Altes Land

Roman

(104)
Zwei Frauen, ein altes Haus und eine Art von Familie
Das „Polackenkind“ ist die fünfjährige Vera auf dem Hof im Alten Land, wohin sie 1945 aus Ostpreußen mit ihrer Mutter geflohen ist. Ihr Leben lang fühlt sie sich fremd in dem großen, kalten Bauernhaus und kann trotzdem nicht davon lassen. Bis sechzig Jahre später plötzlich ihre Nichte Anne vor der Tür steht. Sie ist mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg-Ottensen geflüchtet, wo ehrgeizige Vollwert-Eltern ihre Kinder wie Preispokale durch die Straßen tragen – und wo Annes Mann eine Andere liebt. Vera und Anne sind einander fremd und haben doch viel mehr gemeinsam, als sie ahnen.
Mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählt Dörte Hansen von zwei Einzelgängerinnen, die überraschend finden, was sie nie gesucht haben: eine Familie.
Rezension
„Dieser Roman ist wohltuend anders. Keine Romantik. Klischeefrei. Starke, knorrige Charaktere. Eine Geschichte, die lange nachklingt, wie das Ächzen und Knarren in dem großen dunklen Bauernhaus.“
Portrait
Dörte Hansen, geboren 1964 in Husum, lernte in der Grundschule, dass es außer Plattdeutsch noch andere Sprachen auf der Welt gibt. Die Begeisterung darüber führte zum Studium etlicher Sprachen wie Gälisch, Finnisch oder Baskisch und hielt noch an bis zur Promotion in Linguistik. Danach wechselte sie zum Journalismus, war einige Jahre Redakteurin beim NDR und arbeitet heute als Autorin für Hörfunk und Print. Sie lebt in der Nähe von Husum. „Altes Land“ ist ihr erster Roman.
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Beschreibung

Produktdetails


Format ePUB i
Kopierschutz kein Kopierschutz (enthält ein Wasserzeichen) i
Seitenzahl 304, (Printausgabe)
Erscheinungsdatum 16.02.2015
Sprache Deutsch
EAN 9783641152390
Verlag Albrecht Knaus Verlag
Verkaufsrang 801
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Rauh und spröde geschrieben, nähert sich die Autorin den Schicksalen von Überlebenden des 2. Weltkrieges und der Erkenntnis, dass der Krieg nicht eben mal so vorbei ist, sondern sich die Erfahrungen, Verletzungen und charakterlichen Veränderungen dauerhaft auf das eigene Leben und der folgenden Generationen auswirkt.
Kann man vergessen,
Rauh und spröde geschrieben, nähert sich die Autorin den Schicksalen von Überlebenden des 2. Weltkrieges und der Erkenntnis, dass der Krieg nicht eben mal so vorbei ist, sondern sich die Erfahrungen, Verletzungen und charakterlichen Veränderungen dauerhaft auf das eigene Leben und der folgenden Generationen auswirkt.
Kann man vergessen, dass man den kleinen Bruder/ Sohn sterben lassen musste? Kann man neu lieben? Ein neues Zuhause finden? Kann man vergessen, dass die Mutter ein neues Leben anfängt und die Töchter die Erwartungen in keinster Weise erfüllen können?
So wird man selbst hart und gibt das an seine eigenen Kinder weiter. Und doch - als Vera (das Kriegskind) und Anne (ihre Nichte) aufeinandertreffen, gibt es noch Veränderung und Bewegung...
Toll geschrieben, mit rauhem Charme, erinnert mich das an Geschichten meines Vaters (selbst ein Kriegskind)

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Zwei Frauen und ein altes Haus in Norddeutschland. Zwei, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Vera, Zahnärztin, die das alte Bauernhaus geerbt hat und Anne, die Musikerin, die eines Tages mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg abhaut, um einen Neuanfang zu wagen. Schon einmal,1945, nahm dieses alte Haus Flüchtlinge aus Ostpreußen auf. Zwei Frauen und ein altes Haus in Norddeutschland. Zwei, die nicht unterschiedlicher sein könnten. Vera, Zahnärztin, die das alte Bauernhaus geerbt hat und Anne, die Musikerin, die eines Tages mit ihrem kleinen Sohn aus Hamburg abhaut, um einen Neuanfang zu wagen. Schon einmal,1945, nahm dieses alte Haus Flüchtlinge aus Ostpreußen auf. Ein anrührender Erinnerungs-Roman über Krieg, Vertreibung, Flucht und Vergangenheitsbewältigung.

„Mehr als nur eine Liebeserklärung an eine Landschaft...“

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Dörte Hansen gelingt es mit schönen Beschreibungen der Landschaft und der Bewohner eine Sog zu erzeugen, mitten hinein in die Geschichte. Wir fühlen uns versetzt ins "Alte Land" mit all seinen Besonderheiten, Persönlichkeiten und einer Atmosphäre ruhigen Landlebens mit ganz vielen liebenswerten Beschreibungen.

Auch für alle, die
Dörte Hansen gelingt es mit schönen Beschreibungen der Landschaft und der Bewohner eine Sog zu erzeugen, mitten hinein in die Geschichte. Wir fühlen uns versetzt ins "Alte Land" mit all seinen Besonderheiten, Persönlichkeiten und einer Atmosphäre ruhigen Landlebens mit ganz vielen liebenswerten Beschreibungen.

Auch für alle, die des Plattdeutschen nicht mächtig sind – die kleinen Einschübe sind verständlich in die Geschichte eingebunden und unterstützen das von Dörte Hansen mit scharfem Blick und trockenem Witz erzählte. Die Autorin hat selbst über 40 Jahre im „Alten Land“ verbracht und so ist dieses Buch auch eine Liebeserklärung – an die Landschaft und die Menschen.

Für mich ein ganz besonderes Buch, gerne hätte ich noch weitergelesen, den eines ist auch klar – auch die nächste Generation wird diese Landschaft und die Häuser prägen!
Dit Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt, nenn't ook noch sien. => = Dieses Haus ist meins und doch nicht meins, der nach mir kommt nennt es auch noch seins…

„Lieblingsbuch 2015“

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Zwar ist das Jahr noch nicht weit fortgeschritten, allein, dieser Titel kann kaum getoppt werden. Ein außerordentliches Buch: sprachlich brilliant, inhaltlich emotional packend zieht Autorin Dörte Hansen mit ihrem ersten Roman die Leserin von Anfang bis Ende in ihren Bann. Zwischen damals und heute erzählt die Geschichte von Frauenleben, Zwar ist das Jahr noch nicht weit fortgeschritten, allein, dieser Titel kann kaum getoppt werden. Ein außerordentliches Buch: sprachlich brilliant, inhaltlich emotional packend zieht Autorin Dörte Hansen mit ihrem ersten Roman die Leserin von Anfang bis Ende in ihren Bann. Zwischen damals und heute erzählt die Geschichte von Frauenleben, von harten und minder harten Schicksalen, von Vorurteilen und Verurteilten, aber immer und vor allem: von Einsamkeit und Gemeinsamkeit, von unverbrüchlicher Treue und Freundschaft, die das ganze Leben umspannen. Wir möchten unbedingt mehr von Ihnen lesen, Frau Hansen!!

„Toller Roman!!!“

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Vera kommt mit ihrer Mutter Hildegard nach einer aufregenden und traumatischen Flucht aus Ostpreußen 1945 nach dem Krieg bei Ida Eckhoff auf einem Hof im Alten Land unter. Hier wird sie ihr Leben verbringen, und ihre Geschichte nie ganz loslassen können. Anne, Veras Großnichte aus Hamburg, braucht ein neues Zuhause und beschließt Vera kommt mit ihrer Mutter Hildegard nach einer aufregenden und traumatischen Flucht aus Ostpreußen 1945 nach dem Krieg bei Ida Eckhoff auf einem Hof im Alten Land unter. Hier wird sie ihr Leben verbringen, und ihre Geschichte nie ganz loslassen können. Anne, Veras Großnichte aus Hamburg, braucht ein neues Zuhause und beschließt mit ihrem Sohn Leon bei Vera einzuziehen. Anne fängt an, das Haus zu renovieren, Leon "taut" Veras Herz ein wenig auf. Hier erwartet sie ein grandioser Familienroman mit Humor, der die letzten Jahre der deutschen Geschichte gut einfängt. Verpassen Sie diese Buch auf keinen Fall!

„Zwei Frauen, zwei Schicksale und ein Bauernhof“

Monika Fuchs, Thalia-Buchhandlung Hamburg

Dörte Hansen ist eine Linguistin und Journalistin aus Husum/Schleswig-Holstein, die jetzt ihren ersten Roman veröffentlicht hat.

Sie erzählt darin die Geschichte von zwei Frauen. Die eine Frau ist Vera, die 1945 als fünfjähriges Mädchen mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke aus Ostpreußen geflohen ist. Sie fanden eine Unterkunft
Dörte Hansen ist eine Linguistin und Journalistin aus Husum/Schleswig-Holstein, die jetzt ihren ersten Roman veröffentlicht hat.

Sie erzählt darin die Geschichte von zwei Frauen. Die eine Frau ist Vera, die 1945 als fünfjähriges Mädchen mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke aus Ostpreußen geflohen ist. Sie fanden eine Unterkunft auf einem Bauernhof im Alten Land bei Hamburg bei Ida Eckhoff und ihrem Sohn Karl. Karl kam aus dem Krieg mit einem steifen Bein zurück. Und auch psychisch haben die Kriegserlebnisse in Russland ihren Tribut gezollt. Die beiden Frauen Ida und Hildegard kommen nicht miteinander zurecht. Aber Hildegard von Kamcke lässt sich nicht unterkriegen und angelt sich Karl Eckhoff. Doch die Ehe hält nicht. Hildegard findet einen Mann, der besser zu ihr und ihrem Stand passt. Sie bekommt noch eine zweite Tochter, Marlene. Vera bleibt mit Karl auf dem Hof zurück. Sie wird Zahnärztin und gilt als sehr verschroben. Der alte Hof verkommt immer mehr.

Die zweite Frau ist Anna, die Tochter von Veras Halbschwester Marlene. Anna hat einen kleinen vierjährigen Sohn Leon, arbeitet als Erzieherin bei Musimaus, wo kleine Kinder eine musikalische Früherziehung bekommen. Sie ist mit dem Autor Christoph liiert. Als sie jedoch Christoph mit einer anderen Frau in Flagranti erwischt, wirft sie alles hin und zieht zu ihrer Tante ins Alte Land. Der Deal zwischen den beiden Frauen ist, dass Anna das sehr verwahrloste Bauernhaus auf Vordermann bringt und dafür mietfrei bei ihrer Tante wohnen darf.

Und so erzählt Dörte Hansen die Geschichte der beiden Frauen. Es gibt immer wieder Rückblicke in die Kindheit und Jugend von Anna, sowie auf die Erfahrungen, die das Kind Vera auf der Flucht erlebt hat, und die sie nie wirklich vergessen konnte. Beide Frauen sind Frauen, die ihr Leben erkämpfen müssen. Doch als sie im Alten Land zusammenleben, entdecken beide Frauen mehr Gemeinsamkeiten, als sie gedacht hätten. Und sie finden in der jeweilig anderen eine Stütze, die ihnen selber hilft.

Es gibt einige wunderbare Nebenpersonen, die dem ganzen Roman etwas die Schwere und Traurigkeit nehmen. Da ist z.B. der direkte Nachbar von Vera, Heinrich Lührs, der zwar drei Söhne hat, von denen aber niemand seinen Hof übernehmen möchte. Dann ist da Dirk vom Felde, der ein studierter Landwirt ist und dieses ganze Biogedöns nicht verstehen kann. Und herrlich sind Burghard Weißwerth und seine Frau, die aufs Land geflüchtet sind, um dort in Ruhe neu anzufangen.

Die Sprache von Dörte Hansen ist wunderbar knapp, kommt schnell auf den Punkt und entspricht somit genau dem Wesen der spröden, norddeutschen Bauern, die kein Wort zu viel verlieren. Eingeflochten sind immer wieder plattdeutsche Sätze, die aber gut verständlich sind. Eine Übersetzung gibt es nicht. Sie beschreibt die Schwierigkeiten der Bauern im Alten Land sehr genau. Die alten Bauern verstehen nicht, dass die Kinder kein Interesse an den Höfen haben. Sie sogenannten Biobauern werden belächelt. Und auch wir Leser bekommen einen Eindruck davon, dass auch wir teilweise durchaus verhohnepiepelt werden. Ist die Marmelade vom Erlebnishof wirklich selbstgemacht? Auch die Eltern in einem In-Viertel wie Hamburg Ottensen werden aufs Korn genommen. Das Buch glänzt mit sehr viel Scharfsicht und einem sehr eigenwilligem trockenen Humor. Allerdings ist es teilweise auch sehr erschreckend und traurig, wenn es um die Flucht über die Ostsee und die Aufnahme der Flüchtlinge geht. Da kommt sehr viel von dem durch, was die Autorin Sabine Bode in ihren Büchern „Die vergessene Generation“ und „Kriegsenkel“ (beide Klett-Cotta Taschenbuch) beschreibt. Und ausgesprochen aktuell ist überraschenderweise, dass sich die Deutschen nicht geändert haben, was die Aufnahme von Flüchtlingen angeht. Früher waren es die Vertriebenen, heute sind es die Asylbewerber.

Ein großartiger Roman, der mit viel trockenem Humor, der zum Nachdenken anregt.

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Kundenbewertungen


Durchschnitt
104 Bewertungen
Übersicht
84
18
1
1
0

Altes Land
von einer Kundin/einem Kunden aus Wien am 16.05.2017

sehr gut geschrieben, super Buch. Hat mir sehr gut gefallen!

Hat Ihnen diese Empfehlung geholfen?
"Einsames Herz"
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-= Leseeindrücke =- Als Hildegard von Kamcke 1945 nach schier endloser Flucht , vertrieben aus ihrer geliebten Heimat Ostpreußen , vor der Tür von Ida Eckhoff, Bäuerin im Alten Land steht , sind die ersten Worte die sie und ihre 5jährige Tochter Vera hören nicht einladend. “Von mi gift dat... -= Leseeindrücke =- Als Hildegard von Kamcke 1945 nach schier endloser Flucht , vertrieben aus ihrer geliebten Heimat Ostpreußen , vor der Tür von Ida Eckhoff, Bäuerin im Alten Land steht , sind die ersten Worte die sie und ihre 5jährige Tochter Vera hören nicht einladend. “Von mi gift dat nix !“ “Woveel koomt denn noch vun jau Polacken ?” [S.8/9] Es kamen noch viele Flüchtlinge aus Ostpreußen nach Hamburg , Schleswig-Holstein usw. Geblieben sind nicht alle , nur die, die darum gekämpft haben , das sie bleiben durften. Den hat man eine neue Heimat , Arbeit und Lohn gegeben . Die meisten davon sind noch immer da, sind sesshaft geworden , wo sie einst auf ihrer Flucht gestrandet sind . So wie die Großeltern meines Mannes, die mit 3 kleinen Kindern die Flucht überlebt haben und in Schleswig-Holstein nochmal bei Null angefangen haben . Die alte Heimat im Herzen , nie vergessen und bis zum Schluss ein arbeitssames, erfülltes , langes Leben hatten . "Flüchtlingspack , Lüüs op'n Nack" [S. 194] So wie Hildegard von Kamcke, die sich bei Ida Eckhoff auf dem Hof unentbehrlich macht , solange bis Karl Eckhoff, Idas Sohn , verwundet an Seele und Körper aus dem Krieg zurückkehrt . Es dauert nicht lange bis sich Hildegard auch bei ihm unentbehrlich macht . Als Frau Eckhoff sehen ihre Zukunftsperspektiven gleich viel besser aus . Doch Hildegard hatte nie die Absicht Bäuerin zu bleiben und Ida Eckhoff wollte nie eine andere Frau in ihrer Küche am Herd stehen haben . “Dit is min Huus !” Karl und die kleine Vera verstehen sich gut . Er sprach nicht viel , er war einfach nur da , saß rauchend draußen auf der weißen Hochzeitsbank seiner Mutter und hörte zu , während sich die Welt um ihn herum veränderte . Tagein Tagaus , Jahr um Jahr ….. Bis zum Ende , mit Vera an seiner Seite . Hildegard verließ das Alte Land mit neuem wohlhabenden Mann und ließ ihre Tochter bei Karl zurück . Ida Eckhoff erlebte das gottseidank nicht mehr. Menschen kommen und gehen, ein Haus bleibt bestehen für viel Generationen. “Diet Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt , nenn’t ook noch sien” [ S.8 ] Karl war der Gefangene seines eigenen Krieg , der ihn jede Nacht einholte und nicht schlafen ließ. Vera und Karl überlebten und erlebten viele gemeinsame Jahre und stützten sich gegenseitig als Tochter und Vater , seelisch vereinsamt und verkümmert. Nach Karls Tod steht plötzlich Veras Nichte Anne aus Hamburg Ottensen mit ihrem Sohn Leon vor der Tür und bittet sie um Asyl . Anne hat sich getrennt von Leons Vater, der sie betrogen hat . Für Vera und Anne beginnt ein neuer Lebensabschnitt, der immer wieder in der Vergangenheit anfängt und endet . Es ist ihre gemeinsame Famliengeschichte, die im eisigen Winter 1945 auf der Flucht von Ostpreußen anfängt und 2013 im “Alten Land” von beiden weitergeschrieben wird . -= Fazit =- Dörte Hansen hat mit “Altes Land” eine wunderschöne Famliengeschichte geschrieben , mit allen Facetten des Lebens von 1945 bis zum heutigen Tag. Schnörkellos und doch mit allem versehen , was eine großartige Geschichte haben muss ! Der wunderschöne Schreibstil hat mich sofort gefangen genommen und ließ mich von der ersten bis zur letzten Seite ein Teil der Geschichte sein . Erzählt wird die Geschichte von Vera und Anne , zwei Frauen vereinsamt und verlassen . Auf der Suche nach Wärme , Zuneigung , Geborgenheit , Liebe und einer Familie . Die teilweise sehr berührenden Ereignisse lassen den Leser manchmal die Tränen in die Augen steigen , um ihn dann ein paar Seiten weiter, lauthals lachen zu lassen , über den trockenen norddeutschen Humor. "Ich weiß nicht mit was Sie ihre Bäume bespritzen ", sagte sie mit ihrer kratzigen Stimme", aber Sie brauchen mich und vor allem meinen Sohn nicht damit vollzusprühen." Sie steckte die Hände in ihre Jackentaschen und machte den Rücken gerade . "Wenn Sie das nächste Mal Ihr Revier markieren müssen , pinkeln Sie doch einfach gegen mein Auto . Das kapier ich dann schon " [ S.121] Eine tolle wortgwaltige Erzählung trägt mich durch die dunklen Zeiten des Krieges , hin zu der heutigen Zeit , mit ihren Menschen im alten Land . Den Aussteiger aus der Großstadt und den Obstbauern , mit seinen Sorgen und Problemen ums Einkommen. Familien mit ihren Stärken und Schwächen , gestern wie heute. Fein skizzierte Protagonisten mit authentischen Charakteren und eine bildhafte Sprache , lassen den Roman zum Erlebnis werden , dem man sich nicht entziehen kann und will . Die gute Recherche bringt den Leser immer wieder an die schön gezeichneten Orte aus Veras Kindheit und der Vergangenheit eines so manch älteren Familienmitglied. So einige Mal habe ich gedacht , das hätte auch ein wenig unsere Geschichte sein können. Kopfkino vom Feinsten , so macht das Lesen Spaß und bringt mich ein Stück näher an unsere frühere Geschichte. Ein wenig Plattdeutsch als Lokalkolorit, macht das ganze noch authentischer und rundet die Geschichte gelungenen ab . Solche Bücher sollte es viel mehr geben . Ich hoffe Dörte Hansen schreibt noch viele solcher tollen Geschichten. Für diese wunderschöne authentische Geschichte vergebe ich sehr gute 5 Sterne ***** Eine Leseempfehlung an alle , die gerne Famliengeschichten mit norddeutschen Charme und authentischen, geschichtlichen Hintergrund lesen .

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"Von mi gift dat nix"
von claudi-1963 aus Schwaben am 06.01.2016

Im Jahr 1945 kommt Vera mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke im Alten Land an, sie sind aus Polen geflohen. Dort versuchen sie bei Ida Eckhoff unterzukommen, doch die beschimpft sie nur als Polacken ("Woveel koomt denn noch vun jau Polacken?") , aber Karl der Sohn der geschädigt aus... Im Jahr 1945 kommt Vera mit ihrer Mutter Hildegard von Kamcke im Alten Land an, sie sind aus Polen geflohen. Dort versuchen sie bei Ida Eckhoff unterzukommen, doch die beschimpft sie nur als Polacken ("Woveel koomt denn noch vun jau Polacken?") , aber Karl der Sohn der geschädigt aus dem Krieg zurückgekehrt ist kümmert sich um die beiden und heiratet Hildegard. Die Situation auf dem Hof ist schwierig, da sich die beiden Frauen nicht verstehen. Daraufhin erhängt sich Ida Eckhoff auf dem Dachboden, weil sie mit der ganzen Situation nicht mehr zurecht kommt. Einige Zeit danach verlässt die schwangere Hildegard Karl und die 14 jährige Vera. Sie zieht nach Hamburg wo sie mit ihren neuen Ehemann eine Familie gründet. Vera muss derweil sich bei Karl ihr Leben aufbauen, was nicht immer einfach ist mit dem gebrochenen ehemaligen Soldaten. Aber sie schafft es, studiert in Hamburg und kehrt dann wieder zu Karl zurück und arbeitet als Zahnärztin Jahre später,Karl ist inzwischen tot, kommen zwei neue Flüchtlinge ins Alte Land, es sind Veras Nichte Anne mit ihrem Sohn Leon. Sie hat ihren Freund verlassen weil er sich in eine andere verliebt hatte und da sie nicht zu ihrer Mutter nach Hause wollte suchte sie Obhut bei ihrer Tante. Bei haben viel gemeinsam auch wenn sie das erst mit der Zeit feststellen. "Altes Land" ein Roman über das Elend einen Flüchtlingsfamilie, die Suche nach einer neuen Heimat in einem fremden Land. Vera die immer auf der Suche nach der Heimat ist, aber auch Anne die so gar keine Heimat in ihrem Leben besitzt und nach Anerkennung sucht. Beide haben Mütter die ihnen nicht die Liebe geben konnten die sie brauchten. Meine Meinung: Das Buch ist ein gelungenes sprachliches Werk das durch seine melancholische, ernste,bedrückende und ab und an humorvolle Erzählweise sicher nicht immer einfach zu lesen ist. Auch die vielen verschiedenen Personen und Szenen mit denen die Autorin immer wieder hin und her springt sind anspruchsvoll und ab und an auch etwas verwirrend. Sätze auf Plattdeutsch findet man in diesem Buch ebenso wieder, die aber so verständlich sind das selbst ich als Schwabe sie verstehen konnte. Lediglich wegen der vielen Szenenwechsel die für mich nicht immer einfach war kann ich nicht die volle Punktzahl geben. Mich hat dieses Buch eher zum nachdenken gebracht, was doch für harte und unerbittliche Zeiten manche Menschen doch nach dem Krieg mitmachen mussten. Und das Verletzungen die man in der Kindheit erlebt nicht so einfach wegwischen kann. "Dit Huus is mien un doch nich mien, de no mi kummt, nennt’t ook noch sien." So stand es am Giebel des Hauses Von daher vergebe ich gute 4 von 5 Sternen.

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