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Strategien der Verdummung

Infantilismus in der Fun-Gesellschaft

Beck Reihe Band 1423

Wer viel Radio hört, durch die TV-Programme zappt, den neuartigen Politzirkus miterlebt und die Deutschen im Big-Brother-Fieber verfolgt, kann auf die Idee kommen, hier sei Volksverdummung auf hohem ökonomischen und technischem Niveau angesagt. Zehn Autoren unternehmen in diesem Band mit offenen Augen Ausflüge in die Fun-Gesellschaft. Sie beobachten, "wie man gedacht wird", blicken auf das "Glück der größten Zahl", machen einen Besuch beim Titelhandel oder studieren die Dummheit als erfolgreiche Lebensform. Möglicherweise ist die Tatsache, dass Dumme von ihren Fähigkeiten ganz besonders überzeugt sind, keine bloß natürliche Gegebenheit, sondern Ausdruck der Dressierbarkeit des Menschen in der Postmoderne.
Portrait
Peter V. Zima lehrt Literaturwissenschaft an der Universität Klagenfurt.

Prof. Dr. Jürgen Wertheimer, geb. in München, studierte Germanistik, Komparatistik, Anglistik und Kunstgeschichte in München, Siena und Rom. Seit 1991 ist er renommierter Professor für Neuere Deutsche Literaturwissenschaft und Komparatistik in Tübingen.
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Beschreibung

Produktdetails

Einband Taschenbuch
Herausgeber Jürgen Wertheimer, Peter V. Zima
Seitenzahl 172
Erscheinungsdatum 27.02.2006
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-406-45963-4
Verlag C. H. Beck
Maße (L/B/H) 19,2/12,3/1,3 cm
Gewicht 176 g
Auflage 6. Auflage
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Vom Verfall der Denk- und Sichtwelten
von Buechermaxe aus München am 22.08.2005

Jürgen Wertheimer, Professor für Komparatistik der Universität Tübingen, schreibt in der von ihm herausgegebenen Aufsätzesammlung „Strategien der Verdummung“ über die postmoderne Dressur des Menschen zum infantilisierten Konsumtier der Fun-Gesellschaft und diagnostiziert, dass das selbstbestimmte, autonome Subjekt, mithin der au... Jürgen Wertheimer, Professor für Komparatistik der Universität Tübingen, schreibt in der von ihm herausgegebenen Aufsätzesammlung „Strategien der Verdummung“ über die postmoderne Dressur des Menschen zum infantilisierten Konsumtier der Fun-Gesellschaft und diagnostiziert, dass das selbstbestimmte, autonome Subjekt, mithin der aufgeklärte Bürger, durch eine ständige Infiltration monotoner, informationsnivelierender Medienmassenprodukte zum konfektionierten Konsumenten seichter Informationswelten degeneriert. Es ist die stetige Aushöhlung des Aufklärungskonzepts von der Emanzipation und Selbstbestimmung des Menschen durch zunehmende informationelle Kodierung auf niedrigstem Niveau, die Nivellierung seines Ausgangs aus der selbst verschuldeten Unmündigkeit anhand frei flotierender, medialer Überwelten, die die Tatsächlichkeit seiner Lebensumstände aussperrt aus der Wahrnehmung und rationalen Bewerkstelligung eigenen Daseins. Dieses wird stattdessen von medialen Scheinwelten infiltriert, seien es nun Genre wie Hollywoodfilm und TV-Soap, Liveberichts- und Nachrichtenskizzen, Korrespondenten- und Expertenweissagungen oder Computerspiel- und Kunstwelten jeglicher Couleur. Und so wirft Wertheimer einer medialen Verankerung des Menschen im postmodernen Zeitgeist vor, dass Information und Informationswelten zur Bedrohung des Begriffs und Konzepts vom Subjekt, von Herrschaft und Handlung selber führt und diese im freien Spiel medialer Kunstwelten plötzlich sogar als obsolet erscheinen lässt. Dabei verweist er neben exemplarisch bezeichneten Scheinwelten z.B. auf Luhmanns systemtheoretischen Ansatz. Also kritische Analyse des zappenden Zeitgeistes ist dieses Buch, wenngleich Wertheimer selbst in Aufsätzen über biedermeierliche Dichter seinem eigenen Ansatz wenig Genüge tut; denn es herrscht hier eine stärkere ironische Distanz als ein ernsthaft analytischer Duktus. Dennoch ist dieses Buch sehr lesenswert.