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Miakro

Roman

(3)
Die Männer, die im Mittleren Büro ihren Dienst versehen, arbeiten, Pult neben Pult, am weichen Glas. Am Ende des Tages marschieren sie geschlossen zum aktuellen Nährflur, wo die bleiche Wand eine Speise für alle bereitstellt. Danach schlüpft jeder in seine Ruhekoje.
Dort aber liegt Büroleiter Nettler seit einigen Nächten wach. Ein rätselhafter Binnenwind zieht ihm das Gestern, Heute, Morgen ungezählter Arbeitsjahre neu herbei. Allmählich geraten die Selbstverständlichkeiten des Bürolebens ins Wanken. Es hat den Anschein, die guten Tage seien gezählt. Gemeinsam mit drei mehr oder weniger vertrauenswürdigen Kollegen passiert Nettler die Schleuse, den einzigen Weg, der hinausführt aus dem Mittleren Büro.
Draußen aber wird, was die Männer für ihre Arbeitsheimat hielten, bereits mit heller Wachsamkeit beobachtet. Fachleutnant Xazy, die leitende technische Agentin, hat begonnen, sich furchtlos um die Zwielichtzone des Natürlichen, um den Grenzbereich zwischen Außen- und Innenwelt, zu kümmern.
Mit Ernst und Eigensinn, mit Humor und Gefühl führt Georg Klein seine Figuren einem großen Gegenspieler in die Arme. Nicht alle werden den Frühlingsmorgen dämmern sehen. Aber das Licht des Phantastischen leuchtet hell über die Grenzen des Erwartbaren hinaus.
Portrait
Georg Klein, 1953 in Augsburg geboren, veröffentlichte die Romane 'Libidissi', 'Barbar Rosa', 'Die Sonne scheint uns' und 'Sünde Güte Blitz' sowie die Erzählungsbände 'Anrufung des Blinden Fisches', 'Die Logik der Süße' und 'Von den Deutschen'. Für seine Prosa wurden ihm der Brüder-Grimm-Preis und der Bachmann-Preis verliehen; für 'Roman unserer Kindheit' erhielt er den Preis der Leipziger Buchmesse. 2013 erschien sein Roman 'Die Zukunft des Mars'.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 336
Erscheinungsdatum 22.02.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-498-03410-8
Verlag Rowohlt Verlag
Maße (L/B/H) 21,1/13,1/3 cm
Gewicht 418 g
Auflage 2. Auflage
Verkaufsrang 105.086
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Klein legt mit seinen Sätzen kleine Zeitbomben in Ihr Hirn. Die dystopische Szenerie wirkt oberflächlich vertraut, darunter lauert Fremde. Tick Tack. Klein legt mit seinen Sätzen kleine Zeitbomben in Ihr Hirn. Die dystopische Szenerie wirkt oberflächlich vertraut, darunter lauert Fremde. Tick Tack.

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Surreal, rätselhaft, unwirklich: Georg Klein, der mit seinem neuen Roman auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse stand, ist ein Glücksfall für die deutsche Literatur. Surreal, rätselhaft, unwirklich: Georg Klein, der mit seinem neuen Roman auf der Shortlist des Preises der Leipziger Buchmesse stand, ist ein Glücksfall für die deutsche Literatur.

Kundenbewertungen

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Ein Roman: Wunderbar wuchernd.
von einer Kundin/einem Kunden am 14.05.2018

Georg Kleins neuer Roman heißt ?Miakro?. Nahe liegt, dass der Titel die zwei Wörter ?mikro? und ?makro? zu einem Wort zusammenzieht. In dem Roman bleibt es aber nicht bei dieser einen neuen Wortschöpfung. Der ganze Roman gleich diesem Verfahren, der die Sprache umstellt, neu zusammensetzt und wuchern lässt. Als... Georg Kleins neuer Roman heißt ?Miakro?. Nahe liegt, dass der Titel die zwei Wörter ?mikro? und ?makro? zu einem Wort zusammenzieht. In dem Roman bleibt es aber nicht bei dieser einen neuen Wortschöpfung. Der ganze Roman gleich diesem Verfahren, der die Sprache umstellt, neu zusammensetzt und wuchern lässt. Als Autor ist Georg Klein mit seiner Schreibweise recht singulär. Kurzzeitig erinnerte mich Georg Kleins Schreibweise an jene von Julian Gracq oder an die des jungen Ernst Jüngers. Der Roman lässt sich schwer nacherzählen. Georg Kleins Erzählweise erzeugt jedoch allemal einen Sog, der die Leserin mitreißen kann. Der Erzählfluss ist spannend geschrieben. Dennoch entzieht sich alles, was im Erzählen berichtet wird, der Leserin. Eigentlich kann man sich kaum eine Vorstellung von dem machen, was geschildert wird. Bei weitem liegt es nicht an der Präzision der Erzählung. Georg Klein ist sprachlich sehr genau. Kein Wort scheint zu viel oder zu wenig zu sein. Aber von dem Geschilderten kann man sich keine Vorstellung machen: weder von den Gegenständen, den Handlungen, den Personen, noch von den groben Abläufen der Geschichte, die den Roman strukturieren. Auch wenn es heißt, dass Georg Klein in seinen Romanen phantastische bzw. Sciencefiction-fiction-artige Welten entwirft, so trifft diese Bestimmung nicht die Vorgangsweise seiner Sprache in den Romanen. Georg Klein erzählt keinen Roman, um den Werdegang einer Person oder den Ablauf einer Handlung zu schildern. In seiner Sprache kann sich kein Leser behaglich einrichten. Hierzu fällt mir der Begriff der ?transzendentalen Obdachlosigkeit? ein, von der Georg Lukács im Zusammenhang mit dem Roman sprach. Vielleicht muss man Georg Kleins letzten Absatz in seinen Roman ernst nehmen. Dort heißt es: ?Windstill. Dieselbe klamme Angst krampft beiden Wachposten die Kehle. Aber sie fürchten umsonst. Noch wirkt das Wesen vor sich hin. Es bildet, es bildet sich, indem es anderes bildet. Es bildet nach und bildet um und um. Es spricht zu sich und spricht darin zu uns. Ein weiterer Befehl sammelt brav Silben, formt stockend und stotternd Wörter, kombiniert sie zu kurzen, komisch ungelenken Reihen, forscht rührend unermüdlich nach jedem einen Satz, mit dem es sich eröffnen und sporensprühend sein Innen wie ein Geschenk in unsere Welt, in unser aller Welt entäußern wird.?