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Die Lichter unter uns

Ungekürzte Ausgabe, Lesung

(17)
Was macht ein gelungenes Leben aus?

Anna verbringt ihren Urlaub mit ihrem Mann und ihren beiden Kindern in Taormina auf Sizilien. Plötzlich fühlt sich der Boden, auf dem sie steht, brüchig an. Sie begegnet Alexander, der das aufregende Leben führt, das sie sich einmal für sich selbst erträumt hat. Und Alexander? Beneidet er sie um ihr Familienglück? Mit einem Mal wird der Zweifel am eigenen Leben übermächtig, alles steht auf dem Spiel. Und sieben Tage können alles verändern … Verena Carl erzählt mit großer Klarheit und Entschiedenheit von einer existentiellen Situation.
Portrait
Verena Carl wurde 1969 geboren und lebt mit ihrer Familie in Hamburg. Sie lernte ihr Handwerk an der Deutschen Journalistenschule und schreibt unter anderem für Brigitte und Merian. Sie veröffentlichte zahlreiche Kinderbücher und -hörspiele und eine Reihe von Romanen. Für ihr literarisches Werk wurde sie unter anderem zweimal mit dem Hamburger Förderpreis für Literatur ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Elisabeth Günther
Anzahl 6
Erscheinungsdatum 04.05.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783839816325
Genre Belletristik
Verlag Argon
Auflage 1
Spieldauer 494 Minuten
Verkaufsrang 5.772
Hörbuch (CD)
15,99
bisher 18,99

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Buchhändler-Empfehlungen

„Befindlichkeiten“

Ingrid Böhmer-Pietersma, Thalia-Buchhandlung Kleve

Beeindruckend klar und gekonnt, macht Verena Carl die Wünsche, Zweifel, Lebenslügen ihrer Figuren spürbar.
So stellt sich Anna immer wieder die Frage, ob andere glücklicher sind als sie; es besser gemacht haben im Leben - wie z.B. Alexander. Sein Leben scheint viel aufregender zu sein, voller Wohlstand, Zufriedenheit, Weltgewandtheit.
Die Autorin schaut hinter die Kulissen; es ist eine Art Bestandsaufnahme in Romanform. Sehr treffend und nachvollziehbar geschrieben.
Beeindruckend klar und gekonnt, macht Verena Carl die Wünsche, Zweifel, Lebenslügen ihrer Figuren spürbar.
So stellt sich Anna immer wieder die Frage, ob andere glücklicher sind als sie; es besser gemacht haben im Leben - wie z.B. Alexander. Sein Leben scheint viel aufregender zu sein, voller Wohlstand, Zufriedenheit, Weltgewandtheit.
Die Autorin schaut hinter die Kulissen; es ist eine Art Bestandsaufnahme in Romanform. Sehr treffend und nachvollziehbar geschrieben.

Tatjana Hefter, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Eine Frau auf der Suche nach, ja was?
Ihrer verlorenen Jugend?
Einer interessanteren Zukunft?
Einem besseren Jetzt?
Zu diesem Buch habe ich leider keinen Zugang gefunden.
Eine Frau auf der Suche nach, ja was?
Ihrer verlorenen Jugend?
Einer interessanteren Zukunft?
Einem besseren Jetzt?
Zu diesem Buch habe ich leider keinen Zugang gefunden.

Christel Cader, Thalia-Buchhandlung bonn

Beim Familien Urlaub auf Sizilien stellt Anna die Frage, nach dem Sinn ihres Daseins.
Mit beißender Ironie beschreibt Carl die Lebenssituation Familien der "besseren Gesellschaft"
Beim Familien Urlaub auf Sizilien stellt Anna die Frage, nach dem Sinn ihres Daseins.
Mit beißender Ironie beschreibt Carl die Lebenssituation Familien der "besseren Gesellschaft"

„Literarisch wertvoll“

Ulrike Ackermann, Thalia-Buchhandlung Erlangen


Die Beschreibung einer großen Liebe und Leidenschaft, die sich über die Jahre im Alltag verloren hat, ist hier - trotz einiger Längen - wunderbar atmosphärisch und melancholisch dargestellt.

Dieses Buch zeichnet sich durch einen wortgewandten Schreibstil aus und ist unbestritten literarisch beeindruckend und wertvoll.

Die Beschreibung einer großen Liebe und Leidenschaft, die sich über die Jahre im Alltag verloren hat, ist hier - trotz einiger Längen - wunderbar atmosphärisch und melancholisch dargestellt.

Dieses Buch zeichnet sich durch einen wortgewandten Schreibstil aus und ist unbestritten literarisch beeindruckend und wertvoll.

„Ist das noch Liebe oder schon Gewohnheit? Beides natürlich!“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Eine Woche verbringen Anna und Jo mit ihren beiden Kindern, Judith (fast elf) und Bruno (sechs) Urlaub auf Sizilien, zum Ende des Sommers noch einmal richtige Wärme geniessen und in Erinnerungen schwelgen, schließlich verbrachten sie ihre Flitterwochen hier. Aber mit Anfang 40 sieht alles ein wenig anders aus: An sich selbst stellt man erste Abnutzungserscheinungen fest, Spontanität ist Mangelware, und als Anna Alexander, einen smarten Anwalt Anfang fünfzig, mit junger, schwangerer Geliebten, kennen lernt, kommen ihr Zweifel am eigenen Glück. Die restlichen Urlaubstage werden für sie, aber auch für Jo, zu einer Reminiszenz an die eigene Jugend, sie sind aber auch erfüllt von Phantasien, was hätte sein können, und was jetzt passieren könnte....

Verena Carl hat einen Roman geschrieben, der durchaus unter die Haut geht, der schonungslos analysiert, der aber bei aller Ernsthaftigkeit bisweilen eine komische Note hat. Gerade auch dann, wenn es um erotische Phantasien geht.
Das Buch ist rundum gelungen, es erwartet sie ein perfektes Lesevergnügen - ideale Urlaubslektüre der gehobenen Art!

"Nicht weglaufen", hatte er gesagt. "Sehen wir uns am Strand?", hatte er gefragt.
Eine Bitte, eine Frage. Sieben Wörter. Wie lange konnte man von sieben Wörtern leben? Was lonnte daraus wachsen in der kurzen, verbleibenden Zeit?
Eine Woche verbringen Anna und Jo mit ihren beiden Kindern, Judith (fast elf) und Bruno (sechs) Urlaub auf Sizilien, zum Ende des Sommers noch einmal richtige Wärme geniessen und in Erinnerungen schwelgen, schließlich verbrachten sie ihre Flitterwochen hier. Aber mit Anfang 40 sieht alles ein wenig anders aus: An sich selbst stellt man erste Abnutzungserscheinungen fest, Spontanität ist Mangelware, und als Anna Alexander, einen smarten Anwalt Anfang fünfzig, mit junger, schwangerer Geliebten, kennen lernt, kommen ihr Zweifel am eigenen Glück. Die restlichen Urlaubstage werden für sie, aber auch für Jo, zu einer Reminiszenz an die eigene Jugend, sie sind aber auch erfüllt von Phantasien, was hätte sein können, und was jetzt passieren könnte....

Verena Carl hat einen Roman geschrieben, der durchaus unter die Haut geht, der schonungslos analysiert, der aber bei aller Ernsthaftigkeit bisweilen eine komische Note hat. Gerade auch dann, wenn es um erotische Phantasien geht.
Das Buch ist rundum gelungen, es erwartet sie ein perfektes Lesevergnügen - ideale Urlaubslektüre der gehobenen Art!

"Nicht weglaufen", hatte er gesagt. "Sehen wir uns am Strand?", hatte er gefragt.
Eine Bitte, eine Frage. Sieben Wörter. Wie lange konnte man von sieben Wörtern leben? Was lonnte daraus wachsen in der kurzen, verbleibenden Zeit?

„Ein fantastischer Roman in wunderbarer Umgebung “

Andrea Pehle, Thalia-Buchhandlung Leer

Die 43 jährige Hamburgerin Anna verbringt mit ihrem Mann Jo und den beiden Kindern 14 Tage in einer Ferienwohnung Anfang Oktober in Taormina auf Sizilien. Sie denkt gern zurück an diesen Ort, in dem sie vor über zehn Jahren die Flitterwochen mit Jo in dem Luxushotel Villa Mare verbrachte. Heute ist alles anders. Zum Abendessen gibt es Spaghetti Pomodoro - also Nudeln mit Dosentomaten und das Geld für die Miete der Strandliegen ist abgezählt. Als Anna eines Abends allein durch die Altstadt schlendert und sich einen Aperol Spritz in einem Lokal gönnt, entdeckt sie Alexander. Er ist älter als sie, aber deutlich vornehmer und wird flankiert von einer jungen, schwangeren Frau und seinem erwachsenen Sohn Florian. Für Anna wird der Berliner Rechtsanwalt schnell Inhalt ihrer Tagträume; sie begibt sich an die teuren Orte ihres Urlaubsdomizils und begegnet ihm immer wieder. Verena Carl schildert diese Geschichte abwechselnd aus der Sicht aller Beteiligten und ermöglicht dem Leser so einen Blickwinkel auf Sehnsüchte und Ängste aber auch Verbitterung und dennoch ein wenig Glück. Die Art und Weise, wie sie den Urlaubsort, die Vegetation, die Gerüche, Geschmäcker aber auch das Wetter beschreibt, lässt Fernweh aufkommen.
Mir hat "Die Lichter unter uns" sehr sehr sehr gut gefallen und ich bin ein Fan von Verena Carls Erzählkunst geworden!
Die 43 jährige Hamburgerin Anna verbringt mit ihrem Mann Jo und den beiden Kindern 14 Tage in einer Ferienwohnung Anfang Oktober in Taormina auf Sizilien. Sie denkt gern zurück an diesen Ort, in dem sie vor über zehn Jahren die Flitterwochen mit Jo in dem Luxushotel Villa Mare verbrachte. Heute ist alles anders. Zum Abendessen gibt es Spaghetti Pomodoro - also Nudeln mit Dosentomaten und das Geld für die Miete der Strandliegen ist abgezählt. Als Anna eines Abends allein durch die Altstadt schlendert und sich einen Aperol Spritz in einem Lokal gönnt, entdeckt sie Alexander. Er ist älter als sie, aber deutlich vornehmer und wird flankiert von einer jungen, schwangeren Frau und seinem erwachsenen Sohn Florian. Für Anna wird der Berliner Rechtsanwalt schnell Inhalt ihrer Tagträume; sie begibt sich an die teuren Orte ihres Urlaubsdomizils und begegnet ihm immer wieder. Verena Carl schildert diese Geschichte abwechselnd aus der Sicht aller Beteiligten und ermöglicht dem Leser so einen Blickwinkel auf Sehnsüchte und Ängste aber auch Verbitterung und dennoch ein wenig Glück. Die Art und Weise, wie sie den Urlaubsort, die Vegetation, die Gerüche, Geschmäcker aber auch das Wetter beschreibt, lässt Fernweh aufkommen.
Mir hat "Die Lichter unter uns" sehr sehr sehr gut gefallen und ich bin ein Fan von Verena Carls Erzählkunst geworden!

„Wer sind wir in den Augen der anderen?“

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Es soll ein entspannter Familienurlaub werden für Anna und ihre kleine Familie. In Taormina auf Sizilien möchte sie den Rest des Sommers einfangen und sich Zeit für ihre Partnerschaft nehmen. Doch bei einer zufälligen Begegnung mit einem Fremden kommen Zweifel nach dem geführten Leben auf. Die Lichter unter uns ist ein ruhiger und reflektierender Roman aus verschiedene Perspektiven erzählt. Ein intensives Leseerlebnis, das die großen Fragen nicht scheut. Es soll ein entspannter Familienurlaub werden für Anna und ihre kleine Familie. In Taormina auf Sizilien möchte sie den Rest des Sommers einfangen und sich Zeit für ihre Partnerschaft nehmen. Doch bei einer zufälligen Begegnung mit einem Fremden kommen Zweifel nach dem geführten Leben auf. Die Lichter unter uns ist ein ruhiger und reflektierender Roman aus verschiedene Perspektiven erzählt. Ein intensives Leseerlebnis, das die großen Fragen nicht scheut.

B. Schumacher, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Ein Roman über Zweifel, unerfüllte Träume und dass es immer auch Schattenseiten gibt, wo man sie nicht erwartet. Aber auch über die Hoffnung, etwas zu wagen.
Sehr einfühlsam.
Ein Roman über Zweifel, unerfüllte Träume und dass es immer auch Schattenseiten gibt, wo man sie nicht erwartet. Aber auch über die Hoffnung, etwas zu wagen.
Sehr einfühlsam.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
17 Bewertungen
Übersicht
7
5
4
1
0

Aufrichtig, interessant und trotzdem fehlte mir etwas ...
von Sharon Baker aus Mönchengladbach am 27.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Anna macht mit ihrer Familie Urlaub auf Sizilien, aber sie fühlt sich einsam, ist es das, was sie mal wollte? Die Tochter hängt nur an dem Vater, der mag nicht ans Wasser und von den einstigen Erinnerungen an die Flitterwochen hier im Ort, ist vielleicht ein Hauch übrigen geblieben.... Anna macht mit ihrer Familie Urlaub auf Sizilien, aber sie fühlt sich einsam, ist es das, was sie mal wollte? Die Tochter hängt nur an dem Vater, der mag nicht ans Wasser und von den einstigen Erinnerungen an die Flitterwochen hier im Ort, ist vielleicht ein Hauch übrigen geblieben. Sind sie noch dasselbe Paar? So schlendert Anna abends alleine los, gönnt sich einen Drink und beobachtet ein Paar. Beide jung, beide verhalten, beide still und doch spürt Anna die Verbundenheit. Als sich die Frau umdreht, erkennt Anna, dass diese schwanger ist und verliert sich selbst in Erinnerungen, aber dann kommt ein älterer Mann auf das Paar zu und er küsst besitzergreifend, die junge Frau. Hat Anna da was falsch interpretiert? Wer ist der Mann? Und führt er das Leben, was sie immer wollte? Ist er glücklich? Diese Geschichte reizte mich aus zwei Gründen zu lesen, erstens Sizilien. Wasser, köstliche Gerüche, ein ganz anderes Lebensgefühl. Und der zweite Grund, die Frage, wovon träume ich und lebe ich meinem Traum. Bin ich glücklich? Fragen wir uns das nicht alle mal an einem Punkt in unserem Leben. Passt mein Leben zu mir, fühle ich mich darin wohl? Auf die Sicht der Autorin war ich deshalb gespannt. Wie setzt sie das um, kann solch eine Geschichte überzeugen. Tja, und das versuche ich nun mal, euch zu erzählen. Ihr kennt das doch auch, man sitzt im Urlaub im Café, beobachtet Menschen und strickt sich deren Geschichten zusammen. Da ist eine Familie mit lachenden Kindern, aber die Eltern schweigen, dahinter versteckt sich doch jede Menge Spekulationsstoff. Oder Paare, die sich viel erzählen, sich in die Augen schauen, oder doch lieber aufs Handy. Das Erraten, wie lange jemand zusammen ist, kann man doch durch viele kleine Gesten erahnen. Beobachten und interpretieren ist ein wunderbarer Zeitvertreib, aber man kann den Leuten am Ende nur vor dem Kopf gucken, und ob jemand wirklich glücklich ist, in seinem Leben ist nicht immer leicht zu deuten. Anna ist es zum Beginn der Geschichte nicht. Sie ist am Punkt angelangt, um ihr Leben zu hinterfragen. Im Prinzip hat man sich im Leben bequem gemacht, führt das typische Familienleben, arbeitet aber nicht an mehr dran. So bleibt oft das Paar, nämlich die Eltern, auf der Strecke und es quälen die Alltagssorgen und der Kampf um die Liebe der Kinder. Das alles fängt die Autorin ziemlich gut ein, ganz ehrlich, rasiermesserscharf, aber trotzdem berührt es nicht ganz. Ich habe trotzdem eine Distanz zwischen mir und Anna gespürt, wir sind reserviert miteinander umgegangen und manchmal war ich doch weit weg. Dann haben wir Alexanders Geschichte, die sich abwechselnd mit Annas vermischt. Er ist Anwalt und möchte eigentlich wie Anna einen Urlaub der Erinnerungen machen, nicht wie bei Anna, die Flitterwochen aufleben, sondern die Familie. Bei Alexander geht es um den Sohn, sein erwachsender Sohn und um Versöhnung. Alexander hat nämlich aus seiner Geliebten, eine werdende Mutter gemacht und seine Ehefrau ist in dem ganzen Ehechaos verstorben. Nun bleiben die zwei Männer zurück und können nicht wirklich was miteinander anfangen und zwischen ihnen, Zoe, die neue Frau an Alexanders Seite. Aber wie viel Schein und Sein liegt in dieser Beziehung? Wer spielt hier wem was vor? Und welche Glücksskala findet hier überhaupt Verwendung? Nach außen hin scheinen alle drei ein Leben voller Wohlstand und Zufriedenheit zu leben, aber sobald man in die Köpfe schaut und das dürfen wir, denn jeder kommt zu Wort, ist es ein Desaster an Lebenslügen. Welche verrate ich natürlich nicht. So lebt diese Geschichte von diesen beiden Familien, denn oberflächlichen Blick und dem eigenen interpretieren. Die Geschichte plätschert deshalb auch ein wenig dahin und berichtet eher über Lebensgeschichten und verworfenen Träumen, als wirklich Handlung aufzubauen. Aber manchmal braucht eine Gesichte auch nicht mehr, als den Blick des Lesers auf Gefühle zu lenken und ihm somit über sich selbst zum Nachdenken zu bringen. Denn die Frage nach dem Glück und was es für jeden bedeutet, ist doch ein wichtiges Detail im Leben. Ob die Personen noch ihr Glück und ihre Zufriedenheit finden werden, muss man selber herausfinden. Verena Carl hat mich selbst in den Urlaub gebracht und die wunderbare Müßigkeit an freier Zeit spüren lassen und den Blick in die Runde. Gern schaut man anderen zu und gern bildet man sich was ein, aber man darf nicht sein eigenes Wohlgefühl vergessen. Ein interessanter Ansatz und eine aufrichtige Erzählung, die man aber mögen muss.

So unbefriedigend wie das Leben
von einer Kundin/einem Kunden aus Paderborn am 23.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

"Das Meer ist zu schön für mich" (S. 10) "Die Lichter unter uns" begleitet zwei Familien beim Sizilienurlaub und rückt dabei vor allem zwei in den Fokus: Anna, die den Boden unter sich schwanken spürt und die sich nach etwas sehnt, das sie nicht greifen kann, und Alexander, der vor... "Das Meer ist zu schön für mich" (S. 10) "Die Lichter unter uns" begleitet zwei Familien beim Sizilienurlaub und rückt dabei vor allem zwei in den Fokus: Anna, die den Boden unter sich schwanken spürt und die sich nach etwas sehnt, das sie nicht greifen kann, und Alexander, der vor sich selbst davon zu laufen scheint und der Anna um ihr Familienleben beneidet. In diesem Roman wird eine Stimmung transportiert, die ziemlich intensiv ist, und das gelingt auch echt gut. Es ist ein Gefühl von Aussichtslosigkeit und Sehnsucht nach ? irgendetwas, das nicht in Worte, das nicht einmal in Gedanken zu fassen ist. Mein Problem damit war nur, dass ich selbst mich mit diesem Gefühl in der Situation nicht identifizieren konnte, was vielleicht auch daran liegt, dass ich von einer eigenen Familie noch weit entfernt bin. Trotzdem würde ich von einem Buch erwarten, dass es in der Lage ist, mich selbst in die Gedankenwelt der Protagonisten zu versetzen, und das ist hier einfach nicht passiert. "Gleichzeit fürchtete er das Todesurteil, das in einer offiziellen Ablehnung gelegen hätte. Denn so konnte er sich an guten Tagen der Illusion hingeben, dass er eines Tages wie durch ein Wunder plötzlich einen großen Spring machen würde in den Kreis der Auserwählten, dass er lediglich wartete, bis die Zeit und seine Ideen reif waren." (S. 80) Die Sprache, die an vielen Stellen gelobt wird, kam mir stellenweise aufgesetzt und gewollt vor. Metaphern, die ich eigentlich ganz schön fand, wurden ein kleines bisschen zu lang ausgebreitet; die Sätze schienen manchmal kompliziert zu sein, nur um kompliziert zu sein. Gefallen hingegen haben mir Momente, in denen zwischenmenschliche Komponenten der Beziehungen ihre Entsprechung in der Sprache und Wortwahl fanden. "Sie streckte die Hand aus und reichte Judith das glatte, verschlossene Päckchen." (S. 139) "Im Moment stellte sich Zoe Alexanders Seele vor wie ein Kind, das in seinem Zuhause zum ersten Mal Haarrisse an der Decke bemerkte." (S. 141) ?Die Lichter unter uns? steigt mitten in das Leben der Protagonisten ein und verlässt es ebenso unvermittelt wieder, ohne einen griffigen Abschluss gefunden zu haben. Das macht ihn beinahe so unbefriedigend wie das Leben selbst es ist.

Sizilien- ein Traumurlaub?
von einer Kundin/einem Kunden aus Groß-Gerau am 20.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Verena Carl schreibt mit " Die Lichter unter uns" einen Roman, der in die Tiefe geht. Der Lichter zu Tage fördert, die unser Inneres ausleuchten sollen und es dennoch nicht können. Die unsere Oberfläche nur schwer nach Innen durchdringen können und so unser Innerstes nicht erhellen. Anna verbringt mit ihrem... Verena Carl schreibt mit " Die Lichter unter uns" einen Roman, der in die Tiefe geht. Der Lichter zu Tage fördert, die unser Inneres ausleuchten sollen und es dennoch nicht können. Die unsere Oberfläche nur schwer nach Innen durchdringen können und so unser Innerstes nicht erhellen. Anna verbringt mit ihrem Mann Jo und den beiden Kindern Bruno und Judith einen Urlaub auf Sizilien. Der Alltag nagt an dem Elternpaar, die 40 sind bereits überschritten, die Tochter in der präpubertären Phaseund man ist sich gegenseitig etwas abhanden gekommen miteinander, mit den Jahren, mit den Kindern, mit so vielem, was sich über die gemeinsamen Jahre legt, wie ein dicker Film, eine Schutzschicht, die uns umhüllt und uns den Anderen, aber auch uns selbst nicht mehr erkennen lässt. Alexander mit seiner deutlich jüngeren Begleitung Zoe weckt Begehrlichkeiten in Anna und wird zu einem sinnlichen Ideal gebremster Phantasien. Der Blick auf die andere Seite, in der das Gras doch immer grüner ist, als bei einem selbst bringt aber Erkenntnisse zu Tage, die den Leser am grünen Gras zweifeln lassen. Die Sprache und der Schreibstil eröffnen deutliche Bilder, geben Denkanstöße und lassen eigene Reflexionen zu. der Leser kommt dem Protagonisten nah und lernt sie kennen. Auch, wenn er nicht alle Verhaltensweisen zu schätzen vermag ist eine Versöhnung mit den Protagonisten möglich, wenn man sich die Mühe macht sich hineinzuversetzen ins Scheitern, Verdrängen, Hoffen und Wünschen. Ein Buch, das sich wie ein Nachmittag am Strand liest, wohlwissend, wie instabil dieser so sicher wirkende Platz auf der Sanduhr wirkt, wie leicht man fortgespült, verweht und zugedeckt werden kann in einem Treibsand aus Sprachlosigkeit und ungelebter Möglichkeiten