• Der Lärm der Zeit

Der Lärm der Zeit

Roman

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Inhalt und Details

Im Mai 1937 wartet ein Mann jede Nacht neben dem Fahrstuhl seiner Leningrader Wohnung darauf, dass Stalins Schergen kommen und ihn abholen. Der Mann ist der Komponist Schostakowitsch, und er wartet am Lift, um seiner Familie den Anblick seiner Verhaftung zu ersparen. Die Gunst der Mächtigen zu erlangen, hat zwei Seiten: Stalin, der sich plötzlich für Schostakowitsch' Musik zu interessieren scheint, verlässt noch in der Pause die Aufführung seiner Oper »Lady Macbeth von Mzensk«. Fortan ist der Komponist ein zum Abschuss freigegebener Mann. Durch Glück entgeht er der Säuberung, doch was bedeutet es für einen Künstler, keine Entscheidung frei treffen zu können? In welchem Verhältnis stehen Kunst und Unterdrückung, Diktatur und Kreativität zueinander. Und ist es verwerflich, wenn man sich der Macht beugt, um künstlerisch arbeiten zu können?



»Es ist das beste Buch von Barnes seit mehr als zehn Jahren.«
  • Einband

    Taschenbuch

  • Seitenzahl

    256

  • Erscheinungsdatum

    10.09.2018

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-442-71652-4

  • Verlag btb

Beschreibung & Medien

Im Mai 1937 wartet ein Mann jede Nacht neben dem Fahrstuhl seiner Leningrader Wohnung darauf, dass Stalins Schergen kommen und ihn abholen. Der Mann ist der Komponist Schostakowitsch, und er wartet am Lift, um seiner Familie den Anblick seiner Verhaftung zu ersparen. Die Gunst der Mächtigen zu erlangen, hat zwei Seiten: Stalin, der sich plötzlich für Schostakowitsch' Musik zu interessieren scheint, verlässt noch in der Pause die Aufführung seiner Oper »Lady Macbeth von Mzensk«. Fortan ist der Komponist ein zum Abschuss freigegebener Mann. Durch Glück entgeht er der Säuberung, doch was bedeutet es für einen Künstler, keine Entscheidung frei treffen zu können? In welchem Verhältnis stehen Kunst und Unterdrückung, Diktatur und Kreativität zueinander. Und ist es verwerflich, wenn man sich der Macht beugt, um künstlerisch arbeiten zu können?



»Es ist das beste Buch von Barnes seit mehr als zehn Jahren.«

Artikeldetails

  • Einband

    Taschenbuch

  • Seitenzahl

    256

  • Erscheinungsdatum

    10.09.2018

  • Sprache

    Deutsch

  • ISBN

    978-3-442-71652-4

  • Verlag btb
  • Maße (L/B/H)

    18,8/11,6/2,2 cm

  • Gewicht

    238 g

  • Originaltitel The Noise of Time
  • Abbildungen

    schwarz-weiss Illustrationen

  • Übersetzer

    Gertraude Krueger

  • Verkaufsrang

    19089

Buchhändler-Empfehlungen

Sehr beeindruckend erzählt!

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Julian Barnes ist wirklich ein großer Erzähler! Lesen Sie unbedingt über das Leben des Komponisten Dmitri Schostakowitsch! Über ein Leben in ständiger Angst vor dem Sowjet-Regime!

Eine ungewöhnliche Romanbiografie

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Muss ich ihnen Julian Barnes noch vorstellen? Seine bisher größte Auszeichnung – den Booker Prize - erhielt er wohl 2011 für seinen Roman “Vom Ende einer Geschichte“. Und Ende 2016 erhielt er in Hamburg den Siegfried Lenz Preis, der erst zum 2. Mal vergeben wurde. In der Begründung heißt es: „... ehrt mit Julian Barnes einen der herausragenden europäischen Erzähler und Essayisten. Der ... Autor versteht es, in seinen Romanen Elemente der Moderne und Postmoderne auf raffinierte Weise miteinander zu verknüpfen. Barnes' Werk greift Diskussionen der Kultur- und Literaturtheorie auf und fragt danach, wie sich Erinnerung für den Einzelnen und für die Gesellschaft konstituiert.“ (buchmarkt.de, 29. Juni 2016). Ich habe von ihm bisher „Vom Ende einer Geschichte“ gelesen und „Unbefugtes Betreten“ gehört. Beides hatte mir sehr gut gefallen. Deshalb war ich auch sehr neugierig, als ich in der Verlagsvorschau des Kiepenheuer & Witsch Verlags las, dass ein neues Buch von ihm erscheint. Und dann auch noch dieses Thema – ein Roman über das Leben des großen russischen Komponisten Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch. Seit ich 2014 den Roman „Der Dirigent“ von Sarah Quigley gelesen habe, interessiert mich dieser Mensch. Ich gebe ehrlich zu, ich habe etwas gebraucht, bis ich mich eingelesen hatte. Ich hatte gedacht, es ist ein flott erzählter Roman über das Leben und das Werk von Schostakowitsch. Aber dabei habe ich nicht berücksichtigt, wie die anderen Werke des Autors, die ich kenne, sind. Es waren immer Geschichten, die sich sehr viel in der Erinnerung und in der Gedankenwelt der Menschen abspielen. Und genau so ist auch dieser Roman. Julian Barnes hat sich sehr intensiv in Dmitri Dmitrijewitsch Schostakowitsch hineingedacht. Und er ist dem Leben dieses Mannes gefolgt, der sehr verschiedene Epochen des russischen Lebens erleben durfte. Geboren wurde Schostakowitsch noch zur Zeit des letzten Zaren im Jahr 1906. 1925 verzeichnete er seinen ersten Erfolg mit seiner 1. Sinfonie in f-Moll. Bis 1936 ging seine Karriere steil bergauf, doch dann passierte es während einer Vorführung seiner 2. Oper (Lady Macbeth von Mzensk) in Moskau, dass der anwesende Stalin noch während der Oper das Bolschoi Theater verließ. Dies kam fast einem Todesurteil nahe. Und seitdem war das Leben und die Kunst für Schostakowitsch ein Drahtseilakt. Julian Barnes analysiert sehr genau, was in Schostakowitsch vorgegangen sein mag. Es sind eher die Gedanken eines Mannes, der für seine Musik lebte. Der aber unter Stalin immer wieder ins Visier von dessen Schergen geriet. Er war kein Märtyrer, denn er war klug genug, dass er damit nicht nur sich selbst, sondern auch seine Familie und seine Freunde gefährdet hätte. Und so versucht er möglichst unauffällig zu bleiben. Eigentlich sollte man denken, dass sein Leben nach dem Tode Stalins einfacher geworden wäre. Aber dem war nicht so. Wenn sie Lust haben ein nicht einfach zu lesendes, aber ausgesprochen interessantes Buch über Schostakowitsch und seine Zeit zu lesen, kann ich ihnen dieses Buch nur empfehlen. Es ist erschreckend zu sehen, wie ein Staatsapparat in das Leben der Kunst und der Künstler eingreift. Es ist für Außenstehende einfach zu sagen, wie die richtige Reaktion gewesen wäre. Aber ist es wirklich so einfach? Und wer weiß eigentlich nach dem Tode eines großen Menschen, was er wirklich gedacht und getan hat. Ich finde, Julian Barnes hat ein sehr gutes Porträt eines zerrissenen Mannes gezeichnet. Und er hat ein erschreckendes Bild der Zeit unter Stalin und Chruschtschow dargestellt. Es ist ein Buch über eine extreme Episode der Weltgeschichte. Aber es ist trotzdem aktuell, denn immer wieder wird über den Erdball hinweg Einfluss darauf genommen, was Menschen denken, sagen und künstlerisch darstellen dürfen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
35 Bewertungen
Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Beeindruckend und aufwühlend! Julian Barnes ist es mit dieser Romanbiografie großartig gelungen, die zermürbenden Ambivalenzen einer gepeinigten Künstlerseele darzustellen. Aus der Perspektive Dimitri Schostakowitschs zeichnet er dessen Leben und Leiden unter Staatsideologien und stalinistischem Terror, gefangen in unterschiedli... Beeindruckend und aufwühlend! Julian Barnes ist es mit dieser Romanbiografie großartig gelungen, die zermürbenden Ambivalenzen einer gepeinigten Künstlerseele darzustellen. Aus der Perspektive Dimitri Schostakowitschs zeichnet er dessen Leben und Leiden unter Staatsideologien und stalinistischem Terror, gefangen in unterschiedlichen negativen Emotionen. Seine eigentliche Ausdrucksform, die Musik, wird übertönt vom „Lärm der Zeit“ und er immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie er leben kann und will.

von einer Kundin/einem Kunden am 23.07.2021

Einer der besten Erzähler unserer Zeit hat tatsächlich sein Meisterwerk geschrieben. Das Thema ist: Die Kunst und die Macht, exemplarisch erzählt anhand der Personen Schostakowitsch und Stalin. Das war eine Zeit, in der ein Zeitungsverriss einer neuen Komposition ein Todesurteil darstellen konnte. In unserer Zeit der Erdogans un... Einer der besten Erzähler unserer Zeit hat tatsächlich sein Meisterwerk geschrieben. Das Thema ist: Die Kunst und die Macht, exemplarisch erzählt anhand der Personen Schostakowitsch und Stalin. Das war eine Zeit, in der ein Zeitungsverriss einer neuen Komposition ein Todesurteil darstellen konnte. In unserer Zeit der Erdogans und Trumps ist das Verhältnis zwar nicht mehr unbedingt so tödlich, die Brisanz der Beziehung bleibt aber unverändert. Spannend, intelligent und brilliant erzählt.

Der Lärm der Zeit
von einer Kundin/einem Kunden aus Rudolfstetten am 25.05.2020
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Machte mir sehr Eindruck und gibt einen realen Eindruck vom Leben in der damaligen Zeit.

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