eduard von Keyserling noch mal aus dem Regal zu holen und ein wenig darin zu schmökern.

Kundenbewertungen

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Übersicht
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Keyserlings Geheimnis
von Cornelia aus Garbsen am 09.08.2018
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Keyserlings Geheimnis Hörbuch Audiobuch Verlag Kiepenheuer & Witsch 2018 Autor: Klaus Modick Sprecher: Detlef Bierstedt ungekürzte Lesung 6 CDs - 400 Minuten Inhalt und Personen Keyserlings Geheimnis ist die wohlwollende Geschichte um das Wirken und das Leben des Eduard Graf von Keyserling. Und doch steckt nicht nur Wahrheit in dieser Geschichte sondern auch ein "wie hätte wohl des... Keyserlings Geheimnis Hörbuch Audiobuch Verlag Kiepenheuer & Witsch 2018 Autor: Klaus Modick Sprecher: Detlef Bierstedt ungekürzte Lesung 6 CDs - 400 Minuten Inhalt und Personen Keyserlings Geheimnis ist die wohlwollende Geschichte um das Wirken und das Leben des Eduard Graf von Keyserling. Und doch steckt nicht nur Wahrheit in dieser Geschichte sondern auch ein "wie hätte wohl des Grafens Leben ausgesehen, wenn er uns nur mehr von seinem persönlichen Leben verraten hätte?". Sehr persönlich ist zumindest die Erfahrung, die Keyserling macht, als Lovis Corinth ein Porträt von dem Grafen anfertigen darf. Doch das Geheimnis, was hier neben dem Portrait herausgestellt wird, ist - wenn auch fiktiv - das Geheimnis der Liebe des Grafen. Meine Meinung In einer wundervollen - fast schon in Vergessenheit geratenen - Sprache erzählt Klaus Modick die Geschichte des Eduard Graf von Keyserling. Anfangs habe ich Mühe, diesen etwas selbstsüchtig scheinenden Dandy sympathisch zu finden und doch: Edchen, so wie er sich gern auch in seinen alten Tagen nennen lässt, wird mir im Verlauf der Geschichte immer sympathischer. Zudem stellt sich im Verlauf seines Lebens heraus, dass er über eine sehr feine Art von Humor verfügt, die mir sehr gefällt. Somit hat "Edchen" bei mir tatsächlich gleich zweimal eine Punktlandung vollbracht: einmal aufgrund seines Humors und einmal, weil er ganz genau weiß, wann Schweigen die angemessenste aller Reaktionen ist. Es war mir ein Fest und ein Vergnügen der Stimme Detlef Bierstedts zu folgen und somit mehr über Keyserlings tatsächliches Wirken als auch sein mögliches (Liebes-)Leben zu erfahren. Fazit Wer sich auf eine Reise in die Vergangenheit begeben und erleben möchte, wie es den Literaten seinerzeit ergangen ist und zudem den feinen sprachlichen Ausdruck genießen möchte, ist sicher mit diesem Hörbuch gut beraten.

Die Wiederentdeckung eines Schriftstellers
von einer Kundin/einem Kunden aus Viersen am 15.06.2018
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Edchen, so der Spitzname des Schriftstellers Eduard von Keyserling (1855-1918), flaniert zur Jahrhundertwende durch sein Leben. Er ist Mitte Vierzig, an Syphilis erkrankt, die ihm allmählich die Sehkraft raubt und seine angeborene Hässlichkeit unvorteilhaft unterstreicht. Seine erfolgreichsten Romane ?Wellen?, ?Abendliche Häuser? und ?Fürstinnen? hat er noch nicht geschrieben, allerdings... Edchen, so der Spitzname des Schriftstellers Eduard von Keyserling (1855-1918), flaniert zur Jahrhundertwende durch sein Leben. Er ist Mitte Vierzig, an Syphilis erkrankt, die ihm allmählich die Sehkraft raubt und seine angeborene Hässlichkeit unvorteilhaft unterstreicht. Seine erfolgreichsten Romane ?Wellen?, ?Abendliche Häuser? und ?Fürstinnen? hat er noch nicht geschrieben, allerdings schon einen literarischen Eklat hinter sich, den ihm sein Werk ?Fräulein Rosa Herz? eingetragen hat. Auch in seinem Privatleben gibt es einen schwarzen Fleck, die ?Dorpater Affäre?, die zum Abbruch des Jurastudiums des jungen Grafen führte und ihn nach Wien trieb, wo er sich ins Leben stürzte und zu schreiben begann (?Die dritte Stiege?). Die Erkrankung seiner Schwägerin führte ihn zurück nach Kurland auf das elterliche Gut. Dort hielt es ihn eine halbe Dekade, dann übersiedelte er nach München, wo er nach dem Ende des Ersten Weltkriegs starb. Der Hörer trifft ihn jedoch inmitten seiner Münchner Clique an, zu der der sehr von sich eingenommene, aber großzügige Schriftsteller Max Halbe mit seiner Frau Louise sowie der Maler Lovis Corinth mit Charlotte Berend, Muse, Modell und künftige Gattin in einer Person, gehören. Ebenso dazu zählt der immer wieder klamme Konservativenschreck Frank Wedekind. Halbe lädt zur gemeinsamen Sommerfrische in ein gemietetes Haus am Starnberger See ein. Eine Einladung, die der kränkelnde Keyserling gerne annimmt. Ähnlich der kreisenden Erinnerung der Madame Nielsen um ihre Protagonisten in ?Der endlose Sommer? erlebt Keyserling einen Sommer der Erinnerungen, durch die er reflektierend flaniert. Er erinnert sich an Kurland, seine prächtige Landschaft, den seinem baldigen Untergang entgegendünkelnden Adel und seine durch die ?Dorpater Affäre? beschleunigte Entscheidung, nicht dazu gehören zu wollen - drohte ihm doch ohnehin die Ächtung wegen einer Unregelmäßigkeit, die Klaus Modick ebenso geschickt wie stimmig ausschmückt, fehlt doch eine verprobbare Überlieferung, was tatsächlich geschah. Mit Keyserling spaziert der Hörer heiter-entspannt, mit (selbst-)ironischen Spitzen gespickt, durch seine Lebensstationen, macht mal hier und mal da rast, und fühlt sich ?gepflegt? unterhalten. Ebenso scharf-, wie feinsinnig analysiert Keyserling seine Freunde, seine große Liebe, seine Liebschaften und seine Entscheidung, seinem Leben eine andere Wendung zu geben, die ihn nicht in eine arrangierte Ehe und ein standesgemäßes Leben, kurzum im Korsett der Konvention, münden lässt, sondern ihm die Freiheit gibt, das Leben zu führen, das er leben will, nämlich das des Schriftstellers und Liebhabers ? nicht nur im erotischen Sinne zu verstehen. Er will lieben und geliebt werden, nicht in den Stammbaum geritzt und auf den Linienerhalt reduziert werden. Es wird ihm nicht mehr gelingen, wie er als Mittvierziger längst weiß. Da ist seine Krankheit. Da ist seine abstoßende Hässlichkeit. Dennoch ist Keyserling kein Gescheiterter, der in Erinnerungen an eine unbeschwerte Zeit das ständige Entzünden und Weiden in seiner Melancholie sucht. Er ist kein Anhänger einer enervierenden Larmoyanz, sondern ein feinsinniger Betrachter, der weder sein Schicksal, schon gar den Hörer mit der Frage nach dem Warum penetriert. Man muss ihn mögen den von Modick prachtvoll ins Bild gesetzten Keyserling. Sein Roman ist eine späte Wiedergutmachung für das Portrait von Lovis Corinth, für das Modell zu sitzen, Keyserling in jenem Sommer endlich seine Einwilligung gibt, und das dieser Tage in der Neuen Pinakothek in München hängt. Denn von innen betrachtet, wie es Modick tut, ist Keyserling ein schöner Mensch mit einer wunderschönen Sprache, die er an Modick ausgeliehen haben muss. In ?Keyserlings Geheimnis? bummeln Hummeln durch die Vormittagssonne, Schwalben kritzeln ihre schnellen Schriftzüge in den Himmel, während der ?baltische Fontane?, wie Keyserling auch später bespitznamt worden ist, vor seinem Portrait steht und ?in seinem baltischen Singsang? resümiert: ?Es mach ja jut jemalt säin, [?] so aussehn mecht ich aber lieber nich." Aber ein Bildnis, wie das des Dorian Grey, möchte er auch nicht von sich sehen: ?Sein zu wollen, was man nicht ist, ist vulgär.? So schließt der Roman denn auch mit Keyserlings Credo: ?Der Duft, der Dunst, das Licht. Und der Augenblick. Mehr braucht er nicht." Doch, da ist noch eins, was Modick und der inwendig schöne Graf brauchen: eine Stimme, die die wunderschöne Sprache, die melancholischen Momente gepaart mit der Leichtigkeit des Seins nach dem Loslassen von Verlangen und der Annahme des enthaltenden Verzichts trägt. Und das tut die Stimme von Detlef Bierstedt von der ersten bis zur letzten der 400 Minuten. Es ist eine begeisterungswürdige Interpretation, die insbesondere die feinsinnige Selbstironie Keyserlings anklingen lässt. Danke an Audiobuch für die ungekürzte Fassung von ?Keyserlings Geheimnis? und die treffgenaue Auswahl des Sprechers. Und Verbeugung vor Detlef Bierstedt.

Eine Art Liebeserklärung an Eduard Graf von Keyserling ...
von einer Kundin/einem Kunden aus Bietigheim-Bissingen am 25.05.2018
Bewertet: Medium: H?rbuch (CD)

Ein neues Buch des Autors Klaus Modick, den ich sehr zu schätzen weiß, sprang mir natürlich sofort ins Auge. ?Keyserlings Geheimnis?, der Titel machte mich neugierig, und ich wurde mehr als positiv überrascht. Der Autor, der seinen Grafen durch den begnadeten Schauspieler und Hörbuchsprecher Detlef Bierstadt verbal zum Leben... Ein neues Buch des Autors Klaus Modick, den ich sehr zu schätzen weiß, sprang mir natürlich sofort ins Auge. ?Keyserlings Geheimnis?, der Titel machte mich neugierig, und ich wurde mehr als positiv überrascht. Der Autor, der seinen Grafen durch den begnadeten Schauspieler und Hörbuchsprecher Detlef Bierstadt verbal zum Leben erweckt, schafft in seinem Buch eine Atmosphäre des auslaufenden 19. und beginnenden 20. Jahrhunderts, die man besser nicht einfangen hätte können. Graf von Keyserling führt uns ins Kurland, dem weiten Land der Junker, über Graz und Wien und schließlich nach München. Er verliert sich dabei in Beschreibungen der Landschaften und seiner Bewohner, dass man das Gefühl hat, zusammen mit ihm in der Kutsche zu reisen. Aber wer war denn nun eigentlich Eduard Graf von Keyserling, um den sich der ganze Roman dreht? Er wurde 1855 im heutigen Lettland geboren und verbrachte sein Leben als deutscher Schriftsteller und Dramatiker des Impressionismus. Oh, und sie wussten zu leben, die Herren Künstler in jener Zeit! Leider hemmte die Syphilis Krankheit sein Werken und Wirken schon in recht frühen Jahren, so dass er sich auch deshalb zeitlebens als hässlich bezeichnete. Das beeindruckende Portrait, zu dem ihn sein Freund, der Maler Lovis Corinth überredet, spricht Bände. Zu Ehren des 100. Todestages von Eduard Graf von Keyserling hat Klaus Modick es sich zur Aufgabe gemacht, den Versuch zu unternehmen, wenigstens ein paar der Geheimnisse um den adligen Dandy der Münchner Boheme zu lüften. Dies gelingt ihm mit einer einfühlsamen, stellenweise zum Schmunzeln einladenden Hommage an diesen wunderbaren Dichter. Von mir eine klare Hörempfehlung und eine wunderbare Einstimmung auf meine ganz eigene Baltikumreise.