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Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy

Maria Braig

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Beschreibung

Aus unterschiedlichen Gründen leben in Afghanistan Mädchen als sogenannte "Bacha Posh" (als Jungen verkleidete Mädchen). Oft werden sie von Geburt an als Jungen erzogen, weil es in der Familie keinen Sohn gibt, andere schlüpfen erst später in die Rolle eines Jungen. Mit Beginn der Pubertät müssen sie alle wieder zu Mädchen werden.
Die dreizehnjährige Shirin wächst in einem aufgeschlossenen, aber sehr armen Elternhaus in Afghanistan auf. Als ihr Vater beim Minensuchen ums Leben kommt, bleibt die Mutter mit drei Töchtern allein zurück. Um das Überleben der Familie zu sichern, muss Shirin als älteste Tochter zum Jungen werden und Geld verdienen. Als angeblicher Cousin aus dem Iran, arbeitet sie nun als Teejunge auf dem Basar von Herat und verdient damit gerade genug, um die Familie über Wasser zu halten.
Hier begegnet sie (in Gestalt des Teejungen Shahin) Faruk, einem gleichaltrigen Jungen, der mit acht Jahren entführt und als Bacha Bazi (Dancing Boy) verkauft wurde. Faruk erlebte von wechselnden "Besitzern" sehr viel Gewalt und Übergriffe, fand aber keine Möglichkeit, wegzulaufen und zu seiner Familie, die nicht weiß, wo er sich aufhält, zurückzukehren. Die beiden werden Freunde, und als sich das Schicksal wendet, machen sie sich zusammen auf den Weg in ein neues Leben.

Maria Braig wurde 1957 in Isny im Allgäu geboren und verbrachte dort die ersten neunzehn Lebensjahre. Anschließend studierte sie Germanistik, Geschichte und empirische Kulturwissenschaft in München und Tübingen.
Sie lebt und arbeitet heute als Autorin, Lektorin und LKW-Fahrerin in Osnabrück.

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Seitenzahl 300
Altersempfehlung 0 - 99 Jahr(e)
Erscheinungsdatum 30.11.2017
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7450-6054-6
Verlag Epubli
Maße (L/B/H) 19/12,5/1,8 cm
Gewicht 354 g
Auflage 1

Kundenbewertungen

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Berührende Geschichte
von einer Kundin/einem Kunden aus Bielefeld am 17.01.2018

„Du warst ein wenig wie ein Mädchen und doch ein Junge und ich habe begonnen zu kapieren, dass aus uns alles werden kann. Dass nichts von Beginn an feststeht.“ (S. 218) Maria Braig ist eine Autorin, deren Bücher ich in schöner Regelmäßigkeit mit zunehmender Begeisterung lese. Sie schreibt nicht für die große Masse an Romantasy-... „Du warst ein wenig wie ein Mädchen und doch ein Junge und ich habe begonnen zu kapieren, dass aus uns alles werden kann. Dass nichts von Beginn an feststeht.“ (S. 218) Maria Braig ist eine Autorin, deren Bücher ich in schöner Regelmäßigkeit mit zunehmender Begeisterung lese. Sie schreibt nicht für die große Masse an Romantasy- oder sonstigen Lesern, sondern für einen Kreis von Menschen, die etwas bewegen wollen und evtl. auch können. Sei es als Käufer ihrer stets gut recherchierten Bücher oder auch nur als Rezensent – die Romane lassen den Leser nicht kalt und man baut Vorurteile gegenüber Minderheiten ab, schüttelt den Kopf über die in dem jeweiligen Buch vorherrschenden Zustände und lernt nebenbei Hintergründe über Land/Leute und – wie im vorliegenden Fall - die in Afghanistan verwandten Traditionen bzgl. des Zusammenlebens zwischen Männern und Frauen, Jungen und Mädchen usw. und den daraus resultierenden Problemen (nicht nur) in der Gesellschaft, kennen. In „Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy“ geht es um Shirin, die nach dem Tod ihres Vaters als Bacha Posh („Teejunge“) Shahin die Familie versorgen muss. Dabei lernt sie den Bacha Bazi (Dancing Boy) Faruk kennen und freundet sich mit ihm an. Den Rest der Geschichte sollte der geneigte Leser sich selbst „aneignen“ :-). Ich muss zugeben, dass ich vor der Lektüre dieses Buches keine Ahnung davon hatte, wie in Afghanistan die Beziehung Mann / Frau respektive Junge / Mädchen funktioniert. Dementsprechend geschockt war ich, als mir die Autorin innerhalb der Geschichte diese „Fakten“ nahegebracht hat. Natürlich hat jedes Land seine eigenen Sitten und Traditionen, die man akzeptieren, aber nicht gutheißen muss und man entwickelt eine Solidarität gegenüber Männern und vor allem Frauen, die um Unabhängigkeit und Freiheit ringen und ist entsetzt, wie die Politik auf die Proteste reagiert, weil Ewiggestrige nicht mitkriegen, dass die Welt sich weiterdreht und Mädchen und Frauen (und auch Jungen) keine „Ware“ sind, mit der man tun und lassen kann, was Mann will. In den Romanen von Maria Braig schreitet die Geschichte immer schnell voran. Sie hält sich nicht mit „Kleinigkeiten“ auf und Gevatter Zufall hat auch (sehr) oft einen Auftritt. Ich denke aber, dass da ein wenig (schriftstellerisches) Kalkül hinter steckt: Zum einen sollen Bücher unterhalten, zum anderen sollen die Leserinnen und Leser (egal welcher Altersstufe) sich Fragen stellen, sollen ins diskutieren, zum Austausch kommen – nur so kann sich etwas in der Gesellschaft verändern. „Das heimliche Mädchen und der Dancing Boy“ ist als Jugendbuch erschienen und genau dieses „Publikum“ wird gut bedacht. Maria Braig will aufklären ohne den Zeigefinger zu hoch zu halten; sie übt Kritik am System, ruft aber zwischen den Zeilen immer zu Toleranz und Menschlichkeit auf. Außerdem ist es Maria Braig ein (persönliches) Anliegen, sich für die Mädchen- und Frauenrechte auf dieser Welt einzusetzen und es ist ihr gutes Recht, für eine tolerante und offene Gesellschaft zu kämpfen, in der es keinen Platz gibt für Schwulen- und Lesbenhass und für die Verfolgung von (politisch) Andersdenkenden gegenüber der Obrigkeit. All das sind bzw. sollten Gründe für Schulbibliotheken von weiterführenden Schulen sein, mindestens ein Exemplar dieser Geschichte anzuschaffen und die Schulen sollten Maria Braig zu Lesungen einladen.

Schicksale in Afghanistan
von Zank am 04.01.2018

Als ihr Vater stirbt, muss die 13jährige Shirin für ihre Mutter und ihre jüngeren Schwestern sorgen. Doch als Mädchen darf sie in Afghanistan nicht allein auf die Straße gehen, geschweige denn arbeiten. Deshalb wird sie zur Bacha Posh - einem Mädchen, dass sich als Junge verkleidet. Sie arbeitet als Teejunge und trifft Faruk, ei... Als ihr Vater stirbt, muss die 13jährige Shirin für ihre Mutter und ihre jüngeren Schwestern sorgen. Doch als Mädchen darf sie in Afghanistan nicht allein auf die Straße gehen, geschweige denn arbeiten. Deshalb wird sie zur Bacha Posh - einem Mädchen, dass sich als Junge verkleidet. Sie arbeitet als Teejunge und trifft Faruk, einen Bacha Bazi. Als "Dancing Boy" lebt dieser bei einem reichen Mann und muss ihm in allen Dingen zu Diensten sein. Das Buch erzählt von Shirins und Faruks Schicksalen in Afghanistan und vermittelt dem Leser damit einen Einblick in zwei für uns fremde Welten. Dadurch, dass Shirin zum Jungen Shahin wird, kann sie zwar ihre Familie ernähren, lebt aber in ständiger Sorge, entdeckt zu werden. Denn obwohl Bacha Poshs nichts ungewöhnliches sind, sind diese gesellschaftlich nicht akzeptiert. Besonders Faruks Geschichte lässt einem den Atem stocken. Als Kind entführt, muss er sich seitdem von älteren Männern sexuell missbrauchen lassen. Feinfühlig vermittelt Maria Braig seine Erlebnisse und man spürt beim Lesen, wie schwer es Faruk fällt, auch nur darüber zu sprechen. Man kann sich gut in die Geschichte hineinversetzen und die beiden Protagonisten wirken durchgehend real und glaubwürdig. Neben ihnen habe ich besonders Ghaffar, den Besitzer der Teestube, ins Herz geschlossen, der sich sofort Shahins annimmt und "ihn" trotz seiner Vermutungen, dass es sich hier um ein heimliches Mädchen handeln könnte, immer unterstützt. Die glaubhaften Charakteren und die anschaulichen Schilderungen vermitteln wie nebenbei Informationen über das Leben im heutigen Afghanistan, die Verbitterung der Menschen über einen Krieg, der nicht der ihre war, und die Unterdrückung, unter der Frauen dort noch immer zu leiden haben. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass alles irgendwie zu glatt geht. An so vielen Punkten im Buch hätten Menschen misstrauisch werden oder Vorhaben scheitern können, doch Shirin und später auch Faruk kommen mit allem durch. Egal ob es sich dabei um die auffälligen Toilettengänge Shahins handelt; darum, dass "er" sich heimlich allein mit Shirins bester Freundin trifft oder sämtliche Ereignisse in der zweiten Hälfte der Geschichte. Immer wieder habe ich mitgefiebert und damit gerechnet, dass sie bald erwischt werden, doch nichts dergleichen geschah. So viel Glück macht die Erzählung leider etwas unrealistisch. Das Buch endet einerseits abgeschlossen, aber gleichzeitig doch relativ offen. Es wäre schön, wenn es noch einen zweiten Teil gäbe, denn über die weitere Geschichte von Shirin und Faruk gäbe es sicherlich noch einiges zu erzählen...

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