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Der Club

Ausgezeichnet mit dem Silberschweinpreis 2017 für das beste Debüt auf der lit.Cologne

Hans Stichler stammt aus einfachen Verhältnissen. Er bekommt ein Stipendium für die Universität in Cambridge - als Gegenleistung soll er dort ein Verbrechen aufklären. Er schafft es, Mitglied im elitären Pitt Club zu werden - dem Club mit dem Schmetterlingssiegel -, und verliebt sich in Charlotte, die ihn in die Bräuche der Snobs einweiht. Bald merkt er, dass hinter den alten Mauern der britischen Oberschicht Geheimnisse lauern, über die keiner spricht. Was ist Hans bereit zu geben, um dazuzugehören? Muss er das Falsche tun, um das Richtige zu erreichen?
Portrait
Takis Würger, geboren 1985, ist Redakteur beim Nachrichtenmagazin »Der Spiegel«. Im Alter von 28 Jahren ging er nach England, um an der Universität von Cambridge Ideengeschichte zu studieren. Dort boxte er als Schwergewicht für den Cambridge University Amateur Boxing Club und wurde Mitglied in verschiedenen studentischen Klubs.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 240
Erscheinungsdatum 16.04.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-0369-5972-6
Verlag Kein & Aber
Maße (L/B/H) 18,6/12,3/2,3 cm
Gewicht 218 g
Auflage 4. Auflage
Verkaufsrang 24496
Buch (Taschenbuch)
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Buchhändler-Empfehlungen

Miriam Seegert, Thalia-Buchhandlung Augsburg

Die Geschichte ist so besonders und vor allem spannend erzählt. Ich habe selten so starke Charaktere kennengelernt, die so gut dargestellt waren.Dieses Buch ist so einzigartig erzählt, mit so vielen Details und Beobachtungen. Ich kam aus dem Staunen gar nicht mehr raus.

G. R. Toepffer, Thalia-Buchhandlung Bielefeld

Takis Würgers Debütroman hat mich auf ganzer Länge überzeugt. Tolle Sprache, interessante Charaktere und ein spannender Plot! Die Geschichte zieht einen wirklich in ihren Bann!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
87 Bewertungen
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Takis Würger, Der Club – ungewöhnlich, interessant, aber nicht immer überzeugend
von Wolfram Janzen am 26.12.2019
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Als Literaturinteressierter habe ich den Wirbel um den Roman, der bei seinem Erscheinen gemacht wurde, mitbekommen. Die Hype hat mich eher skeptisch als neugierig gemacht, und so habe ich mir das Buch nicht beschafft. Vor kurzem habe ich aber ein Interview gelesen, dass Takis Würger mit einem Krimibestsellerautor geführt hat. Wü... Als Literaturinteressierter habe ich den Wirbel um den Roman, der bei seinem Erscheinen gemacht wurde, mitbekommen. Die Hype hat mich eher skeptisch als neugierig gemacht, und so habe ich mir das Buch nicht beschafft. Vor kurzem habe ich aber ein Interview gelesen, dass Takis Würger mit einem Krimibestsellerautor geführt hat. Würger setzt sich darin – sehr verhalten – von der Art ab, wie dieser seine Krimis schreibt. Das war für mich der Anlass, der Frage nachzugehen, wie Würger selbst schreibt. Manche Rezensenten haben dem „Club“ ja attestiert, er sei eine Art „Kriminalroman“. Da ich selbst eine „Art Kriminalroman“ geschrieben habe, interessiert mich die Frage, wie gehen andere an das Genre heran. Ich habe mir also das Buch vorgenommen, um zu prüfen, was bleibt an dem Buch - einige Jahre nach dem Erscheinen des vielgelobten und – verkauften Werkes. Zunächst einmal: Schon allein, dass das Buch Elemente des Kriminalromans mit Zügen des „Entwicklungsromans“ adoleszenter Protagonisten verbindet, lässt es aus der üblichen Kriminalliteratur hervorragen. Es liest sich flüssig, die schnörkellose Schreibweise des Autors ist ungewöhnlich und reizvoll, es gibt kaum Überflüssiges im Fortgang der Handlung. Der Spannungsbogen wird bis zuletzt durchgehalten. Es ist raffiniert, wie der Autor schrittweise verbirgt und enthüllt, auf welches Verbrechen der Hauptprotagonist „Hans“ angesetzt wird und wer die „Bösen“ sind. Die Methode, das Geschehen aus der Perspektive der Akteure zu beschreiben, ist interessant, obwohl ich erst Schwierigkeiten hatte, mich durch die Personen und ihre Rollen hindurch zu finden. Auf den ersten Blick könnte man meinen, der Spiegel-Reporter Würger schreibt eine „Enthüllungsgeschichte“ über die Dekadenz und Arroganz der in Cambridge-Clubs versammelten zukünftigen englischen „Elite“. Das wäre zu kurz gegriffen. Der Autor reißt Themen an, die von allgemeiner Relevanz sind: das Bedürfnis nach Freundschaft und „Zugehörigkeit“, das Streben nach Macht und ihr Missbrauch, die Frage nach Ehrlichkeit und Wahrheit im Verhalten, die Schuldverwicklung, in die auch gutwillige Menschen geraten können, die sexuelle Gier von Männern und die Bereitschaft von Frauen, sich auszuliefern…Berührt hat mich die empathische Schilderung der persönlichkeitszerstörenden Folgen sexuellen Missbrauchs. Die Personen gewinnen durch charakteristische Sprech- und Gedankenweise Gestalt, sie sind nicht schwarz-weiß gezeichnet, auch die „Bösen“ tragen sympathische Züge. Am Ende bleibt manches offen und letztlich ist dem Leser überlassen, das Verhalten der Akteure zu beurteilt. Ist „Der Club“ also ein gelungener und lesenswerter Roman? Bei näherem Zusehen entdecke ich Gelungenes, aber auch nicht Geglücktes. Die konzise, fast „märchenhaft“ Schreibweise am Anfang des Romans löst sich im Verlaufe der Selbstdarstellung der Akteure auf und wird streckenweise banal und geschwätzig. Die gewollte Umgangs- und Milieusprache wirkt dann aufgesetzt. Das ist der Nachteil der Methode, die Personen nicht zu schildern, sondern sie selbst sprechen zu lassen. Hauptpersonen wie Hans, Alex, Charlotte und Angus werden glaubhaft gezeichnet, Nebenpersonen wie der Chinese wirken klischeehaft. Auch die Methode der Andeutungen und des Verschleierns ist zunächst reizvoll, aber auf die Dauer nutzt sie sich ab. Der Autor hat sich wenig Raum für seinen „Roman“ gelassen. Der knappen Darstellungsweise entspricht es, dass er die Themen in das Erleben und die Handlungsweise seiner Akteure einpackt und sie nur wenig darüber reflektieren lässt, oft in Aphorismen. Manche sind interessant, manche platt und undifferenziert. So etwa der kurze Abschnitt, in dem Hans kundgibt, was er über den Menschen in Cambridge „gelernt“ habe – mit dem Schluss, dass der Mensch im „Kern“ ein „Raubtier“ sei. Das ist – wie so manches andere - „trivialromanmäßig“! Oder was soll man von der aphoristischen Aussage halten, die der Autor Billys Mutter in den Mund legt auf die Frage „Was ist Wahrheit?“: „Die Wahrheit…sind die Geschichten, die wir uns so lange erzählen, bis wir glauben, sie wären Wirklichkeit“? Es bleibt unklar, welchen Stellenwert diese (fragwürdige) Aussage im Roman hat. Sollte sie als Schlüsselsatz für den Roman gemeint sein – was zu vermuten ist – dann wäre das konträr zu Erzählabsichten des Autors. Die Vergewaltiger hätten dann mit ihrer Sichtweise recht, das Leiden der Opfer wäre subjektive Empfindung, die Wahrheitssuche von Hans könnte nur Vermutungen erbringen. Es ist aber erkennbar, dass der Autor das so nicht meint, sein Mitgefühl für die Opfer ist deutlich. Das kann man dem Autor zugutehalten, aber dadurch entsteht ein erzählerischer Widerspruch – oder dieses Wahrheitsverständnis wurde gestalterisch nicht stringent umgesetzt. Wie dem auch sei, es bleibt eine inhaltliche und gestalterische Unklarheit bei einer zentralen Frage des Romans. Die Behandlung dieser Frage und andere Themen bleiben an der Oberfläche stecken; mit einer Ausnahme: die erschütternden Auswirkungen sexuellen Missbrauches. Ich habe den Eindruck, dass sich Takis Würger mit der Vielfalt der Themen, die er aufgreift, zu viel vorgenommen hat. Die Perspektiven auf das menschliche Leben sind einseitig. Alex und Charlotte geht es um Rache, andere der Akteure sind von Ehrgeiz, Machtwillen und Gier getrieben. Der Autor deutet eine alternative Perspektive an: die der Liebe und des Verzeihens, lässt sie aber schnell fallen. Dass Schuld auch bearbeitet und integriert werden kann, kommt nicht in Sicht. Auf diese Weise ließ sich das abrupte und schreckliche Ende mit Angus, dem Vater Charlottes, herstellen; aber die Tat des nicht unsympathischen Mannes scheint mir überzogen. Ich könnte mir andere und sinnvolle Lösungen vorstellen. Takis Würger schildert – im Gegensatz zu anderen Krimiautoren – grausame, gewalttätige und sexuelle Szenen eher verhalten. Dennoch - und trotz des „Happy Ends“ von Hans und Charlotte - ist „Der Club“ eine düstere, entsetzliche Geschichte. Diese Stimmung teilt sich dem Leser mit. Wer sich dem nicht aussetzen will, sollte nicht nach dem Buch greifen. Fazit: Einen perfekten Roman gibt es nicht, zumal bei einem „Debütwerk“ wird man Schwächen hinnehmen, so auch bei diesem. Das Buch ist spannend zu lesen, trotz gestalterischer Schwächen mit Raffinesse geschrieben, nimmt existentielle Themen auf und lässt den Leser nachdenklich zurück. Mich hat der Roman durchaus beschäftigt - aber große Einsichten oder lebensbereichernde Impulse hat er mir nicht gebracht. Schließlich weiß man, dass die so genannten Eliten aller Gesellschaften nicht nur aus wohlmeinenden Menschen bestehen, die von uneigennützigen Motiven getrieben sind. Und das Versprechen, dass sich Hans am Ende der Geschichte gibt: „Ich werde nie wieder lügen“, ist wirklich ein bisschen „einfach“ für das Resultat einer Persönlichkeitsentwicklung.

Sehr besonders und überaus spannend
von Marion2505 am 30.06.2019

Inhalt: Hans Stichler lebt ein einfaches Leben und wird von seiner Tante gebeten, an der Universität von Cambridge ein Verbrechen aufzuklären. Als Gegenleistung erhält er ein Stipendium ebendort. Dort angekommen wird Hans tatsächlich ein Mitglied des elitären Pitt Clubs, in dem sich die High Society bewegt. Auch verliebt er s... Inhalt: Hans Stichler lebt ein einfaches Leben und wird von seiner Tante gebeten, an der Universität von Cambridge ein Verbrechen aufzuklären. Als Gegenleistung erhält er ein Stipendium ebendort. Dort angekommen wird Hans tatsächlich ein Mitglied des elitären Pitt Clubs, in dem sich die High Society bewegt. Auch verliebt er sich in Charlotte, die ihm dabei helfen soll, sich dort zurechtzufinden. Schon bald stößt er auf wohl gehütete Geheimnisse. Wie weit wird Hans gehen, um seine Ziele zu erreichen? Meine Meinung: Ein tolles Buchcover Das Buchcover von "Der Club" gefällt mir sehr, denn es passt einfach perfekt zum Inhalt des Buches. Auch mag ich die Farbkombination des Schmetterlings vor dem weißen Hintergrund sehr, denn für mich ist es ein absoluter Blickfang. Daher ein perfekt gewähltes Cover, würde ich sagen! Auch nicht unerwähnt lassen möchte ich hier den blauen Buchschnitt, der einfach perfekt zum Stil des Buches passt und es noch einmal etwas besonderer erscheinen lässt. Ein sehr besonderer Schreibstil Der Schreibstil von Takis Würger ist für mich sehr besonders gewesen. Denn die Sätze sind schlicht und kurz. Nichts wird wirklich groß ausgeschmückt und doch konnte ich mir alles unglaublich gut vorstellen. Auch ist das Buch aus vielen unterschiedlichen Perspektiven geschrieben, was das Lesen sehr abwechslungsreich gemacht hat. Darüber hinaus hat dieser Perspektivwechsel einen tollen Einblick in die verschiedenen Charaktere gegeben. Der Autor hat es geschafft, mich von der ersten Seite an sein Buch zu fesseln, denn egal, ob es um Hans und seine Kindheit geht oder die Machenschaften des Pitt Clubs, ich wollte immer mehr erfahren und konnte das Buch nur schwer aus der Hand legen. Auch hat mich der Ausgang des Buches komplett überrascht, auch wenn er absolut stimmig ist. unterschiedliche und sehr interessante Protagonisten Wie schon erwähnt, wird das Buch aus der Perspektive vieler Protagonisten erzählt, die allesamt sehr interessant und auch stellenweise sehr geheimnisvoll auf mich gewirkt haben. Die Geschichte von Hans beginnt in seiner Kindheit, die alles andere als unbeschwert ist. Denn mit 15 Jahren ist er schon Vollwaise und hat nur noch seine Tante Alex. Doch diese nimmt ihn nicht bei sich auf, sondern schickt ihn in ein Internat. Dort vertieft er seine Boxfähigkeiten, lebt aber ansonsten eher isoliert. Hans ist ein wunderbar leiser, aber doch sehr tiefgründiger Protagonist, der mich an vielen Stellen des Buches sehr berührt hat. Vor allem war ich gespannt, wie er sich im Kreis der elitären Mitglieder des Pitt Clubs verhalten wird und auch hier konnte er mich mehr als beeindrucken. Auch seine Tante Alex ist eine überaus interessante, aber sehr geheimnisvolle Protagonistin. Schon beim ersten Zusammentreffen mit ihr wird klar, dass sie anders ist. Aber warum? Für mich waren die Kapitel, die aus der Sicht von Alex geschrieben waren, mindestens genauso spannend, wie die von Hans, denn ich wollte unbedingt mehr über Alex und ihre Vergangenheit erfahren. Auch Charlotte, die Hans dabei hilft, in den Reihen der High Society nicht negativ aufzufallen oder ihr Vater Angus Farewell, der ein echter Förderer für Hans wird, haben mir als Charaktere sehr gefallen. Das sind natürlich nicht alle, sondern nur ein kleiner Teil von interessanten Persönlichkeiten, die jeder Leser für sich auf sich wirken lassen sollte. Die Wahrheit sind die Geschichten, die wir uns solange erzählen, bis wir glauben, sie wären Wirklichkeit. Diesen Satz habe ich in diesem Büchlein gefunden und war sofort begeistert. Denn er ist genau das, was ich als Fazit aus diesem Buch ziehen werde. Das Buch hat mich unglaublich gut unterhalten, mir aber auch viel Stoff zum Nachdenken gegeben. Außerdem war es überaus aufregend mal etwas in die Box-Welt hereinzuschnuppern, mit der ich eigentlich gar nichts am Hut habe. Dennoch hat es der Autor geschafft, mir viele Bilder in den Kopf zu zaubern, die nicht immer schön waren, immer aber sehr interessant und spannend. Das Gleiche gilt für den Pitt Club und seine Mitglieder, denn wer findet es nicht spannend, in die Welt der High Society abzutauchen, mit all ihren pompösen Dingen und auch Abgründen. Mein Fazit: "Der Club" von Takis Würger ist ein spannender Ausflug in den elitären Pitt Club der Universität von Cambridge. Ein überaus spannender und erfrischend anderer Schreibstil gemixt mit interessanten und absolut überzeugenden Protagonisten machen das Lesen zu einem besonderen Ereignis. Ich bin begeistert und vergebe eine klare Leseempfehlung!

Richtig oder Falsch / Gut oder Böse
von Flying Bookworm am 27.06.2019

INHALT Hans war schon immer ein Aussenseiter, einer der nirgends dazu gehörte. Als Weise wächst er in einem Internat für Jungen auf, einzig sein Hobby das Boxen verleiht ihm etwas Glück im Leben. Eines Tages lädt ihn seine Tante nach England ein. Doch das Treffen hat einen Hintergedanke. Hans soll in Cambridge studieren und Mit... INHALT Hans war schon immer ein Aussenseiter, einer der nirgends dazu gehörte. Als Weise wächst er in einem Internat für Jungen auf, einzig sein Hobby das Boxen verleiht ihm etwas Glück im Leben. Eines Tages lädt ihn seine Tante nach England ein. Doch das Treffen hat einen Hintergedanke. Hans soll in Cambridge studieren und Mitglied im berühmt berüchtigten Boxclub Pittclub werden. Hans' Tante vermutet das bei dieser Studentenverbindung nicht alles mit rechten Dingen zugeht und braucht Hans als Spion. Was passiert hinter den verschlossenen Türen des Pittclubs? Kann Hans dies herrausfinden? Und wendet er sich tatsächlich gegen die Freunde die er in diesem Club macht? MEINE MEINUNG Der Debüt Roman von Takis Würger. Ich habe von ihm ja schon Stella gelesen und war sehr begeistert. Demnach hatte ich natürlich hohe Erwartungen an 'Der Club' und wurde nicht enttäuscht. Der Klappentext erinnerte mich stark an das Theaterstück POSH von Laura Wade, das einigen durch die Verfilmung THE RIOT CLUB bekannt sein dürfte. Das behandelte Thema ist in beiden Werken das gleiche: zwielichte Studentenverbindungen der Englischen Spitzenuniversitäten und ihre schändlichen Taten. Das es sich hierbei nicht um Fantasie handelt und tatsächlich solche Clubs im wahren Leben gibt, beweist der britische Bullingdon Club. Würgers Schreibstil ist für mich einmalig - er benutzt eine sehr direkt Sprache, schreibt kein Wort zu viel. Was er sagen will, das sagt er. Er schreibt sehr präzise. Mir gefällt es das er sich auf die Wesentlichen Dinge konzentriert und nicht zu sehr abschweift. Bei ihm geht es einzig und allein um seine Geschichte. Auch die Charaktere werden nicht großartig beschrieben, doch ihre Wesenszüge sind deutlich in Handlungen, Gedanken und Worte zu begreifen. Im Buch bekommen wir mehrere Perspektiven zu lesen, allen voran von Hans und seiner Tante Alex, sowie von Charlotte und Josh - zwei Freunde auf der Uni. Keiner der Charaktere sticht durch einen klaren Charakterzug hervor - sie haben alle ihre Schwächen, aber auch alle ihre guten Seiten. Im Laufe des Buches müssen wir uns oft fragen was genau denn böse ist und was gut oder überhaupt: wann ist denn jemand böse und wann gut? Was ist falsch und was ist richtig? Hans ist ein stiller Junge und später ein stiller junger Mann. Er beobachtet die Welt und ist sehr klug. Als er in der Schule gemobbt wird, fängt er an zu boxen um sich verteidigen zu können. Aus dem Sport wird seine Leidenschaft, die ihn immer begleitet und somit auch später in den Pittclub bringen. Hans sehnt sich nach einem Platz wo er hingehört. Nachdem seine Eltern sterben ist er alleine, das seine Tante ihn ins Internat gibt anstelle ihn bei sich wohnen zu lassen verletzt ihn sehr. Seine suche nach Geborgenheit und Freundschaft hat scheinbar ein Ende als er im Pittclub aufgenommen wird. Zum ersten mal im Leben fühlt er sich aufgehoben, fühlt er sich besonders. Er wird geschätzt und hat Freunde. Ihm kommen Zweifel ob er diese Freunde wirklich verraten sollte. Ausserdem entwickelt er ein schlechtes Gewissen weil er ständig lügen muss. Er beginnt sich zu fragen ob es wirklich richtig ist das falsche zu tun um das richtige zu erreichen. Was genau ist überhaupt richtig oder falsch? Sehr pregnant fande ich den folgenden Satz: Ich hasste diesen Club, aber ich war jetzt jemand. Es zeigt die schwierige Lage in der Hans sich befindet. Plötzlich hat er alles was er jemals wollte, plötzlich wollte jeder so sein wie er. Sollte er das wirklich alles wieder aufgeben? Auch die anderen drei Protagonisten sind weder schwarz noch weiß. ALEX scheint sehr klug und emphatisch zu sein. Sie möchte den Pittclub zerstören weil dieser schlechte Dinge tut die gestraft gehören. Doch hinter der Fassade macht auch sie viele Fehler und Handlungen die nicht besser sind als die Geschehnisse im Pittclub. CHARLOTTE ist das klassische Opfer in dem Buch. Ein wunderschönes und kluges Mädchen dem ein großes Unrecht getan wurde. Verständlich das sie Gerechtigkeit will. Doch ist es wirklich Gerechtigkeit oder viel eher Rache? Am Schluss verliert sie ihre Rolle des Opfers und wird auf gewisserweise genau das Gegenteil - denn auch sie macht Fehler und auch ihre Handlungen haben negative Konsequenzen. JOSH wird am Anfang an als 'Bad Boy' dagestellt. Er vertritt die Rolle des Bösen. Er ist reich und verwöhnt und glaubt das er alles verdient was er nur möchte. Seine Wahrnehmung ist verzerrt und er tut tatsächlich viele schlimme Dinge, doch auch er hat eine andere Seite. Eine gute Seite. So fühlt auch er sich trotz des Geldes und den Sozialenstatus einsam und sehnt sich nach einen wahren Freund. Als er Hans kennen lernt glaubt er endlich einen solchen Freund gefunden zu haben und tut alles für eine gute Freundschaft. Ich war wirklich beeindruckt über diesen subtilen Kampf zwischen Richtig und Falsch, Gut und Böse. Er spricht aus jeder Seite hervor und ist für mich das wahre Thema des Buches. Das Ende ist wirklich ziemlich dramatisch und hat mich sowohl geschockt, als auch mitgenommen. Eine Wendung die ich überhaupt nicht hab kommen sehen. Generell ist der Spannungsbogen im Buch sehr hoch und wird stetig gesteigert. Nicht allein deswegen weil man wirklich nicht ahnt worauf es hinausläuft. Wie man das Ende aufnimmt ist dabei einem selber überlassen und man muss auch hier selber nachdenken wer nun schuldig, wer unschuldig ist. Was gerechtfertigt war und was eben nicht. Es gibt - wie im echten Leben auch - hier kein schwarz oder weiß. Und genau das ist es was das wirkliche Leben so schwer macht. FAZIT Das Buch regt zum nachdenken an, denn auch in der heutige Zeit ist dieses Thema genau so aktuell wie brisant. Ich fand es gut das der Leser gefordert wird sich selber ein Bild zu machen, selber mal nachzudenken. Es ist eine schöne Abwechslung und ich hätte gerne mehr solcher Bücher. Ich kann dieses Buch jedem empfehlen der bereit ist seine Komfortzone zu verlassen und beim Lesen mal mehr möchte als nur in eine Fantasywelt getragen zu werden.