Warenkorb
 

Bestellen Sie bis zum 20.12.2018 und erhalten Sie Ihre Sendung pünktlich zu Heiligabend.**

Wiesenstein

Roman

(16)
Der alte Mann, eine Berühmtheit, Nobelpreisträger, verlässt mit seiner Frau das Sanatorium, wo beide Erholung gesucht haben, und wird mit militärischem Begleitschutz zum Zug gebracht. Doch es ist März 1945, das Sanatorium Dr. Weidner liegt im eben zerstörten Dresden und der Zug fährt nach Osten. Gerhart und Margarete Hauptmann nämlich wollen nirgendwo anders hin als nach Schlesien, in ihre Villa „Wiesenstein“, ein prächtiges Anwesen im Riesengebirge. Dort wollen sie ihr immer noch luxuriöses Leben weiterleben, in einer hinreißend schönen Landschaft, mit eigenem Masseur und Zofe, Butler und Gärtner, Köchin und Sekretärin – inmitten der Barbarei.
Aber war es die richtige Entscheidung? Überhaupt im Dritten Reich zu bleiben? Und was war der Preis dafür? Können sie und ihre Entourage unbehelligt leben, jetzt, da der Krieg allmählich verloren ist, russische Truppen und polnische Milizen kommen? Und das alte Schlesien untergeht?
Hans Pleschinski erzählt erschütternd und farbig, episodenreich und spannend vom großen, genialen Gerhart Hauptmann, von Liebe und Hoffnung, Verzweiflung und Angst. Er erzählt vom Ende des Krieges, dem Verlust von Heimat, von der großen Flucht, vergegenwärtigt eine Welt, die für uns verloren ist, und das Werk Gerhart Hauptmanns, auch mit unbekannten Tagebuchnotizen. „Wiesenstein“ ist die Geschichte eines irrend-liebenden Genies und einer untergehenden und sich doch dagegenstemmenden Welt. Ein überwältigender Roman.
Portrait

Hans Pleschinski, geboren 1956, lebt als freier Autor in München. Er veröffentlichte u. a. die Romane „Leichtes Licht“ (C.H.Beck, 2005), „Ludwigshöhe“ (C.H.Beck, 2008) und „Königsallee“ (C.H.Beck, 62013), der ein Bestseller wurde, und gab die Briefe der Madame de Pompadour, eine Auswahl aus dem Tagebuch des Herzogs von Croÿ und die Lebenserinnerungen der Else Sohn-Rethel heraus. Zuletzt erhielt er u. a. den Hannelore-Greve-Literaturpreis (2006), den Nicolas-Born-Preis (2008) und wurde 2012 zum Chevalier des Arts et des Lettres der Republik Frankreich ernannt. 2014 erhielt er den Literaturpreis der Stadt München und den Niederrheinischen Literaturpreis. Hans Pleschinski ist Mitglied der Bayerischen Akademie der Künste.

… weiterlesen
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 552
Erscheinungsdatum 19.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-70061-3
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 22,1/15,1/4,3 cm
Gewicht 854 g
Abbildungen mit 2 Abbildungen
Auflage 3
Verkaufsrang 6.837
Buch (gebundene Ausgabe)
24,00
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Buchhändler-Empfehlungen

„Bewegende, überwältigende Biographie “

Claudia Hüllmann, Thalia-Buchhandlung Magdeburg (Allee-Center)

Unglaublich dicht und kraftvoll erzählt Hans Pleschinski, der schon mit dem Thomas-Mann-Roman "Königsallee" begeisterte, in dieser neuen Romanbiographie von den letzten Jahren Gerhart Hauptmanns, dem Nobelpreisträger, Millionär und traurigem müden alten Mann. Unglaublich dicht und kraftvoll erzählt Hans Pleschinski, der schon mit dem Thomas-Mann-Roman "Königsallee" begeisterte, in dieser neuen Romanbiographie von den letzten Jahren Gerhart Hauptmanns, dem Nobelpreisträger, Millionär und traurigem müden alten Mann.

„umstrittene Figur eines Nobelpreisträgers“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Wiesenstein im Riesengebirge ist das luxuriöse Anwesen von Gerhart Hauptmann , der dort am Ende des Krieges Zuflucht finden will...doch es ist genau die falsche Richtung in jeglicher Hinsicht! Eine Auseinandersetzung mit einem grossen Dichter in der NS-Zeit und seiner umstrittenen Rolle bei Themen wie Flucht , Heimat und Verblendung Wiesenstein im Riesengebirge ist das luxuriöse Anwesen von Gerhart Hauptmann , der dort am Ende des Krieges Zuflucht finden will...doch es ist genau die falsche Richtung in jeglicher Hinsicht! Eine Auseinandersetzung mit einem grossen Dichter in der NS-Zeit und seiner umstrittenen Rolle bei Themen wie Flucht , Heimat und Verblendung

Ulrich Kienast, Thalia-Buchhandlung Wolfsburg

Hommage an Hauptmanns Leben und Werk, faszinierendes Bild seiner letzten Lebensjahre, Vergegenwärtigung einer verlorenen Welt.Sehr lesenswert und ein Anreiz, ihn neu zu entdecken. Hommage an Hauptmanns Leben und Werk, faszinierendes Bild seiner letzten Lebensjahre, Vergegenwärtigung einer verlorenen Welt.Sehr lesenswert und ein Anreiz, ihn neu zu entdecken.

„Biografie als Roman über den großen Gerhart Hauptmann mit bisher unbekannten Tagebuchnotizen“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Pleschinski zeichnet ein faszinierendes Bild der letzten Lebensjahre Hauptmanns in dessen Villa Wiesenstein im damaligen schlesischen Agnetendorf. Ein Buch auch über seine innere Zerrissenheit im von Leid der letzten Kriegsmonate gezeichneten Schlesien. Überragend recherchiert und lesbar wie ein guter Roman, nicht wie ein Gelehrtenstück. Pleschinski zeichnet ein faszinierendes Bild der letzten Lebensjahre Hauptmanns in dessen Villa Wiesenstein im damaligen schlesischen Agnetendorf. Ein Buch auch über seine innere Zerrissenheit im von Leid der letzten Kriegsmonate gezeichneten Schlesien. Überragend recherchiert und lesbar wie ein guter Roman, nicht wie ein Gelehrtenstück.

„Rückkehr nach Wiesenstein “

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Für dieses anspruchvolle Werk um den Schriftsteller und Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann müssen Sie sich ein wenig Zeit nehmen! Keine leichte Kost, aber eine interessante!
Hans Pleschinski gibt einen Einblick in die letzten 18 Monate des Schriftstellers, dessen Werke die meisten von uns vermutlich nur aus dem Schulunterricht kennen. Dazu findet er genau die richtigen Worte, um die große Diskrepanz zwischen den Menschen, die durch den zerstörerischen Krieg alles verloren haben und den privilegierten Hauptmanns darzulegen. Es ist schockierend, wie der Gelehrte Hauptmann an seinem großbürgerlichen Leben festhält, obgleich um ihn herum größte Not und Elend herrscht. Doch nach und nach kommen auch ihm Selbstzweifel und wir können seine innere Zerrissenheit deutlich spüren. Eingestreute historische Fakten sowie Zitate aus den Werken Hauptmanns mögen den Lesefluss ein wenig hemmen. Doch Hans Pleschinski gelingt es mit klaren verständlichen Worten die Figuren seines Romans lebendig zu machen.
Für dieses anspruchvolle Werk um den Schriftsteller und Nobelpreisträger Gerhart Hauptmann müssen Sie sich ein wenig Zeit nehmen! Keine leichte Kost, aber eine interessante!
Hans Pleschinski gibt einen Einblick in die letzten 18 Monate des Schriftstellers, dessen Werke die meisten von uns vermutlich nur aus dem Schulunterricht kennen. Dazu findet er genau die richtigen Worte, um die große Diskrepanz zwischen den Menschen, die durch den zerstörerischen Krieg alles verloren haben und den privilegierten Hauptmanns darzulegen. Es ist schockierend, wie der Gelehrte Hauptmann an seinem großbürgerlichen Leben festhält, obgleich um ihn herum größte Not und Elend herrscht. Doch nach und nach kommen auch ihm Selbstzweifel und wir können seine innere Zerrissenheit deutlich spüren. Eingestreute historische Fakten sowie Zitate aus den Werken Hauptmanns mögen den Lesefluss ein wenig hemmen. Doch Hans Pleschinski gelingt es mit klaren verständlichen Worten die Figuren seines Romans lebendig zu machen.

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Ein großer Roman über Leben, Werk und Tod von Gerhart Hauptmann. Unbedingt lesen! Ein großer Roman über Leben, Werk und Tod von Gerhart Hauptmann. Unbedingt lesen!

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Ein bewegender und beeindruckend detaillierter Roman über den Lebensabend von Gerhart Hauptmann und den Verlust einer Welt. Ein bewegender und beeindruckend detaillierter Roman über den Lebensabend von Gerhart Hauptmann und den Verlust einer Welt.

„Bewegendes Portrait. “

Petra Kurbach, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Hans Pleschinski eröffnet ein Panorama voller Geschichte, Kunst, Literatur in dessen Mittelpunkt Gerhart Hauptmann steht. Thema ist das letzte Lebensjahr von Gerhart Hauptmann in seinem Haus "Wiesenstein" in Schlesien das nach Kriegsende ihm und seiner Frau und den Angestellten Schutz bietet, der immer ungewisser wird. Die neue polnische Regierung möchte alle Deutschen aus dem Land haben. Der Autor findet dafür deutliche Worte, die beschreiben ohne zu werten! Vor den Augen der Leser wird eine untergegangene Epoche lebendig, die viel zu leicht vergessen wird. Ein Buch das lange nachhängt erwartet Sie hier. Und eine Einführung in ein fast vergessenes (?) Schaffen eines außergewöhnlichen Schriftstellers. Hans Pleschinski eröffnet ein Panorama voller Geschichte, Kunst, Literatur in dessen Mittelpunkt Gerhart Hauptmann steht. Thema ist das letzte Lebensjahr von Gerhart Hauptmann in seinem Haus "Wiesenstein" in Schlesien das nach Kriegsende ihm und seiner Frau und den Angestellten Schutz bietet, der immer ungewisser wird. Die neue polnische Regierung möchte alle Deutschen aus dem Land haben. Der Autor findet dafür deutliche Worte, die beschreiben ohne zu werten! Vor den Augen der Leser wird eine untergegangene Epoche lebendig, die viel zu leicht vergessen wird. Ein Buch das lange nachhängt erwartet Sie hier. Und eine Einführung in ein fast vergessenes (?) Schaffen eines außergewöhnlichen Schriftstellers.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
16 Bewertungen
Übersicht
10
4
1
1
0

Zeitenwende stimmungsvoll und intelligent aufgearbeitet
von einer Kundin/einem Kunden am 07.12.2018

Um dieses Buch zu lesen, sollte man ein gewisses Interesse für Literatur(geschichte) aufbringen und Freude an einem etwas komplexeren Sprachstil haben. Man sollte sich auch Zeit nehmen, um die Gedankengänge der Personen und die literarischen Zitate besser aufzunehmen, was sich in meinen Augen unbedingt lohnt. Leser, die durch ihre... Um dieses Buch zu lesen, sollte man ein gewisses Interesse für Literatur(geschichte) aufbringen und Freude an einem etwas komplexeren Sprachstil haben. Man sollte sich auch Zeit nehmen, um die Gedankengänge der Personen und die literarischen Zitate besser aufzunehmen, was sich in meinen Augen unbedingt lohnt. Leser, die durch ihre Lektüre mit Vollgas und permanentem Spannungsbogen rasen möchten, sind bei anderen Autoren sicherlich besser aufgehoben. Mir hat dieses anspruchsvolle und unterhaltsame Buch sehr gut gefallen. Und es hat meine Neugier auf Gerhart Hauptmann (wieder)erweckt.

Gerhart Hauptmann und seine Werke
von einer Kundin/einem Kunden aus Borken am 24.03.2018

Der 2. Weltkrieg liegt in den letzten Zügen während der Nobelpreis-träger für Literatur aus einem Sanatorium im zerbombten Dresden fliehen muss. Mit seiner kleinen Gefolgschaft macht er sich auf den beschwerlichen Weg zu seiner alten Heimat. Es zieht ihn und seine Frau Margarete in das heimische Anwesen Wiesenstein, welches... Der 2. Weltkrieg liegt in den letzten Zügen während der Nobelpreis-träger für Literatur aus einem Sanatorium im zerbombten Dresden fliehen muss. Mit seiner kleinen Gefolgschaft macht er sich auf den beschwerlichen Weg zu seiner alten Heimat. Es zieht ihn und seine Frau Margarete in das heimische Anwesen Wiesenstein, welches in Schlesien liegt. Ein Gebiet, in dem die russischen Kräfte kurz davor stehen die Widerstandslinien zu durchbrechen. Ist es richtig, in einer schweren Zeit, in der die Angst und Ungewissheit herrscht, den heimatlichen Gefühlen zu folgen? Hans Pleschinski widmet sich in "Wiesenstein" dem Leben und Werken des berühmten Dramatikers und Schriftstellers Gerhart Hauptmann. Er berichtet über die letzten dramatischen Monate im Leben des Nobelpreisträgers, in denen er sein heimatliches Anwesen aufsucht und vor Ort sein Leben und seine Werke Revue passieren lässt. Der Autor bedient sich in seinem Buch einem sehr anspruchs-vollen und schwer zugängigen Schreibstil. Sicherlich ein geeignetes Stilmittel, um einem herausragenden Schriftsteller gerecht zu werden. Dies führte bei mir allerdings durchaus zu einigen Längen im Buch, die mein Durchhaltevermögen mehrfach auf die Probe stellten. Die hervorragende Beschreibung der bedrückenden und ängstlichen Atmosphäre der damaligen Zeit und der geschickte und wohldosierte Einbezug vieler Werke Hauptmanns ließen mich aber immer wieder aufmerken und weiterlesen. Spannend war die schwierige Nachkriegszeit, in der die Angst umging. Bei vielen Protagonisten fand ein Rückblick im Umgang mit der dunklen Zeit der deutschen Geschichte statt, Leider wurde mir nicht wirklich klar, wie Gerhart Hauptmann, der auch im Nationalsozialismus große Beachtung und Verehrung erfuhr, mit seiner eigenen Schuldfrage ins Gericht ging. Das Verhalten von ihm und seiner Frau war sicherlich geprägt von der ruhmreichen Zeit seines Lebens, so dass er in meinen Augen wenig Sympathiepunkte sammeln konnte. Das Buch "Wiesenstein" ist aus meiner Sicht eine schwierige und herausfordernde Lektüre, deren Tragweite mir wahrscheinlich zum Teil verschlossen blieb. Wer sich ernsthaft und ausführlich dem großen Dramatiker und seinen Werken widmen möchte, sei dieses Buch ans Herz gelegt. Für mich gab es zu viele Längen und Wiederholungen, so dass der Funke bei mir niemals so ganz überspringen konnte. Meine Bewertung fällt daher mit drei von fünf Punkten rein subjektiv eher ein wenig niedriger aus.

Lebensabend zwischen Trümmern
von Buchgespenst am 11.03.2018

Gerhart Hauptmann erlebt nur wenige Kilometer von Dresden entfernt dessen blutigen Untergang in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Alt, krank und gebrechlich hat der große Autor nur noch den Wunsch nach Hause zurückzukehren und die Kriegstage zu vergessen. Eine strapaziöse Flucht bis zum Wiesenstein bringt nicht die erhoffte... Gerhart Hauptmann erlebt nur wenige Kilometer von Dresden entfernt dessen blutigen Untergang in den letzten Tagen des Zweiten Weltkriegs. Alt, krank und gebrechlich hat der große Autor nur noch den Wunsch nach Hause zurückzukehren und die Kriegstage zu vergessen. Eine strapaziöse Flucht bis zum Wiesenstein bringt nicht die erhoffte Erlösung. Isoliert, fasst wie im Vakuum, schreibt er in seinem Zuhause an seinem letzten großen Werk – auf den Schutz seiner Legende vertrauend, während um ihn herum der Krieg tobt. Doch Schlesiens blutigste Tage stehen noch bevor. Während Hauptmann entrückt seinen Lebensabend verbringt blutet Schlesien nach Kriegsende unter der Herrschaft der Polen und Russen aus. Kann Hauptmann mit seinem Ruf das Dorf schützen und wird ihm ein stilles Ende in seiner Heimat vergönnt sein? Wie ein Zauberturm wirkt der Wiesenstein. Unberührt von den Kriegswirren kann man kaum entscheiden, ob Hauptmann arrogant, entrückt oder einfach nur wie ein verzweifelt Flüchtender wirkt. Die Zerrissenheit eines Autors, der feststellen muss sich selbst überlebt und verraten zu haben, lässt auch im Leser ein schlechtes Gefühl zurück. Es nimmt einem den Atem zu sehen wie ein großer Autor an seiner Zeit und seinen Entscheidungen zerbrochen ist und nur noch verzweifelt ein Leben führt, das mit Beginn des Dritten Reiches bereits vorbei war. Gescheitert an der eigenen Eitelkeit, an Kurzsichtigkeit und doch wehrt er sich mit aller Kraft eine Niederlage einzugestehen. War Hauptmann schuldig oder nur blind? Ist er arrogant oder lebt er bereits in seiner eigenen Welt an der Schwelle des Todes? Pleschinski schafft es mit eindrucksvoller Bildgewalt die letzten schauerlichen Tage des Krieges lebendig werden zu lassen und die ersten Monate des Friedens, die immer noch von Gewalt und Tod geprägt sind. Die Zerrissenheit eines Skandalautors, der schließlich von der Öffentlichkeit, die ihn umjubelt und zu dem man sich in der Not geflüchtet hat, verdammt wurde. Fast mit Sachbuchcharakter entfaltet sich hier ein Roman, der mit seiner Objektivität und seinen Details fesselt. Er erschüttert, er lässt vieles hinterfragen und gibt vor allem einen Einblick in das Dilemma, vor dem die Menschen im Dritten Reich standen. Wie viel Anpassung zur Sicherung der eigenen Existenz ist akzeptabel? Wie viel hat man wissen, wie viel ahnen können, in einer Welt ohne Internet, mit gleichgeschalteten Medien? Wie sehr lässt man sich verführen, für ein bisschen öffentliche Anerkennung? Wie viel Kumpelhaftigkeit mit Autoritäten kann toleriert werden und sei es zum Schutz der Familie und Freunde? Das Buch wirft Fragen auf, die man nicht beantworten will. Das Buch beeindruckt und erschüttert. Es ist sehr viel mehr als die Biographie eines zwielichtigen Autors, dessen umjubelte Fortschrittlichkeit im Expressionismus von Nazivorwürfen in der Nachkriegszeit verdüstert wurde. Gleichzeitig gibt es einen detaillierten Einblick in Hauptmanns literarisches Schaffen. Es wird aus bekannten und fast vergessenen Werken zitiert. So wird man immer weiter in das komplexe Seelenleben des zerrissenen Autors geführt. Ein Leben, das in mehr als einer Hinsicht zertrümmert wurde und zwischen Trümmern qualvoll stirbt. Wie ein Zauberturm, ein Vakuum, ragt der Wiesenstein wie die Ruine eines magischen Symbols zwischen den Trümmern herausragt – Zeugnis vergangener Größe, großen Glanzes, das trotzdem noch Schutz bietet. Dass diese Geschichte auf Tatsachen beruht, macht es umso berührender. Das Nachwort gibt einen kurzen Einblick in die Fakten, auf denen das Buch beruht einen Einblick in die Schicksale der anderen Charaktere. Nichts für schwache Nerven, hochinteressant, komplex und bildgewaltig überzeugt dieses Buch auf ganzer Linie. Ein Biographie, ein Sachbuch und doch so viel mehr. Beeindruckend und absolut lesenswert!