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Der Reisende

Ungekürzte Lesung mit Torben Kessler (6 CDs), Lesung. CD Standard Audio Format

(73)
Berlin, 1938: Der Kaufmann Otto Silbermann findet sich nach den Novemberpogromen und seiner Flucht aus Berlin als rastloser Reisender in den Zügen der Deutschen Reichsbahn wieder. Verwandte und Freunde sind verhaftet oder verschwunden. Was ihm noch bleibt, ist eine Aktentasche voller Geld. In den Waggons, auf Bahnsteigen und in Bahnhofsrestaurants, auf seinen Fahrten quer durchs Land trifft er auf andere Reisende, Flüchtlinge und Nazis, auf gute wie schlechte Menschen. Noch nie hat man mit so unmittelbarer Wucht nachempfinden können, wie lebensverändernd die Novemberpogrome für jeden einzelnen Menschen in Deutschland waren.

Ungekürzte Lesung mit Torben Kessler
6 CDs | ca. 7 h 25 min
Portrait
Torben Kessler, geboren 1975, gehörte zum Ensemble des Schauspiels Frankfurt, bevor er ans Düsseldorfer Schauspielhaus wechselte. Er ist in Fernsehserien wie »Tatort« sowie im Kinofilm »Der Baader Meinhof Komplex« zu sehen. Der beliebte Hörbuchsprecher las u.a. Hanya Yanagiharas »Ein wenig Leben« ein und für DAV zuletzt »Drei Tage und ein Leben« von Pierre Lemaitre.

Ulrich Alexander Boschwitz, geboren 1915, verfasste »Der Reisende« ab November 1938 innerhalb weniger Wochen. Der Roman wurde 1939 in Schweden und England, wenig später in den USA und in Frankreich publiziert. Trotz seiner jüdischen Wurzeln wurde er in England als »enemy alien« interniert und starb 1942 durch einen deutschen Torpedo bei einem Schiffstransport.
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Beschreibung

Produktdetails


Medium CD
Sprecher Torben Kessler
Anzahl 6
Erscheinungsdatum 09.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783742404039
Verlag Der Audio Verlag
Spieldauer 445 Minuten
Hörbuch (CD)
17,19
inkl. gesetzl. MwSt.
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Buchhändler-Empfehlungen

Eine Buchhändlerin/ein Buchhändler, Thalia-Buchhandlung Oldenburg

Mit 23 Jahren schreibt ein Autor einen Roman, der so unglaublich ist, dass man sich fragt, woher er nur diese Erfahrung und die Sensibilität für seine Hauptfigur hernimmt. Grandios Mit 23 Jahren schreibt ein Autor einen Roman, der so unglaublich ist, dass man sich fragt, woher er nur diese Erfahrung und die Sensibilität für seine Hauptfigur hernimmt. Grandios

„Fremd im eigenen Land“

Matthias Preuschoff, Thalia-Buchhandlung Wuppertal

Egal wohin er reist, Die Schlinge um Otto Silbermanns Hals zieht sich mit jeder Seite immer weiter zu. Die ständige Furcht, der Verlust von Familie und Hab und Gut treiben ihn in den Wahnsinn.
Ein intensives Buch, welches durch die auf jeder Seite zunehmende Verzweiflung des Protagonisten exemplarisch für das Leid der jüdischen Bevölkerung nach Hitlers Machtergreifung gesehen werden kann.
Egal wohin er reist, Die Schlinge um Otto Silbermanns Hals zieht sich mit jeder Seite immer weiter zu. Die ständige Furcht, der Verlust von Familie und Hab und Gut treiben ihn in den Wahnsinn.
Ein intensives Buch, welches durch die auf jeder Seite zunehmende Verzweiflung des Protagonisten exemplarisch für das Leid der jüdischen Bevölkerung nach Hitlers Machtergreifung gesehen werden kann.

Tatjana Hefter, Thalia-Buchhandlung Aschaffenburg

Der Jude Otto Silbermann irrt nach der Flucht aus seiner Wohnung per Bahn durch Deutschland. Ohne echtes Ziel, immer in der Angst verhaftet zu werden. Beeindruckend auch heute noch Der Jude Otto Silbermann irrt nach der Flucht aus seiner Wohnung per Bahn durch Deutschland. Ohne echtes Ziel, immer in der Angst verhaftet zu werden. Beeindruckend auch heute noch

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Aufwühlendes Zeitdokument Deutschlands des Jahres 1938.Was es heißt eine menschliche Existenz systematisch zu zerstören,wird hier am Bsp.des jüdischen Kaufmanns Silbermann gezeigt. Aufwühlendes Zeitdokument Deutschlands des Jahres 1938.Was es heißt eine menschliche Existenz systematisch zu zerstören,wird hier am Bsp.des jüdischen Kaufmanns Silbermann gezeigt.

„beeindruckendes Debüt von 1938“

Kerstin Hahne, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Der Roman eines Hellsichtigen, so könnte man diesen schmalen Band auch beschreiben.Sein Autor Ulrich Alexander Boschwitz ist tot - gestorben im Alter von nur 27 Jahren, auf der Rückreise aus einem britischen Deportationslager 1942 wurde sein Schiff torpediert.
Das bereits 1938(!) entstandene Buch „Der Reisende“ hatte er nach seiner Flucht aus Deutschland in Luxemburg und Brüssel verfasst: ein Roman über einen angesehenen, jüdischen Kaufmann, der nach den November-Progromen 38 immerfort in Zügen durch Deutschland reist.In ständiger Angst lebend, hat er vergeblich versucht, über die Grenze zu gelangen, am Ende wird er verhaftet und ins Irrenhaus gesteckt, Ausgang gewiss...
Der Roman wird 1939 in England veröffentlicht, während in Deutschland den Wenigsten klar zu sein scheint, wohin der Kurs der NSDAP tatsächlich führen wird.Viele Ausländer sind noch da, Botschafter, Journalisten,Geschäftsleute und andere berichten nach Hause.Der 23j. Boschwitz aber schreibt wie im Rausch die Geschichte seines verzweifelten Helden Otto Silbermann - ein literarisches Zeugnis der Gleichgültigkeit der restlichen Welt gegenüber den Verbrechen, die sich in Deutschland und Österreich abspielen.
Von Peter Graf sorgsam editiert, legt dieses Buch nun wieder Zeugnis ab – eindrücklich, berührend und sehr traurig machend.
Der Roman eines Hellsichtigen, so könnte man diesen schmalen Band auch beschreiben.Sein Autor Ulrich Alexander Boschwitz ist tot - gestorben im Alter von nur 27 Jahren, auf der Rückreise aus einem britischen Deportationslager 1942 wurde sein Schiff torpediert.
Das bereits 1938(!) entstandene Buch „Der Reisende“ hatte er nach seiner Flucht aus Deutschland in Luxemburg und Brüssel verfasst: ein Roman über einen angesehenen, jüdischen Kaufmann, der nach den November-Progromen 38 immerfort in Zügen durch Deutschland reist.In ständiger Angst lebend, hat er vergeblich versucht, über die Grenze zu gelangen, am Ende wird er verhaftet und ins Irrenhaus gesteckt, Ausgang gewiss...
Der Roman wird 1939 in England veröffentlicht, während in Deutschland den Wenigsten klar zu sein scheint, wohin der Kurs der NSDAP tatsächlich führen wird.Viele Ausländer sind noch da, Botschafter, Journalisten,Geschäftsleute und andere berichten nach Hause.Der 23j. Boschwitz aber schreibt wie im Rausch die Geschichte seines verzweifelten Helden Otto Silbermann - ein literarisches Zeugnis der Gleichgültigkeit der restlichen Welt gegenüber den Verbrechen, die sich in Deutschland und Österreich abspielen.
Von Peter Graf sorgsam editiert, legt dieses Buch nun wieder Zeugnis ab – eindrücklich, berührend und sehr traurig machend.

Nadja Schwarz, Thalia-Buchhandlung Nürnberg

Erschütternd und beeindruckend, das Buch lässt einen auch nach dem Lesen nicht los... Erschütternd und beeindruckend, das Buch lässt einen auch nach dem Lesen nicht los...

„"Sie wollen mich also hinauswerfen"?“

Claudia Tross, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Der Autor Boschwitz starb 1942, als das Schiff, auf dem er sich zur Rückreise vom Internierungslager nach England befand, von einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Er war 27 Jahre alt.
1938 schrieb er diesen Roman, der in England und USA veröffentlicht wurde, und erst nach 80 Jahren auf deutsch, der Sprache, in der er geschrieben wurde.
Er beschreibt die Situation des Otto Silbermann, der verängstigt und ohne Ziel nach den Novemberprogromen durch Deutschland reist.
Der Autor erzählt mit einer Hellsichtigkeit, dass es einen schaudern muss. Sofort musste ich an Victor Klemperer denken, der mit der Beschreibung seiner Alltagserfahrungen ab 1933, die Ausgrenzung aus der Gesellschaft aufdeckte.
Danke an den Verlag, dass dieses Buch erscheinen konnte.
Der Autor Boschwitz starb 1942, als das Schiff, auf dem er sich zur Rückreise vom Internierungslager nach England befand, von einem deutschen U-Boot versenkt wurde. Er war 27 Jahre alt.
1938 schrieb er diesen Roman, der in England und USA veröffentlicht wurde, und erst nach 80 Jahren auf deutsch, der Sprache, in der er geschrieben wurde.
Er beschreibt die Situation des Otto Silbermann, der verängstigt und ohne Ziel nach den Novemberprogromen durch Deutschland reist.
Der Autor erzählt mit einer Hellsichtigkeit, dass es einen schaudern muss. Sofort musste ich an Victor Klemperer denken, der mit der Beschreibung seiner Alltagserfahrungen ab 1933, die Ausgrenzung aus der Gesellschaft aufdeckte.
Danke an den Verlag, dass dieses Buch erscheinen konnte.

„" Das Leben ist uns verboten "“

Stefanie Willaredt, Thalia-Buchhandlung Bonn

Die o.g. Überschrift ist ein Zitat aus dem Buch " Der Reisende ", das der damals gerade 23 Jahr junge Ulrich Alexander Boschwitz 1938, unmittelbar nach den Novemberpogromen verfasst hat.
Der jüdischen Kaufmann Otto Silbermann verliert in diesem bewegenden Buch zuerst all sein Hab und Gut, dann seine Würde und schließlich seinen Verstand.
Kein Buch, das man eben so zwischendurch einmal lesen kann.
Eine bewegende, ergreifende und gleichermaßen beschämende Lektüre.
Die o.g. Überschrift ist ein Zitat aus dem Buch " Der Reisende ", das der damals gerade 23 Jahr junge Ulrich Alexander Boschwitz 1938, unmittelbar nach den Novemberpogromen verfasst hat.
Der jüdischen Kaufmann Otto Silbermann verliert in diesem bewegenden Buch zuerst all sein Hab und Gut, dann seine Würde und schließlich seinen Verstand.
Kein Buch, das man eben so zwischendurch einmal lesen kann.
Eine bewegende, ergreifende und gleichermaßen beschämende Lektüre.

„Eine bedrückende und berührende Geschichte aus dunklen Zeiten“

Claudia Engelmann, Thalia-Buchhandlung Korbach

Erstmals in deutscher Sprache ist dieses lange vergessene Manuskript von Ulrich Alexander Boschwitz nun zu entdecken, das der Autor im Alter von 23 Jahren schrieb, als er sich schon auf der Flucht aus Nazideutschland befand. Er erzählt die bedrückende und berührende Geschichte des jüdischen Kaufmanns Otto Silbermann, der sich seines Platzes in Deutschland sicher zu sein glaubt. Doch nach den Pogromen der Reichskristallnacht 1938 beginnt seine kleine heile Welt auseinanderzubrechen, denn er muss Hals über Kopf aus seiner Wohnung fliehen, und zwar ohne seine Frau, der es gelingt, zu ihrem arischen Bruder zu flüchten. Silbermann irrt zunächst in Berlin umher, und er schafft es, von seinem ehemaligen Kompagnon noch einen Teil seines erheblichen Vermögens ausgehändigt zu bekommen. Kopflos und getrieben fährt er mit dem Zug quer durch Deutschland auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich ins Ausland abzusetzen. Nach tagelangen Irrfahrten erreicht er die Grenze nach Belgien, wird dort aber umgehend von den Grenzsoldaten zurück nach Deutschland befördert. So reist er verzweifelt und mit zunehmenden Maß auch phlegmatischer, sein Bargeld in einer Aktentasche bei sich führend, mit der Reichsbahn quer durchs Land, auf der Suche nach einer Lösung. Das dies kein gutes Ende nehmen kann, wird dem Leser schnell klar. Im Gegensatz zu Silbermann hat es Boschwitz rechtzeitig ins Ausland geschafft, ist aber 1942 auf tragische Weise ums Leben gekommen, als das Schiff, auf dem er sich auf der Weiterreise befand, von Deutschen beschossen wurde und sank.
Mich hat der Roman sofort gepackt, und ich bin mit Otto Silbermann durch dieses schreckliche Deutschland gereist, habe die beklemmende Atmosphäre gespürt, die bedrohliche Stimmung und das ausweglose Davonlaufen – ein Buch, das gerade in der heutigen Zeit, wo wieder Menschen auf der Flucht sind, wichtiger denn je ist.
Erstmals in deutscher Sprache ist dieses lange vergessene Manuskript von Ulrich Alexander Boschwitz nun zu entdecken, das der Autor im Alter von 23 Jahren schrieb, als er sich schon auf der Flucht aus Nazideutschland befand. Er erzählt die bedrückende und berührende Geschichte des jüdischen Kaufmanns Otto Silbermann, der sich seines Platzes in Deutschland sicher zu sein glaubt. Doch nach den Pogromen der Reichskristallnacht 1938 beginnt seine kleine heile Welt auseinanderzubrechen, denn er muss Hals über Kopf aus seiner Wohnung fliehen, und zwar ohne seine Frau, der es gelingt, zu ihrem arischen Bruder zu flüchten. Silbermann irrt zunächst in Berlin umher, und er schafft es, von seinem ehemaligen Kompagnon noch einen Teil seines erheblichen Vermögens ausgehändigt zu bekommen. Kopflos und getrieben fährt er mit dem Zug quer durch Deutschland auf der Suche nach einer Möglichkeit, sich ins Ausland abzusetzen. Nach tagelangen Irrfahrten erreicht er die Grenze nach Belgien, wird dort aber umgehend von den Grenzsoldaten zurück nach Deutschland befördert. So reist er verzweifelt und mit zunehmenden Maß auch phlegmatischer, sein Bargeld in einer Aktentasche bei sich führend, mit der Reichsbahn quer durchs Land, auf der Suche nach einer Lösung. Das dies kein gutes Ende nehmen kann, wird dem Leser schnell klar. Im Gegensatz zu Silbermann hat es Boschwitz rechtzeitig ins Ausland geschafft, ist aber 1942 auf tragische Weise ums Leben gekommen, als das Schiff, auf dem er sich auf der Weiterreise befand, von Deutschen beschossen wurde und sank.
Mich hat der Roman sofort gepackt, und ich bin mit Otto Silbermann durch dieses schreckliche Deutschland gereist, habe die beklemmende Atmosphäre gespürt, die bedrohliche Stimmung und das ausweglose Davonlaufen – ein Buch, das gerade in der heutigen Zeit, wo wieder Menschen auf der Flucht sind, wichtiger denn je ist.

Michael Wasel, Thalia-Buchhandlung Münster

Ein eindrucksvolles Buch, dass den Leser nicht mehr so schnell loslassen wird. Bewegend und erschreckend führt uns der Autor in diese dunkle Zeit. Ein eindrucksvolles Buch, dass den Leser nicht mehr so schnell loslassen wird. Bewegend und erschreckend führt uns der Autor in diese dunkle Zeit.

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Die Flucht des Protagonisten aus dem nationalsozialistischen Berlin in ein Zugabteil als neue Heimat... Obwohl der Inhalt erschütternd ist,sollte man dieses Buch unbedingt lesen! Die Flucht des Protagonisten aus dem nationalsozialistischen Berlin in ein Zugabteil als neue Heimat... Obwohl der Inhalt erschütternd ist,sollte man dieses Buch unbedingt lesen!

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Ein Jude + sein Leben während der NS-Zeit - eine Geschichte, so traurig wie schön, so beängstigend wie hoffnungsvoll. Ein Buch, das dem Leser einiges abverlangt und doch viel gibt. Ein Jude + sein Leben während der NS-Zeit - eine Geschichte, so traurig wie schön, so beängstigend wie hoffnungsvoll. Ein Buch, das dem Leser einiges abverlangt und doch viel gibt.

Anja Werner, Thalia-Buchhandlung Leverkusen

Eine beachtliche Wiederentdeckung eines zu früh verstorbenen Autoren. Boschwitz verknüpft seine persönlichen Eindrücke der Novemberpogrome zu einem eindringlichen Roman. Eine beachtliche Wiederentdeckung eines zu früh verstorbenen Autoren. Boschwitz verknüpft seine persönlichen Eindrücke der Novemberpogrome zu einem eindringlichen Roman.

„"Zum Leben gehört Mut. Zum Selbstmord nur Verzweiflung"“

Karin Harmel, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Der Autor schrieb die Geschichte im Jahr 1938 noch ganz unter dem Eindruck der Reichsprogromnacht. Wer bis dahin nicht Reisaus genommen hatte, dem wurden jetzt mit aller Macht die Augen geöffnet. So geht es auch dem arisch aussehenden Juden Silbermann. Ein Geschäftsmann, dem alles genommen wird, der erkennen muss, daß Geschäftspartner und "Freunde" seine Not schamlos ausnutzen, ja sie sogar herbeiführen, und sich am Ende doch noch als gute Menschen fühlen. So landet Silbermann in der Deutschen Bahn, versucht von A nach B, vielleicht sogar ins rettende Ausland zu gelangen.
In dieser Zeit wird aus der Persönlichkeit, dem angesehenen Geschäftsmann Silbermann, ganz schnell ein verlorener Mensch. Wenn er sich denn so überhaupt noch so bezeichnen darf. Trifft unterschiedlichste Menschen, wobei die Anständigen sehr rar gesät sind. Auch Silbermann gehört nicht immer dazu.
Hochaktuell, beeindruckend! Das Nachwort lohnt sich übrigens ebenfalls!
Der Autor schrieb die Geschichte im Jahr 1938 noch ganz unter dem Eindruck der Reichsprogromnacht. Wer bis dahin nicht Reisaus genommen hatte, dem wurden jetzt mit aller Macht die Augen geöffnet. So geht es auch dem arisch aussehenden Juden Silbermann. Ein Geschäftsmann, dem alles genommen wird, der erkennen muss, daß Geschäftspartner und "Freunde" seine Not schamlos ausnutzen, ja sie sogar herbeiführen, und sich am Ende doch noch als gute Menschen fühlen. So landet Silbermann in der Deutschen Bahn, versucht von A nach B, vielleicht sogar ins rettende Ausland zu gelangen.
In dieser Zeit wird aus der Persönlichkeit, dem angesehenen Geschäftsmann Silbermann, ganz schnell ein verlorener Mensch. Wenn er sich denn so überhaupt noch so bezeichnen darf. Trifft unterschiedlichste Menschen, wobei die Anständigen sehr rar gesät sind. Auch Silbermann gehört nicht immer dazu.
Hochaktuell, beeindruckend! Das Nachwort lohnt sich übrigens ebenfalls!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
73 Bewertungen
Übersicht
58
11
3
1
0

Irrfahrt
von Kaffeeelse am 03.10.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Dieses Buch von Boschwitz spielt in den Tagen der Novemberpogromen 1938. Es geht um den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann, der versucht sich selbst zu retten. Das klingt eigentlich nach einer Geschichte, von der man annehmen könnte, dass man schwer mit seinen Gefühlen kämpfen muss. Aber nicht so in diesem... Dieses Buch von Boschwitz spielt in den Tagen der Novemberpogromen 1938. Es geht um den jüdischen Kaufmann Otto Silbermann, der versucht sich selbst zu retten. Das klingt eigentlich nach einer Geschichte, von der man annehmen könnte, dass man schwer mit seinen Gefühlen kämpfen muss. Aber nicht so in diesem Buch. Die Figur des Otto Silbermann ließ mich seltsam ungerührt und unberührt zurück. Der Autor schafft es leider nicht mich zu erreichen, dass Geschriebene ließ mich recht kalt. Etwas was mich auch erschreckt zurück lässt. Seltsamerweise regt mich die Hauptperson auch recht stark auf, wirkt auf mich recht auf sich bezogen, dieses so wenig an seine Frau denken, finde ich schon sehr seltsam, auch das Einwirken auf seinen Sohn stellt mich vor einige Fragen. Mir kam es so vor, als ob der Autor bewusst jemanden mit seinen Fehlern zeichnen wollte, um die Menschlichkeit/Fehlbarkeit dieser Person zu demonstrieren und um die Leser aufzurütteln/wachzurütteln und gleichzeitig auch zu erreichen. Okay, das ist mir bewusst. Hat aber bei mir nicht wirklich funktioniert. Zur Handlung: Der ehemals sehr angesehene jüdische Kaufmann Otto Silbermann kann gerade noch so, vor den Schergen des Naziregimes fliehen und so sein Leben retten. Ihm gelingt es mit Verlusten auch einen Teil seines Vermögens zu retten. Mit diesem Vermögen reist er nun allein durch Deutschland, auf der Suche nach einer Fluchtmöglichkeit oder einem Unterschlupf. Da er im ersten Weltkrieg für Deutschland gekämpft hatte, und immer der Meinung war, das deutsche Vaterland achtet ihn deshalb, fällt es ihm sichtlich schwer zu erkennen, was das Land nun wirklich in ihm sieht, "ein Schimpfwort auf zwei Beinen". Obwohl ihn andere gewarnt hatten, hat er die Zeichen der Zeit nicht erkannt, sondern eher vollkommen missverstanden. Jetzt erkennt er nach und nach seine Situation und kämpft mit seinen Gedanken/seinen Wünschen. Schlussendlich ist dieses Buch ein interessantes Zeitdokument, hat einen großen Sog, ist auch ganz nett zu lesen. Aber definitiv keine Empfehlung. Für mich gibt es Besseres zu diesem Thema.

Ergreifendes Buch über den Alltag der Juden im Nazi-Deutschland
von einer Kundin/einem Kunden am 17.07.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das Buchcover wirkt düster, passt aber zum Roman. Schon die Einleitung vom Verlagsinhaber Peter Graf macht einen neugierig auf die Geschichte vom Autor Ulrich Alexander Boschwitz. Der Schreibstil gefällt mir, es liest sich flüssig und leicht, man sieht die Geschichte regelrecht als Film vor sich. Und man kann sich sofort... Das Buchcover wirkt düster, passt aber zum Roman. Schon die Einleitung vom Verlagsinhaber Peter Graf macht einen neugierig auf die Geschichte vom Autor Ulrich Alexander Boschwitz. Der Schreibstil gefällt mir, es liest sich flüssig und leicht, man sieht die Geschichte regelrecht als Film vor sich. Und man kann sich sofort in die Person Otto Silbermann versetzen. Die Geschichte gibt die Zeit wieder, die im Nazi-Deutschland 1938 herrschte. Die Angst, die Unsicherheit, wem kann man trauen, wer ist man eigentlich? Diese Fragen treiben Otto Silbermann, die Hauptfigur, um. Er war doch bis jetzt ein angesehener Geschäftsmann, und nun, durch die politischen Umstände, ist plötzlich alles anders. Nun ist es plötzlich wichtig, ob man Jude ist oder nicht. Noch begegnen ihm Nachbarn und Bekannte freundlich, obwohl sie wissen, dass er Jude ist, doch er merkt, dass das nicht mehr lange so sein wird. Man spürt die Angst von Otto Silbermann und es schnürt einem die Kehle beim Lesen zu. Dieses Buch man einfach weiter lesen, man will wissen, wie es dem Menschen Otto Silbermann im Deutschland 1938 ergangen ist.

Beklemmendes Zeitzeugnis
von einer Kundin/einem Kunden aus Stuttgart am 09.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Der Berliner Jude Otto Silbermann hat den Zeitpunkt zur Flucht aus Deutschland verpasst, er kann seiner Verhaftung gerade noch entkommen. Sein Hab und Gut hat er bereits verloren, nun will er seine Würde behalten, doch zum Schluss verliert er alles, was er hat. Der Autor Ulrich Alexander Boschwitz erzählt teilweise... Der Berliner Jude Otto Silbermann hat den Zeitpunkt zur Flucht aus Deutschland verpasst, er kann seiner Verhaftung gerade noch entkommen. Sein Hab und Gut hat er bereits verloren, nun will er seine Würde behalten, doch zum Schluss verliert er alles, was er hat. Der Autor Ulrich Alexander Boschwitz erzählt teilweise autobiografisch von der systematischen Verfolgung der Juden in Deutschland. Unter dem Eindruck der Geschehnisse der Novemberpogrome 1938 entstand dabei ein beklemmendes Zeitzeugnis, das sich sehr flüssig liest und dabei gleichzeitig erschreckend und berührend ist. Otto Silbermann ist immer in Gefahr, entdeckt zu werden, er muss sich allein zurechtfinden unter Menschen, die ihm teilweise Böses wollen, andere, denen er egal ist, aber auch welchen, die ihm helfen wollen. Seine ausweglose Situation ist dabei sehr überzeugend geschildert. Der Sprachstil erinnert daran, dass das Buch bereits 1939 und 1940 in England bzw. Amerika erschienen ist. Das lässt die Erzählung jedoch umso authentischer erscheinen. Beeindruckend ist dabei nicht nur die Geschichte an sich, sondern auch, dass der Autor zum damaligen Zeitpunkt gerade mal 23 Jahre alt war. Von mir gibt es eine unbedingte Leseempfehlung für diese äußerst ungewöhnliche Geschichte.