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Herr Katō spielt Familie

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Endlich Zeit. Er könnte nun das alte Radio reparieren oder die Plattensammlung ordnen. Doch als er der jungen Mie begegnet, die ihm ein seltsames Angebot macht, beginnt er die Dinge anders zu sehen. Ein zarter Roman über einen späten Neuanfang und über das Glück.

Die Tage dehnen sich, und zugleich schnurrt die Zeit zusammen. Die Uhr läuft ab, dabei könnte es gerade erst losgehen. Ob ein kleiner weißer Spitz daran etwas ändern würde?
Den ehemaligen Kollegen hat er immer beneidet. Um den Ruhestand, das Motorrad und die neue Freiheit. Doch jetzt steht er selbst frisch verrentet auf den bemoosten Treppen vor seinem Haus und weiß nicht wohin. Eine Krawatte braucht er nicht mehr, zu Hause ist er im Weg, die Kinder sind längst ausgezogen. Ob die junge Frau, die er jüngst auf dem Friedhof getroffen hat, ihm nur etwas vormacht, vermag er nicht zu sagen. Er ist aus der Übung. Und dennoch nimmt er ihren Vorschlag an, lässt sich von ihrer Agentur "Happy family" mal als Opa, mal als Exmann, dann wieder als Vorgesetzter engagieren und trifft auf fremde Menschen und Schicksale. Er spielt seine Rollen gut, und seine Frau bekommt von alledem nichts mit. Sie hat wieder angefangen zu tanzen …
Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Milena Michiko Flašar zeichnet mit wenigen Strichen, beredten Bildern und unnachahmlicher Wärme ein ganz gewöhnliches, ganz einzigartiges Leben.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz Ja i
Seitenzahl 176 (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 02.02.2018
Sprache Deutsch
EAN 9783803142320
Verlag Verlag Klaus Wagenbach
Dateigröße 698 KB
Verkaufsrang 54.727
eBook
17,99
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Buchhändler-Empfehlungen

Irene Hantsche, Thalia-Buchhandlung Jena, Goethe-Galerie

Die kleine, leise Geschichte kann thematisch und im Ton überzeugen. Aber auch in der Leichtigkeit der Sprache bekümmert das Schicksal des Pensionärs. Die kleine, leise Geschichte kann thematisch und im Ton überzeugen. Aber auch in der Leichtigkeit der Sprache bekümmert das Schicksal des Pensionärs.

„Dieser Roman berührt ganz leise - einfach schön!“

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Dem anspruchsvollen Leser möchte ich diesen einfühlsamen tiefgründigen Roman sehr empfehlen. Der 'Familie spielende Herr Kato' geht in Rente und plötzlich ist sie da - die Zeit, die unendliche Zeit. Er kann mit der Existenz von Zeit so gar nicht umgehen, ist gelangweilt - unterfordert - seine Frau macht ihr Ding - eine gemeinsame Reise nach Paris nichts weiter als in ein Plan. Auf der Suche nach dem Glück begegnet ihm eine junge Frau, die ihn aus seiner Lethargie befreit. Ganz still und unaufdringlich wächst einem Herr Kato sehr ans Herz, der sein Leben plötzlich aus einer ganz anderen Perspektive sieht. Ein ganz zarter leiser Roman, der durch seine außerordentliche Eloquenz begeistert. Er regt zum Mitfühlen und Nachdenken an über die ewig gestrige Fragen: 'Was wäre wenn? Was sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben?' Das Ende wird Sie in jeder Hinsicht überraschen.
Den Tipp zu diesem großartigen Roman gab mir eine liebe Kollegin. Ohne sie hätte wirklich etwas verpasst.
Dem anspruchsvollen Leser möchte ich diesen einfühlsamen tiefgründigen Roman sehr empfehlen. Der 'Familie spielende Herr Kato' geht in Rente und plötzlich ist sie da - die Zeit, die unendliche Zeit. Er kann mit der Existenz von Zeit so gar nicht umgehen, ist gelangweilt - unterfordert - seine Frau macht ihr Ding - eine gemeinsame Reise nach Paris nichts weiter als in ein Plan. Auf der Suche nach dem Glück begegnet ihm eine junge Frau, die ihn aus seiner Lethargie befreit. Ganz still und unaufdringlich wächst einem Herr Kato sehr ans Herz, der sein Leben plötzlich aus einer ganz anderen Perspektive sieht. Ein ganz zarter leiser Roman, der durch seine außerordentliche Eloquenz begeistert. Er regt zum Mitfühlen und Nachdenken an über die ewig gestrige Fragen: 'Was wäre wenn? Was sind die wirklich wichtigen Dinge im Leben?' Das Ende wird Sie in jeder Hinsicht überraschen.
Den Tipp zu diesem großartigen Roman gab mir eine liebe Kollegin. Ohne sie hätte wirklich etwas verpasst.

„Der Un-Ruhe(zu)stand“

Ulrike Ackermann, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Ein ganz tolles, stilles Buch, bei dem man zwischen den Zeilen lesen muss!

Ein Roman über unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Die sensible und kluge Geschichte von Herrn Katōs Un-Ruhestand macht nachdenklich, berührt und lässt schmunzeln.

Nehmen Sie sich Zeit dafür!
Ein ganz tolles, stilles Buch, bei dem man zwischen den Zeilen lesen muss!

Ein Roman über unerfüllte Träume, über Glücksmomente und Wendepunkte. Die sensible und kluge Geschichte von Herrn Katōs Un-Ruhestand macht nachdenklich, berührt und lässt schmunzeln.

Nehmen Sie sich Zeit dafür!

Annette W. , Thalia-Buchhandlung Berlin

Meine absolutes Lieblingsbuch! In feiner,unaufgeregter Sprache skizziert er sensibel ein Thema,dass uns alle irgendwann mal trifft - der Sinn des Lebens im reiferen Alter: Lesen! Meine absolutes Lieblingsbuch! In feiner,unaufgeregter Sprache skizziert er sensibel ein Thema,dass uns alle irgendwann mal trifft - der Sinn des Lebens im reiferen Alter: Lesen!

Hannelore Wolter, Thalia-Buchhandlung Erlangen

Der Ruhestand kommt und viel Zeit zur freien Verfügung. Herr Kato lässt sich engagieren als Ersatzgroßvater, Hundesitter und .... Eine liebenswerte Idee für aktive Pensionäre. Der Ruhestand kommt und viel Zeit zur freien Verfügung. Herr Kato lässt sich engagieren als Ersatzgroßvater, Hundesitter und .... Eine liebenswerte Idee für aktive Pensionäre.

„Das Leben ist kein Rollenspiel“

Sabine van Ahlen, Thalia-Buchhandlung Münster

Herr Kato, soeben in Rente gegangen und nicht ganz herzstabil, hat vor kurzem noch vor seinen Arbeitskollegen geprahlt: er werde ganz sicher nicht rosten, sondern mit seiner Frau nach Paris reisen, endlich die Welt und das wahre Leben für sich entdecken! Nun läuft er stundenlang bis zur Atemlosigkeit allein durch die Straßen seiner Stadt, ohne ein bestimmtes Ziel und ängstlich auf Unsichtbarkeit bedacht. Von seiner Frau hat er sich schon seit Jahren entfremdet, allein die Gewohnheit hält beide zusammen, ihre Gespräche sind nur noch lautes Schweigen, ihre Blicke verfehlen sich immer genau um Haaresbreite. Da begegnet er eines Tages - ausgerechnet auf einem Friedhof - der jungen Mie, Betreiberin der Agentur "Happy Family", die gewissermaßen „Ersatzmenschen“ dorthin vermittelt, wo die Originale fehlen und schmerzlich herbeigesehnt werden: ob Töchter, Freunde, Ehefrauen, Ehemänner... jede und jeder, so scheint es, kann durch perfekte Schauspielerei vollkommen glaubhaft ersetzt werden. Herr Kato lässt sich von Mie engagieren, schlüpft in die Rolle eines Großvaters, eines Ehemannes, eines Hochzeitsgastes und macht so für jeweils genau einen Tag ihm gänzlich fremde Menschen glücklich, oder vermittelt doch wenigstens die Illusion von Glück. Er darf aber – so die strenge Regel - seine Rolle nie verlassen, niemals echte Gefühle investieren. Umso deutlicher wird, wie sehr er selbst die Verbindung zu sich, seiner eigenen Frau, seiner Tochter und seinen Freunden verloren hat, wie sehr er im eigenen Leben nur noch eine ersetzbare Leerstelle ist. Und so, während seine Frau versucht, alten Leidenschaften neues Leben einzuhauchen und Verpaßtes nachzuholen, wagt Herr Kato die ersten unbeholfenen Schritte in Richtung eines ziemlich verspäteten Glücks...
Es ist ein melancholischer kleiner Roman, den Milena Michiko Flasar hier vorgelegt hat. Mit sanfter Ironie zeigt sie, wie schnell der Alltag, den wir Leben nennen, uns vergessen lässt, wirklich zu leben. Sie erinnert uns an unsere Endlichkeit, die uns ständig vor Augen steht, deren Blick wir aber so konsequent meiden, wie den eines Menschen, dessen Anblick uns nur noch Gewohnheit ist. Es ist ein ehrliches und zärtliches Lehrstück mit einer mitunter fast surrealen Atmosphäre. Und auch wenn es fern von uns in Japan spielt, ist es uns erstaunlich und irritierend nahe. Dies ist kein Buch, nach dessen Lektüre man sich behaglich und zufrieden zurücklehnt, vielmehr fordert es uns zum Aufstehen und Handeln auf – bevor es zu spät ist.
Herr Kato, soeben in Rente gegangen und nicht ganz herzstabil, hat vor kurzem noch vor seinen Arbeitskollegen geprahlt: er werde ganz sicher nicht rosten, sondern mit seiner Frau nach Paris reisen, endlich die Welt und das wahre Leben für sich entdecken! Nun läuft er stundenlang bis zur Atemlosigkeit allein durch die Straßen seiner Stadt, ohne ein bestimmtes Ziel und ängstlich auf Unsichtbarkeit bedacht. Von seiner Frau hat er sich schon seit Jahren entfremdet, allein die Gewohnheit hält beide zusammen, ihre Gespräche sind nur noch lautes Schweigen, ihre Blicke verfehlen sich immer genau um Haaresbreite. Da begegnet er eines Tages - ausgerechnet auf einem Friedhof - der jungen Mie, Betreiberin der Agentur "Happy Family", die gewissermaßen „Ersatzmenschen“ dorthin vermittelt, wo die Originale fehlen und schmerzlich herbeigesehnt werden: ob Töchter, Freunde, Ehefrauen, Ehemänner... jede und jeder, so scheint es, kann durch perfekte Schauspielerei vollkommen glaubhaft ersetzt werden. Herr Kato lässt sich von Mie engagieren, schlüpft in die Rolle eines Großvaters, eines Ehemannes, eines Hochzeitsgastes und macht so für jeweils genau einen Tag ihm gänzlich fremde Menschen glücklich, oder vermittelt doch wenigstens die Illusion von Glück. Er darf aber – so die strenge Regel - seine Rolle nie verlassen, niemals echte Gefühle investieren. Umso deutlicher wird, wie sehr er selbst die Verbindung zu sich, seiner eigenen Frau, seiner Tochter und seinen Freunden verloren hat, wie sehr er im eigenen Leben nur noch eine ersetzbare Leerstelle ist. Und so, während seine Frau versucht, alten Leidenschaften neues Leben einzuhauchen und Verpaßtes nachzuholen, wagt Herr Kato die ersten unbeholfenen Schritte in Richtung eines ziemlich verspäteten Glücks...
Es ist ein melancholischer kleiner Roman, den Milena Michiko Flasar hier vorgelegt hat. Mit sanfter Ironie zeigt sie, wie schnell der Alltag, den wir Leben nennen, uns vergessen lässt, wirklich zu leben. Sie erinnert uns an unsere Endlichkeit, die uns ständig vor Augen steht, deren Blick wir aber so konsequent meiden, wie den eines Menschen, dessen Anblick uns nur noch Gewohnheit ist. Es ist ein ehrliches und zärtliches Lehrstück mit einer mitunter fast surrealen Atmosphäre. Und auch wenn es fern von uns in Japan spielt, ist es uns erstaunlich und irritierend nahe. Dies ist kein Buch, nach dessen Lektüre man sich behaglich und zufrieden zurücklehnt, vielmehr fordert es uns zum Aufstehen und Handeln auf – bevor es zu spät ist.

„Ein literarisches Vergnügen.“

Christina Andraschke, Thalia-Buchhandlung Erlangen, Arcaden

Man kann es nicht besser zusammenfassen: „Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume...“. Lesen Sie diesen kleinen, aber feinen Roman. Man kann es nicht besser zusammenfassen: „Ein nachdenkliches Buch über Erinnerungen und unerfüllte Träume...“. Lesen Sie diesen kleinen, aber feinen Roman.

Erika Föst, Thalia-Buchhandlung Pforzheim

Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, über das Leben wie es ist und wie es vielleicht hätte sein können. Über Leere, Gleichmut und die Unfähigkeit, einen Partner wirklich zu kennen. Ein Buch, das zum Nachdenken anregt, über das Leben wie es ist und wie es vielleicht hätte sein können. Über Leere, Gleichmut und die Unfähigkeit, einen Partner wirklich zu kennen.

Kundenbewertungen

Durchschnitt
13 Bewertungen
Übersicht
5
5
3
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Herr Kato weiß nicht, was er will
von einer Kundin/einem Kunden aus Leiblfing am 07.06.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Nach der Lektüre von "Herr Kato spielt Familie" bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Einerseits behandelt Milena Michiko Flasar in ihrem recht schmalen Werk ein sehr interessantes Thema, oder sogar mehrere. Auch der Sprachstil ist angenehm zu lesen. Aber: irgendwie konnte mich das Gelesene über weite Strecken nicht fesseln, konnte... Nach der Lektüre von "Herr Kato spielt Familie" bin ich zugegebenermaßen etwas zwiegespalten. Einerseits behandelt Milena Michiko Flasar in ihrem recht schmalen Werk ein sehr interessantes Thema, oder sogar mehrere. Auch der Sprachstil ist angenehm zu lesen. Aber: irgendwie konnte mich das Gelesene über weite Strecken nicht fesseln, konnte ich nicht feststellen, was ich persönlich aus der Geschichte mitnehmen kann. Unbestritten ist es ein Buch der sehr leisen Töne. Herr Kato lebt, wie es sein Name und das Cover bereits vermuten lassen, irgendwo in Japan und befindet sich schon seit einigen Monaten im wohlverdienten Ruhestand. Doch den kann er irgendwie nicht so richtig genießen. Denn er weiß nicht, was er mit der vielen freien Zeit anfangen soll. Von seiner Frau hat er sich nach jahrzehntelanger Berufstätigkeit längst entfremdet. Jetzt sind sie sich gegenseitig im Weg. Bis Kato (einen Vornamen erfahren wir nicht) plötzlich Mie kennenlernt, die sehr geheimnisvoll auftritt und ihm einen seltsamen Vorschlag macht. Von ihrer Agentur lässt er sich engagieren und schlüpft in verschiedene Rollen. Vom Opa zum Firmenchef zum Ehemann nimmt er verschiedene Aufträge an. Er spielt Familie. Doch was sucht er eigentlich? Gerade mit Herrn Kato bin ich leider so gar nicht warm geworden. Mag daran liegen, dass er eine ältere Generation verkörpert. Mich nervte aber besonders seine Selbstbezogenheit und noch schlimmer seine Antriebslosigkeit. Der bekommt einfach auch nichts auf die Reihe. Außer der Sache mit der Schauspielerei, da blüht er plötzlich auf. Nur ist mir hier bis zum Schluss nicht klargeworden, was uns die Autorin eigentlich damit sagen wollte. Ein paar emotionale Familiengeschichten, zum Ende hin hat es mir auch besser gefallen, aber irgendwie fand ich es nicht ganz rund. Generell mag ich die leisen Töne, hier blieb es mir aber insgesamt ein bisschen zu blass. Ein netter Roman über das Älterwerden und den Renteneintritt. Über das Leben nach der Berufstätigkeit. Auch über den Sinn des Lebens und was am Ende wirklich wichtig ist. Vielleicht war es für mich der falsche Zeitpunkt für dieses Buch, aber so richtig warm geworden bin ich damit leider nicht.

Carpe diem
von Readaholic am 14.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

Seit seiner Pensionierung weiß Herr Kato nichts mit sich anzufangen. Zuhause mäkelt er ständig an seiner Frau herum, weshalb sie froh ist, wenn er Spaziergänge unternimmt und sie das Haus für sich allein hat. Auf einem dieser Spaziergänge lernt er eine junge Frau, Mie, kennen, die ihm das Angebot... Seit seiner Pensionierung weiß Herr Kato nichts mit sich anzufangen. Zuhause mäkelt er ständig an seiner Frau herum, weshalb sie froh ist, wenn er Spaziergänge unternimmt und sie das Haus für sich allein hat. Auf einem dieser Spaziergänge lernt er eine junge Frau, Mie, kennen, die ihm das Angebot macht, für sie zu arbeiten. Sie hat eine Agentur für ?Stand-Ins?, bei der man Familienangehörige, Chefs, Verlobte...?mieten? kann. Nach kurzer Bedenkzeit lässt sich Herr Kato auf das Angebot ein und bekommt sofort den ersten Auftrag, in dem er einen Großvater mimt. Er genießt es, einen Tag lang in die Haut eines anderen zu schlüpfen und ist viel netter, als er es normalerweise zu Hause ist. Es macht ihm großen Spaß, mit seinem ?Enkel? den Tag zu verbringen. Etwas seltsam finde ich, dass seine Ehefrau abends überhaupt nicht nachfragt, wo er den ganzen Tag war. Die beiden scheinen nur noch eine reine Zweckgemeinschaft zu haben. Auch die nächsten beiden Aufträge sind interessant. Für eine Ehefrau mit geschwätzigem Ehemann gibt er einen Tag lang den einsilbigen Zuhörer, im darauffolgenden Engagement spielt er den Chef des Bräutigams, eine Rolle, die er sehr genießt, da er im wirklichen Leben nie Chef war. Herr Kato beginnt langsam, sich zu verändern, sein harter Panzer bekommt Risse. In Rückblenden erfahren wir von seinen eigenen Kindern und der ersten Zeit mit seiner Frau. Es ist ein Buch der leisen Töne, mit wenigen Worten und Halbsätzen wird viel gesagt. Insgesamt ist es ein sehr melancholisches Buch. Man hat das Gefühl, Katos Leben vor der Pensionierung drehte sich einzig und allein um die Arbeit, Freizeit, Hobbys, Familie kamen zu kurz. Seinen Plan, mit seiner Frau nach Paris zu fahren, sobald er nicht mehr arbeitet, wird er wohl nicht mehr umsetzen, auch wenn er sich minutiös auf den Trip vorbereitet hat und seine Frau sogar damit beginnt, Französisch zu lernen. Das Ende empfand ich als etwas unbefriedigend, da vieles, das angesprochen wurde, nicht zu Ende geführt wird. Trotzdem ist es ein empfehlenswertes Buch, das Emotionen auslöst und nachdenklich macht.

Sprachlich überzeugend, inhaltlich leider nicht
von Circlestones Books Blog am 09.05.2018
Bewertet: Einband: gebundene Ausgabe

?Mit großen Schritten geht er los, als ob dort, wohin er geht, jemand warten würde und es von höchster Dringlichkeit wäre, rechtzeitig hinzugelangen.? (Zitat Seite 9) Inhalt: Seit Herr Kato im Ruhestand ist, hat er plötzlich viel Zeit. Wie schon die Jahre zuvor, kontrolliert er penibel, wie seine Frau die anfallenden... ?Mit großen Schritten geht er los, als ob dort, wohin er geht, jemand warten würde und es von höchster Dringlichkeit wäre, rechtzeitig hinzugelangen.? (Zitat Seite 9) Inhalt: Seit Herr Kato im Ruhestand ist, hat er plötzlich viel Zeit. Wie schon die Jahre zuvor, kontrolliert er penibel, wie seine Frau die anfallenden Arbeiten im Haushalt erledigt und er merkt genau, wie wenig sie sich im Grunde zu sagen haben. Da trifft er Mie, eine junge Frau, deren Agentur ?Happy Family? Personen als perfektes Double für fehlende Familienmitglieder vermittelt. Die Einsätze sind kurz, für die Dauer eines Besuches oder einer Feier, professionell, aber unverbindlich. In seinem ersten Auftrag spielt er Herrn Kato, den Großvater eines Jungen. Es folgen weitere Einsätze, die ihn langsam verändern. Thema und Genre: Dieser Roman skizziert einen kurzen Zeitraum im Leben des Protagonisten, ergänzt durch Rückblenden in Form seiner Gedankengänge. Es ist ein kritisches Gesellschaftsbild, das uns die Autorin hier schildert, als unpassend empfundene oder abwesende Familienmitglieder werden durch perfekt agierende Doubles ersetzt. Kernthema ist der Ruhestand und die Auswirkungen auf das Umfeld am Beispiel eines langjährigen Ehepaares in Japan. Im traditionellen Rollenbild war der Mann der in seinem Beruf aufgehende Erwerbstätige, während die Aufgabe der Frau daraus bestand, den Mann zu Hause perfekt zu umsorgen. Plötzlich war der Ehemann im Ruhestand rund um die Uhr zu Hause, eine neue Situation, die zu Problemen führen konnte. Charaktere: Herr Kato ? seinen richtigen Namen erfährt der Leser nicht ? war gewohnt, dass sich die Familie immer nach seinen Wünschen richtete. Diese Haltung verstärkt sich im Ruhestand, seine Gedanken drehen sich hauptsächlich um die eigenen Befindlichkeiten und kritisch kontrolliert er jeden Handgriff seiner Frau im Haushalt. Erst als er durch seine Stand-In-Auftritte gezwungen ist, sich mit Problemen fremder Menschen zu beschäftigen, beginnt er, auch sein eigenes Leben zu überdenken. Dennoch kein besonders sympathischer Charakter. Die anderen Personen kommen ins Bild, wenn sie für eine Episode und als Vergleich dienen, um dann die Handlung wieder zu verlassen. Interessant ist es, wie die Ehefrau zeitgleich mit dem Ruhestand des Ehemannes langsam beginnt, eigene Wege zu gehen. Handlung und Schreibstil: Die personale Erzählperspektive schildert dem Leser die Ereignisse aus Sicht von Herrn Kato. Auf insgesamt 164 Seiten fügt die Autorin kurze Episoden und bruchstückhafte Einblicke in Ereignisse im Leben von Herrn Kato aneinander, ergänzt durch zahlreiche Rückblenden in Form von langen gedanklichen Selbstgesprächen des Hauptprotagonisten. Auch viele der Dialoge finden nur im Kopf von Herrn Kato statt, während in der Realität geschwiegen wird. Herausragend ist die Sprache dieses Romans, intensive Schilderungen der einzelnen Stimmungen und Gedanken des Herrn Kato wechseln zu beinahe stichwortartigen Halbsätzen, sobald es um wirkliche Gespräche geht. Der Aufbau der Handlung entspricht der in kleinen Schritten wahrnehmbaren positiven Veränderung des Hauptprotagonisten, er muss ?lernen mit dem ganzen Körper zu lächeln?. Fazit: Sprachlich ein Lesevergnügen, ist dieser Roman auch thematisch interessant. Allerdings wirkt die hier beschriebene Problematik des Eintritts in den Ruhestand in der heutigen Zeit der ebenfalls berufstätigen Frauen auf mich etwas veraltet. Dies mag daran liegen, dass der Roman in Japan spielt, wo das Arbeitsleben tatsächlich einen sehr hohen Stellenwert einnimmt. Trotz einiger skurriler Szenen überwiegt für mich der negative Grundtenor und die Handlung und ihre Personen konnten mich nicht vollkommen überzeugen. Ein Buch für Leser mit Interesse an neuer deutscher Literatur.