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Fix & fertig

Der Achtsamkeitsguide für Geräderte

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Der Achtsamkeits-Ratgeber von der Comedian Ruby Wax für alle Gestressten, die eine Atempause brauchen.

Ausgepowert, antriebslos, fix und fertig – vor 500 Jahren waren uns solche Gefühlszustände noch fremd, heute bestimmen sie den Alltag. Wir alle sind „gerädert“. Bestsellerautorin Ruby Wax weiß, was es bedeutet, Depressionen und Stress bewältigen zu müssen. Doch sie kennt die Lösung dieser modernen Problematik: Achtsamkeit.
Mit Witz und Charme erklärt sie in ihrem Ratgeber, dass Achtsamkeit nicht bedeutet, dass man sein Geschirr begrüßen muss, bevor man es abwäscht, oder lernen soll, seine Seife zu lieben, bevor man sie benutzt. Achtsamkeit bedeutet, Stress und Druck zu reduzieren, indem wir Kleinigkeiten in unserem Alltag verändern und Gefühle und Gedanken wirklich wahrnehmen. Selbst für Depressionen oder Burn-Out kann Achtsamkeit die Lösung oder zumindest eine Hilfe sein.
Ein Sechs-Wochen-Kurs mit Achtsamkeits-Übungen führt Schritt für Schritt zu mehr Ruhe und Entspannung. Außerdem gibt Ruby Wax wertvolle Ratschläge, wie wir Achtsamkeit in alle Bereiche unseres Lebens einfließen lassen können: Arbeit, Beziehungen oder Erziehung.

Für alle, die außer Stress nichts zu verlieren haben.
Rezension
"Alle, die sich häufig 'fix und fertig' fühlen. Hier gibt es humorvolles Hinschauen - vor dem Burnout."
Bonifatiusbote, 17.06.2018
Portrait

Ruby Wax ist eine bekannte Comedian, erfolgreiche TV-Persönlichkeit und Bestsellerautorin mit britischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft. An der Oxford University absolvierte sie einen Master in Achtsamkeitsbasierter Kognitiver Psychotherapie und 2015 wurde ihr die Auszeichnung OBE (Officer of the Most Excellent Order of the British Empire) für ihre Dienste im Bereich der Psychischen Gesundheit verliehen.

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 304 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 01.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783426451786
Verlag Knaur MensSana eBook
Dateigröße 1384 KB
Übersetzer Gerd Bausch
Verkaufsrang 53.083
eBook
10,99
inkl. gesetzl. MwSt.
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"Wir hätten bei Vanille bleiben sollen"
von Dr. M. am 12.07.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Man steht in der Eisdiele und ist gerade dran. Vorher war die Sicht versperrt, und man konnte das Angebot nicht sehen. Und nun muss man blitzschnell eine Entscheidung zwischen gefühlt dreißig Möglichkeiten treffen. Das stresst, obwohl wir doch gerade entspannen wollten. Was hier völlig harmlos ist, führt auf ein... Man steht in der Eisdiele und ist gerade dran. Vorher war die Sicht versperrt, und man konnte das Angebot nicht sehen. Und nun muss man blitzschnell eine Entscheidung zwischen gefühlt dreißig Möglichkeiten treffen. Das stresst, obwohl wir doch gerade entspannen wollten. Was hier völlig harmlos ist, führt auf ein grundsätzliches Problem, dessen wir uns oft gar nicht mehr bewusst sind, weil es einfach zum Alltag gehört. Wir sind übersättigt und müde, ständig irgendwelche Entscheidungen treffen zu müssen, ohne dass wir vorher überhaupt die Chance hatten, in Ruhe über sie nachzudenken. Das führt bis zur neuronalen Erschöpfung, weil unser Gehirn auf diese andauernde Hetze nicht vorbereitet ist. In der Folge leidet die Konzentrationsfähigkeit, wir funktionieren nur noch. Und irgendwie scheint es keinen Ausweg zu geben. Ruby Wax, so liest man, "ist eine bekannte Comedienne, erfolgreiche TV-Persönlichkeit und Bestsellerautorin mit britischer und amerikanischer Staatsbürgerschaft". Ich kannte weder diese seltsame Berufsbezeichnung, noch Ruby Wax. Das wird den meisten anderen wohl auch so gehen, weshalb vielleicht dieser englische Bestseller in Deutschland bisher nicht adäquat einschlägt. Eigentlich schade, denn das Buch ist aus mehreren Gründen durchaus interessant, jedenfalls bis etwa zur Hälfte. Doch dazu später mehr. Um ihren ständig wiederkehrenden Depressionen etwas entgegenzusetzen, beschloss die Autorin, sich an der Oxford University in "Achtsamkeitsbasierter Kognitiver Psychotherapie" einzuschreiben und in diesem Fachgebiet einen Master zu erwerben. Wenn man sich den 6-Wochen-Kurs in diesem Buch ansieht, der ein Ausfluss dieses Studiums ist, dann sieht man, dass der Zen-Buddhismus inzwischen in der westlichen Psychotherapie angekommen ist. Immerhin eine Reise von über 25 Jahrhunderten. Denn was uns die gute Ruby da rät, geht auf die ursprünglichen meditativen Ansätze Buddhas zurück, die wiederum Quellen in der Yoga-Kultur besitzen. Sie funktionieren, wenn man sie nachhaltig praktiziert. Schließlich ist inzwischen genügend Zeit vergangen, um dafür hinreichend viele Beweise zu erbringen. Übrigens auch physische, wie man sie auch in diesem Buch vorfindet. Das Gehirn verändert sich durch eine solche Praxis. Zunächst liest sich der Text erfrischend leicht und gut. Allerdings merkt man dann bald einen gewissen Zwang der Autorin, witzig wirken zu wollen. Begleitet wird dies durch eine fast schon erschreckende Ehrlichkeit, jedenfalls für einen in der Öffentlichkeit stehenden Menschen. Später wird man mit der Offenbarung konfrontiert, dass Ruby bei Veranstaltungen mit genau dieser gespielten Witzigkeit gezielt die Aufmerksamkeit von Leuten gewinnen wollten, denen sie sich unterlegen fühlte. Das Lachen der anderen war ihr Anerkennung genug. Mit solchen und anderen Beichten liegt die Autorin vor ihren Lesern wie auf der Couch eines Psychotherapeuten. Man kann ihre Lebensgeschichte nachlesen und nachvollziehen, wie es zu ihren Zusammenbrüchen kam. Mit enormer Konsequenz zerstörten ihre Eltern ihr auch aus anderen Gründen bereits empfindlich ausgehöhltes Selbstwertgefühl. Als Erwachsene liegen vor ihrem geistigen Auge lange Listen unerledigter Aufgaben. Gleichzeitig besitzt sie das enorme Bedürfnis, andere Leute wegen Kleinigkeiten herunterzumachen, womit sie das Elternschema wiederholt. Ihre innere Schizophrenie und Zerrissenheit lassen sie nicht entspannen. In der Folge kommt es zu depressiven Anfällen. Und dann eben zur Achtsamkeitsbasierten Psychotherapie. In der Mitte des Buches findet man ihren Kurs. Sehr hilfreich, wenn man ihn durchhält. Aber eben auch nicht so, dass sich nach sechs Wochen alle über viele Jahre angehäuften Probleme auflösen. Trotz ihrer Therapie kommen immer noch gelegentlich depressive Anfälle. Einer beim Schreiben dieses Buches. Den Autopiloten auszuschalten, liest man, sei das beste Mittel, sich wieder auf das wirkliche (eigene) Leben zu besinnen und zur Ruhe zu kommen. Dazu muss man wieder lernen, die eigenen Sinne wahrzunehmen. Genaues steht im Buch. Wesentlich zur inneren Gesundung trägt die buddhistische meditative Praxis bei, die nur darin besteht, sich in eine Beobachterposition zu bringen. Man setzt sich so hin, dass man nicht einschläft und verfolgt seine Gedanken. Oder besser die Gedanken seines Gehirns. Seine Versuche, Aufmerksamkeit zu erlangen, die man lernen muss zu ignorieren. Erwischt man sich dabei, dass man auf einen Gedanken, der da in diesem Sinne kommt, reagiert, hat der liebe Verstand es wieder einmal geschafft. Dann klinkt man sich sanft wieder aus, meckert nicht mit sich und macht weiter. Es kann sehr spannend sein, dem eigenen Wahnsinn zuzusehen. Vor allem aber lernt man dabei, sich nicht mit diesem andauernden Gedankenmüll zu identifizieren und einzulassen. Nach ihrem Kurs geht das Buch noch weiter. Es folgen noch vier Kapitel zu "achtsamen Beziehungen" und zu Achtsamkeit in verschiedenen Altersgruppen. Diese Kapitel haben mir weniger gefallen, auch weil sie wieder Ausdruck eines gewissen Drangs nach Aufmerksamkeit sind. Irgendwie konnte ich mich nicht des Eindrucks entziehen, dass die Autorin nun eine neue Aufgabe für sich entdeckt hat und die "Achtsamkeitsbasierte Kognitive Psychotherapie" unter die Massen bringen möchte, wohl in der Annahme, dass ihre Probleme irgendwie alle hätten. Auch sie hätte vielleicht besser bei Vanille bleiben sollen. Selbstbeschränkung trägt auch zur geistigen Gesundheit bei. Das heißt nicht, dass die zweite Hälfte des Buches falsch wäre oder Unsinn enthalten würde. Ich fand sie nur etwas überzogen, weil man eben nicht bei jedem anderen seine eigenen Probleme vermuten sollte. Insbesondere muss man nicht jedes Kind zur Achtsamkeit erziehen. Im Gegenteil: gerade Kinder zeigen sie oft beim intensiven Spielen. Ihnen zuzusehen, ist lehrreich, weil wir auch einmal so waren und es inzwischen verlernt haben. Dessen ungeachtet kann ich jedem gestressten Menschen dieses Buch nur empfehlen. Es trägt nicht nur diesen Kurs in sich, sondern auch eine Lebensgeschichte, die ehrlich erzählt, Vertrauen schafft. Der Text liest sich ausgezeichnet. Jedenfalls bis zum Ende des Kurses.