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Der Schrei des Schweigens

Mein Leben für die Freiheit in Russland

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Immer wieder führt Ildar Dadins Weg im Jahr 2014 vor den Kreml. Still, aber beharrlich hält er dort Mahnwache gegen die aggressive Außenpolitik Russlands und den Krieg in der Ukraine – selbstgemalte Plakate mit der Aufschrift »Putin – eine Schande für Russland« oder »Heute Kiew – morgen Moskau« in der Hand. Es ist ein einsamer Protest, denn unter dem Eindruck der Ukraine-Krise hat die russische Regierung selbst friedliche Demonstrationen verboten. Mehrfach wird Dadin verhaftet, bis die russische Justiz ein abschreckendes Exempel an dem jungen Mann statuiert. Dadin wird zu drei Jahren Lagerhaft in der berüchtigten Strafkolonie IK-7 verurteilt, in der auch Putin-Erzfeind Michael Chodorkowski einsaß. Als er nach monatelanger systematischer Folterung zu zerbrechen droht, berichtet er in einem heimlichen Brief an seine Frau über die Zustände im Lager. Sie soll seine Zeilen veröffentlichen, obwohl ihn das in größte Lebensgefahr bringt. Als seine Gefängnisnotizen im Internet auftauchen, schaltet sich wenig später die Weltpresse im Fall Dadin ein. Ermutigt durch die internationale Unterstützung, reicht der Aktivist vom gefürchtetsten Straflager Russlands aus Klage gegen seine Inhaftierung ein. Und im Februar 2017 geschieht das Unvorstellbare: Dadin erzwingt nicht nur seine Freilassung, sondern auch die Überarbeitung jenes Paragrafen, der ihn ein Jahr zuvor hinter Gitter brachte. In seinem mit Spannung erwarteten Buch berichtet Ildar Dadin erstmals ausführlich von seinem Martyrium im Arbeitslager und gibt tiefe Einblicke in die politische Situation Russlands sowie die erschütternde Menschenrechtslage in seiner Heimat.
Portrait
Ildar Dadin, geboren 1982 in einem verarmten Vorort von Moskau, schloss sich 2011 der russischen Protestbewegung an. Bei der Parlamentswahl im Jahr 2011 war er als Wahlbeobachter tätig und wurde Zeuge von massiver Wahlfälschung. Seitdem setzt er sich aktiv für die Demokratisierung seines Landes ein und verbrachte 2014 mehrere Wochen an der Seite junger ukrainischer Aktivisten auf dem Majdan. Der Fall Ildar Dadin sorgte weltweit für Aufsehen und machte den jungen Mann zu einer der führenden Figuren im russischen Widerstand. 2017 wurde er für sein außergewöhnliches Engagement mit dem Boris-Nemtsov-Preis ausgezeichnet.#Birgit Virnich, ARD-Korrespondentin in Moskau und mehrfach preisgekrönte Journalistin, gehört zu den engsten Vertrauten von Ildar Dadin. Sie verfolgt den Fall Dadin seit dessen Inhaftierung und hat umfangreiches Interview und Drehmaterial mit seiner Familie und seinen Unterstützern gesammelt. Die Themen Pressefreiheit, Menschenrechte und Korruption bilden seit vielen Jahren einen Schwerpunkt ihrer Arbeit. Seit 2010 ist Birgit Virnich zudem als Fachbuchautorin tätig. Ihr Film »Wie Syrien stirbt« wurde für den Deutschen Filmpreis nominiert, ihre Reportagen über Kindersoldaten und Massenvergewaltigungen in Afrika wurden mit dem Lorence Natali Preis für mutigen Journalismus ausgezeichnet.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 216
Erscheinungsdatum 23.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95890-159-9
Verlag Europa Verlag
Maße (L/B/H) 22,1/14,4/2,5 cm
Gewicht 392 g
Auflage 1. Auflage (1. Auflage)
Buch (gebundene Ausgabe)
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Eine Art Tagebuch
von Sikal am 16.05.2018

?Ich werde tatsächlich in ein Straflager transportiert, nur weil ich friedlich auf Plakaten meine Kritik an der Regierung geäußert habe, weil ich den unerklärten Krieg Russlands gegen die Ukraine und die militärische Einmischung in den Syrienkonflikt verurteilt habe. Eigentlich werde ich dafür bestraft, dass ich die Wahrheit gesagt habe... ?Ich werde tatsächlich in ein Straflager transportiert, nur weil ich friedlich auf Plakaten meine Kritik an der Regierung geäußert habe, weil ich den unerklärten Krieg Russlands gegen die Ukraine und die militärische Einmischung in den Syrienkonflikt verurteilt habe. Eigentlich werde ich dafür bestraft, dass ich die Wahrheit gesagt habe ? eine unbequeme Wahrheit, die das Regime nicht zulässt.? Ildar Dadin beschreibt in seinem Buch ?Der Schrei des Schweigens? über seine Verurteilung in ein Straflager, in dem er Folter und Demütigungen ertragen muss. Zwischendurch schweift er von seinem dortigen Alltag ab, um seine politischen Ansichten, seine Darstellung des Ukraine-Konfliktes und generell seine Einstellung zu Putin darzulegen. Dass er hier eine sehr einseitige Auslegung beschreibt, versteht sich von selbst? Er zählte bereits vor seiner Verhaftung zu keinem Freund der russischen Regierung, was sich nach diesem traumatischen Erlebnis nicht unbedingt verbesserte. Die Erlebnisse in diesem Lager sind äußerst schockierend, keine Privatsphäre, keine oder nur geringe soziale Kontakte und keine Kommunikation nach außen ? ich möchte mir nicht mal im Entferntesten vorstellen, ein solches Leben führen zu müssen. Dass er letztendlich den Mut aufbringt, seine Geschichte in die Öffentlichkeit zu schmuggeln, zeugt von seiner Verzweiflung. Doch leider beschränkt sich Dadin nicht nur darauf, seine Geschichte zu erzählen, sondern er interpretiert auch politische Zusammenhänge ? diese jedoch sehr einseitig und teilweise aus dem Kontext. Hier wird die gängige Meinung der Boulevardmedien z.B. zum Ukraine-Konflikt übernommen, ohne auch nur ansatzweise den Status des Westens zu erwähnen. Oftmals wird nicht klar argumentiert, sondern nur erwähnt, was ?Vom-Hören-Sagen? durchgedrungen ist. Wer sich bereits über die Zusammenhänge informierte, wird keinesfalls mit Dadin einer Meinung sein. Für alle, die sich ausschließlich in der gängigen Medienlandschaft bewegen, wird durch die Darlegungen natürlich verständnisvolles Nicken hervorgerufen. Das Buch zu bewerten, finde ich ziemlich schwierig. Die Geschichte rund um Verhaftung und sein Durchhaltevermögen ist bemerkenswert. Hierfür gebe ich gerne 4 Sterne, für einseitige und oft undurchsichtige politische Einblicke 2 Sterne. Somit 3 Sterne gesamt. ?Meine wichtigste Motivation zum Durchhalten ist der Wunsch, über die Willkür und Gewalt in dieser Strafkolonie zu berichten.?