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Alles, was wir geben mussten

Roman. Ausgezeichnet mit dem Corine - Internationaler Buchpreis, Kategorie Belletristik 2006

(27)
Ein großer Sportplatz, freundliche Klassenzimmer und getrennte Schlafsäle für Jungen und Mädchen – auf den ersten Blick scheint Hailsham ein ganz gewöhnliches englisches Internat zu sein. Aber die Lehrer, so engagiert und freundlich sie auch sind, heißen hier Aufseher, und sie lassen die Kinder früh spüren, dass sie für eine besondere Zukunft ausersehen sind. Dieses Gefühl hält Kathy, Ruth und Tommy durch alle Stürme der Pubertät und Verwirrungen der Liebe zusammen – bis es an der Zeit ist, ihrer wahren Bestimmung zu folgen.






Portrait

Kazuo Ishiguro, 1954 in Nagasaki geboren, kam 1960 nach London, wo er Englisch und Philosophie studierte. 1989 erhielt er für seinen Weltbestseller »Was vom Tage übrigblieb«, der von James Ivory verfilmt wurde, den Booker Prize. Kazuo Ishiguros Werk wurde bisher in 28 Sprachen übersetzt. Sein Roman »Alles, was wir geben mussten« (Blessing, 2005) wurde mit Keira Knightley in der Hauptrolle verfilmt. Der Autor lebt in London.

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Beschreibung

Produktdetails


Einband Taschenbuch
Seitenzahl 352
Erscheinungsdatum 14.11.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-453-42154-7
Verlag Heyne
Maße (L/B/H) 185/116/30 mm
Gewicht 276
Originaltitel Never Let Me Go
Verkaufsrang 24.866
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„Verstörender Blick hinter die Fassade der heilen Welt “

Laura Schwartz, Thalia-Buchhandlung Landau

Hailsham scheint ein ganzes normales Internet zu sein, in dem ganz normale Schüler lernen und leben. Dass die Lehrer hier Aufseher heißen und die Schüler merkwürdige Kunstprojekte abgeben müssen, scheint zunächst nicht weiter beachtenswert.
Erst nach und nach bröckelt die Fassade, erst nach und nach wird dem Leser klar, was hier wirklich
Hailsham scheint ein ganzes normales Internet zu sein, in dem ganz normale Schüler lernen und leben. Dass die Lehrer hier Aufseher heißen und die Schüler merkwürdige Kunstprojekte abgeben müssen, scheint zunächst nicht weiter beachtenswert.
Erst nach und nach bröckelt die Fassade, erst nach und nach wird dem Leser klar, was hier wirklich passiert und was die Schüler von Hailsham alles geben müssen.

Dieses Buch hat mich verstört. Mit welcher Gleichgültigkeit hier von dem Grauen in Hailsham erzählt wird, mit welchem nüchternen Schreibstil nach und nach die Wahrheit durchsickert ist schwer zu ertragen. Zugegeben, hinter das Geheimnis von Hailsham kommt der Leser relativ schnell, aber das ist auch gar nicht das Thema. Es ist vielmehr die Schilderung dieser Thematik, die Art und Weise wie die Ich-Erzählern Kathy von dem Grauen berichtet. Als wäre zwar dem Leser, aber ihr selbst nicht genau bewusst, was hier eigentlich passiert. Und so will man ihr zurufen, dass sie doch endlich aufwachen und sehen soll, was da eigentlich passiert. Dass sie doch bitte endlich anfangen soll, sich Sorgen zu machen. Dass sie doch bitte endlich anfangen soll zu fühlen, irgendetwas zu fühlen.
Die Atmosphäre des Romans ist düster und wirkt lange nach.
Am Ende bleibt nicht viel mehr als die Frage, welchen Preis man bereit ist zu zahlen.
Am Ende bleibt nicht viel mehr als die Hoffnungslosigkeit und die Trauer.

„Spannend, aufwühlend und beklemmend !“

Andreas Hack, Thalia-Buchhandlung Bonn

Dieser Roman beginnt ganz harmlos: Eine junge Frau erzählt von ihrer Zeit in einem englischen Internat, schwelgt ein wenig in Erinnerungen, weiter passiert nichts. Doch bald merkt der Leser, dass in diesem Internat etwas anders ist, etwas nicht stimmt....
Mehr will ich hier über den Inhalt nicht verraten, denn der Roman liest sich
Dieser Roman beginnt ganz harmlos: Eine junge Frau erzählt von ihrer Zeit in einem englischen Internat, schwelgt ein wenig in Erinnerungen, weiter passiert nichts. Doch bald merkt der Leser, dass in diesem Internat etwas anders ist, etwas nicht stimmt....
Mehr will ich hier über den Inhalt nicht verraten, denn der Roman liest sich noch fesselnder, wenn man vorher nicht weiss, in welche Richtung sich die Geschichte entwickelt.
Der Sprachstil dieser Geschichte ist schlicht, sachlich und unaufgeregt. Aber gerade durch die einfach gestrickte Sprache wirkt die Ungeheuerlicheit des Erzählten noch erschütternder.
"Alles, was wir geben mussten" ist ein bewegender Roman, der einen nicht so schnell wieder loslässt.

Sarah Scheulen, Thalia-Buchhandlung Dorsten

Der Roman beginnt ziemlich ruhig, aber zunehmend spürt man, dass etwas mit dem Internat nicht stimmt. Für mich war es eine emotionale und beklemmende Leseerfahrung. Empfehlenswert! Der Roman beginnt ziemlich ruhig, aber zunehmend spürt man, dass etwas mit dem Internat nicht stimmt. Für mich war es eine emotionale und beklemmende Leseerfahrung. Empfehlenswert!

Tina Steigmann, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Eines meiner absoluten Lieblingsromane! Fesselnd, aufwühlend und herzzerreißend! Sehr empfehlenswert! Eines meiner absoluten Lieblingsromane! Fesselnd, aufwühlend und herzzerreißend! Sehr empfehlenswert!

Theresa Lehmann, Thalia-Buchhandlung Saalfeld

Ein Buch zu einem topaktuellen Thema, das mich tief berührt hat und lange, lange in meinem Kopf blieb. Auch wenn mir die sprachliche Umsetzung nicht so gefallen hat. Ein Buch zu einem topaktuellen Thema, das mich tief berührt hat und lange, lange in meinem Kopf blieb. Auch wenn mir die sprachliche Umsetzung nicht so gefallen hat.

Bedrückender Roman über ein England, welches sich sein eigenes menschliches 'Ersatzteillager' heranzüchtet. Doch auch die 'Spender' haben sowas wie ein Leben, Werte und Gefühle. Bedrückender Roman über ein England, welches sich sein eigenes menschliches 'Ersatzteillager' heranzüchtet. Doch auch die 'Spender' haben sowas wie ein Leben, Werte und Gefühle.

B. Gebhardt, Thalia-Buchhandlung Aurich

Auf eher ungewohnte, dafür eindringliche Art und Weise wird die Frage nach dem Wert des Lebens eines jeden Menschen gestellt. Hier kommt der Schrecken in poetischen Worten daher. Auf eher ungewohnte, dafür eindringliche Art und Weise wird die Frage nach dem Wert des Lebens eines jeden Menschen gestellt. Hier kommt der Schrecken in poetischen Worten daher.

Ulrike Müller, Thalia-Buchhandlung Fulda

Wunderschön schrecklich! Wunderschön schrecklich!

Christina Dumke, Thalia-Buchhandlung Brühl

Das Grauen kommt hier auf leisen Sohlen angeschlichen und immer bleibt die Frage wie weit wir in der realen Welt gehen werden und wozu wir fähig sind. Schockierend ! Das Grauen kommt hier auf leisen Sohlen angeschlichen und immer bleibt die Frage wie weit wir in der realen Welt gehen werden und wozu wir fähig sind. Schockierend !

Nina Aselmann, Thalia-Buchhandlung Hagen

Doch kein normales Internat. Die jungen Menschen sollen Organe spenden - später. Schaurige und traurige Geschichte, die zum nachdenken einlädt. Doch kein normales Internat. Die jungen Menschen sollen Organe spenden - später. Schaurige und traurige Geschichte, die zum nachdenken einlädt.

Olga Zermal, Thalia-Buchhandlung Saarbrücken

Eine spannende Dystopie die von Gehirnwäsche und Freundschaft handelt. Leider zieht es sich teilweise in die Längen, weshalb ich einen zweiten Anlauf brauchte. Eine spannende Dystopie die von Gehirnwäsche und Freundschaft handelt. Leider zieht es sich teilweise in die Längen, weshalb ich einen zweiten Anlauf brauchte.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
27 Bewertungen
Übersicht
14
9
3
0
1

Sehr Handlungsarm
von einer Kundin/einem Kunden aus Königsbrunn am 10.02.2017

Das Buch ist sehr handlungsarm. Man weiß recht bald, dass es um ein grausames Thema geht und sich die Geschichte auf ein schlimmes Ereignis zubewegt. Die Langsamkeit mit der sich die idyllische Geschichte entwickelt steht in einem starken Kontrast zu dieser Erwartung. Das Buch ist einfach nur langweilig.

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Die jungen Leute in Kazuo Ishiguros Roman stellen selten etwas in Frage. Für sie gibt es nur die kleine abgeschlossene Welt des Internats mit seinen unumstößlichen Regeln. Und auch der weitere Lebensweg von Kathy, Tommy und Ruth scheint bereits bis ins Letzte vorhergeplant zu sein. Sie gehen ihn ohne... Die jungen Leute in Kazuo Ishiguros Roman stellen selten etwas in Frage. Für sie gibt es nur die kleine abgeschlossene Welt des Internats mit seinen unumstößlichen Regeln. Und auch der weitere Lebensweg von Kathy, Tommy und Ruth scheint bereits bis ins Letzte vorhergeplant zu sein. Sie gehen ihn ohne Widersprüche – nicht jeder hat schließlich den Mut, in unsicheren Zeiten die vertrauten Pfade zu verlassen. Es ist eine Welt, die unserer in mancher Hinsicht sehr ähnelt und die doch ganz anders ist. Denn Kazuo Ishiguro befasst sich in Wahrheit mit der aktuellen Debatte über die Genforschung und ihre Grenzen. Eine Diskussion, die noch lange nicht zu Ende ist. Sehr empfehlenswert. Aber Achtung: Beenden Sie dieses Buch niemals Montagmorgen!

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Never let me go
von Mikka Liest aus Hilter am Teutoburger Wald am 22.04.2016
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"Alles, was wir geben mussten" ist ein vielfach für Auszeichnungen nominiertes und preisgekröntes Buch. Zu den Nominierungen gehören der renommierte "Booker Price", der "Arthur C. Clarke Award" und der "National Book Critics Circle Award". Gewonnen hat das Buch zum Beispiel den "Salon Book Award for Fiction", "ALA Alex Award"... "Alles, was wir geben mussten" ist ein vielfach für Auszeichnungen nominiertes und preisgekröntes Buch. Zu den Nominierungen gehören der renommierte "Booker Price", der "Arthur C. Clarke Award" und der "National Book Critics Circle Award". Gewonnen hat das Buch zum Beispiel den "Salon Book Award for Fiction", "ALA Alex Award" und den "Rooster Award" von "Tournament of Books". BookClubClassics.com listete das Buch in der Kategorie "Pushing the Boundaries of Reality" ("Die Grenzen der Realität ausreizen") als eines der "Best Books for Discussion", und das "Time Magazine" wählte es zum "Best Novel of 2005". Im Jahr 2010 wurde das Buch verfilmt (mit Keira Knightly, Carey Mulligan und Andrew Garfield in den Hauptrollen), und auch der Film wurde von Kritikern positiv aufgenommen. Und dennoch ist es ein Buch, das die Gemüter spaltet. Trotz all der Preise sprachen manche Kritiker sogar von unerträglicher Langeweile und kaum zu überbietender Banalität. Mich hat die Geschichte sehr zum Nachdenken angeregt, und obwohl ich durchaus nachvollziehen kann, warum es für manche Leser einfach nicht "funktioniert", hat es sich eingereiht in meine persönliche Liste der wichtigsten, herausragendsten Bücher unserer Zeit. Auch wenn man das erwarten könnte, ist "Alles, was wir geben mussten" keine Zukunftsvision, sondern in unserer näheren Vergangenheit angesiedelt. (Nach der beschriebenen Technologie zu urteilen, würde ich sagen, die Geschichte beginnt in den 70er- oder 80er-Jahren.) Der Autor hat diese Vergangenheit nur leicht verändert, um wissenschaftliche Erkenntnisse und Verfahren, die wir heute tatsächlich kennen und anwenden, in einem beunruhigenden Szenario auf die Spitze zu treiben und zu fragen: was darf Wissenschaft? Es ist eine ruhige, bedächtige Dystopie. Hier gibt es keine Zombies, und es gibt zwar eine kaltblütig ausgenutzte Minderheit, aber keinen Aufstand, keinen Aufschrei. Ich will noch nicht zu viel verraten, aber das Buch wird erzählt von Kathy, einem Mädchen, das zu dieser Minderheit gehört - und das dennoch ein aktiver Teil dieses menschenverachtenden Systems ist, weil sie glaubt, dass es eben so sein muss und sogar gut und richtig ist. Das ist für mich das wahrhaft Erschreckende an diesem Buch: hier werden Kinder in Internaten herangezüchtet, um klaglos ein schreckliches Schicksal anzunehmen. Das wird ganz perfide so gemacht, indem ihnen, während sie heranwachsen, häppchenweise erzählt wird, was sie erwartet - aber immer in einem Alter, in dem sie das jeweilige Häppchen noch gar nicht wirklich verstehen können. Auf diese Art und Weise haben sie es, wenn sie älter sind und es verstehen können, schon als ganz normal verinnerlicht. Ihnen wurde stets unterschwellig vermittelt, dass es sie zu etwas ganz Besonderen macht, es also sogar ein Grund ist, stolz und glücklich zu sein. Kathy plaudert über Nichtigkeiten: das wunderschöne Federmäppchen, auf das alle Kinder neidisch waren, Teenagerstreitigkeiten, Unsicherheit über Sex und Liebe... Was Kinder und Jugendliche eben so bewegt. Das unvorstellbar Entsetzliche, das die Kinder erwartet, fließt immer nur am Rande mit ein - ganz beiläufig und sogar emotionslos. Für mich machte es das nur umso bestürzender, und ich konnte das Buch kaum weglegen. Hinter der Normalität, der Banalität verbarg sich für mich ein kaltes Grauen, das den Opfern selber aber gänzlich unbewusst ist. Es geht in meinen Augen nicht nur über die Ethik der Wissenschaft, sondern es ist auch ein prägnantes, eindringliches Sinnbild der Sterblichkeit; auf eine gewisse Art und Weise kann man sich wiederfinden in diesen Kindern. Die Art und Weise, wie Kazuo Ishiguro diese Geschichte erzählt - ohne Drama, ohne großartigen Spannungsbogen - war für mich zwar gewöhnungsbedürftig, aber dennoch erstaunlich fesselnd und originell. Die Charaktere wirken merkwürdig gedämpft, und als Leser fragt man sich: wie kann man solch ein Schicksal einfach hinnehmen? Wurden diese Kinder in irgendeiner Form manipuliert, um ihre Emotionen zu bremsen, oder ist hier einfach die eben erwähnte schleichende Konditionierung am Werk? Der Leser weiß nur, was Kathy weiß - und da Kathy sich ihrer eigenen Passivität nicht bewusst ist und daher solche Fragen nicht stellt, bleibt vieles ungeklärt. Auch der Schreibstil ist gedämpft, manchmal beinahe monoton, denn Kathy erzählt stets mit sanfter Gleichmütigkeit. In diesem Buch muss man sorgfältig zwischen den Zeilen lesen, um einen schwachen Eindruck davon zu gewinnen, wer Kathy und ihre Freunde in einer anderen Gesellschaft hätten sein können. Es ist in gewisser Weise auch ein Buch über die Tragik verpasster Chancen. Fazit: Trotz allem. Trotz allem hat mich das Buch bewegt, beschäftigt, begeistert. Oberflächlich gesehen ist es scheinbar eine Ansammlung von Nichtigkeiten, von Szenen ohne Dramatik oder emotionaler Wucht - aber zwischen den Zeilen verbirgt sich eine dystopische Welt, die in ihrer nüchternen Grausamkeit ihresgleichen sucht. Es geht um Kinder, später Jugendliche, die an einem scheinbar idyllischen Ort eine hervorragende Ausbildung genießen. Ihnen wird gesagt, sie sind außergewöhnlich, etwas ganz Besonderes, auserwählt. Für was sie auserwählt sind, das wird ihnen gesagt - und dennoch nicht gesagt. Kathy, die Erzählerin, beschreibt ihre Kindheit und Jugend und ihr derzeitiges Leben als Betreuerin derjenigen, die kurz vor der "Vollendung" stehen.

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