Warenkorb
 

Bestellen Sie bis zum 20.12.2018 und erhalten Sie Ihre Sendung pünktlich zu Heiligabend.**

Integration

Ein Protokoll des Scheiterns

(5)
Millionen Muslime sind in den vergangenen Jahrzehnten als Gastarbeiter überwiegend aus der Türkei, als Flüchtlinge aus Syrien und anderen Staaten des Nahen Ostens nach Deutschland gekommen. Hamed Abdel-Samad rechnet ab mit der Politik, die die Integration zu lange konterkariert und der Muslime, die sich in Parallelgesellschaften verbarrikadiert haben.
Deutsch-Türken unterstützen Erdogan, in Europa geborene Muslime verüben Terroranschläge. Hamed Abdel-Samad prangert die integrationsverhindernden Elemente der islamischen Kultur an. Er rechnet aber auch mit europäischen Integrationslügen ab. Denn wer jahrzehntelang von "Gastarbeitern" spricht, der verweigert Integrationsangebote – und darf sich nicht über Parallelgesellschaften wundern. Wer die Augen verschließt vor kulturellen, mentalitären und religiösen Unterschieden, der muss in seinem Bemühen scheitern. Abdel-Samad formuliert einen Forderungskatalog an Politik und Gesellschaft, denn am Thema Integration wird sich die Zukunft Deutschlands entscheiden.
Portrait
Hamed Abdel-Samad, geboren 1972 bei Kairo, studierte Englisch, Französisch, Japanisch und Politik. Er arbeitete für die UNESCO, am Lehrstuhl für Islamwissenschaft der Universität Erfurt und am Institut für Jüdische Geschichte und Kultur der Universität München. Abdel-Samad ist Mitglied der Deutschen Islam Konferenz und zählt zu den profiliertesten islamischen Intellektuellen im deutschsprachigen Raum. Seine Autobiographie „Mein Abschied vom Himmel“ sorgte für Aufsehen: „Was er von seinen Landsleuten erwartet, hat er selbst vorgemacht: Aufklärung durch Tabubruch.“ ZDF-Aspekte
… weiterlesen
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 272
Erscheinungsdatum 10.04.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-426-27739-3
Verlag Droemer HC
Maße (L/B/H) 21/13,5/2,8 cm
Gewicht 388 g
Verkaufsrang 6.957
Buch (gebundene Ausgabe)
19,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Buchhändler-Empfehlungen

Haike Zimmer, Thalia-Buchhandlung Dresden

Das für mich überzeugendste Buch zum Thema Integration,
klar, sachlich, objektiv.
Sein Forderungskatalog ist gut durchdacht und
sollte unbedingt und zügig umgesetzt werden.
Das für mich überzeugendste Buch zum Thema Integration,
klar, sachlich, objektiv.
Sein Forderungskatalog ist gut durchdacht und
sollte unbedingt und zügig umgesetzt werden.

„Integration ist keine Einbahnstraße!“

André Pingel, Thalia-Buchhandlung Bremen

Das neue Buch von Hamed Abdel-Samad kommt in Rot daher und hinten drauf ist zu lesen „Eine Abrechnung mit Integrations-Verweigerern“. Beides knallt, Farbe und Satz, aber es trifft leider nicht den ganzen Inhalt des Buches, denn Abdel-Samad geht viel tiefer. Ich persönlich finde die Aufmachung zu reißerisch und es wird dem Buch leider nicht gerecht, denn was sich hier zwischen den zwei Buchdeckeln angesammelt hat, ist für mich einer der wichtigsten und konstruktivsten Beiträge zum Thema Integration, die ich bisher lesen durfte! Von daher möchte ich direkt mit einem Zitat aus dem Buch starten, das für mich deutlich macht, wohin die Reise auf den Seiten gehen soll:
„Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch als ausgestreckte Hand betrachtet wird, als Anstoß für eine offene Debatte über die Zukunft Deutschlands. Und ich hoffe, dass man, anders als bei vielen anderen kritischen Büchern zum Thema Integration, sachlich und konstruktiv über die Thesen und Vorschläge diskutieren wird, statt mit der üblichen Abwehrhaltung oder gegenseitigen Beschuldigungen zu reagieren. Wir haben ein ernsthaftes Problem, und es muss in unserem Interesse liegen, dass wir alle daran arbeiten, es zu lösen.“ (S. 24 – 25)
Betrachtet man vorangegangene Beiträge zur Integrationsdebatte, freut man sich enorm über die Herangehensweise von Hamed Abdel-Samad, denn er pauschalisiert nicht und verlässt sich auch nicht zu sehr auf Studien und Statistiken. Er geht in seinem Buch direkt in Gespräche, besucht unterschiedliche Problemviertel und erzählt auch aus seiner eigenen Perspektive, denn letztendlich ist er ein überaus gutes Beispiel für eine gelungene Integration. Zudem ist er immer offen für Anregungen und Kritik. Er fordert nicht nur eine offene Debatte, sondern ist auch absolut in der Lage, konstruktiv daran teilzunehmen. Auch so etwas findet sich leider selten!
Und warum finde ich den Rücken des Buches zu reißerisch? Einfach formuliert, könnte man sagen, dass hier jeder sein Fett weg kriegt und eben nicht nur die Integrations-Verweigerer. Menschen mit rechts- oder linksextremer Gesinnung werden genau so in die Pflicht und in die Kritik mit einbezogen, wie die politische Mitte, denn letztendlich ist es genau so wie Abdel-Samad schreibt: Integration ist keine Einbahnstraße und jeder von uns muss wesentlich mehr tun, um diesen Prozess erfolgreich zu gestalten! Und genau das ist das Besondere an seiner Herangehensweise. Er wettert nicht über eine bestimmte Gruppe und stellt niemanden direkt an den Pranger:
„Es geht nicht darum, eine Gruppe zu diskreditieren oder an den Pranger zu stellen. Aber wer sich scheut, tatsächlich vorhandene Auffälligkeiten zu thematisieren, wird auch keine Lösungen für die schwärenden Probleme finden!“ (S. 14)
Abdel-Samad betrachtet die Muslime in seinen Ausführungen als Individuen, anstatt als Kollektiv, denn auch hier trennt er zwischen den Integrationswilligen und den Konservativen, die sich aus den engen Maschen, die ihnen durch die Auslegung ihrer Religion auferlegt werden, nicht befreien können und daher den westlichen Werten ablehnend gegenüberstehen. Integration findet allerdings nur statt, „wenn der Einzelne alle moralischen und gesellschaftlichen Mauern zwischen sich und der Gastgesellschaft eliminiert und sich ohne Wenn und Aber mit seiner neuen Heimat und deren Werten identifiziert.“ (S. 18)
In unterschiedlichen Kapiteln, die sich mit den verschiedenen Aspekten von Integration beschäftigen, wird bei Abdel-Samad eins deutlich: Integration kann funktionieren! Hier müssen nur andere Voraussetzungen geschaffen werden, denn wer sein Leben in Deutschland führen möchte, muss sich an die hier vertretenen Werte (Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Frauenrechte usw.) gewöhnen und seinen bisherigen Lebensstil damit verschmelzen. Er fordert keinesfalls die Aufgabe der eigenen Identität oder der Religion, aber genau das soll im Rahmen der Integration variabler gestaltet werden, so dass sich beide Kulturen letztendlich positiv befruchten. Was ist bitteschön falsch daran? Wie kommt man darauf, diesem Mann auf Grund seiner Einstellung Islamophobie oder Rassismus zu unterstellen? Es macht einfach keinen Sinn, jedem der offen den Islam auf Grund seiner konservativen Auslegung und damit verbunden auch seiner Intoleranz kritisiert, die Rassismuskeule überzuziehen. So wie bei jeder anderen Religion sollte es möglich sein, einen Diskurs zu eröffnen, sofern er konstruktiv geführt wird, denn „Religion ist dafür da, Menschen Halt und Hoffnung zu geben, und nicht, um Mauern zwischen sich und anderen zu errichten.“ (S. 55) Auch hier steht es den einzelnen Religionen wesentlich besser zu Gesicht, wenn man offen aufeinander zu geht.
Abdel-Samad benennt in seinem neuen Buch deutlich die Punkte an denen die Integration scheitert, wie beispielsweise Bildung, Erziehung, Wertevermittlung, die Bildung von Parallel-Gesellschaften und damit verbunden eine kaum mögliche persönliche Entfaltung unter dem Druck des konservativen islamischen Kollektivs, aber auch einer geringen sozialen Mobilität auf Grund einer gesenkten Erwartungshaltung gegenüber Migranten. Er kritisiert allerdings nicht nur wild, sondern führt auch mögliche Lösungen an, die er in Kapitel 12 „Integration ist möglich – Ein neuer Marshallplan für Deutschland“ benennt. Doch auch was den zukünftigen Diskurs angeht, hat er positives zu vermelden, sofern alle mitarbeiten:
„Die gute Nachricht ist: In jeder Krise steckt immer auch eine Chance, über sich hinauszuwachsen und jenseits der üblichen Lösungsmuster einen Ausweg zu finden. Dafür brauchen wir aber einen klaren Plan, einen fairen Diskurs und die Bereitschaft, diese Krise auch überwinden zu wollen. Wir werden weder mit Ignoranz, Überheblichkeit, Selbstzufriedenheit und Gleichgültigkeit weiterkommen, noch mit Panikmache und Schuldzuweisungen!“ (S. 233)
Insgesamt ist dieses Buch ein mehr als nur wichtiger Beitrag zur Integrationsdebatte, denn er verlangt nicht mehr und nicht weniger als einen respektvollen und offenen Umgang miteinander. Wer hinter diesen Ausführungen etwas anderes wittert, als den Wunsch, endlich in einen sinnvollen Dialog zu treten, der hat es nicht verstanden und darf es gerne noch einmal lesen. Ich für meinen Teil danke diesem Mann einmal mehr für seine Ausführungen, auch wenn er damit dem ein oder anderen vielleicht auf den Schlips treten mag oder wie von Abdel-Samad selbst formuliert: „Ich hasse niemanden und beabsichtige nicht, irgendjemanden zu kränken, doch ich stehe zu meiner Meinung, egal zu welchem Preis.“ (S. 58)
Den Preis, den dieser Mann schon bezahlen muss, ist ein Leben unter Polizeischutz. Seine Meinung trotzdem auch weiterhin so vehement und offen zu vertreten ist absolut großartig! Ich danke für alle Bücher, die bisher von Hamed Abdel-Samad veröffentlicht wurden und ich danke auch für dieses Buch. Bitte weiter so!

Das neue Buch von Hamed Abdel-Samad kommt in Rot daher und hinten drauf ist zu lesen „Eine Abrechnung mit Integrations-Verweigerern“. Beides knallt, Farbe und Satz, aber es trifft leider nicht den ganzen Inhalt des Buches, denn Abdel-Samad geht viel tiefer. Ich persönlich finde die Aufmachung zu reißerisch und es wird dem Buch leider nicht gerecht, denn was sich hier zwischen den zwei Buchdeckeln angesammelt hat, ist für mich einer der wichtigsten und konstruktivsten Beiträge zum Thema Integration, die ich bisher lesen durfte! Von daher möchte ich direkt mit einem Zitat aus dem Buch starten, das für mich deutlich macht, wohin die Reise auf den Seiten gehen soll:
„Ich würde mir wünschen, dass dieses Buch als ausgestreckte Hand betrachtet wird, als Anstoß für eine offene Debatte über die Zukunft Deutschlands. Und ich hoffe, dass man, anders als bei vielen anderen kritischen Büchern zum Thema Integration, sachlich und konstruktiv über die Thesen und Vorschläge diskutieren wird, statt mit der üblichen Abwehrhaltung oder gegenseitigen Beschuldigungen zu reagieren. Wir haben ein ernsthaftes Problem, und es muss in unserem Interesse liegen, dass wir alle daran arbeiten, es zu lösen.“ (S. 24 – 25)
Betrachtet man vorangegangene Beiträge zur Integrationsdebatte, freut man sich enorm über die Herangehensweise von Hamed Abdel-Samad, denn er pauschalisiert nicht und verlässt sich auch nicht zu sehr auf Studien und Statistiken. Er geht in seinem Buch direkt in Gespräche, besucht unterschiedliche Problemviertel und erzählt auch aus seiner eigenen Perspektive, denn letztendlich ist er ein überaus gutes Beispiel für eine gelungene Integration. Zudem ist er immer offen für Anregungen und Kritik. Er fordert nicht nur eine offene Debatte, sondern ist auch absolut in der Lage, konstruktiv daran teilzunehmen. Auch so etwas findet sich leider selten!
Und warum finde ich den Rücken des Buches zu reißerisch? Einfach formuliert, könnte man sagen, dass hier jeder sein Fett weg kriegt und eben nicht nur die Integrations-Verweigerer. Menschen mit rechts- oder linksextremer Gesinnung werden genau so in die Pflicht und in die Kritik mit einbezogen, wie die politische Mitte, denn letztendlich ist es genau so wie Abdel-Samad schreibt: Integration ist keine Einbahnstraße und jeder von uns muss wesentlich mehr tun, um diesen Prozess erfolgreich zu gestalten! Und genau das ist das Besondere an seiner Herangehensweise. Er wettert nicht über eine bestimmte Gruppe und stellt niemanden direkt an den Pranger:
„Es geht nicht darum, eine Gruppe zu diskreditieren oder an den Pranger zu stellen. Aber wer sich scheut, tatsächlich vorhandene Auffälligkeiten zu thematisieren, wird auch keine Lösungen für die schwärenden Probleme finden!“ (S. 14)
Abdel-Samad betrachtet die Muslime in seinen Ausführungen als Individuen, anstatt als Kollektiv, denn auch hier trennt er zwischen den Integrationswilligen und den Konservativen, die sich aus den engen Maschen, die ihnen durch die Auslegung ihrer Religion auferlegt werden, nicht befreien können und daher den westlichen Werten ablehnend gegenüberstehen. Integration findet allerdings nur statt, „wenn der Einzelne alle moralischen und gesellschaftlichen Mauern zwischen sich und der Gastgesellschaft eliminiert und sich ohne Wenn und Aber mit seiner neuen Heimat und deren Werten identifiziert.“ (S. 18)
In unterschiedlichen Kapiteln, die sich mit den verschiedenen Aspekten von Integration beschäftigen, wird bei Abdel-Samad eins deutlich: Integration kann funktionieren! Hier müssen nur andere Voraussetzungen geschaffen werden, denn wer sein Leben in Deutschland führen möchte, muss sich an die hier vertretenen Werte (Meinungsfreiheit, Religionsfreiheit, Frauenrechte usw.) gewöhnen und seinen bisherigen Lebensstil damit verschmelzen. Er fordert keinesfalls die Aufgabe der eigenen Identität oder der Religion, aber genau das soll im Rahmen der Integration variabler gestaltet werden, so dass sich beide Kulturen letztendlich positiv befruchten. Was ist bitteschön falsch daran? Wie kommt man darauf, diesem Mann auf Grund seiner Einstellung Islamophobie oder Rassismus zu unterstellen? Es macht einfach keinen Sinn, jedem der offen den Islam auf Grund seiner konservativen Auslegung und damit verbunden auch seiner Intoleranz kritisiert, die Rassismuskeule überzuziehen. So wie bei jeder anderen Religion sollte es möglich sein, einen Diskurs zu eröffnen, sofern er konstruktiv geführt wird, denn „Religion ist dafür da, Menschen Halt und Hoffnung zu geben, und nicht, um Mauern zwischen sich und anderen zu errichten.“ (S. 55) Auch hier steht es den einzelnen Religionen wesentlich besser zu Gesicht, wenn man offen aufeinander zu geht.
Abdel-Samad benennt in seinem neuen Buch deutlich die Punkte an denen die Integration scheitert, wie beispielsweise Bildung, Erziehung, Wertevermittlung, die Bildung von Parallel-Gesellschaften und damit verbunden eine kaum mögliche persönliche Entfaltung unter dem Druck des konservativen islamischen Kollektivs, aber auch einer geringen sozialen Mobilität auf Grund einer gesenkten Erwartungshaltung gegenüber Migranten. Er kritisiert allerdings nicht nur wild, sondern führt auch mögliche Lösungen an, die er in Kapitel 12 „Integration ist möglich – Ein neuer Marshallplan für Deutschland“ benennt. Doch auch was den zukünftigen Diskurs angeht, hat er positives zu vermelden, sofern alle mitarbeiten:
„Die gute Nachricht ist: In jeder Krise steckt immer auch eine Chance, über sich hinauszuwachsen und jenseits der üblichen Lösungsmuster einen Ausweg zu finden. Dafür brauchen wir aber einen klaren Plan, einen fairen Diskurs und die Bereitschaft, diese Krise auch überwinden zu wollen. Wir werden weder mit Ignoranz, Überheblichkeit, Selbstzufriedenheit und Gleichgültigkeit weiterkommen, noch mit Panikmache und Schuldzuweisungen!“ (S. 233)
Insgesamt ist dieses Buch ein mehr als nur wichtiger Beitrag zur Integrationsdebatte, denn er verlangt nicht mehr und nicht weniger als einen respektvollen und offenen Umgang miteinander. Wer hinter diesen Ausführungen etwas anderes wittert, als den Wunsch, endlich in einen sinnvollen Dialog zu treten, der hat es nicht verstanden und darf es gerne noch einmal lesen. Ich für meinen Teil danke diesem Mann einmal mehr für seine Ausführungen, auch wenn er damit dem ein oder anderen vielleicht auf den Schlips treten mag oder wie von Abdel-Samad selbst formuliert: „Ich hasse niemanden und beabsichtige nicht, irgendjemanden zu kränken, doch ich stehe zu meiner Meinung, egal zu welchem Preis.“ (S. 58)
Den Preis, den dieser Mann schon bezahlen muss, ist ein Leben unter Polizeischutz. Seine Meinung trotzdem auch weiterhin so vehement und offen zu vertreten ist absolut großartig! Ich danke für alle Bücher, die bisher von Hamed Abdel-Samad veröffentlicht wurden und ich danke auch für dieses Buch. Bitte weiter so!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
5 Bewertungen
Übersicht
4
1
0
0
0

Es kann nicht zusammenwachsen, was nicht zusammenpasst
von Dr. M. am 10.06.2018

Glaubt man dem Titel dieses sehr interessanten, aber gleichzeitig auch seltsamen Buches, dann ist die Integration der meisten nach Deutschland eingewanderten Muslime gescheitert. Und dieses Buch soll das Protokoll dazu sein. Gescheitert ist sein Autor allerdings auch, denn er glaubt ebenso wie die meisten Entscheidungsträger in der deutschen Gegenwart,... Glaubt man dem Titel dieses sehr interessanten, aber gleichzeitig auch seltsamen Buches, dann ist die Integration der meisten nach Deutschland eingewanderten Muslime gescheitert. Und dieses Buch soll das Protokoll dazu sein. Gescheitert ist sein Autor allerdings auch, denn er glaubt ebenso wie die meisten Entscheidungsträger in der deutschen Gegenwart, dass eine solche Integration tatsächlich dennoch möglich ist. Das ist insofern überaus seltsam, weil er die Gründe für das bisherige Scheitern sehr genau benennt. Was hat ihn also daran gehindert zu der einfachen und logischen Schlussfolgerung zu gelangen, dass die politisch gewollte Integration auch in Zukunft nicht gelingen wird, weil sie einfach nicht möglich ist? Die Antwort ist ebenso einfach: die eigene durch Ideologien verzerrte Weltsicht, in der nicht sein kann, was nicht sein darf. Wenn es bisher nicht gelungen ist, die Millionen zugewanderte Türken tatsächlich in Deutschland zu integrieren, wieso sollte es dann mit denjenigen klappen, die nun nach Deutschland geströmt sind und aus einem ähnlichen Kulturkreis kommen? Hamed Abdel-Samad fordert für ein Gelingen von den zugewanderten Muslimen, denn nur um diese Gruppe geht es, dass sie sich von ihrem patriarchalischen Denken und Handeln trennen. Und die Deutschen sollten die Zugewanderten endlich wie Deutsche behandeln. Schließlich hätten die Westdeutschen das mit den Ostdeutschen auch gemacht. Diese Forderung erhebt der Autor natürlich nicht direkt, wohl aber muss man das aus dem Kontext des Buches so und nicht anders verstehen. Es gehört nicht viel Lebenserfahrung dazu, um völlig wertfrei zu sehen, dass beide Forderungen weltfremd sind. Die Entscheidungsträger in Deutschland gehören nicht zu denjenigen, die das Handeln und Denken von Menschen verstehen und akzeptieren und daraus einen Willen ablesen, dem sie entsprechen sollten. Ihre Prämissen sind ganz andere: Sie wollen Menschen umerziehen, wenn ihnen deren Wille nicht in den Kram passt. Dazu gehört dann auch, dass sie bestimmte Gruppen der Bevölkerung wie Kinder behandeln und ihnen zum Beispiel Angst vor Fremden, Angst vor irgendeiner Vielfalt oder wer weiß was noch unterstellen. Tatsächlich haben diese Leute jedoch keine Angst, sondern wollen bestimmte Entwicklungen einfach nicht. Leider, und das ist eine bedauerliche Schwäche dieses Buches, begreift der Autor diesen einfachen Zusammenhang auch nicht, sondern glaubt auch, dass die Ablehnung, auf die die massive Zuwanderung bei breiten Bevölkerungsschichten trifft, etwas mit Angst zu tun hätte. Um die Absurdität dieser Sichtweise zu verstehen, reicht es aus, sich dieselbe Situation unter umgekehrten Vorzeichen in Staaten wie die Türkei oder Saudi-Arabien auszumalen. Aber auch nirgendwo sonst in der Welt wird es eine Gesellschaft zulassen, dass ihr von Zugewanderten direkt oder indirekt vorgeschrieben wird, was sie zu tun hat oder wie sie empfinden soll. Das Buch ist trotz der Ungereimtheiten, die sich sein Autor bei seinen Schlussfolgerungen leistet, dennoch sehr lesenswert, weil es Tatbestände realitätsnah und ausführlich beschreibt. Nicht immer ist dafür jedoch der Autor verantwortlich, sondern mitunter sind es auch seine Interviewpartner, die er für dieses Buch aufgesucht hat. Bereits am Anfang macht Hamed Abdel-Samad auf eine grundsätzlich falsche Vorstellung in der deutschen Politik aufmerksam. Es würde, so der Autor, versucht, die Muslime als Kollektiv zu integrieren statt den einzelnen Menschen. Diese Vorstellung hätte weitreichende und schlimme Konsequenzen. Wenn also beispielsweise Schwierigkeiten mit Muslimen auftreten, weil sie deutsche Autoritäten wie Lehrer oder Polizisten nicht akzeptieren würden, dann versucht man das Problem dadurch zu lösen, dass man sie durch Personen mit muslimischem Hintergrund ersetzt. Das wäre, so der Autor, nichts weiter als die Kapitulation des deutschen Staates, die natürlich auch als solche verstanden und danach zu noch mehr Autoritätsverlust führen würde. An anderer Stelle stellt der Autor (oder eigentlich Ahmad Mansour, den er zitiert) klar, dass die Unterscheidung zwischen dem Islam und einem angeblichen Islamismus nichts weiter als eine Verschleierung ist. Wenn man sich nämlich die "Attentäter der vergangenen Jahre ansehe", dann gab es darunter "Arme und Reiche, Gebildete und Ungebildete, geborene Muslime und Konvertiten, beruflich Erfolgreiche und Versager, charismatische Redner und willenlose Mitläufer. Sie stammen aus allen Erdteilen, hatten unterschiedliche Sozialisierungen. Nur eines hatten sie gemeinsam: Sie teilten die gleiche Religion und eine politische Ideologie, die sich direkt aus dieser Religion legitimiert." Auf den Punkt kommt der Autor auf Seite 183. Dort steht: "Alle aber wissen, dass der Islam nicht gekommen ist, um sich in irgendetwas zu integrieren, sondern um alles von oben zu bestimmen und den Willen Gottes auf Erden durchzusetzen." Und weiter: " ? es gibt im Islam keine Gleichwertigkeit von Werten und Sitten. Nur die islamische Moral ist wirklich eine Moral. Und Moral ist gleich auch Gesetz. Von einem Muslim wird erwartet, dass er und der Islam eine Einheit bilden und dass er sich nicht nur von den unislamischen Werten distanziert, sondern diese auch aktiv bekämpft, während er die islamischen Werte nicht nur unter Muslimen, sondern überall, wo er lebt, verbreiten soll." Das ist der Kern des Problems. Während man noch kleine Gruppen muslimischer Zuwanderer in eine europäische Gesellschaft integrieren kann, weil sie nicht im Entferntesten die Chance auf eine irgendwie geartete Dominanz haben, wird das mit signifikant größeren Gruppen nicht mehr funktionieren, weil diese dann unter sich bleiben und Parallelgesellschaften gründen können. Die Geschichte der angeblichen Integration der Türken in die deutsche Gesellschaft belegt das nur zu deutlich. Doch statt sich dieser Wahrheit zu stellen, versucht man das Problem zu verschleiern und weicht beständig zurück. Zu den Parallelgesellschaften auf deutschem Boden schafft auch noch der deutsche Staat immer mehr seltsame Unterscheidungen, beispielsweise in der unterschiedlichen Anwendung deutschen Rechts für Deutsche und Zugewanderte. Abdel-Samad versteht das alles nicht. Damit ist er gewiss nicht alleine. Woher er dennoch seinen Optimismus nimmt und am Ende des Buches einen "neuen Marshallplan für Deutschland" glaubt entwerfen zu müssen, bleibt in Anbetracht der tatsächlichen Lage ein Rätsel.

Ein großartiges Buch zum Thema Integration. Unbedingte Lesepflicht.
von Wedma am 11.04.2018

Es ist das beste Buch zum Thema Integration, das es in der letzten Zeit zu lesen gab. Abdel-Samad (AS) beschäftigt sich mit dem Thema allumfassend, sagt dabei viele goldrichtigen Dinge: kurz, prägnant, just auf den Punkt, für jeden klar und verständlich. Klappentext beschreibt den Inhalt recht treffend. AS analysiert die... Es ist das beste Buch zum Thema Integration, das es in der letzten Zeit zu lesen gab. Abdel-Samad (AS) beschäftigt sich mit dem Thema allumfassend, sagt dabei viele goldrichtigen Dinge: kurz, prägnant, just auf den Punkt, für jeden klar und verständlich. Klappentext beschreibt den Inhalt recht treffend. AS analysiert die gegenwärtige Situation, nennt dabei die Dinge beim Namen, ohne in die Falle der ?politischen Korrektheit? zu tappen, und präsentiert zum Schluss zwei mögliche Entwicklungsszenarien: Utopie und Dystopie. Man sieht, dass dieses Thema dem Autor sehr am Herzen liegt. Er hat selbst Migrationshintergrund. Über seinen eigenen Weg in Deutschland schreibt er hier auch paar Seiten. Seine Geschichte ist beeindruckend, zudem großartig erzählt. Er wollte vom ganzen Herzen Deutscher werden, sich integrieren, dennoch gestaltete sich dieses Vorhaben schwierig. AS erzählt auch über andere Migranten. Die Schicksale dieser Menschen, die diesen Weg gegangen waren und trotz aller Widrigkeiten, die es nicht wenige und von beachtlichem Schwierigkeitsgrad gab, sich integriert haben und eine Bereicherung für die dt Gesellschaft geworden sind, sind sehr spannend. ?Wir haben uns Mühe gegeben, uns zu integrieren. Das war unsere individuelle Leistung, keine strukturelle. Mit anderen Worten: Wir haben uns nicht wegen einer guten Integrationspolitik integriert, sondern trotz einer schlechten oder kaum vorhandenen.? S. 87. AS hat etliche Gespräche geführt, auch mit den neu Angekommenen, und teilt seine Erkenntnisse mit den Lesern. Manchmal stehen einem dabei die Haare zu Berge, wenn man hört, dass die Flüchtlingsheime oft Brutstätten des radikalen Islamismus sind: Dort treffen sich sowohl die aus den Kriegsregionen geflohenen Zivilisten, als auch diejenigen, die auf Seiten des IS gekämpft haben und nun in Deutschland ihre ?Arbeit? fortsetzen, indem sie die Mitbewohner im Heim einschüchtern und die ersten Keime, die zaghaften Versuche der Integration zu verhindern suchen. Aber nicht nur dort sieht AS die Gründe für die heutige unerfreuliche Situation. ?Die Integration scheitert an Versäumnissen in den Bereichen Bildung, Erziehung und Wertevermittlung. Sie scheitert an Identitätshygiene, an Ab- und Ausgrenzung. Die rückwärtsgewandten Utopien im Kopf vieler Migranten, aber auch die nationalistischen Vorstellungen des rechten Randes in Deutschland gefährden das Zusammenleben und die innere Sicherheit. Die Integration scheitert an der Politisierung und Institutionalisierung des Islam in Deutschland, an der Naivität der Politiker und an der Passivität der friedlichen Muslime. Sie scheitert an konkurrierenden Wertesystemen und Zukunftsvisionen, an Opferhaltung und Anspruchsmentalität. Sie scheitert an Radikalisierung und Ge- walt, an gegenseitiger Angst und Misstrauen. Sie scheitert an der starken Emotionalisierung der Debatte um Islam und Migration und am Fehlen einer offenen Streitkultur. Sie scheitert am Begriff Integration selbst, der für die einen ein Reizwort ist und für die anderen ein Märchen aus Tausendundeiner Nacht. Wir sind an einem Punkt angelangt, an dem wir sehr viel ändern müssen. Deutschland schafft sich mit Sicherheit nicht gleich ab, aber dem Land droht eine große Spaltung, die später vielleicht nicht mehr rückgängig zu machen ist. Der Staat und seine Organe, die Zivilgesellschaft, die bislang weitgehend schweigende Masse aus Deutschen und liberalen Muslimen müssen endlich handeln!? S. 65-66. Man kann noch viel über dieses Buch schreiben, besser man liest es selbst. Es ist unterhaltsam und spannend geschrieben. Bis zur letzten Seite mochte ich das Buch nicht aus der Hand legen. AS hat nicht nur das Insiderwissen, er weiß es prima zu vermitteln. Seine Analysen sind scharfsinnig und auf den Punkt. Fazit: Wer mehr zum heute so akuten Thema Integration erfahren möchte, ist hier an einer sehr guten Adresse. 5 hell leuchtende Sterne und unbedingte Lesepflicht.