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Töchter der Küste

Lynn Austin

(9)
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Beschreibung

Niederlande 1845: Geesje ist 15, als ein Stein im Schau-
fenster ihres Vaters ihre Kindheit zerstört. Wegen ihres lebendigen Glaubens werden sie fortan immer wieder angegriffen und schikaniert. Schließlich sehen ihre Eltern keinen anderen Ausweg, als nach Amerika auszuwandern. Doch Geesje ist alles andere als begeistert. Zumal sie den Mann, den sie liebt, in den Niederlanden zurücklassen muss. Wird sie ihn jemals wiedersehen?
Gut 50 Jahre später erinnert Geesje sich zurück. Sie ahnt nicht, dass unweit von ihr die junge Anna vor ähnlichen Entscheidungen steht, wie sie sie einst treffen musste. Vor allem aber ahnt sie nicht, dass ausgerechnet diese junge Frau ihrem Herzen endlich Frieden schenken könnte.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 398
Erscheinungsdatum 01.12.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-86827-706-7
Verlag Francke-Buch
Maße (L/B/H) 20,5/14/3,5 cm
Gewicht 459 g
Originaltitel Waves of Mercy
Übersetzer Dorothee Dziewas
Verkaufsrang 106867

Kundenbewertungen

Durchschnitt
9 Bewertungen
Übersicht
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Einfach toll!
von einer Kundin/einem Kunden aus Rüti ZH am 25.02.2021
Bewertet: eBook (ePUB)

Spannend, tiefgründig, romantisch. Lynn Austin schreibt einfach toll! Empfehle dieses Buch auf jeden Fall.

Hart angefasst, aber nicht daran zerbrochen
von einer Kundin/einem Kunden aus Schaffhausen am 04.10.2019

Das Buch nimmt uns hinein in das tragische Schicksal von holländischen Flüchtlingen, die in Amerika eine neue Heimat suchen und dafür unglaubliche Strapazen und Enttäuschungen auf sich nehmen: Schiffskatastrophen, Malaria und Erschöpfung kosten vielen Pionieren das Leben. Ein Grossbrand vernichtet fast alle mühsam aufgebauten Hä... Das Buch nimmt uns hinein in das tragische Schicksal von holländischen Flüchtlingen, die in Amerika eine neue Heimat suchen und dafür unglaubliche Strapazen und Enttäuschungen auf sich nehmen: Schiffskatastrophen, Malaria und Erschöpfung kosten vielen Pionieren das Leben. Ein Grossbrand vernichtet fast alle mühsam aufgebauten Häuser. Unter primitivsten Verhältnissen bauen sie in der Nähe des Lake Michigan die neue Siedlung wieder auf und geben ihr den Namen "Holland". Heute, 200 Jahre nach der Gründung, ist diese Siedlung der kleinen Anfänge zu einer Kleinstadt mit etwas über 30'000 Einwohnern geworden. Was zunächst nach einem Geschichtsbuch klingt, entpuppt sich immer mehr zu einem spannenden Roman mit vielen Überraschungen. Hauptpersonen sind zwei Frauen: Geesje, eine der Pionierinnen der ersten Stunde und Anna, eine junge Frau, die 50 Jahre später lebt. Ihre Eltern sind früh gestorben, sie wird von einem kinderlosen reichen Ehepaar in Chicago adoptiert und gehört damit zur gehobeneren Klasse. Mit 25 Jahren macht sich auf die Suche nach ihren leiblichen Eltern. "Töchter der Küste" ist ein ergreifendes Buch, das den Leser – manchmal fast ausser Atem – mit hinein nimmt in das Fragen und Ringen um den richtigen Weg. Was mir ganz besonders gefällt, ist die schnörkellose Schilderung der Erfahrungen der Pioniergeneration. Da wird nichts beschönigt oder überdeckt. Wie das Leben so ist, auch bei bewussten Christen, mit allen Höhepunkten und Krisen, Liebe und Hass. In einer Malaria-Epidemie mitten in der Aufbauphase des Dorfes sterben viele der Pioniere, auch die Eltern von Geesje. Ein ganzes Schiff voll christlicher Pioniere auf dem Weg nach Amerika gerät in einen Sturm und geht unter. Warum lässt Gott so viel Leid zu, lässt geliebte Menschen brutal umkommen – Unschuldige, die ihm dienen wollten? Zweifel an Gottes Güte und Fürsorge kommen auf und bleiben unbeantwortet im Raum stehen. Einzelne ertragen diese Widersprüche nicht mehr. Ihr Glaube erleidet Schiffbruch, sie verlassen die verschworene Schar der Pioniere. Aber die meisten Neuansiedler gehen konsequent weiter, im Glauben an diesen "harten" Gott. Sie legen Strassen an, bauen Verkaufsläden und Häuser auf. Eine Kirche wird gebaut. Und mitten in diese Aufbauphase hinein schildert die Verfasserin das persönlichen Schicksal der beiden Frauen Geesje und Anna. Unüberhörbar steht immer wieder die Frage im Raum: Wie erkenne ich überhaupt, was Gott von mir will, zum Beispiel bei der Partnerwahl. Und was mache ich, wenn ich von ihm keine Antwort erhalte? Gerne möchte man beim Lesen diesem rätselhaften Gott nachhelfen und Klarheit schaffen. Die Stärke dieses Buches ist aber, dass die Spannung unheimlich lange aufrechterhalten wird, bis sich am Ende manches Rätsel löst. Eine besondere Stärke von Lynn Austin ist, dass sie das Christsein mit all seinen Licht- und Schattenseiten sehr realistisch beschreibt, nicht plakativ oder mit Patentantworten. Dabei scheut sie sich nicht, auch die Verlegenheitsfragen der Christen aufzugreifen und offen zu lassen, was zurzeit nicht beantwortet werden kann. Selten hat mich ein Buch so unmittelbar angesprochen und meinen Horizont erweitert.

Intensiv, emotional, beeindruckend
von peedee am 12.07.2019
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Anna Nicholson, Band 1: Niederlande, 1845. Als Geesje fünfzehn Jahre alt ist, beginnen die Schikanen gegen ihre Familie aufgrund ihres Glaubens. Zwei Jahre später fällt der Entschluss, mit anderen Niederländern ihre Heimat zu verlassen und in den USA neu zu beginnen. Geesje will nicht mit, da sie die Liebe ihres Lebens zurücklas... Anna Nicholson, Band 1: Niederlande, 1845. Als Geesje fünfzehn Jahre alt ist, beginnen die Schikanen gegen ihre Familie aufgrund ihres Glaubens. Zwei Jahre später fällt der Entschluss, mit anderen Niederländern ihre Heimat zu verlassen und in den USA neu zu beginnen. Geesje will nicht mit, da sie die Liebe ihres Lebens zurücklassen muss. Er verspricht zwar, nachzukommen, doch werden sie sich wirklich wiedersehen? Fünfzig Jahre später erinnert sich Geesje zurück, nicht wissend, dass ganz in der Nähe eine junge Frau vor ähnlich schwerwiegenden Entscheidungen wie Geesje einst steht… Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover mit dem Leuchtturm auf dem Felsen und zwei Frauen – gefällt mir ausgesprochen gut. Das Buch spielt auf zwei Zeitebenen, und zwar 1897 in und um Holland, Michigan, USA sowie ab 1845 beginnend in den Niederlanden. Geesje gehört zu den Siedlern, die vor fünfzig Jahren aus den Niederlanden in die USA gekommen waren und die die Stadt, die später Holland genannt wurde, gegründet haben. Im Rahmen der Fünfzig-Jahre-Feierlichkeiten wird sie gebeten, ihre Geschichte rund um ihre Ankunft in Michigan aufzuschreiben. Zuerst sträubt sie sich, doch dann lässt sie sich auf die zuweilen sehr schmerzlichen Erinnerungen ein. Derk, der Sohn des Nachbarn, nennt sie Tante Geesje, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. Er darf ihre Memoiren lesen. Derk ist Theologiestudent und wird einmal Pastor werden. Anna ist dreiundzwanzig Jahre alt und in einer wohlhabenden Familie aufgewachsen. Als William ihr verbietet, nochmals in die Kirche in der Chicago Avenue zu gehen, wo sie sich aufgenommen fühlte, löst sie die Verlobung. Mit ihrer Mutter reist sie an den Lake Michigan, um ein bisschen Abstand vom Geschehen zu kriegen. Anna hat viele Fragen in Bezug auf den Glauben: Warum hat William ihr den Besuch verboten? Und warum will auch ihre Mutter nicht mit ihr über den Glauben sprechen? Anna sei fanatisch, meint sie. Derk und Anna begegnen sich auf dem Hotelgelände, wo er in den Sommerferien arbeitet. Es ist zwar nicht schicklich, für eine junge, unverheiratete Dame ihres Standes mit einem Mann – und dann erst noch mit einem Angestellten! – zu sprechen, aber sie widersetzt sich diesen Gepflogenheiten. Anna und Derk haben beide ein Problem mit ihren Beziehungen und suchen Entscheidungshilfen. Zusätzlich zu den Informationen im Buch betreffend Gründung der Stadt Holland habe ich mich noch ein wenig im Internet belesen. Federführend für die Auswanderung war der Pastor (niederländ. „Dominee“) van Raalte, der die Trennung von Staat und Kirche verlangte und sodann seine Glaubensbrüder und -schwestern, Mitglieder der Separatistenkirche, aufforderte, mit ihm in die USA zu gehen. Es ist für mich kaum vorstellbar, welche Strapazen die Siedler damals auf sich genommen haben, um den Traum vom freien Glaubensleben in den USA umsetzen zu können. Nur schon die langwierige und belastende Überfahrt in die USA oder dann auch der Bau der ersten Unterkünfte mitten im Wald. Und immer wieder gibt es Rückschläge… Fazit: Eine beeindruckende und ergreifende Geschichte über den Glauben und Entscheidungen. Dies war mein erstes Buch von Lynn Austin und ich weiss, dass nun noch viele weitere von ihr folgen werden. In Kürze kann ich mit „Ufer der Erinnerung“ die Fortsetzung von diesem Buch lesen – ich freue mich sehr auf weitere intensive Lesestunden.


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  • 1. Kapitel
    Anna

    Lake Michigan
    1897

    Ich durchlebe gerade meinen Albtraum. Ein heftiges Unwetter hat unser Dampfschiff eingeholt, und nachdem wir eben noch auf dem Kamm einer Welle hinaufgetragen wurden, stürzen wir nun so heftig in einen Wassergraben, dass mir schlecht wird und ich mir sicher bin, dass wir untergehen werden. Alles ist genauso wie in meinem Albtraum - dem Traum, der mich im Schlaf verfolgt, solange ich denken kann.
    Mutter und ich kauern auf dem Passagierdeck, während der Wind den Regen und die Wellen gegen die Fenster schleudert. Donner grollt und dröhnt wie Fässer voller Kanonenkugeln, die bergab rollen. Wann immer Blitzdolche den dunklen Horizont zerschneiden, schließe ich hastig die Augen. Bei dem brüllenden Wind kann ich kaum mein eigenes Wimmern hören oder Mutters Stimme, die mich zu trösten versucht.
    "Schhh ... nicht weinen, Anna."
    Mit meinen dreiundzwanzig Jahren bin ich eine erwachsene Frau, aber sie versucht trotzdem, meine Ängste genauso zu beschwichtigen, wie sie es getan hat, als ich ein Kind war. Damals bin ich in der Nacht von dem Albtraum aufgewacht und habe vor Schrecken geschrien, während ich zitterte, als würde das eiskalte Wasser mich bei lebendigem Leibe verschlingen.
    Aber diesmal träume ich nicht. Wir sind an Bord eines Schiffes, das City of Holland heißt und sich in einem schrecklichen Unwetter abmüht, den Lake Michigan zu überqueren. Die Kessel hämmern und pochen unter meinen Füßen wie ein drängender Herzschlag, der mein eigenes Herz nachzuahmen scheint. Von dem wilden Hin- und Herwerfen des Schiffes, das auf dem See wie ein Spielzeug tanzt, ist mir ganz schwindelig. Ich hätte nie einwilligen sollen, mit einem Dampfschiff zu reisen, doch ich hatte es derart eilig, Chicago zu verlassen, dass ich das Transportmittel wählte, das mir am schnellsten und direktesten erschien. Ein tragischer Fehler. Wie hatte ich nur den Albtraum vergessen können, der mich in meiner Kindheit so quälte? Ich werde sterben, aber ich will nicht.
    "Schhh ... nicht weinen, Anna", sagt meine Mutter besänftigend. "Ich bin ja hier."
    Aber mein Vater ist zu Hause in Chicago und in dieser Hinsicht unterscheidet sich dieser echte Albtraum von dem Traum, den ich all die Jahre hatte. Deshalb weiß ich, dass Mutter und ich sterben werden. In meinem Traum verlassen Mama und ich das sinkende Schiff mit den anderen Passagieren und klettern in ein überfülltes Rettungsboot. Plötzlich schlägt eine riesige Welle über uns zusammen, wirft das Rettungsboot um und schleudert uns in das eisige Wasser. Der Schock raubt mir den Atem. Meine Haut kribbelt und brennt, als stünde sie in Flammen. Wir sinken unter die Wasseroberfläche, während wir uns aneinanderklammern, aber Mamas schwere Röcke und Unterröcke ziehen uns hinunter. Ich kann nichts sehen, kann nicht atmen. Sie strampelt und versucht mit aller Kraft, an die Oberfläche zu gelangen, und als uns das endlich gelingt, schreien und rufen überall um uns herum Menschen um Hilfe. Die Weite des Sees dämpft den Klang. Ich sehe Vater, wie er unweit von uns im Wasser auf der Stelle tritt, und sie fleht: "Bitte! Meine Tochter! Bitte retten Sie meine Tochter!" Ich will Mama nicht loslassen, aber Vater zieht mich in seine starken Arme und hält meinen Kopf über die peitschenden Wellen. Als ich mich umdrehe, ist Mama verschwunden. Über dem turbulenten Wasser ist nur noch ihre Hand zu sehen, als winkte sie zum Abschied. Vater will die Hand erfassen, aber er ist zu spät. Mama ist fort, verschlungen von dem aufgewühlten schwarzen Meer.
    Ich schreie immer auf, wenn ich aus dem Traum erwache, aber aus diesem Albtraum gibt es kein Erwachen. Ich umklammere meine Mutter so fest, dass sie keucht: "Nicht so fest, Anna. Ich bekomme keine Luft!"
    "Diesmal ist Vater nicht hier, um uns zu retten. Wir werden untergehen und ich will nicht sterben!"
    "Wir gehen nicht unter, mein Schatz."
    Ich bin nicht davon überzeugt. Ich erinnere mich an den allerletzten Gottesd