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Die Herkunft der anderen

Über Rasse, Rassismus und Literatur

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Die amerikanische Literaturnobelpreis-Trägerin Toni Morrison hat ihr Leben als Schriftstellerin der Rassenfrage und dem Rassismus gewidmet. Nun meldet sie sich mit klugen, schneidend klaren Worten zum Thema Rassismus in Amerika.
Die sechs hier abgedruckten Texte basieren auf Vorlesungen an der Harvard University im Sommer 2016. Es sind Betrachtungen über Rasse und Rassismus, die die Zerrissenheit der amerikanischen Gesellschaft widerspiegeln und durch die Wahl eines das Land spaltenden Präsidenten sowie den zunehmenden, unverbrämten Alltagsrassismus eine brennende Aktualität bekommen.
Wie und wann entsteht das Konzept des Andersseins? Angeboren ist es ja nicht. Toni Morrison beantwortet diese Frage mit persönlichen Erinnerungen aus ihrer Kindheit, erzählt von eigenen Familien- und Berufserfahrungen und spricht über reale Fälle, die sie zu ihren Romanen inspiriert haben.
Zudem macht sich Toni Morrison Gedanken zur Geschichte und Funktion von Literatur in einer latent rassistischen Gesellschaft. Sie leitet den literarischen Rassismus aus der Romantisierung des Sklaventums her und belegt mit Beispielen von Faulkner bis Hemingway die ständige Angst vor den schwarzen Gesichtern. Dabei schlägt sie einen weltpolitischen Bogen, von der individuellen Herkunft bis hin zur Globalisierung, zu Grenzen und Fluchtbewegungen.
Eine große Autorin erhebt ihre Stimme. Ein brisantes Buch, das Mut macht und Hoffnung gibt.
Rezension
Hätte Amerika eine Nationalschriftstellerin, so wäre es Toni Morrison.
Portrait
Toni Morrison

Toni Morrison wurde am 18.2.1931 in Lorain, Ohio, USA, als zweites von vier Kindern eines schwarzen Arbeiterehepaares geboren. Nach dem Besuch örtlicher Schulen 1949 Beginn des Studiums an der Howard University in Washington, DC. Erste Erfahrungen mit dem Südstaaten-Rassismus während einer Tournee als Mitglied der Universitätstheatergruppe. Ab 1953 Anglistikstudium an der renommierten Cornell University bis zum Magisterabschluss 1955. Lehrtätigkeit, zunächst an der Texas Southern University (1955-1957), danach an der Howard University (1957-1964). Ehe mit dem jamaikanischen Architekten Harold Morrison, aus der zwei Söhne hervorgehen. Nach der Scheidung 1964 Rückkehr nach Lorain. 1965 Umzug nach New York und Lektorentätigkeit beim Verlag. Random House. Schrieb Geschichten, aus denen sie schließlich ihren ersten Roman entwickelte. 1970 Debüt als Romanautorin.Zu ihren bedeutendsten Werken zählen u. a "Sehr blaue Augen", "Solomons Lied" "Menschenkind", "Jazz", "Paradies" und die Essaysammlung "Im Dunkeln spielen" über die Antinomien von weißer und schwarzer Kultur. Sie zählt seit langem zur Garde der bedeutendsten Autoren Amerikas. 1980 Mitglied des National Council on the Arts. 1981 in die American Academy of Arts and Letters aufgenommen. Seit 1989 Professorin für afroamerikanische Literatur an der Princeton University, NJ. Auszeichnungen: National Book Critics' Circle Award (1978); American-Academy-and-Institute-of-Arts-and-Letters Award für Erzählliteratur (1980); Cleveland Arts Award für Literatur (1980); Robert F. Kennedy Book Award (1988); Melcher Book Award (1988); Unitarian Universalist Award (1988); Nobelpreis für Literatur (1993); Commandeur des Arts et des Lettres, Frankreich (1993).

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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 112 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 27.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783644001831
Verlag Rowohlt E-Book
Dateigröße 1023 KB
Übersetzer Thomas Piltz
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

Lorena Lahrem, Thalia-Buchhandlung Berlin

Gewaltig & erschütternd. Toni Morrison wie man sie kennt oder aber unbedingt kennenlernen sollte - nur ein Mensch, der es selbst erlebt hat, kann Rassismus so auf den Zahn fühlen. Gewaltig & erschütternd. Toni Morrison wie man sie kennt oder aber unbedingt kennenlernen sollte - nur ein Mensch, der es selbst erlebt hat, kann Rassismus so auf den Zahn fühlen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
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Übersicht
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von einer Kundin/einem Kunden am 15.06.2018
Bewertet: anderes Format

Morrison legt mit ihrem Buch eine interessante und sehr intelligente Betrachtung zum Thema Rassismus vor, die zu lesen sich in jedem Fall lohnt.

Ein wichtiger Beitrag zum aktuellen Thema.
von Wedma am 27.03.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

?Die Herkunft der anderen? von Toni Morrison habe ich gern gelesen und empfehle das Buch auch weiter, insb. für diejenigen, die sich für das Thema Rassismus interessieren. Klappentext auf der Rückseite des Bandes beschreibt den Inhalt sehr gut: ?In diesen Essays nimmt die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison Stellung zum Thema... ?Die Herkunft der anderen? von Toni Morrison habe ich gern gelesen und empfehle das Buch auch weiter, insb. für diejenigen, die sich für das Thema Rassismus interessieren. Klappentext auf der Rückseite des Bandes beschreibt den Inhalt sehr gut: ?In diesen Essays nimmt die Literaturnobelpreisträgerin Toni Morrison Stellung zum Thema Rasse und Rassismus, zum Konzept des ?Andersseins? und nicht zuletzt zur Rolle der Literatur und zu dem, was sie an Aufklärung leisten kann. Was ist Rasse, und warum spielt sie eine Rolle? Warum schient der Mensch das Konzept der ?anderen? zu brauchen? Morrison nähert sich diesen Fragen vorwiegend literaturgeschichtlich und philosophisch, jedoch ?ist es unmöglich?, ihre Überlegungen zur Frage der Zugehörigkeit, der Auswahl derjenigen, die sich unter dem Schutzschirm der Gesellschaft willkommen fühlen dürfen, ohne ein Bewusstsein unsere aktuellen Situation zu lesen.? Der Band beinhaltet 6 Essays: ?Romantisierte Sklaverei?, ?Fremd sein oder fremd werden?, ?Fetisch Farbe?, ?Was bedeutet ?schwarz??, ?Vom Anderssein erzählen?, ?die Heimat des Fremden?. Wie Ta-Nehisi Coates im Vorwort treffend sagt: ?Es sind Vorträge über die Erschaffung des Fremden und die Errichtung von Zäunen, ein Versuch, mit den Werkzeugen von Literaturkritik, Geschichtswissenschaft und persönlicher Erinnerung zu verstehen, wie und warum es dazu kommen konnte, dass wir diese Zäune mit Hautpigmenten in Verbindung bringen.? S. 9. Toni Morrison sagt viele Dinge, die nach wie vor ihre Gültigkeit besitzen, und die neue Aktualität im Licht der jüngsten Ereignisse in USA erlangt haben. Bei manchen ihrer Nacherzählungen aus den Werken anderer Autoren, die sie z.B. im ersten Essay einfließen lässt, kann kein Mensch unberührt bleiben: Der sadistische Umgang britischer Kolonialisten mit farbigen Sklaven Mitte 19. Jh. ist dort das Thema. Diese Selbstverständlichkeit, mit der die Frauen vergewaltigt, die Männer umgebracht, die Kinder missbraucht wurden, diese emotionale Kälte, die die Herrschaften dabei an den Tag gelegt haben, all das liest sich deutlich heraus. Toni Morrison hat auch über die Ursachen des Rassismus nachgedacht. Essay 2 ?Fremd sein oder fremd werden? beginnt sie so: ?Weil es von so großem Nutzen sein kann, andere zu Andersartigen zu machen und als solche festzuschreiben, ist es wichtig, sich über zwei Dinge klarzuwerden: 1.) Worin besteht dieser Nutzen?; und 2.) Was wären die gesellschaftlichen und politischen Folgen eines Verzichts auf solche Vorteile?? S. 33. Da sieht man noch einmal: Der erste große Schritt, Antworten zu finden ist, die richtigen Fragen zu stellen. Paar Seiten später fährt sie fort: ?Die Vorstellungen davon, was es bedeutet, menschlich zu sein, haben sich gewandelt, und das Wort ?Wahrheit? hat seine Anführungszeichen so nötig, dass seine Abwesenheit (seine Ungreifbarkeit) beredter ist als sein Gebrauch. Warum sollen wir Fremde kennenlernen, wenn es einfacher ist, uns ihnen zu entfremden? Warum sollten wir die Distanz überwinden wollen, wenn wir die Tür auch schließen können? Kunst und Religion haben eine schwache Stimme, wenn sie nach Gemeinsinn im Gemeinwesen rufen.? S. 47. Dieses gesamte Essay ist sehr stark, sie bringt es auf den Punkt: ?Es gibt nur verschiedene Versionen unserer selbst, von denen wir viele nicht realisiert haben und die meisten von uns fernhalten wollen.? Auch weitere Essays sind spannend, denn sie beschäftigen sich mit anderen Facetten des Themas. Toni Morrison ist eine begnadete Erzählerin. Ihr knapper, kraftvoller Ausdruck nimmt den Leser sofort mit und lässt nicht los, bis die letzte Seite umgeblättert ist. Das Buch ist liebevoll gestaltet: flexibles Hardcover, farblich passendes Lesebändchen in Rot. Prima als Geschenk. Fazit: Ein wichtiger Beitrag zum aktuellen Thema. Ein sehr schön gemachtes Buch.