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Sputnik Sweetheart

Roman. Aus d. Japan. v. Ursula Gräfe

Haruki Murakami

(14)
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Beschreibung

Cooler Realismus und Fantastik verbinden sich in der Geschichte von Sumire und Miu. Die eine ist eine junge weltfremde und romantische Möchtegernautorin, die andere eine siebzehn Jahre ältere erfolgreiche Geschäfsfrau. Unempfänglich ist Miu für das Begehren der jungen Frau, von der sie „süßer Sputnik" genannt wird. Auf einer Reise durch Frankreich und Italien bis auf eine kleine griechische Insel verschwindet Sumire plötzlich – alle Spuren ihres Schicksals verlieren sich. Ein junger Lehrer, der die betörende Sumire liebt, findet Aufzeichnungen bizarrer Vorfälle und Geschichten in Geschichten, die auch ein Geheimnis von Miu in der Schweiz aufdecken. Mit Haruki Murakamis neuem Roman „Sputnik Sweetheart" geraten wir an die Ränder der Wirklichkeit, aber auch wenn die Menschen auf getrennten Umlaufbahnen einsam wie ein Sputnik ihre Bahnen ziehen, gibt es noch eine andere Seite des Lebens: „Wir brauchen nur zu träumen."

Produktdetails

Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 234
Erscheinungsdatum 16.10.2003
Sprache Deutsch, Japanisch
ISBN 978-3-8321-5696-1
Verlag DuMont Buchverlag
Maße (L/B/H) 21,2/14,9/2,4 cm
Gewicht 427 g
Originaltitel The Sputnik Sweetheart
Auflage 2. Auflage
Übersetzer Ursula Gräfe
Verkaufsrang 133610

Portrait

Haruki Murakami

Haruki Murakami wurde 1949 in Kyoto, Japan geboren und wuchs in Kobe auf. Seine Eltern sind Lehrer für japanische Literatur. Nach abgeschlossenem Studium der Theaterwissenschaften und des Drehbuchschreibens verließ er 1975 die Waseda-Universität in Tokio und entdeckte sein aufkeimendes Interesse an amerikanischer Literatur und Musik. Im Jahr 1974 gründete er den Jazzclub "Peter Cat", den er sieben Jahre lang betrieb.
Sein erster Roman, "Hear the Wind sing" (1979), brachte ihm den Gunzou-Förderpreis ein. Zusammen mit "Pinball", 1973 (1980, beide wurden nur ins Englische übersetzt) und "Wilde Schafsjagd" (1982, dt. 1991), für den er mit dem Norma-Förderpreis ausgezeichnet wurde, bildet dieser Roman die sogenannte "Trilogie der Ratte".
Zu Murakamis weiteren Veröffentlichungen zählen "Hard-Boiled Wonderland und das Ende der Welt" (1984, dt. 1995), "Naokos Lächeln" (1987, dt. 2001), "Tanz mit dem Schafsmann" (1988, dt. 2002), "Gefährliche Geliebte" (1992, dt. 2000), "Der Elefant verschwindet" (1993, dt. 1995) und "Als ich eines Tages im April das 100%ige Mädchen sah" (dt. 1996).
In den 80er Jahren war er dauerhaft in Europa ansässig (u. a. in Frankreich, Italien und Griechenland), bevor er von 1991 an mit seiner Ehefrau vier Jahre lang in den USA lebte, wo er in Princeton lehrte und den Roman "Mister Aufziehvogel" verfasste (1994–95, dt. 1998), für den er den Yomiuri-Literaturpreis erhielt. Nach dem Erdbeben von Hanshin und dem Gas-Attentat auf die Tokioter U-Bahn von 1995 kehrte Murakami nach Japan zurück, wo er zunächst Opfer des Attentats und schließlich auch Mitglieder der Aum-Shinrikyo-Sekte interviewte. Die Interviews erschienen in Japan in zwei Bänden; der zweite, "The Place that was promised" (1998), wurde mit dem Preis der Kuwabara Takeo-Akademie ausgezeichnet. Eine Auswahl aus beiden Büchern wurde 2002 als deutschsprachige Ausgabe unter dem Titel "Untergrundkrieg" veröffentlicht.
Von Haruki Murakami erschienen seitdem "Sputnik Sweetheart" (1999, dt. 2002), "Nach dem Beben" (1997, dt. 2003), "Kafka am Strand" (2002, dt. 2004), die Kurzgeschichtensammlung "Blinde Weide, schlafende Frau" (dt. 2006), der Roman "Afterdark" (dt. 2005) und das Sachbuch "Wovon ich rede, wenn ich vom Laufen rede" (dt. 2007). Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählen "1Q84, Buch 1&2" (dt. 2010) und Buch 3 (dt. 2011) sowie die von Kat Menschik illustrierten Erzählungen "Schlaf" und "Die Bäckereiüberfälle". Die Neuübersetzung von Murakamis literarischem Durchbruch "Gefährliche Geliebte" (mit dem neuen Titel "Südlich der Grenze, westlich der Sonne") erschien 2013.
Zu den Preisen, die Murakami in jüngerer Zeit erhielt, gehören der Frank O’Connor Internationale Kurzgeschichtenpreis (Irland, 2006) der Franz-Kafka-Preis (Tschechien, 2006) und der Asahi-Preis (Japan, 2006).
Zudem hat Murakami Werke diverser amerikanischer Autoren ins Japanische übertragen, darunter Bücher von F. Scott Fitzgerald, Raymond Carver, John Irving und Raymond Chandler. Seine eigenen Werke wurden bislang in mehr als vierzig Sprachen übersetzt.

Artikelbild Sputnik Sweetheart von Haruki Murakami

Buchhändler-Empfehlungen

Andreas Koch, Thalia-Buchhandlung Bergisch Gladbach

Eine Dreiecksbeziehung, die geprägt ist von unerwiderter Liebe und der eigenen Identitätssuche.Murakamis Sprachenwelt ist einfach einzigartig.

Laura Donauer, Thalia-Buchhandlung Landau

Ein Buch, so faszinierend wie einzigartig, so phantastisch wie absurd, so großartig wie verwunderlich! Murakami überzeugt, begeistert und reißt mit!

Kundenbewertungen

Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
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Sputnik Sweetheart von Haruki Murakami
von Io am 25.07.2020

Habe ich an einem wunderschönen Strand in einer wunderschönen Umgebung durchgeblättert. Warum ich das erwähne? Weil man sich in so einer Atmosphäre auf ein Buch einlässt, daher keine Ausreden. Ich durchpflügte Homo Faber und Sputnik. Sputnik war kurzweilig und angenehm. Doch Faber wurde mein Sweetheart.

Zeichen und Symbole
von einer Kundin/einem Kunden am 01.11.2018
Bewertet: Format: eBook (ePUB)

Murakami präsentiert mir „Sputnik Sweetheart“ seiner eingeschworenen Leserschaft eine Dreiecksbeziehung, wie sie in der Unterhaltungsliteratur des Öfteren vorkommt. Mit dem Unterschied, dass sich der männliche Hauptprotagonist in ein junges Mädchen verliebt hat, dass eigentlich eine andere Frau liebt. Literarisch wird dieses The... Murakami präsentiert mir „Sputnik Sweetheart“ seiner eingeschworenen Leserschaft eine Dreiecksbeziehung, wie sie in der Unterhaltungsliteratur des Öfteren vorkommt. Mit dem Unterschied, dass sich der männliche Hauptprotagonist in ein junges Mädchen verliebt hat, dass eigentlich eine andere Frau liebt. Literarisch wird dieses Thema schon sehr ausgeschlachtet und bis aufs Äußerste strapaziert, aber soweit ich mich erinnern kann, ist es das erste Mal, dass ich vom japanischen Gegenwartsromancier eine Geschichte gelesen habe, in der er eben jenes literarischen Baustein benutzt. Und obwohl ich diesen Baustein schon ein bisschen ordinär finde, war ich dann doch ganz erstaunt und überrascht, was nun Murakami daraus macht. Wenn ein Roman klobig geschrieben ist, Lücken sich auftun, die Glaubwürdigkeit fehlt und Handlungsstränge voraussehbar sind, kann das schon ärgerlich sein, genauso wie sich wiederholende Elemente. Letzteres mag auf den ersten Blick langweilig sein, denn wenn sich Murakami wiederholt liegt darin keine Langeweile. Ich kann nicht genau sagen weshalb, aber wenn ich einen seiner Romane beginne zu lesen, finde ich Zuflucht in diesen Welten, tauche ab und lasse die physische Welt hinter mir. Es geht aber nicht nur um die Liebe einer Frau zu einer anderen, Sputnik Sweetheart ist einmal mehr ein Roman, der mehr ist als die Summe seiner Teile. Der Mond spielt eine nicht unwesentliche Nebenrolle, die Leser die 1Q84 kennen, können sich vorstellen in welchen Zusammenhang und auch hier ist der surreale Plot, der Dreh und Angelpunkt in der Erzählung. Es geht auch um das Schreiben an sich und bei ein oder zwei Szenen lässt er den Leser wissen wie ein Roman entsteht. Ich hatte das Gefühl dem Künstler über die Schulter beim Schreiben zu beobachten. Es geht aber auch, so wie in der Überschrift meiner Rezension um Zeichen und Symbole, die in Murakamis Werken gerade so omnipräsent sind. Hier lässt er den erzählenden Lehrer Sumire den Unterschied erklären. Apropos erzählender Lehrer: Auch in Sputnik Sweetheart wirken seine Personen so real, sodass es mir ein leichtes war, mich in sie hineinzuversetzen. Manchmal hab ich mich selbst ein Stück weit entdeckt und so rückt dieser Roman eindeutig in meine persönliche Top 5, meiner persönlichen Haruki Murakami - Best Of Liste. Vielleicht ist er nicht so monumental wie Mr. Aufziehvogel und an die Pilgerreise des farblosen Herrn Tazaki kommt er, zumindest meiner geringen Meinung nach, nicht genügen weit heran. Allerdings vereint, wie oben schon kurz erwähnt, er in diesem feinen kleinen Werk gekonnt Realismus und Fantastik und ist eine Erzählung ohne Ende. Dem Leser ist es überlassen sich eines Auszudenken. Für beginnende und zukünftige Murakami Fans, ist dieses Werk unbedingt zu empfehlen.

Einer meiner Juwelen
von einer Kundin/einem Kunden am 26.03.2017

Der Grundschullehrer K. lässt uns kurz in sein Leben tauchen. So lernen wir auch seine beste Freundin, die angehende Schriftstellerin und die Frau in die er einseitig verliebt ist, Sumire kennen. Sumire schreibt, wie sie ihr Leben lebt, vollkommen chaotisch und ohne jegliche Struktur. Als sie sich jedoch Hals über Kopf in die... Der Grundschullehrer K. lässt uns kurz in sein Leben tauchen. So lernen wir auch seine beste Freundin, die angehende Schriftstellerin und die Frau in die er einseitig verliebt ist, Sumire kennen. Sumire schreibt, wie sie ihr Leben lebt, vollkommen chaotisch und ohne jegliche Struktur. Als sie sich jedoch Hals über Kopf in die 17 Jahre ältere Geschäftsfrau Miu verliebt, ändert sie vieles in ihrem Leben. Sie fängt an für Miu zu arbeiten, kleidet sich anders und zieht um, verliert dabei aber auch vor allem ihre Fähigkeit zu schreiben. Als Sumire auf einer Geschäftsreise verschwindet reist K. sofort hinterher um zu erfahren was geschehen ist und taucht dabei in die Welt des Unerklärlichen ein. Wieder einmal lässt uns Murakami in eine Welt voller bizarrer und surrealistischer Ereignisse eintauchen. Dabei können wir besonders intensiv an K.s und Sumires Leben teil haben. Ein kleines Juwel in meinem Bücherregal.


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  • Im Frühling ihres zweiundzwanzigsten Lebensjahres verliebte sich Sumire zum allerersten Mal. Heftig und ungezügelt wie ein Wirbelsturm über eine weite Ebene rast, fegte diese Liebe über sie hinweg. Ein Sturm, der alles niedermäht, vom Boden lüpft und hoch in die Lüfte schleudert, wahllos in Stücke reißt, wütet, bis kein Ding mehr auf dem anderen ist. Ohne in seiner Kraft auch nur für einen Augenblick nachzulassen, braust er über die Meere, legt Angkor Wat erbarmungslos in Schutt und Asche, setzt einen indischen Dschungel mitsamt seinen bedauernswerten Tigern in Brand und begräbt als persischer Wüstenwind eine orientalische Festungsstadt im Sand. Kurzum, es ging um eine Leidenschaft von monumentalen Ausmaßen. Sumires Liebe war siebzehn Jahre älter als sie und verheiratet. Überdies, so sollte man hinzufügen, handelte es sich um eine Frau. Der Ort, an dem die Geschichte beginnt, ist zugleich der Ort, an dem (fast) alles zu Ende ging.
    Damals kämpfte Sumire verbissen darum, Romanschriftstellerin zu werden. Von all den Möglichkeiten, die das Leben eventuell für sie bereithielt, kam für sie einzig und allein die Laufbahn einer Schriftstellerin in Betracht. Ihr Entschluss stand felsenfest. Kompromisse ausgeschlossen. Zwischen Sumire und ihrer unerschütterlichen Hingabe an die Literatur hätte nicht einmal ein Haar Platz gefunden.
    Nachdem Sumire ein staatliches Gymnasium in Kanagawa absolviert hatte, schrieb sie sich im Fachbereich Geisteswissenschaften einer hübschen kleinen Privatuniversität in Tokyo ein. Leider war die Uni überhaupt nicht nach ihrem Geschmack. Sie empfand den Unterricht als phantasielos und lau und war zutiefst enttäuscht. Die Mehrheit ihrer Kommilitonen war für sie hoffnungslos langweilig und mittelmäßig (was leider auch auf mich zutrifft), und sie verließ die Uni abrupt noch vor Ende des Grundstudiums, denn jeder weitere Tag erschien ihr wie reine Zeitverschwendung. Ich hielt ihre Entscheidung für richtig, gestatte mir jedoch den etwas banalen Einwand, dass in unserem unvollkommenen Dasein auch Überflüssiges seine Berechtigung hat. Würde man aus einem ohnehin unvollkommenen Leben auch noch alles Überflüssige streichen, bliebe wohl nicht mehr viel davon übrig.
    Mit anderen Worten, Sumire war eine hoffnungslose Romantikerin, eigensinnig und zynisch, und, gelinde gesagt, ziemlich weltfremd. Wenn sie einmal angefangen hatte zu reden, war sie nicht mehr zu bremsen, aber wenn ihr jemand nicht in den Kram passte (was auf den größten Teil der Menschheit zutraf), bekam sie den Mund nicht auf. Sie rauchte zu viel und verlor auch bei kürzesten Bahnfahrten unweigerlich ihre Fahrkarte. Da sie vor lauter Nachdenken zuweilen das Essen vergaß, war sie mager wie die Kriegswaisen in alten italienischen Spielfilmen und bestand fast nur aus unstet umherumwandernden Augen. Da sie es hasste, fotografiert zu werden, und nicht den geringsten Wunsch verspürte, der Nachwelt ein Porträt der Künstlerin als junge Frau zu hinterlassen, besitze ich nicht eine einzige Fotografie von ihr. Was schade ist, denn ein Foto von Sumire aus jener Zeit wäre zweifellos ein außergewöhnliches Zeugnis menschlicher Individualität.
    Doch ich will der Reihe nach erzählen. Sumires große Liebe hieß Miu. Alle nannten sie so, sodass ich ihren richtigen Namen nicht kenne (woraus mir später einige Schwierigkeiten erwuchsen, aber ich will nicht vorgreifen). Eigentlich war Miu Koreanerin, das heißt, sie hatte die koreanische Staatsbürgerschaft, sprach aber kaum ein Wort Koreanisch, bis sie mit Mitte zwanzig anfing, es zu lernen. Sie war in Japan geboren und aufgewachsen, und da sie an einem Konservatorium in Frankreich studiert hatte, sprach sie neben Japanisch auch fließend Französisch und Englisch. Sie kleidete sich stets makellos und elegant, trug dezente, aber teure Accessoires und fuhr einen zwölfzylindrigen marineblauen Jaguar.
    Als Sumire und Miu sich zum ersten Mal begegneten, sprachen sie über Jack Kerouac, für den Sumire gerade schwärmte. Sie wech