Warenkorb
 

Bestellen Sie bis zum 20.12.2018 und erhalten Sie Ihre Sendung pünktlich zu Heiligabend.**

White Rabbit oder Der Abschied vom gesunden Menschenverstand

Tichys Einblick

(4)
»Schlimmer als die Zensur der Presse ist die Zensur durch die Presse.« Das schrieb der hellsichtige Gilbert K. Chesterton – Schöpfer der weltbekannten Figur Pater Brown – bereits Anfang des vorigen Jahrhunderts. Chesterton, der journalistische Star seiner Zeit, ein katholischer Konvertit, ist das Vorbild für Matusseks Bericht aus dem Innenraum der Vierten Gewalt. Denn die Medien haben sich – so scheint es – in den letzten Jahren in einen unkritischen Jubelchor der Regierung verwandelt und das Land in einen Hippiestaat, der so verrückt agiert, als gäben die Woodstock-Veteranen Jefferson Airplane mit ihrer psychedelischen Hymne »White Rabbit« den Takt vor.

In seinem neuesten, vor Witz und Ironie funkelnden Werk verfolgt Matussek den Wahnsinn in deutschen Landen, die teils komische, teils absurde Selbstbeschränkung der Presse und kommt immer wieder auf seinen Referenzheiligen Chesterton zurück, den man zu Recht als »Apostel des gesunden Menschenverstandes« bezeichnete. In dessen vielseitigem publizistischem Werk hat Matussek Haltungen und Grundsätze entdeckt, die der »schreibenden Zunft« noch heute Maßstab sein könnten.

Und so hält er uns Glanz und Elend des Journalismus unserer Tage vor Augen: mitreißend, radikal subjektiv, schonungslos und umwerfend komisch. Einer der profiliertesten deutschen Journalisten über Mainstream-Presse, Selbstzensur und Desinformation.
Rezension
»Matussek in Hochform, zugleich links und konservativ, katholisch und anarchisch, polemisch und poetisch, diese einmalige Mischung. Er schildert eindringlich unser verändertes Land der Tugendbolde, der Schlafwandler, des politischen Kitches, des betreuten Denkens und der verminderten Bereitschaft zur Selbstbehauptung. Wenig heitere Aussichten, aber das reine Lesevergnügen.«
Rüdiger Safranski

»Matussek ist immer mitreißend.«
SZ
Portrait
Matthias Matussek, preisgekrönter Reporter und Bestsellerautor, war 26 Jahre lang für den Spiegel unterwegs, bis er sich 2014 entschloss, das Neue zu wagen – er wechselte zu Springers Welt. Dort spürte er schnell, wie sehr ideologische Zwänge und die freiwillige Selbstzensur einer neuen Generation von Journalisten die Presselandschaft verändert haben. Die Zusammenarbeit wurde bereits nach 17 erfüllten und produktiven Monaten beendet. Fortan arbeitet er als freier Autor für die Weltwoche, den Focus, Tichys Einblick und andere und widmet sich erneut seinen Stärken: dem Schreiben und der Disziplinlosigkeit.
… weiterlesen
In den Warenkorb

Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 320
Erscheinungsdatum 12.03.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-95972-080-9
Verlag Finanzbuch Verlag
Maße (L/B/H) 21,7/15,6/2,8 cm
Gewicht 524 g
Abbildungen farbige Fotos, Abbildungen
Verkaufsrang 27.340
Buch (gebundene Ausgabe)
22,99
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort lieferbar
Versandkostenfrei
In den Warenkorb
PAYBACK Punkte
Ihr Feedback zur Seite
Haben Sie alle relevanten Informationen erhalten?
Vielen Dank für Ihr Feedback!
Entschuldigung, beim Absenden Ihres Feedbacks ist ein Fehler passiert. Bitte versuchen Sie es erneut.

Buchhändler-Empfehlungen

„Kampfeslustiger und sehr persönlicher Blickwinkel“

Karin Thuma, Thalia-Buchhandlung Dresden

Dieses Buch ist spannend, ja geradezu vergnüglich zu lesen, wenngleich der Stoff, der hier abgehandelt wird, sehr ernst ist. Es gewährt einen Blick hinter die Kulissen des heutigen Journalismus und beschreibt und berichtet selbst erlebte und ebenso recherchierte Details aus Politik und Gesellschaft. Dies tut der Autor aus einem kampfeslustigen und absolut persönlichen Blickwinkel, sehr erfrischend, denn man sollte ja über Meinungen streiten können- so wie der hier mit vorgestellte Gilbert K. Chesterton dies vor etwa einhundert Jahren so brillant tat. Dieses Buch ist spannend, ja geradezu vergnüglich zu lesen, wenngleich der Stoff, der hier abgehandelt wird, sehr ernst ist. Es gewährt einen Blick hinter die Kulissen des heutigen Journalismus und beschreibt und berichtet selbst erlebte und ebenso recherchierte Details aus Politik und Gesellschaft. Dies tut der Autor aus einem kampfeslustigen und absolut persönlichen Blickwinkel, sehr erfrischend, denn man sollte ja über Meinungen streiten können- so wie der hier mit vorgestellte Gilbert K. Chesterton dies vor etwa einhundert Jahren so brillant tat.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
4 Bewertungen
Übersicht
3
1
0
0
0

"Wie gespenstisch ist es, heuzutage dieses Deja-vu zu erleben ?"
von Dr. M. am 11.06.2018

Das steht auf Seite 272 dieses Buches, und endlich begreift mal ein Westdeutscher, was im Osten des Landes wirklich los. Weiter steht da nämlich: "Wieder ist der Antifaschismus Staatsreligion und muss für jede Sauerei herhalten. Wissenschaftler werden denunziert und verlieren ihren Job, die Meinungsfreiheit wird durch freiwillige Spitzelei in... Das steht auf Seite 272 dieses Buches, und endlich begreift mal ein Westdeutscher, was im Osten des Landes wirklich los. Weiter steht da nämlich: "Wieder ist der Antifaschismus Staatsreligion und muss für jede Sauerei herhalten. Wissenschaftler werden denunziert und verlieren ihren Job, die Meinungsfreiheit wird durch freiwillige Spitzelei in den sozialen Medien beschnitten, und die Journalisten der staatlichen Fernsehanstalten spielen Heldentenöre für die Regierung, die macht, was sie will." Jüngstes Beispiel dafür ist der Umgang mit Uwe Tellkamp, einem der besten deutschen Schriftsteller, den man nun wie einst in der verblichenen DDR einem öffentlichen Gesinnungstest unterzieht, der nicht zu seinem Vorteil ausgeht. Für die ältere Generation der Ostdeutschen, die noch hinter dem "antifaschistischen Schutzwall" gelebt haben, wiederholt sich etwas, was sie kennt und nicht noch einmal erleben will. Eine solche Erklärung des Wahlverhaltens in diesen Regionen Deutschlands wird man in den Medien nicht finden, denn dann müsste man schließlich zugeben, in welche Lage das Land ausgerechnet von der Partei gebracht wurde, die einstmals den Kanzler der Einheit stellte. Nun geht es in diesem Buch nicht um Ostdeutschland, sondern um die jüngere Geschichte des Autors, der vom Springer-Verlag fristlos aus seiner Anstellung bei der WELT entlassen wurde, weil er nicht willens war, auf seine eigene Meinung zu verzichten. Zwar stellt man diese Geschichte offiziell anders dar, doch Matusseks Version erscheint aus vielen Gründen glaubhafter. Man kann im Buch einige seiner nicht bei Springer gedruckten Artikel nachlesen. Dann versteht man vieles. Matussek gehört zu den profiliertesten deutschen Journalisten und Autoren. Leider hat er für Medien einen Makel: Er bezeichnet sich selbst als orthodoxen Katholiken, und obendrein lässt er sich vom gesunden Menschenverstand leiten, was inzwischen als sehr gefährlich gilt, weil die "entkoppelten Eliten", wie Matussek die regierende Klasse nennt, diesen gesunden Menschenverstand über Bord geworfen haben und sich nach außen hin von einer hyperventilierenden Scheinmoral lenken lassen, die ihre wahren Pläne vernebeln soll. Obwohl es eine große intellektuelle Freude ist, Matusseks Gedanken zu lesen, fällt es schwer, den eigentlichen Inhalt seines Buches in wenigen Sätzen wiederzugeben. Einerseits folgt er einer gewissen Zeitlinie der letzten paar Jahre, in der es immer wieder auch um den Herbst 2015 geht, andererseits behandelt er alle Themen, die sich um diesen Zeitstrahl ranken, wobei insbesondere die deutsche Presselandschaft und ihre freiwillige Selbstzensur behandelt, der er sich nicht unterwerfen wollte. Eine besondere Rolle spielt dabei der englische Schriftsteller Chesterton, den Matussek immer wieder allein schon deshalb zitiert und kommentiert, weil dessen Durchblick und Weitsicht ihn fasziniert. Es ist so, als ob Chesterton gewusst hätte, was sich viele Jahre nach seinem Tod in Deutschland abspielen würde. Matussek kann und will sich nicht anpassen. Das waren noch nie gute Voraussetzungen für eine Karriere. Und heute sind sie es schon gar nicht. Als Betroffener weiß man nicht, ob es Fluch oder Segen ist, wenn man mit einem Intellekt ausgestattet ist, der Strukturen und Zusammenhänge leichter erkennt, als das andere vermögen. Die Schwerfälligkeit, die man bei anderen spürt und die eigene intellektuelle Leichtigkeit führen bei solchen Menschen zu einem Hang zur Provokation, den andere nicht verstehen können oder wollen und entsprechend aufjaulen. Wenn Matussek beispielsweise einen seiner bei Springer nicht veröffentlichten Artikel mit dem Satz beendet: "Ich bin homophob, und das ist auch gut so.", dann reflektiert dies ironisch nichts weiter die Aussage eines bekannten Ex-Regierenden Bürgermeisters von Berlin und verkehrt sie ins Gegenteil. Dass er sich damit einer Hetzjagd aussetzt, obwohl er die vermeintliche Phobie, immerhin eine Krankheit, gar nicht wirklich hat, ist Matussek entweder nicht klar gewesen, oder es war ihm egal. Das musste einfach geschrieben werden, weil es ihm gefiel und weil es sein gutes Recht ist, anderer Meinung zu sein. Bei aller Brillanz irrt Matussek aber in seinem Buch wenigstens an zwei Stellen. Erstens wird sich die fatale Entwicklung in Deutschland nicht durch eine stärkere Besinnung auf unsere religiös-kulturellen Wurzeln abwenden lassen, weil es zu einer solchen Besinnung nicht kommen wird. Die beiden Staatskirchen sind in Deutschland dermaßen mit dem Staat verbunden, dass es für sie keinen anderen Weg geben wird, als immer dessen Politik zu unterstützen. Die wirklichen finanziellen Verknüpfungen von Staat und Kirche sind in Deutschland kaum bekannt. Aufmerksamen Beobachtern wird jedoch nicht entgangen sein, wie aktiv die Kirchen heute und schon vor dem letzten Krieg die jeweiligen Regierungen gestützt haben. Ein Zufall ist das jedenfalls nicht. Gegenwärtig tun die beiden christlichen Kirchen in Deutschland alles, um genau diese Rückbesinnung zu verhindern. Ihre zunehmende Bedeutungslosigkeit nehmen sie dabei offenbar in Kauf. Zweitens wird der gesunde Menschenverstand nicht siegen, wie Matussek hofft, denn das hat er noch nie fertiggebracht. Wenn jemals in der menschlichen Geschichte der gesunde Menschenverstand die Oberhand gehabt hätte, wäre sie ganz anders verlaufen. Es hätte zum Beispiel keine Kriege gegeben, schließlich weiß man doch aus Erfahrung, wohin ein solcher Irrsinn führt. Die Wirklichkeit wird dagegen früher oder später die Oberhand behalten, allerdings wie immer erst dann, wenn die Folgen des gegenwärtigen Kurses einer breiten Masse auffallen. Und das geschieht gewöhnlich immer zu einem Zeitpunkt, wenn es genug Betroffene gibt, die diese Folgen schmerzhaft spüren. Matusseks Buch ist ein Ausfluss eines feinen beobachtenden Journalismus, der sich Fragen stellt und der sich von den tatsächlichen Ereignissen leiten lässt und nicht von vorauseilendem Gesinnungsgehorsam. Eine wirkliche intellektuelle Wohltat, auch dann, wenn man nicht immer mit ihm einer Meinung ist.

Wo ist der gesunde Menschenvarstand geblieben?
von Gertie G. aus Wien am 22.04.2018

Ich muss zugeben, dass ich Matthias Matussek als Österreicherin und nur gelegentliche Spiegel-Leserin nicht wirklich kenne. Daher konnte ich völlig unvoreingenommen an dieses Buch herangehen. Der Autor spricht vieles an und aus, was viele Menschen über die derzeitige Politik denken. Das kommt bei seinem Arbeitgeber nun nicht so toll... Ich muss zugeben, dass ich Matthias Matussek als Österreicherin und nur gelegentliche Spiegel-Leserin nicht wirklich kenne. Daher konnte ich völlig unvoreingenommen an dieses Buch herangehen. Der Autor spricht vieles an und aus, was viele Menschen über die derzeitige Politik denken. Das kommt bei seinem Arbeitgeber nun nicht so toll an und Matussek fliegt aus der Redaktion. Warum man ihn aus dem Spiegel hinausgeworfen hat? Aus verschiedene Gründen. Zum einen ist es Matusseks Hinwendung zum Katholizismus und seine Abwendung von der Sympathie den Linken und deren Willkommenskultur von 2015 gegenüber. Man zeiht ihn des rechten Gedankenguts, stellt in die Ecke von Pegida und AfD und macht ihn zum Outlaw. Nur deshalb, weil er sich vom gesunden Menschenverstand leiten lässt. Dieser ist ja leider längst abhandengekommen. Für Medien zählen nur Auflagen und nochmals Auflagen. Seriöse Berichterstattung, das Prüfen von Gerüchten auf deren Wahrheitsgehalt sind schon längst nicht mehr Teil des guten Journalismus. Intrigen, Fehden und Feindschaften sind seit je her Bestandteil der Medien, das ganze Ausmaß hat mich dennoch sehr überrascht. Mit Beispielen aus sein umfangreichen Archiv liefert er treffende Beweise dafür, dass "Lügenpresse" keine bloße Behauptung ist und dennoch besser ?Lückenpresse? genannt werden soll(te). Das Weglassen und Hinzufügen von relevanten Details führt verfälschten Nachrichten im Sinne der jeweiligen Regierung. Dies scheint wieder salonfähig geworden zu sein. Was nicht ganz passend ist, wird eben passend gemacht. Der Autor zitiert Franz Werfel, der in seinem 1946 erscheinen Roman ?Stern des Ungeborenen" folgendes schreibt: ??Zwischen Weltkrieg II und Weltkrieg III drängten sich die Deutschen an die Spitze der Humanität und Allgüte. Und sie nahmen das, was sie unter Humanität und Güte verstanden, äußerst ernst. Sie hatten doch seit Jahrhunderten danach gelechzt, beliebt zu sein. Und Humanität schien ihnen jetzt der bessere Weg zu diesem Ziel. Sie fanden diesen Weg sogar weit bequemer als Heroismus und Rassenwahn. So wurden die Deutschen die Erfinder der Ethik der selbstlosen Zudringlichkeit.? (S. 220) Franz Werfel ? ein Visionär? Immerhin war Werfel Jude und mit Alma Mahler, einer bekennenden Antisemitin verheiratet. Meine Meinung: Sprachlich ist das Buch gut gelungen. Viele ausgewählte Zitate unterstreichen, dass Matussek ein Vollblutjournalist ist. Allerdings kann ich mich des Eindrucks nicht erwehren, dass manche Passage ein wenig wehleidig klingt. Matthias Matussek kennt die Medien und ihre Zwänge vom Qualitätsmagazin bis zur Klatschpostille. Da sollte er doch um die Mechanismen Bescheid wissen. Ohne ihm nahe treten zu wollen, denke ich, dass er in seiner langen Laufbahn vielleicht dem einen oder anderen ans Bein gepinkelt haben wird. Nun rächst man sich eben auf diese Weise. In Zeiten der digitalen Medienverbreitung ist ein unüberlegter Satz blitzschnell draußen, das Einfangen desselben ist kaum möglich. Was mich aber wirklich sehr gestört hat, ist das inflationäre Auftreten von Gilbert K. Chesterton, so als wäre der bereits verstorbene, geistige Vater von Pater Brown Matusseks Alter Ego. Vermisst habe ich auch die apostrophierte Ironie. Allerdings kann das daran liegen, weil ich die Interna der deutschen Politik nicht gut genug kenne. Es bleibt nur zu hoffen, dass das weiße Kaninchen doch noch den gesunden Menschenverstand wiederfindet. Fazit: Ein interessantes Buch, das vielen Leuten aus der Seele spricht und trotzdem oder genau deshalb polarisiert.