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Wenn Martha tanzt

Roman

Eine magische Kindheit in Pommern und eine wilde Zeit am Bauhaus!

Ein junger Mann reist nach New York, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter Martha bei Sotheby's versteigern zu lassen. Es enthält bislang unbekannte Skizzen und Zeichnungen von Feininger, Klee, Kandinsky und anderen Bauhaus-Künstlern. Martha wird 1900 als Tochter des Kapellmeisters eines kleinen Dorfes in Pommern geboren. Von dort geht sie ans Bauhaus in Weimar - ein gewagter Schritt. Walter Gropius wird auf sie aufmerksam, Martha entdeckt das Tanzen für sich und erringt so die Bewunderung und den Respekt der Bauhaus-Mitglieder. Bis die Nazis die Kunstschule schließen und Martha in ihre Heimat zurückkehrt. In ihrem Arm ein Kind und im Gepäck ein Notizbuch von immensem Wert - für sie persönlich und für die Nachwelt. Doch am Ende des Zweiten Weltkriegs verliert sich auf der Flucht Marthas Spur ...

Von Weimar in die Welt - ein Jahrhundertroman!

Rezension
»Es ist weniger die Geschichte, die fasziniert, als vielmehr der poetisch-lakonische Grundton, in dem Toma Saller seinen Erstling verfasst hat. Auf weitere Werke des Autors darf man gespannt sein.«, Ruhr Nachrichten, 27.06.2018
Portrait
Tom Saller, geboren 1967, hat Medizin studiert und arbeitet als Psychotherapeut in der Nähe von Köln. Falls er nicht gerade schreibt, spielt er Saxophon in einer Jazzcombo.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 288 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 09.03.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783843717090
Verlag Ullstein eBooks
Dateigröße 2807 KB
Verkaufsrang 1.460
eBook
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Buchhändler-Empfehlungen

„Spannende Familiengeschichte“

Jasmin Stenger, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Erzählt wird die Geschichte von Martha, einer willensstarken Frau, deren Weg von Pommern nach Weimar ans Bauhaus bis hin nach New York führt- und die lebenslang ein Geheimnis bewahrt.
Ein spannender Familienroman mit überraschendem Ende.
Erzählt wird die Geschichte von Martha, einer willensstarken Frau, deren Weg von Pommern nach Weimar ans Bauhaus bis hin nach New York führt- und die lebenslang ein Geheimnis bewahrt.
Ein spannender Familienroman mit überraschendem Ende.

„Bauhaus in Weimar...“

Kathrin Leibrock, Thalia-Buchhandlung Jena

Erzählt wird die Geschichte von Martha, 1900 in Pommern geboren. Es geht um ihr Leben und ihr Wirken und das ihrer Nachkommen bis ins Jahr 2001. Der Fokus liegt aber klar auf ihrer Zeit am Bauhaus in Weimar - sie, eine der ersten Studentinnen an der Bauhaus Universität trifft auf Klee, Gropius, Kandinsky und Feininger. Wie sich deren Leben miteinander verweben, versucht ihr Urenkel Thomas mit Hilfe von Marthas Tagebuch knapp 100 Jahre später herauszufinden....
Ein gut lesbarer Roman und eine gut recherchierte Zeitreise ins Weimar der 1920er Jahre, Sallers Schreibstil ist allerdings gewöhnungsbedürftig - zwar schnörkellos, aber an manchen Stellen dann doch zu knapp und lakonisch.
Erzählt wird die Geschichte von Martha, 1900 in Pommern geboren. Es geht um ihr Leben und ihr Wirken und das ihrer Nachkommen bis ins Jahr 2001. Der Fokus liegt aber klar auf ihrer Zeit am Bauhaus in Weimar - sie, eine der ersten Studentinnen an der Bauhaus Universität trifft auf Klee, Gropius, Kandinsky und Feininger. Wie sich deren Leben miteinander verweben, versucht ihr Urenkel Thomas mit Hilfe von Marthas Tagebuch knapp 100 Jahre später herauszufinden....
Ein gut lesbarer Roman und eine gut recherchierte Zeitreise ins Weimar der 1920er Jahre, Sallers Schreibstil ist allerdings gewöhnungsbedürftig - zwar schnörkellos, aber an manchen Stellen dann doch zu knapp und lakonisch.

„Großartig!“

Annegrit Fehringer, Thalia-Buchhandlung Kassel

Eine großartig erzählte Familiengeschichte vor dem historischen Hintergrund beider Weltkriege. Spannend bis zur letzten Seite! Unbedingte Lese-Empfehlung! Eine großartig erzählte Familiengeschichte vor dem historischen Hintergrund beider Weltkriege. Spannend bis zur letzten Seite! Unbedingte Lese-Empfehlung!

„Pommern....Weimar.....New York“

Angela Franke, Thalia-Buchhandlung Magdeburg

1900 Pommern..... Bauhaus Weimar......2001 New York
Ein Tagebuch von unfassbarem Wert wird gefunden und dadurch eine Familiengeschichte neu geschrieben.
Der Debütroman hat mich beeindruckt. Auch wenn es eine fiktive Lebensgeschichte über Martha ist, man kann sich sehr gut vorstellen das es so passiert sein kann. Ich habe es sehr gern gelesen.
1900 Pommern..... Bauhaus Weimar......2001 New York
Ein Tagebuch von unfassbarem Wert wird gefunden und dadurch eine Familiengeschichte neu geschrieben.
Der Debütroman hat mich beeindruckt. Auch wenn es eine fiktive Lebensgeschichte über Martha ist, man kann sich sehr gut vorstellen das es so passiert sein kann. Ich habe es sehr gern gelesen.

„Beeindruckend und bewegend“

Martha Volk, Thalia-Buchhandlung Neu-Ulm

Diese Geschichte ist wirklich eine gelungen Mischung aus Familiendrama, Liebesgeschichte und historischem Roman. Und dabei weder banal noch kitschig, sondern einfach packend und richtig toll zu lesen! Absolut empfehlenswert!!! Diese Geschichte ist wirklich eine gelungen Mischung aus Familiendrama, Liebesgeschichte und historischem Roman. Und dabei weder banal noch kitschig, sondern einfach packend und richtig toll zu lesen! Absolut empfehlenswert!!!

„Das Bauhaus mehr als nur eine Lebenseinstellung“

Manuela Quarz, Thalia-Buchhandlung Köln

Dieser Roman bietet einfach alles: Martha und Ella sind grossartige Frauenfiguren, die Bauhausära ist umwälzend und voller Inspirationen und die wahren Fakten um Walter Gropius , Johannes Itten und Gertrud Grunow hochspannend ! Die Familiengeschichte ist bestens in die Historie integriert und von Martha ist man sowieso direkt fasziniert ...unbedingt lesenswert! Dieser Roman bietet einfach alles: Martha und Ella sind grossartige Frauenfiguren, die Bauhausära ist umwälzend und voller Inspirationen und die wahren Fakten um Walter Gropius , Johannes Itten und Gertrud Grunow hochspannend ! Die Familiengeschichte ist bestens in die Historie integriert und von Martha ist man sowieso direkt fasziniert ...unbedingt lesenswert!

„Tanz und Tod“

Barbara Mahlkemper, Thalia-Buchhandlung Oberhausen

Der Enkel fliegt nach New York, um das Tagebuch seiner Großmutter Martha versteigern zu lassen.
Eine Rarität, ein Zeitdokument vom Beginn des 20. Jahrhunderts, Zeit der Bauhaus-Bewegung.
Martha tanzt durch das Jahrhundert
Der Roman ist unterhaltsam, führt berühmte Namen als normale Menschen vor
Der Autor bindet seine Zeitreise und das persönliche Schicksal seiner Protagonistin an historische Ereignisse und Katastrophen, um Zeit erlebbarer zu machen und seinen Figuren Authentizität und Tiefe zu geben.
Der leichte Erzählton irritiert angesichts der Tausenden von Toten, die der Untergang der "Gustloff" und das Attentat auf das World Trade Center 2001 in New York zur Folge hatten.

Der Enkel fliegt nach New York, um das Tagebuch seiner Großmutter Martha versteigern zu lassen.
Eine Rarität, ein Zeitdokument vom Beginn des 20. Jahrhunderts, Zeit der Bauhaus-Bewegung.
Martha tanzt durch das Jahrhundert
Der Roman ist unterhaltsam, führt berühmte Namen als normale Menschen vor
Der Autor bindet seine Zeitreise und das persönliche Schicksal seiner Protagonistin an historische Ereignisse und Katastrophen, um Zeit erlebbarer zu machen und seinen Figuren Authentizität und Tiefe zu geben.
Der leichte Erzählton irritiert angesichts der Tausenden von Toten, die der Untergang der "Gustloff" und das Attentat auf das World Trade Center 2001 in New York zur Folge hatten.

„Martha ist eigenwillig“

Claudia Tross, Thalia-Buchhandlung Offenbach

Sehr gelungene Komposition einer Familiengeschichte, interessante Einblicke in die Geschichte des „Bauhaus“ und dem Ringen mit der Kunst und neuen Ausdrucksformen. Was wir heute als Teil der Kunstgeschichte bewundern, wurde zu dieser Zeit eher skeptisch aufgenommen.
Spannend mit den Rückblenden und die Frage nach der Familienkonstellation, die am Ende auch noch sehr überrascht.

Sehr gelungene Komposition einer Familiengeschichte, interessante Einblicke in die Geschichte des „Bauhaus“ und dem Ringen mit der Kunst und neuen Ausdrucksformen. Was wir heute als Teil der Kunstgeschichte bewundern, wurde zu dieser Zeit eher skeptisch aufgenommen.
Spannend mit den Rückblenden und die Frage nach der Familienkonstellation, die am Ende auch noch sehr überrascht.

„Wertvolles Notizbuch“

Susanna Wanke, Thalia-Buchhandlung Erlangen (Arcaden)

Das Notizbuch seiner Urgroßmutter mit wertvollen Zeichnungen von Klee, Feininger, Kandinsky und anderen Künstlern verändert das Leben des Erzählers auf geheimnisvolle Art und Weise. Wer war seine Urgroßmutter wirklich und wie hat sich ihr Leben abgespielt? Ein fesselnder Einblick in die bewegte Bauhaus-Zeit in Weimar und in ein turbulentes Leben.
Tolles Debüt!
Das Notizbuch seiner Urgroßmutter mit wertvollen Zeichnungen von Klee, Feininger, Kandinsky und anderen Künstlern verändert das Leben des Erzählers auf geheimnisvolle Art und Weise. Wer war seine Urgroßmutter wirklich und wie hat sich ihr Leben abgespielt? Ein fesselnder Einblick in die bewegte Bauhaus-Zeit in Weimar und in ein turbulentes Leben.
Tolles Debüt!

„Zahlen haben Farben und Töne“

Elke Meißner, Thalia-Buchhandlung Leipzig

Wenn Martha in Weimar tanzte, waren es Formen, Farben, Bewegungen, als Kind in Pommern sind es Stimmungen, helle und dunkle Eindrücke -
Martha tanzt sich in ihr Leben, sie setzt sich durch bis die politischen Verhältnisse auch in Weimar Freiheit in der Kunst unmöglich machen. Sie kehrt nach Hause zurück, mit offenen Armen wird sie empfangen, sie bringt ein Kind mit, Hedi - ein Glück für alle, aber ist es ihre Tochter?
Viele Jahre später wird Thomas die Geschichte von Martha und somit seiner Familie erfahren. Als Leser gehen wir in die Weimarer Bauhaus-Jahre zurück, in das Weimar von Louis Held.

Auch dieser Roman lehrt uns - Geschichte prägt Biografien, Lebensläufe.
Wenn Martha in Weimar tanzte, waren es Formen, Farben, Bewegungen, als Kind in Pommern sind es Stimmungen, helle und dunkle Eindrücke -
Martha tanzt sich in ihr Leben, sie setzt sich durch bis die politischen Verhältnisse auch in Weimar Freiheit in der Kunst unmöglich machen. Sie kehrt nach Hause zurück, mit offenen Armen wird sie empfangen, sie bringt ein Kind mit, Hedi - ein Glück für alle, aber ist es ihre Tochter?
Viele Jahre später wird Thomas die Geschichte von Martha und somit seiner Familie erfahren. Als Leser gehen wir in die Weimarer Bauhaus-Jahre zurück, in das Weimar von Louis Held.

Auch dieser Roman lehrt uns - Geschichte prägt Biografien, Lebensläufe.

„Ein wunderbarer Erstling“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Tom Saller ist noch ein völlig unbeschriebenes Blatt in der Literaturszene. Zum Glück hat sein Verlag schon ein wenig Werbung für sein Debüt gemacht. Und da ich dieses Buch so wunderbar und ungewöhnlich empfinde, hoffe ich, dass da noch viele weitere Bücher von ihm kommen werden.

Es war der Klappentext, der mich auf das Buch neugierig gemacht hat. Wer meine Buchbesprechungen regelmäßig liest, weiß ja, dass es genau meine Themen sind – die Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Und auch Künstler aus dieser Zeit interessieren mich sehr, da es eine Zeit des Umbruchs war. Deshalb hat mich besonders verlockt, dass es u.a. um das Thema „Bauhaus“ geht. Das ist nämlich ein Thema, zu dem ich so gut wie noch gar nichts weiß. Erstaunt war ich dann allerdings, als ich mein e-book öffnete und feststellte, dass dieses komplexe Thema auf nur 288 Seiten (Buchausgabe) abgehandelt wird. Doch das macht der Autor ganz bemerkenswert.

Das Buch beginnt in New York im Jahr 2001. Der im Klappentext erwähnte junge Mann, der nach New York gereist ist, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter bei Sotheby’s zu versteigern, ist der Ich-Erzähler der Handlung, die in 2001 spielt. Er erzählt, wie er überhaupt in diese Situation gekommen ist. Er hat das Notizbuch gefunden, als er die Sachen seiner verstorbenen Großmutter durchgesehen hat. Und dieses Notizbuch hat ihn dermaßen fasziniert, dass er angefangen hat sich das Leben seine Urgroßmutter auszumalen, bevor sie nach Weimar gegangen ist. Dann springt das Buch nach Türnow, einem kleinen Ort in Pommern, wo Martha 1900 geboren wurde. In kleinen Textschnipseln lernen wir Martha, ihre Eltern Otto, einen Kapellmeister, der Musiker ausbildet, seine Frau Elfriede, Wolfgang, einen Musiker, der im Haus hängengeblieben ist und Johann, einen Knecht auf einem benachbarten Bauernhof und späteren Freund von Martha kennen. Martha ist schon von früh an ein sehr ungewöhnliches Kind. Sie hat eine Begabung, mit der ihre Mitmenschen nicht wirklich etwas anfangen können. Sie stellt die Musik, die sie hört, grafisch da: Nachdem sie nach der höheren Schule ein Lehrerinnen-Seminar besucht hat, geht sie auf Empfehlung von Wolfgang nach Weimar, um am Bauhaus zu studieren. Und als das Bauhaus in Weimar auf politischen Druck 1925 nach Dessau umzieht, kehrt sie nach Hause nach Türnow zurück, wo sie bis fast zum Ende des 2. Weltkriegs bleibt. Aus Weimar bringt sie ihre Tochter Hedi mit. Wer der Vater des Kindes ist, verrät sie nicht.

Was mich an dieser Geschichte, bzw. an der Art wie Tom Saller sie erzählt hat, so fasziniert hat, ist, dass wir über diese kleinen Textschnipsel tatsächlich ein Bild von Martha, vom Bauhaus, von der Zeit während der Weimarer Republik und später des 3. Reichs bekommen. Es sind immer nur kleine Einblicke. Aber sie ergeben trotzdem ein Bild des ganzen. Geschickt springt der Autor zwischen seiner Rahmenhandlung und der Geschichte seiner Urgroßmutter hin und her. Besonders das Ende der Geschichte hat mich sehr überrascht.

Gerne hätte ich noch mehr vom Bauhaus und seinen berühmten Meistern erfahren, aber das hat der Autor ganz geschickt immer nur angedeutet. Ich habe zwischendrin immer einmal wieder bei Google, Wikipedia & Co. nachgeschlagen. Und so beneide ich Sie, weil Sie zumeist wahrscheinlich rein aus Jux und Dollerei lesen. Sie können sich jetzt noch weiter mit dem Thema beschäftigen, wenn Sie Lust darauf haben. Am Ende des Buches gibt es eine lange Liste mit Literaturhinweisen der Bücher, die der Autor zum Thema gelesen hat. Mir fehlt dazu leider die Zeit und die Ruhe. Aber irgendwann schaffe ich das einmal. Und irgendwann werde ich auch nach Dessau fahren, wohin das Bauhaus ja nach 1925 hin umgezogen ist und mir das Ganze mal live und in Farbe angucken.

So ein kleines Detail an dem Buch hat mich noch begeistert. Zwischen den einzelnen Schnipseln sind als Trenner immer ein Quadrat, eine gleichschenkliges Dreieck und ein Kreis dargestellt. Ich hatte mich schon gewundert, was das soll. Aber das klärt sich im Laufe des Romans. Eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber so etwas kann schon ein Buch zu etwas ganz Besonderem machen!
Tom Saller ist noch ein völlig unbeschriebenes Blatt in der Literaturszene. Zum Glück hat sein Verlag schon ein wenig Werbung für sein Debüt gemacht. Und da ich dieses Buch so wunderbar und ungewöhnlich empfinde, hoffe ich, dass da noch viele weitere Bücher von ihm kommen werden.

Es war der Klappentext, der mich auf das Buch neugierig gemacht hat. Wer meine Buchbesprechungen regelmäßig liest, weiß ja, dass es genau meine Themen sind – die Zeit vom Beginn des 20. Jahrhunderts bis zum Ende des 2. Weltkriegs. Und auch Künstler aus dieser Zeit interessieren mich sehr, da es eine Zeit des Umbruchs war. Deshalb hat mich besonders verlockt, dass es u.a. um das Thema „Bauhaus“ geht. Das ist nämlich ein Thema, zu dem ich so gut wie noch gar nichts weiß. Erstaunt war ich dann allerdings, als ich mein e-book öffnete und feststellte, dass dieses komplexe Thema auf nur 288 Seiten (Buchausgabe) abgehandelt wird. Doch das macht der Autor ganz bemerkenswert.

Das Buch beginnt in New York im Jahr 2001. Der im Klappentext erwähnte junge Mann, der nach New York gereist ist, um das Notizbuch seiner Urgroßmutter bei Sotheby’s zu versteigern, ist der Ich-Erzähler der Handlung, die in 2001 spielt. Er erzählt, wie er überhaupt in diese Situation gekommen ist. Er hat das Notizbuch gefunden, als er die Sachen seiner verstorbenen Großmutter durchgesehen hat. Und dieses Notizbuch hat ihn dermaßen fasziniert, dass er angefangen hat sich das Leben seine Urgroßmutter auszumalen, bevor sie nach Weimar gegangen ist. Dann springt das Buch nach Türnow, einem kleinen Ort in Pommern, wo Martha 1900 geboren wurde. In kleinen Textschnipseln lernen wir Martha, ihre Eltern Otto, einen Kapellmeister, der Musiker ausbildet, seine Frau Elfriede, Wolfgang, einen Musiker, der im Haus hängengeblieben ist und Johann, einen Knecht auf einem benachbarten Bauernhof und späteren Freund von Martha kennen. Martha ist schon von früh an ein sehr ungewöhnliches Kind. Sie hat eine Begabung, mit der ihre Mitmenschen nicht wirklich etwas anfangen können. Sie stellt die Musik, die sie hört, grafisch da: Nachdem sie nach der höheren Schule ein Lehrerinnen-Seminar besucht hat, geht sie auf Empfehlung von Wolfgang nach Weimar, um am Bauhaus zu studieren. Und als das Bauhaus in Weimar auf politischen Druck 1925 nach Dessau umzieht, kehrt sie nach Hause nach Türnow zurück, wo sie bis fast zum Ende des 2. Weltkriegs bleibt. Aus Weimar bringt sie ihre Tochter Hedi mit. Wer der Vater des Kindes ist, verrät sie nicht.

Was mich an dieser Geschichte, bzw. an der Art wie Tom Saller sie erzählt hat, so fasziniert hat, ist, dass wir über diese kleinen Textschnipsel tatsächlich ein Bild von Martha, vom Bauhaus, von der Zeit während der Weimarer Republik und später des 3. Reichs bekommen. Es sind immer nur kleine Einblicke. Aber sie ergeben trotzdem ein Bild des ganzen. Geschickt springt der Autor zwischen seiner Rahmenhandlung und der Geschichte seiner Urgroßmutter hin und her. Besonders das Ende der Geschichte hat mich sehr überrascht.

Gerne hätte ich noch mehr vom Bauhaus und seinen berühmten Meistern erfahren, aber das hat der Autor ganz geschickt immer nur angedeutet. Ich habe zwischendrin immer einmal wieder bei Google, Wikipedia & Co. nachgeschlagen. Und so beneide ich Sie, weil Sie zumeist wahrscheinlich rein aus Jux und Dollerei lesen. Sie können sich jetzt noch weiter mit dem Thema beschäftigen, wenn Sie Lust darauf haben. Am Ende des Buches gibt es eine lange Liste mit Literaturhinweisen der Bücher, die der Autor zum Thema gelesen hat. Mir fehlt dazu leider die Zeit und die Ruhe. Aber irgendwann schaffe ich das einmal. Und irgendwann werde ich auch nach Dessau fahren, wohin das Bauhaus ja nach 1925 hin umgezogen ist und mir das Ganze mal live und in Farbe angucken.

So ein kleines Detail an dem Buch hat mich noch begeistert. Zwischen den einzelnen Schnipseln sind als Trenner immer ein Quadrat, eine gleichschenkliges Dreieck und ein Kreis dargestellt. Ich hatte mich schon gewundert, was das soll. Aber das klärt sich im Laufe des Romans. Eigentlich nur eine Kleinigkeit, aber so etwas kann schon ein Buch zu etwas ganz Besonderem machen!

„Bauhaus – damals und fast 100 Jahre später “

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Die Grundidee zu seinem Debüt ist vielversprechend. Tom Saller schickt Martha Anfang der 1920'er an das Staatliche Bauhaus in Weimar. In der Gegenwart dürfen wir ihren Urenkel Thomas nach New York begleiten dürfen, wo die bislang unbekannten Original-Skizzen und Zeichnungen der Bauhaus-Künstler bei Sotheby's zu einem exorbitanten Kurs gehandelt werden. Die Schilderung ihrer Kindheitstage in Pommern ist leider ein wenig verwirrend und nimmt der an sich interessanten Geschichte ihre Lebendigkeit. Gesamt: gute Idee, mit Potenzial. Die Grundidee zu seinem Debüt ist vielversprechend. Tom Saller schickt Martha Anfang der 1920'er an das Staatliche Bauhaus in Weimar. In der Gegenwart dürfen wir ihren Urenkel Thomas nach New York begleiten dürfen, wo die bislang unbekannten Original-Skizzen und Zeichnungen der Bauhaus-Künstler bei Sotheby's zu einem exorbitanten Kurs gehandelt werden. Die Schilderung ihrer Kindheitstage in Pommern ist leider ein wenig verwirrend und nimmt der an sich interessanten Geschichte ihre Lebendigkeit. Gesamt: gute Idee, mit Potenzial.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
62 Bewertungen
Übersicht
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Ausdrucksvoller und interessanter Debütroman
von sommerlese am 14.02.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Thomas Wetzlaff findet in den Hinterlassenschaften seiner Großmutter, Hedi Wetzlaff, ein altes Tagebuch. Es enthält die interessante Geschichte von Martha Wetzlaff, seiner Urgroßmutter. Diese wächst in Türnow im Pommern auf, anders als die Familie besitzt sie kein musikalisches Talent, doch sie kann Musik in geometrischen Formen fühlen und tanzen.... Thomas Wetzlaff findet in den Hinterlassenschaften seiner Großmutter, Hedi Wetzlaff, ein altes Tagebuch. Es enthält die interessante Geschichte von Martha Wetzlaff, seiner Urgroßmutter. Diese wächst in Türnow im Pommern auf, anders als die Familie besitzt sie kein musikalisches Talent, doch sie kann Musik in geometrischen Formen fühlen und tanzen. In Weimar erhält sie im Bauhaus bei Walter Gropius eine Ausbildung, wird Tänzerin und trifft viele Künstler, die sich auch in ihrem Tagebuch verewigen. Dieses Buch wird bei Sotheby´s in New York zu einem enormen Betrag versteigert. Die Käuferin bittet Thomas Wetzlaff um einen Kontaktbesuch und dort erfährt er die Hintergründe und Wahrheit über seine Familie. Tom Saller erzählt diese Familiengeschichte in zwei Handlungsebenen. Die aktuelle dreht sich um Thomas Wetzlaff und seine Reise nach New York, die andere bringt Licht ins Dunkel des Lebens seiner Urgroßmutter Martha ab 1900. Das Tagebuch enthält eine Geschichte, die mit Marthas Geburt im Jahr 1900 beginnt und die damit endet, als sie 1945 für immer verschwand und ihre Tochter Hedi zurückließ. Thomas Wetzlaff hat sie also nie gekannt und auch nie etwas durch seine Großmutter von dieser Martha erfahren. Das Bindeglied zu diesem Tagebuch sind besondere Briefe, die erst die genauen Verbindungen der Hintergründe offenlegen. Gemeinsam mit der Käuferin des Tagebuchs kann Thomas das Geheimnis enthüllen. Durch Marthas Lebensweg landet man nach ihrer glücklichen Kindheit in Pommern direkt in der Zeit der Weimarer Republik und bekommt einen genauen Eindruck über die Entwicklung des Bauhauses und der damaligen Kunstszene und dem allmählichen Erstarken der Nationalsozialisten. Dabei benutzt Saller eine Sprache, die uns in kurzen, fast abgehackten Sätzen die Ereignisse schildert. Das wirkt fast wie Informationen aus den Nachrichten und man hängt gebannt an den einzelnen Sätzen. Durch diese Sachlichkeit erfährt man zwar die Gegebenheiten und Vorgänge, lernt aber die Person Martha nur ungenau kennen. Die Charakterzüge sind erkennbar, ihre Gedanken und Gefühle bleiben geheimnisvoll und verblassen vor der umtriebigen und besonderen Zeit. Nicht nur die Kunst änderte sich, auch die Lebenstile der Menschen. An diesem Roman haben mir neben dem besonderen und ausdrucksstarken Schreibstil die wechselnden Erzählperspektiven gut gefallen. Mit den erhellenden Einblicken in die Kunstszene, durch die Lebensumstände und Zeitschilderungen konnte ich mich wie bei einer Zeitreise zu den Orten des Geschehens führen lassen und erlebte die Atmosphäre des Bauhauses authentisch mit. Es ist Aufbruch in ein anderes Zeitalter mit neuen Kunstformen, bei dem auch Frauen ihren Stellenwert in der Kunst erhielten. Doch mit der Schliessung des Bauhauses durch die Nationalsozialisten wurde dieser emanzipatorische Schritt wieder zunichte gemacht. Etwas störend finde ich, dass Martha von ihrem toten Bruder Heinz begleitet wird, er ist ihr Engel und irgendwie hält sie mit ihm eine dauerhafte Verbindung, die der Geschichte einen unnötigen mystischen Eindruck verleiht. Seinen gebührenden Abschluß findet der Roman mit der Offenlegung der wahren Geschichte von Martha und Hedi. Hier schliesst sich ein Kreis, von dem man manches ahnte, aber die Zusammenhänge nicht klar sehen konnte. Mit dieser Auflösung zeigt Saller, wie Frauen in dieser Zeit ungewöhnliche Wege gehen mussten, auch wenn ihr Herz ihnen andere vorschlug. Man kann sich gut vorstellen, dass sich diese Geschichte wirklich so abgespielt haben könnte. Das Leben schreibt schliesslich selbst die besten Geschichten. Mit diesem lesenswerten Roman macht man nicht nur eine Zeitreise in die Bauhaus-Kunstszene, man entdeckt durch ein Tagebuch verschlungene Lebenswege, wie sie das Leben selbst schreibt.

Das Ende leider vermasselt
von Linatost aus Köln am 13.01.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Das Buch hatte mich sehr neugierig gemacht und wurde mir von meiner Buchhändlerin mit den Worten „Das Buch enthält einer meiner Lieblingsszenen“ empfohlen. Leider weiß ich nicht welche Szene sie meinte. Das Buch springt zwischen zwei Zeitebenen. Die in der die junge Marthe ihre besondere Gabe für Musik entdeckt und... Das Buch hatte mich sehr neugierig gemacht und wurde mir von meiner Buchhändlerin mit den Worten „Das Buch enthält einer meiner Lieblingsszenen“ empfohlen. Leider weiß ich nicht welche Szene sie meinte. Das Buch springt zwischen zwei Zeitebenen. Die in der die junge Marthe ihre besondere Gabe für Musik entdeckt und nach Weimar aufbricht und die Zeitebene in der ihr Enkel das Buch in New York für einen unglaublichen Preis versteigern lässt. Das Buch wird gekauft und der anonyme Käufer bittet um ein treffen. Ich habe das Buch sehr, sehr gern gelesen. Der Erzählstil ist toll und nie langweilig. Auch wenn ich es immer kritisch finde, reale Personen und Geschehnisse in eine fiktive Handlung einzubinden, fand ich es hier (bis auf eine Ausnahme) sehr gelungen. Diese Ausnahme wird auch hinten im Buch erläutert. So trifft Martha zwar alle wichtigen Persönlichkeiten aus den Anfängen des Bauhauses. Aber diese Personen werden nicht so verborgen, dass der Leser sich um die wahren Geschehnisse betrogen fühlt. Ich fand es auch sehr interessant zu erfahren, welche Schwierigkeiten das Bauhaus hatte. Es war mir so gar nicht bewusst. Auch wie viele unterschiedliche Richtungen es hat. Ein großer Minuspunkt, der mir letztendlich auch das Buch vermiest hat, ist das Ende. Die Aufklärung des anonymen Käufers und sein Verhalten waren für mich billigste Seifenopfer. Das hat das Buch eigentlich nicht verdient. Es hätte großartig sein können.

Erlebte Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden am 09.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Als Jenenser-Kind mit Großeltern, die in Weimar leben, und Eltern die an eben dieser Uni studiert haben, bin ich natürlich mit den Geschichten über die Bauhaus-Universität groß geworden. Und Geschichten über die Heimat faszinieren mich ja sowieso. Also kam ich an "Wenn Martha tanzt" praktisch gar nicht vorbei. Und meine... Als Jenenser-Kind mit Großeltern, die in Weimar leben, und Eltern die an eben dieser Uni studiert haben, bin ich natürlich mit den Geschichten über die Bauhaus-Universität groß geworden. Und Geschichten über die Heimat faszinieren mich ja sowieso. Also kam ich an "Wenn Martha tanzt" praktisch gar nicht vorbei. Und meine Erwartungen wurden auch voll erfüllt. Das Buch spielt zwar nur zu einem Teil in Thüringen und es macht auch mehr die Personen hinter der Institution zum Thema als den Ort an sich, aber es fühlt sich trotzdem wie ein Stück Heimat an. Heimat, die in den 1930er Jahren einiges erlebt hat. Einen Wandel, der über ganz Europa hinweggefegt ist. Tom Saller erzählt auf unglaublich knappe, nichtsdestotrotz intensive Art, wie seine Hauptfigur den Aufstieg der Nationalsozialisten und den Krieg, aber auch eine unheimlich kreative Welt im Bauhaus erlebt hat. Da die Geschichte auf einem (fiktiven) wiederentdeckten Tagebuch basiert, sind auch die Kapitel extrem knapp und aus kurzen Sätzen oder Wortgruppen bestehend aufgebaut. Die Informationen wirken geballt, aber teilweise auch lückenhaft. Das lässt dem Leser viel Spielraum für Interpretationen, aber auch, um die Bilder im Kopf lebendig werden zu lassen. Der Schreibstil ist teilweise sehr bildhaft, voller Metaphern und an manchen Stellen fast poetisch. Fazit: Eine Geschichte, die man sicherlich schon öfter gelesen hat, wenn auch nie in dieser Form. Eindringlich, emotional und unbedingt lesenswert!