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Das Dorf oder Autonomie für Anfänger

Roman

Die Braunkohlebagger fressen sich in die Landschaft und stehen unmittelbar vor dem Dorf Klein Krams. Die meisten Bewohner sind schon weggezogen, aber die paar Ausharrenden hecken bei einem tiefen Blick ins Glas eine verrückte Idee aus. Einmal beschlossen, senden sie ein Schreiben an die EU in Brüssel. Dann passiert ein kapitaler Behördenfehler und Klein Krams wird zur autonomen Republik erklärt. Das Dorf rückt über Nacht in den Fokus der Medien, und das ungleiche Duell zwischen einer Handvoll Dorfbewohner und der Europäischen Union beginnt. Lars Sittig erzählt eine amüsante Geschichte über den Kampf zwischen David und Goliath, auf dessen Ausgang der Leser gespannt sein darf.
Portrait
Geboren am 19. April 1973 in Berlin-Mitte, den größten Teil seiner Kindheit verbrachte er in Mecklenburg-Vorpommern und im Norden Brandenburgs. Nach der zehnjährigen Zeit an der allgemeinbildenden Oberschule absolvierte er den Zivildienst und legte das Abitur ab. Seit Anfang 2000 als Journalist für verschiedene Tageszeitungen tätig (Veröffentlichungen unter anderem in der Welt und der taz), seit 2007 bei der Märkischen Allgemeinen Zeitung als Redakteur tätig.
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Beschreibung

Produktdetails

Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 192 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 18.04.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783359500773
Verlag Eulenspiegel Verlag
Dateigröße 9118 KB
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Klein Krams in Aufruhr
von nellsche am 11.07.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Das Dorf Klein Krams wird von Braunkohlebaggern, die sich durch die Landschaft fressen, bedroht. Dagegen muss man doch was machen können, denken sich die letzten verbliebenen Bewohner, und hecken einen verrückten Plan aus. Sie schicken ein Schreiben an die EU in Brüssel. Schon sehr bald bekommen sie eine Antwort, dass Klein Kram... Das Dorf Klein Krams wird von Braunkohlebaggern, die sich durch die Landschaft fressen, bedroht. Dagegen muss man doch was machen können, denken sich die letzten verbliebenen Bewohner, und hecken einen verrückten Plan aus. Sie schicken ein Schreiben an die EU in Brüssel. Schon sehr bald bekommen sie eine Antwort, dass Klein Krams zur autonomen Republik erklärt wurde. Ein fataler Behördenfehler, der nicht einfach rückgängig gemacht werden kann. Als Klein Krams dann in den Fokus der Medien rückt, beginnt das ungleiche Duell zwischen den Dorfbewohnern und der EU. Das witzige Cover und der Klappentext sprachen mich sofort an, so dass ich das Buch gerne lesen wollte. Die ca. 200 Seiten hatte ich dann auch fix verschlungen. Der Schreibstil des Autors ist herrlich locker und humorvoll, dabei sehr flüssig und prima verständlich zu lesen. Ich bin sofort gedanklich nach Klein Krams gezogen, um diese verrückte Geschichte mit den Bewohnern zu erleben. Die Charaktere sind anschaulich ausgearbeitet und dabei völlig normal, also so wie du und ich. Dabei haben sie auch ihre Eigenarten, die sie menschlich erscheinen lassen. Die Bewohner könnte es so wirklich geben. Die Idee fand ich klasse. Eine Handvoll Bewohner eines kleinen Dorfes - alle schon älteres Semester - wehren sich gegen einen mächtigen Gegner. Dass täglich Fehler passieren, ist normal. Und durch einen solchen Fehler wird ein kleines Dorf zu einer eigenen Republik. Das ist doch mal was! Ich fand es unterhaltsam und lustig, wie die Bewohner damit umgingen, welche Gedanken sie sich zu den Auswirkungen machten und wie sie sich vorbereiteten, um in ihrer kleinen Republik autark zu sein. Strom, Wasser, Landwirtschaft, Viehzucht und Vorräte, alles sehr gut durchdacht. Doch dann schlägt die EU zurück. Ich war bis zum Ende gespannt, wie die Geschichte ausgeht. Natürlich gibt es auch Aspekte, die überzogen und unrealistisch sind, doch das störte mich hier nicht sonderlich. Immerhin wollte ich unterhalten werden und kein Sachbuch lesen und habe deshalb auch mal Fünfe gerade sein lassen. Eine humorvolle Geschichte, die man mit einem Augenzwinkern lesen sollte. Ich vergebe 4 von 5 Sternen.

Klein Krams gegen die Schaufelradbagger
von einer Kundin/einem Kunden aus Viersen am 28.06.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

Wann immer ich über die A61 auf der Höhe von Jackerath fahre, gewinne ich einen Eindruck davon, wie es sich auf dem Mond anfühlen muss. Nur eine knappe halbe Autostunde von meinem Wohnort entfernt arbeiten sich die Schaufelradbagger durch den Braunkohle-Tagebau Garzweiler. Viele Ortschaften sind ihnen schon zum Opfer gefallen, w... Wann immer ich über die A61 auf der Höhe von Jackerath fahre, gewinne ich einen Eindruck davon, wie es sich auf dem Mond anfühlen muss. Nur eine knappe halbe Autostunde von meinem Wohnort entfernt arbeiten sich die Schaufelradbagger durch den Braunkohle-Tagebau Garzweiler. Viele Ortschaften sind ihnen schon zum Opfer gefallen, weitere werden folgen. Ich hege eine tiefe Sympathie für die Ausharrenden, die um ihre Heimat kämpfen – auch nachdem das Bundesverfassungsgericht ihnen in 2013 bescheinigt hat, dass ihr Recht auf Heimat vom Energiehunger des Gemeinwohls aufgefressen werden darf. Was für eine herzerwärmende Idee von Lars Sittig, Klein Krams in „Das Dorf oder Autonomie für Anfänger“ (vielleicht) davonkommen zu lassen. Luigi Maximilian Lallentare, ein EU-Beamter in Stempellaune, bewilligt aus Versehen den Antrag auf Unabhängigkeit. Und nun ist Klein Krams plötzlich ein autonomes Gebiet „mit ausgeprägter regionaler Identität und Sonderregelungen, ohne Zugehörigkeit zur Europäischen Union“. Die Altvorderen, Manfred Reichmann und Hans-Jürgen Brunsendorf, wissen sofort, wie sie die Gunst des Irrtums nutzen, um ihr Dorf vor den gefräßigen Riesen-Baggern zu schützen. Sie rufen mit der verbliebenen Handvoll Bewohner die Republik Klein Krams aus, legen Vorräte an, bauen eine Windkraftanlage etc., während Brüssel sich zunächst in Schadensbegrenzung üben will und mit einem Angebot winkt, das man normalerweise nicht ausschlagen kann. Die Klein Kramser aber lassen sich nicht kaufen. So beginnt ein „Fingerhakeln“, bei dem es zu einem Kräftemessen ungleicher Gegner kommt. Man stelle sich Milo Barus, den ehedem stärksten Mann der Welt vor, der gegen einen Dreikäsehoch antritt, in dessen Vorstellungskraft alles vorkommt, aber nicht die Kapitulation. Sittig malt seine Posse in quietschbunten Farben mit dem dicken Quast. Das liest sich meist vergnüglich. Mitunter reiht er jedoch allzu beschwingt Vergleich an Hyperbel und Alliteration an Metapher. Und umgekehrt. Zwei willkürlich herausgegriffene Beispiele zur Verdeutlichung: „Der flotte Graben stand seit Jahren still wie eine Elite-Einheit bei der Militärparade. Flott war eigentlich nur eins an der brackigen Brühe: Fiel mal einer rein, war er flott wieder draußen.“ Oder: „Lallentare sackte in sich zusammen. Er hatte das Gefühl, mit seinem Stuhl zu verschmelzen wie eine heruntergebrannte Kerze, deren letzte Reste in den Untersetzer fließen, dort erkalten und starr werden. Lallentare kam sich vor, als hätte man ihn schockgefrostet.“ Touch too much für meinen Geschmack. Das tut dem Spaß beim Lesen allerdings keinen Abbruch. Als schade empfinde ich es, dass sich Sittig an der EU-Bürokratie abarbeitet, die als grenzdebil und inhuman ausgestellt wird. Das Europa-Bashing dieser Tage halte ich für kurzsichtig und dumm. Aber das war wohl der Grundidee von Sittigs Posse geschuldet. Ich formuliere mal im „Sittig-Style“: Findiger hätte ich es gefunden, den mächtigen Energiekonzernen unmittelbar mit einer Finte den Festiger aus der fesch frisierten Haarpracht zu föhnen. Oder so. Ich krittele hier – wohl gemerkt – auf hohem Niveau. Denn „Das Dorf oder Autonomie für Anfänger“ bietet über 200 Seiten kurzweilige Unterhaltung. Was will man mehr? Die Charaktere gelingen dem Autor nach dem Motto: „Die Menschen sind halt wie die Leut‘.“ Die Klein Kramser sind nicht alle nur und ständig gut; sogar das EU-Personal zeigt lichte Momente. Ungewöhnlich ist die Erzählperspektive, die gerne Personen-Hopping betreibt. Eben noch wird z. B. aus der Warte von Manfred Reichmann erzählt, der seinen Freund Brunsendorf anspricht, schon übernimmt der den Staffelstab und antwortet nicht nur, sondern lässt seine Gedanken dazu einfließen. So kann man in die verschiedenen Köpfe und Gefühlslagen in Echtzeit Einblick nehmen. Warum nicht? Kurzum: Nette Lektüre. Kann man sich getrost geben. Müssen muss man nicht.

Ein satirischer Blick auf das Dorfleben, amüsant und herzlich
von einer Kundin/einem Kunden aus Münster am 30.05.2018
Bewertet: Einband: Taschenbuch

„Das Dorf“ ist kurzweilig, teils lustig und unterhaltsam geschrieben – dabei hat die Geschichte doch eigentlich einen sehr aktuellen Hintergrund und trägt wichtige Botschaften mit sich: Das kleine Dorf Klein Krams hat nicht mehr viele Einwohner. Aber die wenigen, die dort geblieben sind und auch bleiben möchten, haben es in sich... „Das Dorf“ ist kurzweilig, teils lustig und unterhaltsam geschrieben – dabei hat die Geschichte doch eigentlich einen sehr aktuellen Hintergrund und trägt wichtige Botschaften mit sich: Das kleine Dorf Klein Krams hat nicht mehr viele Einwohner. Aber die wenigen, die dort geblieben sind und auch bleiben möchten, haben es in sich. Denn als das Dorf droht von Braunkohlebaggern abgebaggert zu werden, wehren sich die Alten – mit Erfolg. Über Nacht wird Klein Krams zur autonomen Republik und das ist für die Dörfler natürlich eine große Herausforderung! Ich habe beim Lesen richtig mit den kauzigen und herzlichen Rentnern mitgefiebert. Und einmal mit Herrn Brunsendorf einen Heidelbeerschnaps trinken – das würde mir auch große Freude machen!