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Als die Liebe endlich war

Roman

(14)

Verfolgung, Existenzangst und Neuanfänge in der Fremde - das sind die Erfahrungen des jungen Juden Carl Schwarz, als er 1950 in Brooklyn Emmi kennenlernt, die wie er aus Bayern stammt. Sie hat Deutschland nach dem Krieg verlassen, und wie er will auch sie ein neues Leben beginnen. Carl findet bei Emmi die Heimat, die er elfjährig verlassen musste, und lebenslange Liebe und Geborgenheit. Über die Vergangenheit reden beide nicht - zu schmerzhaft sind die Erinnerungen an das, was war. Jahrzehnte später wird Carl von einer Freundin gebeten, den schriftlichen Nachlass ihres verstorbenen Ehemannes durchzusehen, eines Holocaust-Überlebenden. Nur widerwillig macht sich Carl an die Arbeit - und stößt in den Briefen und Unterlagen aus dem KZ Dachau auf Hinweise aus Emmis Vergangenheit. Das Fundament aus Verschweigen und Halbwahrheiten, auf dem ihr gemeinsames Leben basierte, beginnt zu zerbrechen ...

Rezension
"Schenkel ist [...] ein lesenswerter Roman gelungen, der durch geschicktes Zertrümmern der Chronologie ein hohes Potenzial an Spannung gewinnt." Katharina Kellner Mittelbayerische Zeitung, 26.03.2016
Portrait
Andrea Maria Schenkel, 1962 geboren, gilt als eine der renommiertesten Kriminalautorinnen Deutschlands. 2006 erschien ihr Debüt "Tannöd", mit dem sie großes Aufsehen erregte. Der Roman wurde 2007 mit dem Deutschen Krimi-Preis, dem Friedrich-Glauser-Preis und der Corine ausgezeichnet. 2008 folgte der renommierte Martin Beck Award für den besten internationalen Kriminalroman. Das Buch wurde in bislang 20 Sprachen übersetzt und fürs Kino verfilmt. Auch für ihr zweites Buch "Kalteis" bekam sie begeisterte Kritiken und erhielt 2008 erneut den Deutschen Krimi-Preis. Die Autorin lebt mit ihrer Familie in der Nähe von Regensburg.
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Beschreibung

Produktdetails


Einband gebundene Ausgabe
Seitenzahl 384
Erscheinungsdatum 10.03.2016
Sprache Deutsch
ISBN 978-3-455-40382-4
Verlag Hoffmann und Campe
Maße (L/B/H) 211/134/38 mm
Gewicht 541
Buch (gebundene Ausgabe)
22,00
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Zwei Menschen zur Zeit des zweiten Weltkrieges - zwei Motive zur Flucht aus Deutschland. Ihr früheres Leben ausblendend kommen sie in Amerika zusammen. Und doch werden sie von der Vergangenheit Jahrzehnte später eingeholt. Zwei Menschen zur Zeit des zweiten Weltkrieges - zwei Motive zur Flucht aus Deutschland. Ihr früheres Leben ausblendend kommen sie in Amerika zusammen. Und doch werden sie von der Vergangenheit Jahrzehnte später eingeholt.

„Von der Vergangenheit eingeholt! “

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Grete flieht mit den Kindern Carl und Ida vor den Nazis, ihr Mann will seine Heimat nicht verlassen. Carl und Ida wachsen in Shanghai, eine völlig fremde Stadt auf. Nach dem Krieg will Grete zurück zu Mann und Heimat. Ida tritt die Reise mit an. Doch für Carl kommt Deutschland nicht in Frage und er macht sich auf dem Weg in die USA. Grete flieht mit den Kindern Carl und Ida vor den Nazis, ihr Mann will seine Heimat nicht verlassen. Carl und Ida wachsen in Shanghai, eine völlig fremde Stadt auf. Nach dem Krieg will Grete zurück zu Mann und Heimat. Ida tritt die Reise mit an. Doch für Carl kommt Deutschland nicht in Frage und er macht sich auf dem Weg in die USA. Dort trifft er Emmi, die nach dem Krieg aus Deutschland emigriert ist. Nach Jahrzehnten muss Carl feststellen, dass er Emmi , die er über alles liebt, nie wirklich gekannt hat.

Dass Juden nach Shanghai geflohen sind und da eine Community bildeten, wusste ich nicht.

Spannende Geschichte gut erzählt, leise und eindringlich!

„Eine berührende Geschichte, die leider an den falschen Stellen zu ausführlich ist“

Sylvia Donath, Thalia-Buchhandlung Baden-Baden

A. Schenkel beschreibt die Lebensgeschichte von Emmi und Carl, die sich ganz zum Schluss sehr dramatisch entwickelt. Als sich der Kreis schließt und eine bedrückende Wahrheit ans Licht kommt vermisse ich die Ausführlichkeit, die an anderer Stelle für die Handlung nicht wichtig ist. Hier hätte man zu Gunsten der Handlung im Lektorat A. Schenkel beschreibt die Lebensgeschichte von Emmi und Carl, die sich ganz zum Schluss sehr dramatisch entwickelt. Als sich der Kreis schließt und eine bedrückende Wahrheit ans Licht kommt vermisse ich die Ausführlichkeit, die an anderer Stelle für die Handlung nicht wichtig ist. Hier hätte man zu Gunsten der Handlung im Lektorat mehr Mut haben können. Neu war für mich, wie viele Juden nach Shanghai ausgewandert sind.
Für Interessierte ein lesenswertes Buch, dem ich ein anderes Lektorat gewünscht hätte.

„Zwei deutsche Leben“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Andrea Maria Schenkel könnte Ihnen als Krimi-Autorin bekannt sein. Sie hat den hochgelobten Krimi „Tannöd“ geschrieben, der ein absoluter Überraschungserfolg war und mit Preisen überhäuft wurde. Das aktuelle Buch, welches ursprünglich 2016 im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist, ist diesmal aber überhaupt kein Krimi, sondern ein Andrea Maria Schenkel könnte Ihnen als Krimi-Autorin bekannt sein. Sie hat den hochgelobten Krimi „Tannöd“ geschrieben, der ein absoluter Überraschungserfolg war und mit Preisen überhäuft wurde. Das aktuelle Buch, welches ursprünglich 2016 im Hoffmann und Campe Verlag erschienen ist, ist diesmal aber überhaupt kein Krimi, sondern ein Roman über zwei Menschen, die aus unterschiedlichen Gründen nach dem 2. Weltkrieg in die USA ausgewandert sind. Der Titel „Als die Liebe endlich war“ als auch beide Cover (Hardcover und Taschenbuch) werden dem Buch nicht so ganz gerecht. Es ist keine klassische Liebesgeschichte.

Das Buch beginnt 1943 mit einem Prolog, wo es um eine unbekannte junge Frau geht, die in Bayern auf dem Land bei einem Bauern unterschlüpft und diesen nach dem Ende des 2. Weltkriegs verlässt. Dann geht die Geschichte zurück in das Jahr 1938 nach Regensburg. Dort lebt die Familie Schwarz. Der Vater, Dr. Erwin Schwarz, ist Arzt und ein zum Katholizismus übergetretener Jude. Er ist mit der Katholikin Greta verheiratet und hat zwei Kinder. Carl ist 1938 11 Jahre alt, seine Schwester Ida 3 Jahre jünger. Über einen ehemaligen guten Freund bekommen sie die Möglichkeit per Schiff über Italien nach Shanghai auszuwandern. Doch der Vater weigert sich. Er will die Gefahr nicht erkennen. Greta bricht aber mit ihren beiden Kindern auf. Und so verfolgen wir die Reise und das Leben von Greta und ihren Kindern bis zum Kriegsende.

Ein zweiter Handlungsstrang erzählt die Geschichte von Erna, die von ihren Eltern 1938 zur Tante, die eine überzeugte Anhängerin der Nationalsozialisten ist, nach München geschickt wird,.Tante Marga ist eine schillernde Persönlichkeit, die die Wünsche und Ängste speziell der weiblichen Bevölkerung zu ihren Gunsten zu nutzen weiß. Sie bietet diesen Menschen Lebensberatung an. Erna, die als Mädchen für alles bei ihrer Tante arbeitet, hinterfragt nichts, was sie bei ihrer Tante erlebt. Als die Geschäfte der Tante während des Krieges schlechter werden, vermittelt ihr eine gute Freundin der Tante einen Job.

Und während diese beiden Handlungsstränge sich immer wieder abwechseln, gibt es dazwischen noch Kapitel, die 2010 in Larchmont/USA spielen. Dort lebt Carl inzwischen mit seiner Frau Emmi, die er kurz nach dem 2. Weltkrieg kennengelernt hat. Auch sie ist ursprünglich Deutsche.

Andrea Maria Schenkel erzählt diese drei Geschichten sehr emotionslos, aber als gute Beobachterin. Am Anfang fragt man sich beim Lesen noch, was diese Geschichten miteinander zu tun haben. Aber nach und nach ahnt man, worauf es hinausläuft. Mich persönlich hat die Geschichte von Greta, Carl und Ida sehr fasziniert. Diese Reise auf einem recht luxuriösen Dampfer, wo die mitreisenden Juden mittenmang der anderen internationalen Passagiere ein relativ normales Leben genießen können. Dann der große Kontrast, als sie in Shanghai ankommen. Wobei dieser Part etwas zu oberflächlich geblieben ist. Dafür ist mir die Geschichte von Erna zu ausführlich geraten. Lieber hätte ich noch mehr über die Zeit nach dem 2. Weltkrieg erfahren. Dies wird allerdings nur kurz in den Passagen, die 2010 spielen, angerissen. Es ist insgesamt ein interessanter Roman, der zum einen das immer noch relativ selten behandelte Thema der nach Shanghai geflüchteten Juden aufgreift. Zum anderen ist es spannend zu lesen, wie die Menschen nach dem 2. Weltkrieg einfach die Vergangenheit zurücklassen wollten. Sie ist einfach für viele kein Thema gewesen. Und so wissen manche Menschen einfach nichts über die Vergangenheit ihrer Mitmenschen. Am Ende des Romans steht man ähnlich wie bei Bernhard Schlinks „Der Vorleser“ vor einem moralischen Dilemma.

Wer vielleicht nach dieser Lektüre noch weitere Romane über die Juden in Shanghai lesen möchte, dem kann ich den Roman „Das Mädchen im Strom“ von Sabine Bode empfehlen. Diese beiden Romane ergänzen sich wunderbar. Ich hätte mir gewünscht, dass entweder die Autorin oder der Verlag am Ende des Buches noch eine Abhandlung über die geschichtlichen Hintergründe oder ein Literaturverzeichnis angehängt hätten. So muss man bei Interesse selbst tätig werden.

Stephanie Hepp, Thalia-Buchhandlung Saarbruecken

Mit der Flüchtlingsproblematik ein sehr aktuelles Buch obwohl es zur Zeit des 2. Weltkriegs spielt. Sehr eindringlich geschrieben. Mit der Flüchtlingsproblematik ein sehr aktuelles Buch obwohl es zur Zeit des 2. Weltkriegs spielt. Sehr eindringlich geschrieben.

Daniela Blank, Thalia-Buchhandlung Köln

Eine spannende und bewegende Geschichte, die mir an mancher Stelle aber leider zu detailreich und nüchtern geschrieben war. Eine spannende und bewegende Geschichte, die mir an mancher Stelle aber leider zu detailreich und nüchtern geschrieben war.

Sabine Rößler, Thalia-Buchhandlung Wildau

Was tun, wenn die große Liebe eigentlich eine große Lüge war? Kann man die Vergangenheit wirklich beiseite lassen? Diesen Fragen geht die Autorin nach. Herauskommt ein tolles Buch. Was tun, wenn die große Liebe eigentlich eine große Lüge war? Kann man die Vergangenheit wirklich beiseite lassen? Diesen Fragen geht die Autorin nach. Herauskommt ein tolles Buch.

Carola Ludger, Thalia-Buchhandlung Lippstadt

Wieder ein Roman aus der Nachkriegszeit mit Erinnerungen an den gerade beendeten Krieg. Leider sind die Schilderungen der düsteren Zeit recht flach und können nicht überzeugen. Wieder ein Roman aus der Nachkriegszeit mit Erinnerungen an den gerade beendeten Krieg. Leider sind die Schilderungen der düsteren Zeit recht flach und können nicht überzeugen.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
14 Bewertungen
Übersicht
2
7
4
1
0

Kennt man den Anderen wirklich?
von leseratte1310 am 11.06.2016

Carl ist elf Jahre, als er mit seiner Mutter Grete und seiner Schwester Ida nach Shanghai flieht. Obwohl sein Vater jüdischer Abstammung, allerdings katholisch getauft ist, fühlt er sich sicher und Deutschlang eng verbunden und bleibt dort zurück. Aber auch in Shanghai spürt man die Auswirkungen des Krieges. Nach... Carl ist elf Jahre, als er mit seiner Mutter Grete und seiner Schwester Ida nach Shanghai flieht. Obwohl sein Vater jüdischer Abstammung, allerdings katholisch getauft ist, fühlt er sich sicher und Deutschlang eng verbunden und bleibt dort zurück. Aber auch in Shanghai spürt man die Auswirkungen des Krieges. Nach dem Krieg will Carl nicht mehr nach Deutschland zurück und geht in die USA. Dort lernt er Emmi kennen, mit der ihn 60jährige enge Beziehung verbindet. In dieser Ehe hat er Geborgenheit und Liebe gefunden. Als eine Freundin ihn bittet, den Nachlass ihres verstorbenen jüdischen Mannes zu sichten, entdeckt er zufällig auch Hinweise auf Emmis Vergangenheit. Für ihn bricht eine Welt zusammen. Die junge Erna wird von ihren Eltern nach München zu einer Tante geschickt, wo sie im Haushalt arbeiten soll. Die Tante führt ein ungewöhnliches Leben, sie berät Menschen in allen Lebenslagen und betätigt sich auch als Engelmacherin und Medium. Sie sympathisiert mit den Nationalsozialisten und hat auch entsprechende Kontakte. Erst am Ende des Buches ergeben sich die Verknüpfungen der einzelnen Handlungsstränge, die abwechselnd erzählt werden. Die Autorin erzählt die Geschichte recht emotionslos, aber detailreich. Die Charaktere sind sehr ausführlich und authentisch beschrieben, so dass ich sie ziemlich gut kennenlernte. Obwohl sie mit alle Facetten dargestellt wurden, kamen sie mir nicht nahe. Manche ihrer Handlungen konnte ich gut nachvollziehen, andere blieben mir unverständlich. Der Titel lässt eine Liebesgeschichte erwarten. Das ist sie letztendlich auch, aber eine mit Tiefgang, denn der Krieg hat Auswirkungen auf die Menschen, die sie Zeit ihres Lebens mit sich herumtragen. Am Ende steht die Frage: Wie gut kennt man seinen Partner wirklich? Gibt es nicht in jedem Menschen ein Stück, das er zurückhält? Eine Geschichte, die einen so schnell nicht loslässt.

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Zwei Leben und eine Lüge
von vielleser18 aus Hessen am 17.05.2016

Regensburg- München- Shanghai- Brooklyn. Das Buch erzählt Lebensabschnitte von Carl und Erna in der Vergangenheit (1938) und immer wieder auch der Blick in die Gegenwart: 2010 Carl und Emmi in Brooklyn. Wie begann alles ? Carl und seine Schwester Ida haben einen jüdischen Vater, der zwar katholisch getauft ist, aber nach... Regensburg- München- Shanghai- Brooklyn. Das Buch erzählt Lebensabschnitte von Carl und Erna in der Vergangenheit (1938) und immer wieder auch der Blick in die Gegenwart: 2010 Carl und Emmi in Brooklyn. Wie begann alles ? Carl und seine Schwester Ida haben einen jüdischen Vater, der zwar katholisch getauft ist, aber nach den Rassegesetzen der Nazis genauso wie die KInder als jüdisch zählt. Wir erleben aus Sicht des 12jähringen Carls die Zeit in Regensburg mit und wie es dazu kam, dass sie nach Shanghai ausgewandert sind. Im zweiten Abschnitt dann ein Wechsel. Wir lernen Erna kennen, die von Regensburg nach München gezogen ist und bei ihrer Tante in Stellung ging, einer nazitreuen Frau, die u.a. als Kartenlegerin, Medium und Engelmacherin arbeitet. Erna hilft ihr anfänglich nur im Haushalt, doch sie wird bald noch ganz andere Aufgaben übernehmen..... Im dritten Teil erfahren wir wieder mehr über Carl und seine Familie, die mittlerweile in Shanghai leben und dort überleben müssen. Und wie es dazu kam, dass sich die Wege der Familie hinterher getrennt haben. Immer wieder sind am Ende der Abschnitte die Wechsel in das Jahr 2010. Anfangs nicht ahnend, wozu und warum und wieso. Auch der Prolog am Anfang des Buches verwirrt anfangs. Doch nach und nach kann der Leser erahnen was passiert ist und das ist es auch, was einem nach dem Zuschlagen des Buches weiter beschäftigen wird. Andrea Maria Schenkel hat uns sehr detailliert die Lebensmomente, die sie hier gewählt hat, beschrieben. Wir erleben z.B. auf der Reise nach Shanghai sehr genau mit und man fühlt sich fast mit an Bord genommen. Manchmal fehlte mir dabei die Spannung, dennoch hat mir der sehr schöne Schreibstil der Autorin dabei gefallen. Man konnte sich durch die ausführliche Beschreibung der Lebensumstände auch gut das Umfeld, die Sitution und die Menschen hinein versetzen. Die Protagonisten wurden sehr anschaulich und lebensecht beschrieben und dargestellt. Es geht hier allerdings nicht so um die Gefühle der Protagonisten. Ich hatte eher den Eindruck, dass viele sehr emotionslos dargestelllt wurden und ihre Situationen, ihre Taten nicht (für uns) reflektiert dargestellt worden sind. Aber vielleicht hat gerade diese eher nüchterne Beschreibung bei mir eher ein Nachdenken ausgelöst als wenn ich alles von der Autorin serviert bekommen hätte. So geht es auch mit dem Ende.....es ist ein Ende, über das man erst einmal selber nachdenken muss. Selber reflektieren muss. Wie, was nun..... Aber es sorgt dafür, dass man sich mit der Geschichte noch nach dem Zuschlagen des Buches noch länger beschäftigt, zumindest gedanklich. Fazit: Die Autorin hat es sehr gut verstanden die Fäden des Romans geschickt zu verweben. Es ist wirklich eine Geschichte, die obwohl sie so ruhig, detailliert und nüchtern erzählt wurde, doch einem noch nach dem Ende noch länger über diese Figuren nachdenken lässt. 4,5 Sterne von mir.

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„In einer Welt, in der die eine Hälfte uns verfolgt und die andere uns nicht haben will, ist ein Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies.“ Der junge Carl Schwarz besteigt zusammen mit Mutter, Vater und Schwester die Conte Biancamano, ein Schiff, welches die jüdische Familie... „In einer Welt, in der die eine Hälfte uns verfolgt und die andere uns nicht haben will, ist ein Ort, der uns nur als Fremde sieht, wohl wirklich das Paradies.“ Der junge Carl Schwarz besteigt zusammen mit Mutter, Vater und Schwester die Conte Biancamano, ein Schiff, welches die jüdische Familie nach Shanghai bringen soll. Doch im letzten Moment überlegt es sich sein Vater Erwin anders und verlässt das Schiff, denn er kann sich nicht vorstellen, dass die Judenverfolgung in Deutschland einen weiteren Höhepunkt erlangen wird. In der Fremde angekommen müssen sich die Emigranten nicht nur eine Bleibe suchen, sondern auch den täglichen Kampf ums Überleben führen, denn auch in Shanghai steht die Zeit nicht still und der ferne Krieg rückt in bedrohliche Nähe. Jahre später lebt Carl zusammen mit seiner Frau Emmi in Amerika und bemüht sich die Schrecken seiner Vergangenheit zu vergessen, doch durch längst vergessene Dokumente, stößt er auf eine unheilvolle Verbindung zwischen der Liebe seines Lebens und den Gräueltaten der Nationalsozialisten. Doch welche Schuld gilt es zu vergeben und welche Lüge tatsächlich zu verzeihen? Dieser Roman ist mein zweiter aus der Feder der Autorin, den ich nach dem Kriminalroman „Kalteis“ gelesen habe. Auf sehr unterhaltsame, erzählerische Weise gewinnt hier die Thematik Judenverfolgung während des 2. Weltkrieges und die damit verbundene Möglichkeit der Emigration eine große Bedeutung. Anders als in vielen Romanen, die sich mit dieser dunklen Epoche deutscher Geschichte auseinandersetzen, geht es hier weit weniger um die Ereignisse in Deutschland, als vielmehr um das Leben einer Emigrantenfamilie, der es durch Glück gelungen ist, ihrer unwilligen Heimat den Rücken zu kehren und dafür in der Fremde ein neues Leben aufzubauen. Doch damit verbunden bleibt auch ein Gefühl der inneren Zerrissenheit, der Wunsch eines Tages wieder zurückzukehren und ein loses Heimatgefühl, welches es den Betroffenen nicht erlaubt sich wirklich heimisch und sicher zu fühlen. Wie ein dunkler Schatten verfolgt sie die Bedrohung und lässt viele erst nach dem Kriegsende zur Ruhe kommen. Die Erzählung besticht durch ein ausgewogenes Verhältnis historischer Rahmenbedingungen und einer persönlichen Lebensgeschichte, die unweigerlich miteinander verwoben sind. Eine leichte Sprache und wechselnde Schauplätze machen den besonderen Reiz aus und die verschiedenen Zeitebenen bringen Spannung und Leben in das geschriebene Wort. Und letztlich wirkt das Geheimnis um Emmi wie ein Magnet, der den Leser an die Geschichte fesselt, denn nur zu gern möchte man über die gut 300 Seiten des Buches wissen, was denn nun wirklich geschah – damals im Leben einer jungen Frau, die nicht die zu sein scheint, die sie zeitlebens vorgab … Fazit: Ich vergebe 4,5 Sterne (aufgerundet 5) für einen unterhaltsamen, historisch angelehnten Roman, der sich intensiv mit der Frage nach einer Heimat und deren Bedeutung für die eigene Identität beschäftigt. Und gleichermaßen mit der Frage nach der Endlichkeit der Liebe, wenn man feststellt, dass eine Lebenslüge den geliebten Menschen in ein ganz anderes Licht rückt. Das Buch bekommt von mir eine Leseempfehlung und macht mich neugierig auf weitere Romane der Autorin.

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