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Isländische Erzählungen

Aus schroff-kargem Land

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Beschreibung

Bis heute sind die alten Erzählungen tief in der Nation der Isländer verwurzelt. Bizarre Landschaften und unbändige Natur haben dieses Volk jahrhundertelang geprägt. Daraus sind phantasiereiche Geschichten von Land und Leuten, Trollen, Geistern, Elfen, Heiligen, Zauberern, Riesen und dem Teufel erwachsen und über Generationen hinweg weitererzählt worden. Besonders in den langen Wintern bereicherten die Erzählungen den Alltag und vermittelten Regeln für das Leben, das Überleben und das Bestehen in der Gemeinschaft. Als Protagonistinnen begegnet man Frauen und mystischen weiblichen Geschöpfen, die gemeinsam mit Männern und männlichen Wesen agieren – in Raffinesse stehen sie einander in nichts nach. Liebe und Sehnsucht, Tragik und Kummer, Humor und Keckheit begleiten die Szenarien, in denen außer- gewöhnliche Wesen, aber auch Menschen wie Du und ich zu rebellierenden oder stillen Heldinnen und Helden werden.

Eva-Maria Klumpp, geb. 1960, arbeitete in Deutschland als Diplom-Sozialpädagogin, Psychotherapeutin und Bildungsreferentin. Fasziniert von ihren Islandreisen, zog sie schließlich auf die Insel. Seit vielen Jahren ist sie dort als Reiseleiterin tätig. An der Universität Island studierte sie Isländisch als Fremdsprache und verschrieb sich dort ganz ihrer Passion für isländische Literatur.

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Herausgeber Eva-Maria Klumpp
Seitenzahl 204
Erscheinungsdatum 11.04.2018
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-7374-1083-0
Verlag Marix Verlag ein Imprint von Verlagshaus Römerweg
Maße (L/B/H) 20,5/13,1/2,7 cm
Gewicht 334 g
Abbildungen zahlreiche schwarzweisse - Fotosgrafien
Übersetzer Eva-Maria Klumpp
Verkaufsrang 168177

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  • Einmal lebte ein Mann im Osten im Mýrtal. Eines Morgens stand er sehr früh auf und ging an der Felsküste entlang. Als er auf die Öffnung einer Höhle stieß, hörte er aus ihrem Inneren fröhliches Treiben und Tanzspektakel tönen und vor dem Eingang sah er viele Seehundsbälge liegen. Er nahm einen Balg, trug ihn nach Hause und schloss ihn in einer Truhe ein. Am gleichen Tag kehrte er noch einmal an den Höhleneingang zurück; dort saß nun eine junge und schöne Frau; sie war splitternackt und weinte sehr. Das war der Seehund, dem der Balg gehörte, den der Mann am Morgen mitgenommen hatte. Der Mann gab der jungen Frau Kleidung, tröstete sie und nahm sie mit zu sich nach Hause. Sie war ihm treu ergeben, aber am Zusammensein mit anderen fand sie keinen Gefallen. Oft saß sie am Strand und schaute auf das Meer hinaus. Nach einiger Zeit heiratete der Mann sie. Es ging ihnen gut und sie bekamen Kinder. Den Balg verwahrte der Bauer immer eingeschlossen in der Truhe auf und trug den Schlüssel stets bei sich, wohin er auch ging. Viele Jahre später ruderte er einmal aufs Meer hinaus und vergaß den Schlüssel zu Hause unter seinem Kopfkissen. Andere sagen, der Bauer sei mit seinen Leuten zur Weihnachtsmesse gegangen, seine Frau aber sei krank gewesen und habe ihn nicht begleiten können. Und als er sich für die Kirche umzog, habe er vergessen den Schlüssel aus der Tasche seiner Alltagskleidung zu nehmen. Als er wieder heimkam, stand die Truhe offen und seine Frau und der Balg waren verschwunden. Sie hatte den Schlüssel genommen und neugierig die Truhe geöffnet und den Balg gefunden. Sie konnte der Versuchung nicht widerstehen, verabschiedete sich von ihren Kindern, zog den Balg über und stürzte sich in die Fluten. Bevor die Frau aber ins Wasser sprang, sollen ihr folgende Worte über die Lippen gekommen sein:

    "Mir wird ganz bange, ohje

    habe sieben Kinder an Land

    und sieben draußen auf See."

    Es wird erzählt, dass der Mann über die Trennung von seiner Frau nur schwer hinwegkam. Danach sah er oft, wenn er zum Fischen hinaus- ruderte, einen Seehund um sein Boot herumschwimmen und es sah so aus, als ob Tränen aus seinen Augen fließen würden. Seither fing er immer eine beträchtliche Menge Fisch und außerdem wurden an seinem Strand allerhand wertvolle Dinge angeschwemmt. Wenn die Kinder des Ehepaares unten am Strand spielten, sahen die Leute oft einen Seehund direkt vor der Küste schwimmen - egal, ob sie nahe dem Meeresufer unterwegs waren oder etwas weiter weg - und er warf den Kindern bunte Fische und schöne Muscheln zu.