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Kaltenbruch

Roman

(26)
Ein spannender und atmosphärischer Roman über die Spuren, die Chaos und Leid bei den vom Krieg Traumatisierten hinterlassen haben, von der Autorin Michaela Küpper. Ein Roman, der auf beklemmende Weise die Nachkriegsjahre heraufbeschwört, Für die Leser von Brigitte Glaser und Mechtild Borrmann.
Frühsommer 1954: Eine vorlaute Bemerkung über die braune Vergangenheit seines Chefs bereitet Kommissar Peter Hoffmanns Traum von einer Karriere bei der Düsseldorfer Kripo ein Ende. Er wird in die rheinische Provinz versetzt, die er so schnell wie möglich wieder verlassen will.
Da geschieht in dem Provinznest Kaltenbruch ein Mord, der die Gemüter der Menschen bewegt. Gemeinsam mit seiner Mitarbeiterin Lisbeth Pfau macht sich Hoffmann auf die Suche nach dem Täter – und stellt fest, dass die Wunden, die der Krieg geschlagen hat, noch lange nicht verheilt sind, sondern auch in der jüngeren Generation nachwirken. Hoffmann und Pfau stoßen bei ihren Ermittlungen auf erschütternde Entdeckungen ...
Rezension
"Spannend bis zur letzten Seite und von hoher literarischer Qualität, die auf einen weiteren Roman dieser Autorin hoffen läßt."
versalia.de (Winfried Stanzick), 18.04.2018
Portrait

Michaela Küpper wurde im niederrheinischen Alpen geboren und ist in Bonn aufgewachsen. In Marburg studierte sie Soziologie, Psychologie, Politik und Pädagogik. Dann zog es sie zurück ins Rheinland, wo sie nach einem Volontariat viele Jahre lang als Projektmanagerin in einem Verlag tätig war.

Heute arbeitet sie als freie Autorin, Redakteurin und Illustratorin.

In zahlreichen Lesungen konnte sie bereits solo wie auch neben Ingrid Noll, Sabine Deitmer, Gisa Klönne und vielen weiteren renommierten Autorinnen und Autoren überzeugen.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 368 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 26.02.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783426451014
Verlag Droemer eBook
Dateigröße 770 KB
Verkaufsrang 28.179
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

„Alte Seilschaften“

Susanne Gey, Thalia-Buchhandlung Hürth

Frühjahr 1954 : Peter Hoffmann muss , nach einer Bemerkung über die " braune Vergangenheit " seines Chefs, seine Karriereträume beenden.
In die Provinz abgeschoben, soll er einen Mord in dem kleinen Nest Kaltenbruch aufklären. Nicht ganz einfach, denn auch hier gibt es sie noch : Täter und Opfer aus der Nazi-Zeit, alte Seilschaften und der verzweifelte Kampf um eine bessere Zeit.
Dichte Atmosphäre, spannende und glaubhafte Handlung - ein solider Krimi mit Aussage.
Lesefutter !!
Frühjahr 1954 : Peter Hoffmann muss , nach einer Bemerkung über die " braune Vergangenheit " seines Chefs, seine Karriereträume beenden.
In die Provinz abgeschoben, soll er einen Mord in dem kleinen Nest Kaltenbruch aufklären. Nicht ganz einfach, denn auch hier gibt es sie noch : Täter und Opfer aus der Nazi-Zeit, alte Seilschaften und der verzweifelte Kampf um eine bessere Zeit.
Dichte Atmosphäre, spannende und glaubhafte Handlung - ein solider Krimi mit Aussage.
Lesefutter !!

„1954 in Deutschland“

Beate Mildenberger, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Kaltenbruch 1954 - eine kleines Dorf im Nachkriegsdeutschland.
Verpackt in eine Mordermittlung erzählen die Dorfbewohner
über ihre Kriegstraumata, Wünsche, Hoffnungen und Zukunftsträume.
Für Leser von M.Borrmann und Ch. Roth bestens geeignet.
Kaltenbruch 1954 - eine kleines Dorf im Nachkriegsdeutschland.
Verpackt in eine Mordermittlung erzählen die Dorfbewohner
über ihre Kriegstraumata, Wünsche, Hoffnungen und Zukunftsträume.
Für Leser von M.Borrmann und Ch. Roth bestens geeignet.

„Mord in Kaltenbruch“

Andrea Kowalleck, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Ein unterhaltsamer, spannender Mix aus Familiendrama und Kriminalroman, in dem sich die Bewohner des kleinen Dorfes Kaltenbruch den Auswirkungen des Krieges stellen und versuchen, ihr Leben neu zu gestalten. Sie versuchen, in diesen nicht einfachen Zeiten miteinander klarzukommen und zusammenzuhalten, bis zwei Morde geschehen und alles verändern... Michaela Küpper schreibt aus verschiedenen Perspektiven der Dorfbewohner, gibt tiefe Einblicke in deren Gefühlswelt und macht daher diese Geschichte interessant und lesenswert. Ein unterhaltsamer, spannender Mix aus Familiendrama und Kriminalroman, in dem sich die Bewohner des kleinen Dorfes Kaltenbruch den Auswirkungen des Krieges stellen und versuchen, ihr Leben neu zu gestalten. Sie versuchen, in diesen nicht einfachen Zeiten miteinander klarzukommen und zusammenzuhalten, bis zwei Morde geschehen und alles verändern... Michaela Küpper schreibt aus verschiedenen Perspektiven der Dorfbewohner, gibt tiefe Einblicke in deren Gefühlswelt und macht daher diese Geschichte interessant und lesenswert.

Katalin Kocsis, Thalia-Buchhandlung Neubrandenburg

Ein gelungender Blick in die Nachkriegszeit mit beklemmenten Rückblenden in die jeweiligen Schicksale der handelnden Charaktere. Alles sehr gut in einem Kriminalfall verpackt. Ein gelungender Blick in die Nachkriegszeit mit beklemmenten Rückblenden in die jeweiligen Schicksale der handelnden Charaktere. Alles sehr gut in einem Kriminalfall verpackt.

Sabine Hasler, Thalia-Buchhandlung Korbach

Ein Mordfall in einem kleinen rheinländischen Dorf wirft die Frage auf, wie weit die Folgen der Kriegszeit das Denken und Handeln selbst die nächste Generation beeinflusst. Ein Mordfall in einem kleinen rheinländischen Dorf wirft die Frage auf, wie weit die Folgen der Kriegszeit das Denken und Handeln selbst die nächste Generation beeinflusst.

„Sehr lesenswert!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Ungeheuer spannend und ungemein bedrückend wird dieser Mordfall in einem Dorf am Rhein erzählt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wird viel unter den berühmten Teppich gekehrt. Sehr spannend!!! Ungeheuer spannend und ungemein bedrückend wird dieser Mordfall in einem Dorf am Rhein erzählt. Kurz nach dem Zweiten Weltkrieg wird viel unter den berühmten Teppich gekehrt. Sehr spannend!!!

„Viel mehr als nur ein Kriminalroman!“

Ulrike Kaiser, Thalia-Buchhandlung Mülheim Rhein-Ruhr-Zentrum

1954 im Nachkriegsdeutschland: Es geht um einen Mordfall, aber vor allem geht es um die verschiedenen Menschen, ihre Schicksale und Träume im Dörfchen Kaltenbruch.
Aus verschiedenen Perspektiven erzählen sie von einem Mord, der Suche nach dem Täter und den Verstrickungen der Personen untereinander.
Spannend, überraschend, mitunter sogar heiter und tragisch!
1954 im Nachkriegsdeutschland: Es geht um einen Mordfall, aber vor allem geht es um die verschiedenen Menschen, ihre Schicksale und Träume im Dörfchen Kaltenbruch.
Aus verschiedenen Perspektiven erzählen sie von einem Mord, der Suche nach dem Täter und den Verstrickungen der Personen untereinander.
Spannend, überraschend, mitunter sogar heiter und tragisch!

„gelungener Mix...“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Spannend zu lesen ist diese Mischung aus Familiengeschichte und Nachkriegsgeschehen inklusive Lokalkolorit und spießiger Atmosphäre der 50iger Jahre ! Und von Kommissar Peter Hoffmann würde ich gern noch mehr erfahren..
Spannend zu lesen ist diese Mischung aus Familiengeschichte und Nachkriegsgeschehen inklusive Lokalkolorit und spießiger Atmosphäre der 50iger Jahre ! Und von Kommissar Peter Hoffmann würde ich gern noch mehr erfahren..

„Gelungener Mix aus Familiengeschichte und Krimi“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Kaltenbruch ist der etwas andere Krimi oder die etwas andere Familiengeschichte, je nach Perspektive - aber immer spannend und interessant zu lesen. Das besondere an diesem Buch sind die wunderbar skizzierten Charaktere, die genau in die Zeit des Nachkriegsdeutschland passen, das nicht für jeden ein Wirtschaftswunder bringt. Der damalige Zeitgeist wird wunderbar lebendig gemacht. Freunde von Charlotte Roth und Lilli Beck werden es mögen. Kaltenbruch ist der etwas andere Krimi oder die etwas andere Familiengeschichte, je nach Perspektive - aber immer spannend und interessant zu lesen. Das besondere an diesem Buch sind die wunderbar skizzierten Charaktere, die genau in die Zeit des Nachkriegsdeutschland passen, das nicht für jeden ein Wirtschaftswunder bringt. Der damalige Zeitgeist wird wunderbar lebendig gemacht. Freunde von Charlotte Roth und Lilli Beck werden es mögen.

„Eine neue Zeit - geprägt noch von der alten....“

Matthias Kesper, Thalia-Buchhandlung Paderborn

Kaltenbruch, ein kleines Dorf, irgendwo zwischen Bonn und Köln, Frühjahr 1954, Deutschland ist auf dem Weg in`s Wirtschaftswunder, aber es ist ein langer Weg aus Deutschlands dunkelster Zeit in die Normalität.

An einem Erdbeerverkaufsstand wird der jüngere Sohn eines Großbauern erschlagen aufgefunden, ein weiterer Mord, ausgerechnet amTatverdächtigen Nummer Eins, findet kurz darauf statt.
Es ermitteln: Der örtliche Polizist, Kröger, und ein Kommissar, strafversetzt aus Düsseldorf, Hoffmann. Und es zeigt sich, das die dörfliche Idylle keine wahre ist...

So weit, so gut. Was den Reiz dieses Buches ausmacht, ist aber vor allem, daß es der Autorin perfekt gelingt, eine ganze, vergangene, Zeit lebendig werden zu lassen!
Erzählt wird aus mehreren Blickwinkeln, der eigentliche Kriminalfall tritt in den Hintergrund, die einzelnen Hauptfiguren und ihre persönlichen Geschichten sind das eigentlich spannende, egal, ob es sich um Vertriebene, die in Kaltenbruch zwangseinquartiert wurden, handelt, oder um einen der Kriegsgewinnler der gerade vergangenen Zeit, ob um einen Polizisten mit psychischen Kriegsschäden, oder einfach um den Dorfschläger, das zutiefst menschliche ist grandios geschildert. Zusätzlich gelingt es der Autorin, den Sprachduktus der 50er Jahre ebenso auferstehen zu lassen, wie die Spießigkeit dieser Zeit auf der einen Seite, und die Aufbruchsstimmung auf der anderen...

Beste Unterhaltung, spannend, kenntnisreich und empfehlenswert!

"Liebchen, diese Dinge hängt man heute nicht mehr gern an die große Glocke. Es muss ja irgendwie weitergehen, und wir können nicht bei Null anfangen, nicht wahr? Also, Schwamm drüber. Halten wir den Deckel zu..."


Kaltenbruch, ein kleines Dorf, irgendwo zwischen Bonn und Köln, Frühjahr 1954, Deutschland ist auf dem Weg in`s Wirtschaftswunder, aber es ist ein langer Weg aus Deutschlands dunkelster Zeit in die Normalität.

An einem Erdbeerverkaufsstand wird der jüngere Sohn eines Großbauern erschlagen aufgefunden, ein weiterer Mord, ausgerechnet amTatverdächtigen Nummer Eins, findet kurz darauf statt.
Es ermitteln: Der örtliche Polizist, Kröger, und ein Kommissar, strafversetzt aus Düsseldorf, Hoffmann. Und es zeigt sich, das die dörfliche Idylle keine wahre ist...

So weit, so gut. Was den Reiz dieses Buches ausmacht, ist aber vor allem, daß es der Autorin perfekt gelingt, eine ganze, vergangene, Zeit lebendig werden zu lassen!
Erzählt wird aus mehreren Blickwinkeln, der eigentliche Kriminalfall tritt in den Hintergrund, die einzelnen Hauptfiguren und ihre persönlichen Geschichten sind das eigentlich spannende, egal, ob es sich um Vertriebene, die in Kaltenbruch zwangseinquartiert wurden, handelt, oder um einen der Kriegsgewinnler der gerade vergangenen Zeit, ob um einen Polizisten mit psychischen Kriegsschäden, oder einfach um den Dorfschläger, das zutiefst menschliche ist grandios geschildert. Zusätzlich gelingt es der Autorin, den Sprachduktus der 50er Jahre ebenso auferstehen zu lassen, wie die Spießigkeit dieser Zeit auf der einen Seite, und die Aufbruchsstimmung auf der anderen...

Beste Unterhaltung, spannend, kenntnisreich und empfehlenswert!

"Liebchen, diese Dinge hängt man heute nicht mehr gern an die große Glocke. Es muss ja irgendwie weitergehen, und wir können nicht bei Null anfangen, nicht wahr? Also, Schwamm drüber. Halten wir den Deckel zu..."


„Ein Dorfleben mit Fehlern“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Auf dieses Buch bin ich neugierig geworden, weil der Verlag es direkt mit dem Buch „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann vergleicht, welches ich vor Kurzem gelesen und für sehr gut befunden habe. Die Autorin Michaela Küpper kannte ich bisher noch nicht, allerdings hat sie durchaus schon einige Krimis geschrieben, die im Gmeiner Verlag erschienen sind.

Kaltenbruch ist ein fiktives Dorf in der rheinischen Provinz. Dort leben, wie zu der Zeit wahrscheinlich überall in Deutschland, Einheimische und Vertriebene aus dem Osten mehr oder weniger friedlich zusammen. 1954 gibt es schon einen gewissen Wohlstand, aber noch nicht für alle. Michaela Küpper beginnt ihren Roman nicht direkt mit dem Mord, sondern sie stellt uns nach und nach die wichtigen Personen ihres Romans vor:

- Marlene, eine junge Frau, die bei dem Bauern Leitner untergekommen ist. Sie hat ihre ganz eigene traurige Geschichte, die ihren Ursprung in Köln hat.
- Die Bauernfamilie Leitner, bestehend aus dem alten Bauern und seinen Söhnen Martin und Heiner, sowie noch zwei weiteren Kindern.
- Dana, die beste Freundin von Marlene, eine ebenfalls junge Frau, die ursprünglich aus Breslau stammt und mit ihrer Mutter Gertrude ebenfalls auf dem Leitner-Hof lebt.
- Berta Kaminski, ihre Söhne Wolfgang und Rudi, sowie einigen Töchtern, Flüchtlinge aus Schlesien, die noch in einer Notunterkunft wohnen.
- Hans Gruber, ein langjähriger Hilfsarbeiter der Firma Schlüters Bürsten und Besen, der durch sein Alkoholproblem grad in Teufels Küche kommt.
- Kommissar Peter Hoffmann, der ermittelnde Kommissar, der den Menschen in Kaltenbruch sehr arrogant gegenübertritt.
- Lisbeth Pfau, eine junge Frau, die gerade ihre Stelle als Schreibkraft bei Kommissar Hoffmann angefangen hat.
- Polizeimeister Kröger, der Polizist vor Ort.

Wir lernen zuerst die jungen Leute kennen. Und dann passiert der Mord. Kommissar Hoffmann, der leider seinem Chef auf die Füße getreten ist, wird zur Aufklärung nach Kaltenbruch geschickt. Ein Hochwasser sorgt dafür, dass er direkt vor Ort bleiben muss. Eigentlich ist ihm von vorne herein klar, wer der Mörder ist. Er ermittelt nur in diese eine Richtung. Doch dann muss er feststellen, dass es so, wie er es sich vorgestellt hat, nicht sein kann. Und dann passiert ein zweiter Mord.

Für mich ist diese Geschichte kein klassischer Krimi, auch wenn es einen Kommissar gibt, der ermittelt. Michaela Küpper wechselt in fast jedem Kapitel, die Person, von der sie erzählt. Und so erfahren wir peu á peu, welche Geschichte die einzelnen Menschen haben, und wie sie zu einander stehen. Es sind z.T. sehr traurige Geschichten, die die Menschen während des 2. Weltkriegs traumatisiert haben. Aber so etwas wurde zu dieser Zeit einfach nicht thematisiert. Die Menschen haben versucht es zu vergessen und einfach weitergemacht, so gut es ging. Doch manchmal ging es halt nicht gut, so wie man in diesem Roman erkennen kann. Es gibt immer wieder Spannungen zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen. Und nicht jeder, der bei den Brauen aktiv mitgemacht hat, hat seine Strafe bekommen. Mich hat die Geschichte gefesselt und ich habe lange gebraucht, bis ich wirklich wusste, wer den Mord begangen hat und warum. Gerade diese immer wieder unterschiedlichen Blickrichtungen haben für mich den Reiz des Romans ausgemacht. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es uns heute in Deutschland so gut geht, wenn man bedenkt, wie viele Menschen ihre seelischen Verwundungen aus der Zeit des 3. Reichs, des 2. Weltkriegs, der Flucht und des schwierigen Neubeginns nie wirklich therapiert haben.
Auf dieses Buch bin ich neugierig geworden, weil der Verlag es direkt mit dem Buch „Trümmerkind“ von Mechthild Borrmann vergleicht, welches ich vor Kurzem gelesen und für sehr gut befunden habe. Die Autorin Michaela Küpper kannte ich bisher noch nicht, allerdings hat sie durchaus schon einige Krimis geschrieben, die im Gmeiner Verlag erschienen sind.

Kaltenbruch ist ein fiktives Dorf in der rheinischen Provinz. Dort leben, wie zu der Zeit wahrscheinlich überall in Deutschland, Einheimische und Vertriebene aus dem Osten mehr oder weniger friedlich zusammen. 1954 gibt es schon einen gewissen Wohlstand, aber noch nicht für alle. Michaela Küpper beginnt ihren Roman nicht direkt mit dem Mord, sondern sie stellt uns nach und nach die wichtigen Personen ihres Romans vor:

- Marlene, eine junge Frau, die bei dem Bauern Leitner untergekommen ist. Sie hat ihre ganz eigene traurige Geschichte, die ihren Ursprung in Köln hat.
- Die Bauernfamilie Leitner, bestehend aus dem alten Bauern und seinen Söhnen Martin und Heiner, sowie noch zwei weiteren Kindern.
- Dana, die beste Freundin von Marlene, eine ebenfalls junge Frau, die ursprünglich aus Breslau stammt und mit ihrer Mutter Gertrude ebenfalls auf dem Leitner-Hof lebt.
- Berta Kaminski, ihre Söhne Wolfgang und Rudi, sowie einigen Töchtern, Flüchtlinge aus Schlesien, die noch in einer Notunterkunft wohnen.
- Hans Gruber, ein langjähriger Hilfsarbeiter der Firma Schlüters Bürsten und Besen, der durch sein Alkoholproblem grad in Teufels Küche kommt.
- Kommissar Peter Hoffmann, der ermittelnde Kommissar, der den Menschen in Kaltenbruch sehr arrogant gegenübertritt.
- Lisbeth Pfau, eine junge Frau, die gerade ihre Stelle als Schreibkraft bei Kommissar Hoffmann angefangen hat.
- Polizeimeister Kröger, der Polizist vor Ort.

Wir lernen zuerst die jungen Leute kennen. Und dann passiert der Mord. Kommissar Hoffmann, der leider seinem Chef auf die Füße getreten ist, wird zur Aufklärung nach Kaltenbruch geschickt. Ein Hochwasser sorgt dafür, dass er direkt vor Ort bleiben muss. Eigentlich ist ihm von vorne herein klar, wer der Mörder ist. Er ermittelt nur in diese eine Richtung. Doch dann muss er feststellen, dass es so, wie er es sich vorgestellt hat, nicht sein kann. Und dann passiert ein zweiter Mord.

Für mich ist diese Geschichte kein klassischer Krimi, auch wenn es einen Kommissar gibt, der ermittelt. Michaela Küpper wechselt in fast jedem Kapitel, die Person, von der sie erzählt. Und so erfahren wir peu á peu, welche Geschichte die einzelnen Menschen haben, und wie sie zu einander stehen. Es sind z.T. sehr traurige Geschichten, die die Menschen während des 2. Weltkriegs traumatisiert haben. Aber so etwas wurde zu dieser Zeit einfach nicht thematisiert. Die Menschen haben versucht es zu vergessen und einfach weitergemacht, so gut es ging. Doch manchmal ging es halt nicht gut, so wie man in diesem Roman erkennen kann. Es gibt immer wieder Spannungen zwischen den Einheimischen und den Flüchtlingen. Und nicht jeder, der bei den Brauen aktiv mitgemacht hat, hat seine Strafe bekommen. Mich hat die Geschichte gefesselt und ich habe lange gebraucht, bis ich wirklich wusste, wer den Mord begangen hat und warum. Gerade diese immer wieder unterschiedlichen Blickrichtungen haben für mich den Reiz des Romans ausgemacht. Ich bin immer wieder erstaunt, dass es uns heute in Deutschland so gut geht, wenn man bedenkt, wie viele Menschen ihre seelischen Verwundungen aus der Zeit des 3. Reichs, des 2. Weltkriegs, der Flucht und des schwierigen Neubeginns nie wirklich therapiert haben.

Eva-Maria Brinks, Thalia-Buchhandlung Mülheim an der Ruhr

Spannender und unterhaltsamer Roman, der im (Provinz) Deutschland der 50er Jahre spielt. Für Leser von M.Borrmann und B.Glaser. Spannender und unterhaltsamer Roman, der im (Provinz) Deutschland der 50er Jahre spielt. Für Leser von M.Borrmann und B.Glaser.

Ingeborg Hense, Thalia-Buchhandlung Soest

Eine gelungene Mischung aus Krimi und Roman im Nachkriegsdeutschland. Aktuell auch wegen des Umgangs mit Flüchtlingen. Für alle Fans von Mechtild Biermann. Eine gelungene Mischung aus Krimi und Roman im Nachkriegsdeutschland. Aktuell auch wegen des Umgangs mit Flüchtlingen. Für alle Fans von Mechtild Biermann.

„Dörfliche Idylle mit großem Fehler“

Stefanie Willaredt, Thalia-Buchhandlung Bonn

In Kaltenbruch, einem Dorf irgendwo in der Nähe Kölns, wird der Sohn des Grossbauern Leitner erschlagen aufgefunden. Auch der Schuldige ist vermeintlich schnell ausgemacht. Doch je mehr Kommissar Schumann in das Geflecht der Dörfler eindringt, desto undurchsichtiger wird der Fall. Hochaktuell ist dabei der Umgang der Gemeinde mit den damaligen Flüchtlinge aus Ostpreußen. Ein gut lesbares Buch, manchmal ein bissel langatmig, im Großen und Ganzen aber solide Unterhaltung. In Kaltenbruch, einem Dorf irgendwo in der Nähe Kölns, wird der Sohn des Grossbauern Leitner erschlagen aufgefunden. Auch der Schuldige ist vermeintlich schnell ausgemacht. Doch je mehr Kommissar Schumann in das Geflecht der Dörfler eindringt, desto undurchsichtiger wird der Fall. Hochaktuell ist dabei der Umgang der Gemeinde mit den damaligen Flüchtlinge aus Ostpreußen. Ein gut lesbares Buch, manchmal ein bissel langatmig, im Großen und Ganzen aber solide Unterhaltung.

Hannelore Wolter, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Für alle Leser von spannenden Familiengeschichten im Nachkriegsdeutschland. Nicht alle haben Glück im Wirtschaftswunderland. Es gibt Gewinner und Verlierer. Für alle Leser von spannenden Familiengeschichten im Nachkriegsdeutschland. Nicht alle haben Glück im Wirtschaftswunderland. Es gibt Gewinner und Verlierer.

Melanie Winkler, Thalia-Buchhandlung Norderstedt

Großartig! Eine Mischung aus D. Hansen und M. Borrmann. Der Krimitouch wertet den Roman noch auf. Hauptsächlich geht es um den Mief der 50er und den bitteren Nachhall der NS-Zeit. Großartig! Eine Mischung aus D. Hansen und M. Borrmann. Der Krimitouch wertet den Roman noch auf. Hauptsächlich geht es um den Mief der 50er und den bitteren Nachhall der NS-Zeit.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
26 Bewertungen
Übersicht
19
5
2
0
0

Spannender historischer Kriminalroman mit einem überzeugenden Portrait einer zerrissenen Generation
von ech am 23.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

In diesem Roman führt uns die Autorin Michaela Küpper zurück in das Jahr 1954 und dort in den fiktiven Ort Kaltenbruch mitten in der rheinischen Provinz. Hierhin verschlägt es den Polizisten Peter Hoffmann und seine neue Mitarbeiterin Lisbeth Pfau. Im Zuge einer Mordermittlung stoßen die beiden in Kaltenbruch auf... In diesem Roman führt uns die Autorin Michaela Küpper zurück in das Jahr 1954 und dort in den fiktiven Ort Kaltenbruch mitten in der rheinischen Provinz. Hierhin verschlägt es den Polizisten Peter Hoffmann und seine neue Mitarbeiterin Lisbeth Pfau. Im Zuge einer Mordermittlung stoßen die beiden in Kaltenbruch auf eine Dorfgemeinschaft, bei der es unter der Oberfläche mächtig brodelt und die Spuren des Krieges noch lange nicht verheilt sind. Vordergründig erzäht die Autorin ihre Geschichte in Form eines Kriminalromanes und lässt uns hautnah an den Ermittlungen in dem Mordfall, der am Ende nach ein paar überraschenden Wendungen auch schlüssig aufgeklärt wird, teilhaben. Einen mindestens genauso großen Raum nehmen hier aber die persönlichen Schicksale der einzelnen Dorfbewohner ein, die alle noch ihre tiefen Wunden aus den Kriegsjahren mit sich herumtragen und ihre inneren Dämonen aus dieser Zeit mehr oder weniger erfolgreich bekämpfen. Auch der Ermittler Peter Hoffmann verbirgt dabei noch den einen oder anderen dunklen Punkt aus seiner Vergangenheit. Nach und nach werden diese Schatten der Vergangenheit sichtbar und liefern am Ende ein überzeugendes und zugleich erschütterndes Gesamtbild einer zerrissenen Generation. Der Schreibstil ist ungemein packend, die Charaktere sind durchgehend glaubwürdig und vielfältig gezeichnet, weisen eine große Tiefe auf und sind zudem wunderbar aufeinander abgestimmt. Ein Buch, das mich auf ganzer Linie überzeugen konnte, nach dem Lesen noch lange nachhallt und weit mehr ist als nur ein historischer Kriminalroman.

Sehr atmosphärisch
von Books and Family am 16.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Was mir ausgesprochen gut an Kaltenbruch gefällt ist, wie die Autorin mal von dem einen und mal von dem anderen Protagonisten redet. Sie springt so auch in den Zeiten hin und her und ermöglicht es dem Leser sehr tief in die Geschichte, aber auch in die Hintergründe der Figuren... Was mir ausgesprochen gut an Kaltenbruch gefällt ist, wie die Autorin mal von dem einen und mal von dem anderen Protagonisten redet. Sie springt so auch in den Zeiten hin und her und ermöglicht es dem Leser sehr tief in die Geschichte, aber auch in die Hintergründe der Figuren Platz zu finden. Während eines jeden Kapitels wird eine andere Person in den Fokus gestellt. Der auktoriale Erzähler ist hierfür eine ausgezeichnete Wahl. So ist man überall gleichermaßen zur Stelle und bekommt eine größere Masse an Informationen. Diese kann man schließlich puzzleartig zusammensetzen. Insbesondere die Sprünge in die Vergangenheit ? die Kriegszeit, hat mir Gänsehaut beschert. Ich konnte es kaum erwarten, das endlich wieder die Sprache auf Marlene kam, damit ich mit dieser zusammen in die Vergangenheit reisen und miterleben konnte, was ihr und ihrer Mutter einst geschah. Diese Informationen hatten es in sich. Gefühlt saß ich mit ihnen im Bunker als der Fliegeralarm los ging. Gefühlt habe ich mitbekommen, wie die Bomben einschlugen. Marlene lag mir sehr am Herzen. Mit ihr konnte ich mich am besten identifizieren. Was die Vergangenheit an Spannung und Emotionen bot, wurde leider in der Gegenwart eingespart. [...] ?Kaltenbruch? beginnt sehr spannend und ist die gesamte Zeit über sehr atmosphärisch. Besonders die Reisen in die Vergangenheit waren durch große Spannung und ein enormes Maß an Emotionen geprägt. Diese haben mir im Laufe der Geschichte, ganz speziell in der Gegenwart gefehlt. Erst zum Ende hin ist von der Spannung wieder etwas zu sehen und das Tempo steigt erneut an. Das Ende der Geschichte hat mich echt umgehauen!

Ein Krimi mit Tiefgang
von einer Kundin/einem Kunden aus Brunsbüttel am 13.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Kaltenbruch, ein fiktiver kleiner Ort in Deutschland in den 50er Jahren. Heini, der jüngste Sohn eines Bauern wird ermordet. Hoffmann, ein Kommissar aus der Stadt, wird dorthin beordert, um den Täter ausfindig zu machen. Er wurde versetzt, weil er einen Witz über die Nazi-Vergangenheit seines Vorgesetzten gemacht hatte. Es... Kaltenbruch, ein fiktiver kleiner Ort in Deutschland in den 50er Jahren. Heini, der jüngste Sohn eines Bauern wird ermordet. Hoffmann, ein Kommissar aus der Stadt, wird dorthin beordert, um den Täter ausfindig zu machen. Er wurde versetzt, weil er einen Witz über die Nazi-Vergangenheit seines Vorgesetzten gemacht hatte. Es gibt mehrere verdächtige Personen, und bis zum Schluss bleibt der Mörder im Dunkeln. Mit Hoffman reist auch Lisbeth an, die für die Schreibarbeiten eingestellt wurde. Wie zu der Zeit üblich, leben dort auch Vertriebene aus dem Osten unter ärmlichen Verhältnissen und mit den Stigmata der Heimatlosen. Was so wirkt wie ein Krimi, so ist dieser Roman doch wesentlich mehr. Er zeigt auch die Probleme auf, mit denen die Menschen gleich nach dem Krieg zu kämpfen hatten. Und das waren nicht wenige. Die schlimmste Zeit war vorbei, doch es blieben Traumata, Existenzängste, Leid und Skepsis. Hier verknüpft die Autorin geschickt den Mord mit den Gegebenheiten der Nachkriegszeit. Die Personen sind differenziert dargestellt und wirken sehr glaubwürdig. Ich konnte mich gut in sie hineinversetzen. Die Darstellung der Kriegserlebnisse ist eingebettet in die Handlungen und ohne Effekthascherei, dabei doch Teil der Personen. Auch der Schreibstil hat mir ausgesprochen gut gefallen. Man gleitet förmlich durch die Zeilen und die Geschehnisse - die Autorin weiß mit ihren Worten zu fesseln. Das Geschehen der damaligen Zeit kommt sehr authentisch rüber. Es gibt heutzutage ja immer weniger Zeitzeugen, viele der Generation sind schon gestorben. Und somit können wir heute oft nur auf das geschriebene Wort zurück greifen, um uns zu informieren und auch, um die Zeit am Leben zu halten, denn sie sollte uns (eigentlich) eine große Lehre gewesen sein. Es handelt sich hier um einen rundherum gelungenen Krimi, dessen Handlung gekonnt eingebettet ist in die Zeit des Umbruchs. Ein Highlight für mich und so kann ich eine klare Leseempfehlung aussprechen und gebe wohlverdiente 5 Sterne. Ich bin gespannt und hoffe, dass wir bald noch mehr hören von Hoffmann und Fräulein Pfau!