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Breaking News - Die Welt im Ausnahmezustand

Wie uns die Medien regieren

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Sehnsucht nach dem Sendeschluss
Nichts ist mehr so, wie es vor dreißig Jahren war. Der Imperativ der Aufmerksamkeit regiert unser Leben. Er hat erst unsere Zeitungen verändert, die Fernsehnachrichten und überhaupt alles, was wir über die Welt wissen können. Und dann hat er den Berufsalltag erobert und unsere Familien. Michael Meyen zeigt, was die Zulassung kommerzieller Sender und der Siegeszug von Internet und sozialen Medien aus dem guten, alten Journalismus gemacht haben - und aus uns. Medienrealität ist heute nicht nur in den Massenmedien, sondern überall.
Portrait
Michael Meyen ist Professor am Institut für Kommunikationswissenschaft und Medienforschung der Universität München.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 224 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783864897009
Verlag Westend Verlag
Dateigröße 3095 KB
eBook
13,99
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Wie uns die Medien regieren
von Sikal am 08.04.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Michael Meyen, Journalist und Professor an der LMU in München, wo er seinerseits Journalisten, PR- und Werbeprofis ausbildet, erklärt uns in diesem Buch die Massenmedien und deren Wandel in den letzten Jahrzehnten. In den sechs Kapiteln dieses Buches wird der Leser über die Medienlandschaft, den Journalismus und die Medienrealität einst... Michael Meyen, Journalist und Professor an der LMU in München, wo er seinerseits Journalisten, PR- und Werbeprofis ausbildet, erklärt uns in diesem Buch die Massenmedien und deren Wandel in den letzten Jahrzehnten. In den sechs Kapiteln dieses Buches wird der Leser über die Medienlandschaft, den Journalismus und die Medienrealität einst und heute aufgeklärt. Wie funktionierte Journalismus vor 30, 40 Jahren und was hat sich bis heute verändert? Welche Aufgaben hatte der Journalismus damals und welche Aufgaben hat er heute bzw. nimmt er heute wahr? Breaking News: Diese reißerische Überschrift sagt schon vieles über die heutige Medienlandschaft aus ? Medien MÜSSEN ?schreierisch? sein, um in der heutigen Medienwelt bestehen zu können. Schneller, interessanter, erzählerischer und vor allem aufmerksamkeitsheischend ? alles andere ist Nebensache. Und Nebensache ist auch die Sache an sich ? die Geschichten hinter oder neben den eigentlichen Themen sind es die das Publikum interessieren. Welcher Transfer steht im Fußball an ? nicht das Spiel steht im Fokus. In den ersten Kapiteln erklärt der Autor anhand zahlreicher Beispiele aus der Sportwelt (und hier vor allem aus der Welt des Fußballs) was anders geworden ist, was falsch läuft und was wirklich hinter den Kulissen abläuft. Ein kurzer Einblick lässt den Leser schaudern ? stimmt es wirklich, dass selbst Journalisten nur noch Fragen stellen dürfen, die von PR-Agenturen vorgegeben werden? Stimmt es wirklich, dass PR-Leute von Sportlern die fertigen Texte an die Journalisten liefern, welche dann nicht einmal mehr abgeändert werden dürfen? Was ist das für ein Journalismus, der nicht mehr kritisch hinterfragen darf, nicht mehr seine eigene Story bringen darf? Und investigativer Journalismus? Berichterstattung auf qualitativ hochwertigem Niveau? Natürlich nicht erwünscht, wenn dabei Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, Schaden nehmen könnten. Auch seitens der Medien nicht erwünscht, da solche Artikel ohnehin keinen Traffic bringen oder die Auflagen nicht steigern. Niemand will die Wahrheit lesen ? das Publikum will Geschichten, will sich mit den Stars in den Medien identifizieren. In den Kapiteln 4 und 5 zeigt der Autor, dass jener Journalismus ebenso in den anderen Teilen unseres Lebens eine Rolle spielt ? und zwar nicht weniger als im Sport. Politik, Wissenschaft, Schule oder Büro ? während einerseits die Medien keine Möglichkeit bekommen, die wichtigen Dinge zu schreiben oder zu recherchieren, wird andererseits (von Politikern, Wissenschaftlern, etc.) alles unternommen, um selbst Medienpräsenz zu erlangen und somit auch seine eigene Bekanntheit zu steigern. Dieser Umstand macht auch vor der Schule nicht Halt und seit Social Media selbst vor Privatpersonen nicht. Hochzeiten und Kinderfeste werden zu Events, die Schule zum ?Edutainmentcenter? und der Lehrer zum Alleinunterhalter. Im letzten Kapitel erfahren wir, was wir mit diesen Berichterstattungen anfangen können ? wie sollen wir mit einem solchen Journalismus umgehen und wie lässt sich kritischer, ja sogar investigativer Journalismus stärken? Leider ist dieses Kapitel im Ansatz steckengeblieben. Wirkliche Rezepte fehlen, wenngleich die ansatzweise gezeigten Auswege durchaus zu vertiefen wären. Dieses Buch sollte dennoch aufmerksam gelesen werden ? vor allem von Jugendlichen, um ihnen einen Einblick zu geben wie uns die Medien regieren und welche Macht PR-Agenturen besitzen, um ihre ?Wahrheiten? zu verbreiten. Kritikfähigkeit zu erlernen sollte jedem Bürger ein Anliegen sein.

Medialisierung und Resilienz. Etwas flach und utopisch.
von Wedma am 07.03.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, leider wurden meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt. Rund 177 Seiten sind in 6 etwa gleich große, ca. 35 Seiten, bis auf das letzte, Kapitel geordnet. Diese sind in kleinere Unterkapitel aufgeteilt worden, sodass man das Ganze in kleineren Häppchen lesen... Auf dieses Buch habe ich mich sehr gefreut, leider wurden meine Erwartungen nur zum Teil erfüllt. Rund 177 Seiten sind in 6 etwa gleich große, ca. 35 Seiten, bis auf das letzte, Kapitel geordnet. Diese sind in kleinere Unterkapitel aufgeteilt worden, sodass man das Ganze in kleineren Häppchen lesen kann. Im Auftakt wurden die Begriffe, die im späteren Verlauf auftauchen, z.B. Resilienz, Medialisierung, etc. erklärt. Auch wie die Medienrealität wirkt, ist hier plausibel beschrieben worden. Weiter gibt es den Überblick, was besprochen wird und zum Schluss: „Dieses Buch hält es eher mit Hanns Joachim Friedrichs und Ulrich Wickert. Aufklären, die Dinge beim Namen nennen und so Orientierung bieten.“ S. 39. Für welche Werte des Qualitätsjournalismus die beiden Herren plädieren, ist auch aufgeführt worden, sodass kaum Missverständnisse entstehen können, wohl auch als Kontrast zu dem, was man heute in den Medien beobachten kann. Weiter geht es mit Medienlogik. Hier gab es paar spannende Punkte, die man als bloßer Medienkonsument ohne weiteres nicht kennt, die aber heute bei der Mediengestaltung eine große Rolle spielen, z.B. bei der Wahl der Themen, die insb. in online Ausgaben auftauchen, welche Kriterien da zugrundeliegen; bei der Art, wie diese Inhalte an das Publikum herangetragen werden „Polarisieren schon in der Überschrift“ S. 74, usw. Unterkapitel „Wandel der Medienrealität, quantitativ“, in dem die Inhalte der Leitmedien aus dem Jahr 1984 und 2014 verglichen wurden, z.B. „Harte und weiche Themen“, „Selektion und Interpretation bei harten Themen“, „Konflikttypen in der Politik- und Wirtschaftsberichterstattung“, „Präsentationsstil“, etc. S. 75-78, ist sehr aufschlussreich und zum Nachdenken anregend. Richtig gute, aussagestarke Inhalte hier. Ab Kap. 3 fängt das an, was mir den guten Eindruck, den die beiden ersten Kapitel entstehen lassen haben, doch recht dezimiert hat: Fußball, ferner andere Sportarten, und die damit verbundenen Themen zu „Wie der Spitzensport zur Show wurde“ . Wer gern über Sport liest, wird sich hier evtl. wohl fühlen. Mir war es schade, dass die Darstellung des Themas „Wie uns die Medien regieren“, das in ersten Kapiteln so gut aufgeschlossen wurde, plötzlich die Verflachung erlebte und die Ausführungen auf den eher engeren Rahmen des Sports reduziert wurden. Die Verflachung verstärkte sich im weiteren Verlauf leider auch weiter, denn in Kap. 4 „In der Schule, im Büro, in der Partei: gut aussehen und gut rüberkommen“ geht es eben um diese Medienbesessenheit und den Imperativ der Aufmerksamkeit, in dem man mit etlichen Beispielen, die man allerdings auch aus Zeitungen kennt, überschüttet wird. Kap. 5 stellt den Fokus auf das Familienleben, die Beispiele bleiben auf 08/15 Zeitungswissensebene. Die These hier: „Dieser Siegeszug der kommerziellen Medienlogik… schwächt … die Leistungsfähigkeit der Familie.“ S. 151. Bleibt eher als Behauptung da. Ohne Statistiken oder ähnl., die dies belegen würden. Und so ist man schon beim letzten Kapitel. Zunächst geht es mit weiteren Ausführungen, z.B. den Ansichten von Georg Franck, der Massenmedien als Märke sieht, die auf Aufmerksamkeit und deren Erzeugung spezialisiert sind. Die vier Bedrohungen für die sozialen Systeme der Gesellschaft sowie für die Familie wurden nochmals kurz zusammengefasst, Ulrich Wickerts Appell an die heutigen Journalisten bemüht: „Gebt den Menschen Orientierung. Helft ihnen beim Denken, bitte.“ Sein Buch von 2016 über die Medien schaut übrigens nach einem must read aus. Und nun kommt Meyen zum Entschluss, dass die Frage nach der Resilienz bei Medien „…zugleich eine Frage nach der Resilienz der Gesellschaft“, S.172, ist. Gut möglich. Nun sollten die konkreten Vorschläge kommen, denkt man, aber nein, weitere Ausführungen, weitere Autoren und ihre Konzepte: Nick Coudry, Uwe Krüger, Alain de Botton, wenn auch kurz. Dann endlich kommt etwas, was nach möglichen Lösungsvorschlägen ausschaut, S. 177-178, schön versteckt zwischen den Zitaten. Nicht schlecht, auch wenn nichts Neues, leider realitätsfremd. Zur Umsetzung fehlen leider die Anreize, auch im Mediensystem selbst, das gemachte Nest des Imperativs der Aufmerksamkeit, das über die letzten Jahrzehnte gehegt und gepflegt, in hunderttausende von Köpfen eingepflanzt wurde, zu verlassen und sich auf den steinigen Weg der lückenfreien Aufklärung und einwandfreien Orientierung zu begeben. Es ist, als ob aus den aufmerksamkeitssüchtigen Königen ohne Kleider aus dem bekannten Grimmschen Märchen plötzlich Don Quichotes werden sollen, die mit den Windmühlen des Systems furchtlos kämpfen sollen, um den Journalismus und die Gesellschaft insg. zu retten. Die Vorschläge ganz zum Schluss S. 184-185 sind wieder zwar nicht von der Hand zu weisen. Darüber kann man gern nachdenken und in Bekanntenkreisen ausdiskutieren. Aber ob das den gegenwärtigen Trend umkehren kann, der gern mithilfe von großzügigen Etats gepusht wird, was auch im Text erwähnt wurde, bleibt eine große Frage. Fazit: Ein gutes Buch über die Medien von heute, das man durchaus gern lesen kann, wenn man sich als Einsteiger dem Thema nähern möchte, manches gar kennen sollte. Das Buch ließ sich insg. gut lesen. Die Ausführungen sind verständlich und bildhaft dargelegt worden, wobei sie doch viel Aufmerksamkeit forderten. Der selbst gestellten Aufgabe, s.o., wird es gerecht. Die Verweise auf Werke anderer Autoren zu diesem Thema, die man auch den Quellen entnehmen kann, stellen eine Bereicherung dar. Insg. fällt das Buch von Meyen aber etwas flach aus. Fußball sowie Banalitäten des Alltäglichen nehmen hier einen zu großen Teil der Ausführungen ein. Die Vorschläge haben zwar ihre gute Seite, sind aber unter den gegenwärtigen Bedingungen eher utopisch. Wer tiefer in die Materie einsteigen und ein richtig gutes, aufschlussreiches Buch zu dem Thema lesen möchte, der greift zu „Lügen die Medien?“ von Jens Wernicke. Dieses Werk ist allenfalls eine nette Ergänzung dazu, das durch den Titel mehr verspricht als es im Endeffekt liefert.

187 Seiten Unverständliches, meist über deutsche Fußballspiele und viele Zitierungen
von Peter Krackowizer aus Neumarkt am Wallersee am 02.03.2018
Bewertet: Taschenbuch

Wahrscheinlich wollte Meyen beschreiben, wie uns die Medien regieren. Das kommt auch ansatzweise manchmal im Text vor, aber überwiegend geht es Meyen um Namen deutscher oder internationaler Fußballspieler, beschreibt über mehrere Absätze Fußballspiele oder bringt z. B. in einer Tabelle eine Auswahl von Regeländerungen im Beachvolleyball im Laufe... Wahrscheinlich wollte Meyen beschreiben, wie uns die Medien regieren. Das kommt auch ansatzweise manchmal im Text vor, aber überwiegend geht es Meyen um Namen deutscher oder internationaler Fußballspieler, beschreibt über mehrere Absätze Fußballspiele oder bringt z. B. in einer Tabelle eine Auswahl von Regeländerungen im Beachvolleyball im Laufe der Jahre zum Thema „verbiegen für die Medien“. Ehrlich gesagt, ich habe so gut wie nichts verstanden, was Meyen in seinem Buch mitteilen will. Nicht, dass im Buch gar nichts Interessantes stünde. Aber zusammengefasst vielleicht 40 oder 50 Seiten wären ausreichend gewesen. „Medialisierung als Bedrohung für die Massenmedien“, „die Grenzen des Alphajournalismus“, „Fußballschuhe im Flagship-Store, die Taiga in München“ lauten beispielsweise Überschriften; jede Menge Zitate von vielen Menschen, von denen ich noch nie gehört habe – es sind sicherlich an die 200 Zitate, die Meyen im Buch verwendet. Seine Sprache ist manchmal schlagwortartig, zumindest empfinde ich sie so beim Lesen. Dann schreibt er beispielsweise 18 Zeilen über eine Bundesversammlung – zum Thema des Buches ausreichend wären drei oder vier Zeilen davon, der Rest ist Show. In „wo und wann gespielt wird“ beschreibt Meyen den Abstand der Fans in Metern zum Fußballfeld. Was das mit dem Titel des Buches zu tun hat, weiß ich nicht. Und so geht es das ganze Buch hindurch. Zitat: „Wie können soziale Funktionssysteme ihre Resilienz gegen die Bedrohung stärken, die vom Imperativ der Aufmerksamkeit ausgeht, und den Journalisten damit zugleich erleichtern, den Auftrag Öffentlichkeit zu erfüllen?“ Nein, ich habe nicht viel in diesem Buch verstanden, obwohl ich eigentlich auch Journalist wäre.