Warenkorb
 

Sie haben noch keinen tolino eReader? Jetzt informieren.

„Die RAF hat euch lieb“

Die Bundesrepublik im Rausch von 68 - Eine Familie im Zentrum der Bewegung

(5)
Bettina Röhl über ihre letzten gemeinsamen Jahre mit ihrer Mutter Ulrike Meinhof

Brauchte die Bundesrepublik die Revolte von 68? Ist 68 gar das Jahr einer „Neugründung“ der heutigen Bundesrepublik? Die APO-Bewegung – und ihre „Speerspitze“, die RAF – ist das wohl meist beschriebene Thema der neueren politischen Geschichte des Landes. Mit bisher unbekannten Fakten und den Stimmen neuer Zeitzeugen unterlegt, liefert Bettina Röhl, die als Kind die Gründung der RAF hautnah miterlebte, eine spannende Analyse und erzählt die scheinbar bekannte Geschichte neu. Bei ihren Recherchen fand Bettina Röhl zahlreiche bisher unveröffentlichte Briefe, Dokumente und Fotos, die den Leser die damalige Zeit hautnah miterleben und nachvollziehen lassen.

Rezension
»Ihr Buch über 1968, die Entstehung der RAF und den Mythos Meinhof, liefert ein umfassendes, grundlegend neues Bild der damaligen Zeit und ihrer Auswirkungen.«
Portrait
Bettina Röhl wurde 1962 in Hamburg geboren, wo sie 1982 Abitur machte. 1986 begann sie neben ihrem Studium der Geschichte und Germanistik ihr Volontariat bei dem Zeitgeistmagazin TEMPO. Sie arbeitete unter anderem für Spiegel TV, Welt online, Cicero und Wirtschaftswoche und veröffentlichte zahlreiche Buchbeiträge. 2001 wurde sie mit ihren Veröffentlichungen zu Joschka Fischers Gewaltvergangenheit in stern und BILD bekannt. Nach „So macht Kommunismus Spaß“ ist „Die RAF hat euch lieb“ ihr zweites historisch-biographisches Buch über die linke Geschichte der Bundesrepublik.
… weiterlesen
eBook kaufen
eBook verschenken

Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 640 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 10.04.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783641210441
Verlag Heyne
Dateigröße 12464 KB
Verkaufsrang 16.685
eBook
18,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar
In der Cloud verfügbar
Per E-Mail verschenken i
eBook kaufen
eBook verschenken
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Buchhändler-Empfehlungen

Wollberg Nina-Verena, Thalia-Buchhandlung Heidelberg

68? Auch schon wieder 50 Jahre her! Ulrike Meinhofs Tochter blickt zurück auf Kindheit und Jugend nah an den Personen, die 68 und die Zeit danach prägten. Keine leichte Kost! 68? Auch schon wieder 50 Jahre her! Ulrike Meinhofs Tochter blickt zurück auf Kindheit und Jugend nah an den Personen, die 68 und die Zeit danach prägten. Keine leichte Kost!

„Eine Kindheit im Schatten der Geschichte“

Julia Joachimmeyer, Thalia-Buchhandlung Osnabrück

Aus der Perspektive der Meinhof Tochter wird die Geschichte der 68er anhand persönlicher Erfahrungen aufgearbeitet. Spannend und interessant gemacht, leider aber zu wenig objektiv. Aus der Perspektive der Meinhof Tochter wird die Geschichte der 68er anhand persönlicher Erfahrungen aufgearbeitet. Spannend und interessant gemacht, leider aber zu wenig objektiv.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
3
0
2
0
0

Entmythologisierung der Ulrike Meinhof, den 68ern und der RAF
von geheimerEichkater aus Essen am 01.05.2018
Bewertet: gebundene Ausgabe

Bettina Röhl, eine der 1962 geborenen Zwillingstöchter des Ehepaares Klaus Rainer Röhl ( Herausgeber des linken Blattes ?konkret?) und Ulrike Meinhof, beschreibt, wie sie als Kind in ihrer Familie und in ihrem Umfeld die Auswirkungen der 68 und Entstehung und Aktionen der RAF erlebte oder durch ein Puzzle vielfältiger... Bettina Röhl, eine der 1962 geborenen Zwillingstöchter des Ehepaares Klaus Rainer Röhl ( Herausgeber des linken Blattes ?konkret?) und Ulrike Meinhof, beschreibt, wie sie als Kind in ihrer Familie und in ihrem Umfeld die Auswirkungen der 68 und Entstehung und Aktionen der RAF erlebte oder durch ein Puzzle vielfältiger Textquellen zusammensetzte. Sie selbst gibt an, dass ihr kaum Fotos, Briefe oder andere Unterlagen geblieben waren und, dass sie vieles in diesem Buch Geschriebene anhand ihr ausgehändigter Anwaltsakten, Briefe und Dokumenten sowie selbst geführter Interviewas mit damals tätigen Anwälten und Weggefährten ihrer Eltern akribisch zusammengefügt hat, was auch durch die 439 angehängten Quellenangaben deutlich untermauert wird. Ihr Buch ist gegliedert in drei große Kapitel ( 1. Auf dem Höhepunkt von 68, 2. Die Entstehung der RAF, 3. Mythos Meinhof sowie zwei Essays. Bettina Röhl stimmt zunächst ein in die Zeit der 68er, in der Drogen und wilde Musik zu überbordernden Protestphantasien und politischer Selbsterhöhung geführt hätten. Sie beschreibt die dunklen Begleitumstände der Kulturrevulotionen, die als Vorbilder dienten und in Umerziehungslagern zu Massenvernichtung führten und deren Anstreben sie als Horrorvision empfindet. Energisch betont sie, dass man schon sehr naiv sein mußte, um dieses auszublenden und als Ideal anzustreben. Sie beschreibt die 60er Jahre als eine Zeit, in der Protest in Mode kam und man sich in den folgende Jahren immer mehr einfallen lassen mußte, um in den Protest-Charts plaziert zu sein, so wie beispielsweise Gudrun Enslin und Andreas Baader mit ihrem Kaufhausbrand. Wichtig ist der Autorin immer wieder an die Opfer solcher Anschläge und Tötungen zu erinnern, die ihrer Meinung nach leider viel zu wenig bis gar keine Beachtung in der Öffentlichkeit fanden, ganz im Gegensatz zu den ?Berufsrevolutionären?, denen ihrer Meinung nach von Beginn an viel zu viel durchgehen gelassen wurde. Im Alter von sechs Jahren liebte sie alles Bürgerliche, das ihre Mutter nun bekämpfte... Selbstverständlich handelt es sich um eine persönliche Darstellung der Zeit, die auch gleichzeitig ein Stück ihrer eigenen Biographie enthält. Sehr interessant fand ich unter anderem die von ihr beschriebenen Erziehungsstrategien und Maxime in ihrer frühen Kindheit, als sie mit ihrer Schwester und Mutter in Berlin lebte, beispielweise die Statements zu Kleidern, langen Haaren oder Vorkommnissen im Kinderladen, die Entführung nach Sizilien sowie die abgewendete Abschiebung in ein palästinensisches Waisenlager mit Waffenausbildung. Auch die ausführliche Korrespondenz der Ulrike Meinhof an ihre Anwälte und die einzelnen Briefe an ihre Kinder aus ihrer Haft heraus, ihre Gedanken und weiterentwickelten Pläne fand ich sehr aussagekräftig. Zu Beginn des Buches hatte ich den Eindruck, dass Bettina Röhl mit harter Wortwahl, viel Wut und Hass mit ihrer Mutter und ihren politischen Begleitern abrechnet und bei vielem hatte ich vorher einen anderen Eindruck. Doch mit der Zeit wurde der Ton ruhiger und sachlicher und ihr Bemühen, den Mythos Ulrike Meinhof, die ihrer Meinung und Darstellung nach zur Ikone und Märtyrerfigur der Linken stilisiert wurde, hat sie sehr ausführlich, reichlich belegt, klar dargestellt. Zudem war es ihr ein großes Bedürfnis mit ?selbst ausgedachten Fakten? anderer, um ihre Erlebnisse und Erinnerungen als Buch oder Film gewinnbringend zu veröffentlichen aufzuräumen und richtigzustellen. Insgesamt fand ich Bettina Röhls Analyse und Teilbiographie bis ins Jahr 1974 äußerst interessant und aufschlußreich und empfehle es unbedingt weiter.

DIE RAF HAT EUCH LIEB - Bettina Röhls sehr persönliche Abrechnung mit ihrer Mutter Ulrike Meinhof und dem Mythos 68
von j.h. aus Berlin am 19.04.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Bettina Röhl und ihre Zwillingsschwester Regine wurden 1962 als Kinder eines sehr außergewöhnlichen Ehepaares geboren: Klaus Rainer Röhl (*1928) war mit der linken Zeitschrift "konkret" zunehmend erfolgreich. Ulrike Meinhof (1934-1976) prägte die Zeitschrift als Kolumnistin wesentlich und kam nach der Scheidung von Röhl 1968 über die APO zur RAF... Bettina Röhl und ihre Zwillingsschwester Regine wurden 1962 als Kinder eines sehr außergewöhnlichen Ehepaares geboren: Klaus Rainer Röhl (*1928) war mit der linken Zeitschrift "konkret" zunehmend erfolgreich. Ulrike Meinhof (1934-1976) prägte die Zeitschrift als Kolumnistin wesentlich und kam nach der Scheidung von Röhl 1968 über die APO zur RAF - und als deren Mitbegründerin zu trauriger Berühmtheit, um die sich bis heute zahlreiche Legenden spinnen. Bereits 1996 begann die Journalistin Bettina Röhl mit Recherchen für das Buch - doch die Zeit schien noch nicht reif. Nach einem Entrüstungssturm bezüglich Veröffentlichungen über die Gewaltvergangenheit des grünen Säulenheiligen Fischer wurde 2001 der Buchvertrag gekündigt, und das Projekt blieb zunächst liegen. Im Herbst 2015 nahm Röhl die Arbeit wieder auf und legt gegliedert in 3 Teile eine ebenso außergewöhnliche wie bittere Familiengeschichte vor. Teil I (Auf dem Höhepunkt von 68) beschreibt markante Ereignisse aus der kurzen Zeit der die 68er-Bewegung prägenden Außerparlamentarischen Opposition (APO) mit dem Schwerpunkt West-Berlin. Teil II (Die Entstehung der RAF) zeichnet die Gründung der Rote Armee Fraktion (RAF) und die Radikalisierung ihrer Protagonisten sowie den Weg Ulrike Meinhofs in Radikalität und Illegalität nach. Ausführlich berichtet Röhl auch über die im Auftrag Ulrike Meinhofs ausgeführte Entführung der Zwillingsschwestern nach Sizilien. Teil III (Mythos Meinhof) beschäftigt sich mit der Haftzeit der Terroristin zwischen 1972 und 1974 sowie ihrer bis heute anhaltenden Verklärung als Opfer ihrer Zeit. Der aus den abgedruckten Dokumenten sichtbare radikale Fanatismus spricht da eine andere Sprache. Die letzten 2 Jahre vor dem Selbstmord 1976 werden nicht dokumentiert. Bettina Röhl zitiert zahlreiche Interviews mit Zeitzeugen und Briefe Meinhofs sowie ihrer Anwälte. Röhls eigener Kommentar ist - gut nachvollziehbar - fernab jeder Sympathie für ihre Mutter. Teil I ist eingebettet in einen zweiteiligen Essay Bettina Röhls über "Die beste Bundesrepublik aller Zeiten" und den "Triumph von 68": "Die geistige 68er-Heimat blieb also erhalten, und die Bewegung und das neue Bewusstsein wuchsen bis in jedes Dorf von der Flensburger Förde bis nach Bayern. Irgendwann in den Achtzigerjahren mündeten die 68er Ideen und die Personen aus den vielen linksbewegten Gruppierungen in die grüne Partei, strömten auch in die SPD und zu den Jusos. 1998 wurden die 68er mit Gerhard Schröder, Otto Schily und Joschka Fischer Bundesregierung, und dies so lange, bis Angela Merkel sich 2005 an die Spitze der Bewegung setzte und heute die Ziele der 68er und der Grünen umsetzt. 50 Jahre 68er-Ideologie, 50 Jahre 68-er-Sieg in Permanenz. 68 ist also eine Siegerideologie, die für jedermann in allen Lebensbereichen die richtige Antwort auf jede Frage weiß, sozusagen die verpopte Variante des wissenschaftlichen Sozialismus." (S. 254) Zuvor beklagt Röhl - durchaus zu Recht, dass die Geschichte der 68er-Bewegung - deren 50. Jahrestag gerade ansteht - nahezu ausschließlich von deren Protagonisten und Sympathisanten geschrieben wurde. Wie so oft liegt die Wahrheit wohl irgendwo in der Mitte, denn Röhls Verklärung von Adenauers muffiger und von nahezu unglaublichen personellen Altlasten getragener Bundesrepublik ist mit dem heutigen Wissensstand schwerlich zu teilen - ebenso wenig die komplette Desavouierung der durch 68 ausgelösten gesellschaftlichen Veränderungen. Doch die gelegentliche Verklärung all dieser Ereignisse - eingebettet in eine mitunter nahezu von Sympathie und Verständnis getragenen Beschreibung der RAF-Geschichte - ist ebenso kaum angebracht - auch wenn das Wort Terrorismus seit 2001 eine völlig neue Bedeutung bekam. Das im HEYNE-Verlag erschienene Buch ist ein trotz seiner Subjektivität hoch interessanter Beitrag zur jüngeren deutschen Zeitgeschichte!